Im Schnelldurchlauf durch Chemnitz

Was hat „die Stadt der moderne“ denn alles zu bieten? Am besten fragt man da Ortskundige Freunde – die können einem direkt eine kurze Führung geben…

Vor der Heimreise gab es dann also noch eine Quicki-Stadtführung durch Chemnitz!

Chemnitz
Chemnitz ist die drittgrößte Stadt Sachsens. Der Name stammt von dem gleichnamigen Fluss der durch die Stadt fließt (aber irgendwie total unscheinbar ist). Die älteste schriftliche Erwähung stammt aus dem Jahre 1143.

Von 1953-1990 wurde sie in Karl-Marx-Stadt – anlässig des 1953 Geburtstages von Karl Marx – umbenannt. Andere Städte, wie Leipzig und Dresden waren zu bekannt für die Namensänderung – so traf es Chemnitz. Während die Bürger bei der ersten Umbenennung nicht gefragt wurden, gab es bei der Zurück-Benennung in Chemnitz eine Umfrage und 76% der Brüger wollten „Chemnitz“ zurück.

Heute ist Chemnitz eher als Industrie-Stadt bekannt und hat keine „großen“ Sightseeing Attraktionen. Attraktionen sind aber da, man muss nur wissen wo ;-)

Wir starteten beim Markt/Historischen Markt. Hier findet auch der jährliche Weihnachtsmarkt statt. Natürlich habe ich ihn jetzt nicht gesehen, aber der Chemnitzer Weihnachtsmarkt soll ein richtiger Besucher-Magnet sein. 2014 wurde Chemnitz zur schönsten Weihnachtsstadt Deutschlands gewählt. Neben einem „normalen“ gibt es auch einen historischen Weihnachtsmarkt. Seit 1986 gibt eine 12m hohe Weihnachtspyrmaide mit geschnitzer Kunst – direkt aus dem Erzgebierge!

Auf dem Bild zu sehen ist hier das neue Rathaus. Hier steht noch die Stadtkirche St. Jakobi – sie wird auch Jakobskirche genannt (kein Foto vorhanden – ich war in Chemnitz tatsächlich etwas nachlässig mit den Fotos :sweat: ). Sie gehört zu den ältesten Sakralbauten der Stadt Chemnitz. Die ersten bauten stammen noch aus dem Jahre 1143. Danach wurde vieles neu gebaut, umgebaut, zerstört, wieder aufgebaut. Die älteste Historische Urkunde soll aus dem Jahre  1296 stammen, als ein Mitbürger aus freien Stücken 2 Mark Silber spendete um seine Sünden vergeben zu bekommen.

Reisebericht Chemnitz

Das älteste Wahrzeichen Chemnitz ist der rote Turm. Er wurde gegen ende des 12 Jahrhunderts errichtet. Er diente zunächst als Wohnturm und Eigenbefestigung. Später wurde er zur Stadtbefestigung. Im 16 Jahrhundert wurde ein Backsteingeschoss oben drauf gesetzt – in roter Eindeckung. Dieser verdankt der Turm seinen Namen. Bis 1900 wurde der Turm als Gefängnis genutzt. Im zweiten Weltkrieg brannte der Trum vollständig aus und wurde 1957-1959 wieder aufgebaut.

Reisebericht Chemnitz

Die Stadthalle – sie wurde 1969-74 im „Bauhausstil“ erbaut  :lol: (Stümper wie ich können sich dann so ein Kommentar wie „und das ist der Hornbach-Stil?“ nicht verkneifen)

Reisebericht Chemnitz

Karl-Marx hat zwar Chemnitz nie besucht, aber sein Kopf ist hier zu sehen. In 7,10m groß und in 40 Tonnen schwer. Das ebenso umstritten wie geliebte Monument wird auch liebevoll „Nischel“ genannt und ist die größte Portraitbüste der Welt. Es wurde im Oktober 1971, während des Sozialismus – errichtet. Im Hintergrund hat man den Schriftzug „Proletarier aller Länder vereinigt euch“ in deutsch, englisch, französisch und russisch.

Reisebericht Chemnitz

Der Theaterplatz wird von drei wichtigen Gebäuden gerahmt: dem König-Albert-Musuemsbau – das 1906-1909 errichtet wurde und heute die Kunstsammlung Chemnitz beherbergt, das Opernhaus – das ebenfalls 1906-1909 errichtet wurde. Im Jahre 1992 erfolgte eine komplexe Rekonstruktion mit historischer Hülle und moderner Ton- und Bühnentechnik. Zu guter letzt noch die Petrikirche. Sie wurde 1885-1888 errichtet. Die Kirche überstand den zweiten Weltkrieg ohne größe Schäden.

Reisebericht Chemnitz

Die Technische Universtität Chemnitz ist die drittgrößte Universtität Sachsen. Gegründet wurde sie ursprünglich als Gewerbschule.

Reisebericht Chemnitz

Zu erwähnen ist auch das Viertel Brühl. In der DDR-Zeit und auch nach der Wende war es ein sehr beliebtes Wohngebiet. Dann versuchte man die Häuser an Investoren zu verkaufen und ließ die Gebäude bewusst leer stehen. Das Viertel verlor an Attraktivität und auch die Investoren blieben auch. Erst 2006 bemüht sich die Stadt Chemnitz wieder darum, diese Gegen zu reaktivieren. Besonders hervorzuheben ist hier das Brühl Boulevard – man läuft wie durch eine kleine Geisterstadt. Aber inzwischen sind dort auch schon wieder die ersten Läden eröffnet worden.

Ein klein wenig Hippie-Style ist hier auch vorhanden – die Straße wurde individuell geschmückt  :xD:

Reisebericht Chemnitz

Aber sehr zuvorkommend sind die Leute in Chemnitz. Hier müssen nichtmal die Statuen nackt sein  :mrgreen:

Reisebericht Chemnitz

Den Schornstein des Heizkraftwerk habe ich aus irgendeinem Grund nicht fotografisch festgehalten, aber ich finde er gehört hier erwähnt :lol: . Während der Schornstein früher einfach grau und Schornsteinig war, wurde der im Herbst 2013 in sieben verschiedenen Farbabschnitten gestrichen. Die Farben, die gewählt wurden, wahren dabei etwas untypischer: verkehrsgelb, signalviolett, melonengelb, himmelblau, gelbgrün, erdbeerrot, aquamarin. Die Anordnung der Farben erfolgt von unten nach oben in alphapetischer Reihenfolge und führte zu massiver Kritik, warum z.B. die Farben nicht nach der Fußballmannschaft etc. ausgewählt wurden. Geplant war ursprünglich, dass der Schornstein über eine gewundende LED Kette beleuchtet werden soll. Die Beauftragte Firma konnte die Umsetzung aufgrund der Witterungsverhältnisse in dieser Höhe aber bis heute nicht erfüllen.

In Chemnitz findet man viele leerstehende Häuser. Diese sollen nach und nach renoviert werden.

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Auf dem Gelände eines alten Benediktinerklosters befindet sich heute das Schloßbergmusuem. Das Kloster wurde 1136 erbaut und wurde mehrfach umgebaut.

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Die Statuen findet man in dem kleinen Gärtchen vor dem Schloßbergmuesum.
Leider wurden im vergangenen Jahr 2 Statuen gestohlen, von mind. einer gibt es keinen Nachbildung/kein Guss.

Hier haben wir den Stehenden männlichen Akt. Die Oberfläche von 1981 stammenden der Bronzestatue ist rau und schrundig, als wäre sie von Säure verbrannt worden.

Reisebericht Chemnitz

Der letzte Umbau wurde 1522 vollendet. Um 1540 verließen die Benediktiner das Kloster. Die Verwaltung wurde schließlich von dem Kurfürstlichen Amtsschösser Barthel Lauterbach übernommen, der den Umbau in ein Jagdschloss veranlasste. 1928 überließ die Stadt das Schloss dem Verein „Verein für Chemnitzer Geschichte“. Es wurde aufwendig Renoviert und ist heute das Museum für Geschichte.

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Und hier haben wir noch die Sphinx. Die Statue wurde 1974 aufgestellt und die mysteriöse Frau beobachtet die Spaziergänger und Besucher im Schloßbergpark. Hier mit hübschen Tautropfen.

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Wir schlenderten am Schlossteich entlang. Hier kann man herrliche Spaziergänge machen, mit Booten eine Runde paddeln gehen und einfach das Grüne genießen. Ursprünglich wurde der See angelegt und gehörte zum Kloster. Inzwischen ist der See im Besitz der Stadt und wurde zum Erholungsobjekt umgebaut.

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Im Schlossteichpark gibt es einen Platz mit 4 hübschen Statuen, die Vier Tageszeiten. Jede Statue steht für einen Teil des Tages: Morgens, Mittags, Abends und die Nacht. Ursprünglich standen diese in Dresden an der Brühlschen Terrasse.

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1898 wurden diese vom König Albert der Stadt Chemnitz geschenkt und wurden 1908 nach Chemnitz umgesiedelt. Seit dieser Zeit ersetzen Bronzeabzüge den ursprünglichen Platz der Statuen in Dresden.

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Aufgrund Witterungseinflüsse werden die Statuen im Winter mit Glasbehältnissen geschützt.

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Schicke Straßenkunst!

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Wir schlenderten durch das Villenviertel Schönau. Ursprünglich war es eine Gutssiedlung, was dann später zu einem Benediktinerkloster gehörte.

Die St.-Pauli-Kreuz Kirche

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Ende des 18 Jahrhundert haben sich mehrere Fabriken, wie Handschuhfabriken, Strumpfwirkerei, Maschinen- und Fahrzeugbau hier angesiedelt.

Reisebericht Chemnitz

Heute findet man hier unglaublich viele schöne Gebäude – Villen eben.

Reisebericht Chemnitz

Reisebericht Chemnitz

Zum Schluss ging es mit der Straßenbahn zurück. Sehr charmant fand ich, dass die Ansage in der Straßenbahn einen gaaanz leichten Sächsischen Dialekt hat. Nicht zu viel um zu stören, aber man hört es. Insbesondere die „Lutherstraße“ war unglaublich charmant  :lol:

Und damit endete mein kleiner Sachsen-Tripp entgültig und es ging mit dem Auto wieder zurück in die Heimat  :wink:

Dieser Beitrag gehört zu meinem Dresden-SächsischeSchweiz-Chemnitz-Reisebericht. Gehe zu…
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Hinweis: Alle genannten Unterkünften/Touren/Restaurants/etc. habe ich selbst gebucht und bezahlt. Dies sind lediglich Empfehlungen bzw. Erfahrungsberichte meinerseits und es erfolgte keine Zusammenarbeit mit einer Firma. Ich wurde für die Verlinkung/Werbung nicht bezahlt. Ich bin ein privater Blog und verdiene damit keinerlei Geld. Ich habe einfach nur Spaß am bloggen und reisen und teile dies mit der Welt :-)

Habt ihr noch Fragen? Schreibt mir gern - die Antwort kann aber evtl. ein bisschen dauern ;-) Seid mir nicht böse