Dresden 01 – ein Kunstwerk an der Elbe

Ich habe mal wieder meine Sachen gepackt und bin auf reisen gegangen. Der Plan: ein paar Tage in Dresden bei einer Freundin auf der Couch schlafen und alleine die Stadt erkunden und anschließend ein paar Tage die Sächsischen Schweiz unsicher machen.

Direkt nach der Arbeit ins Auto gesetzt und die Fahrt nach Dresden auf mich genommen. Abends halbwegs fit bei meiner Freundin angekommen und quartier bezogen. Und warum der Stress? Natürlich damit der nächste Tag direkt mit Sightseeing starten kann. Dresden stand schon so lange auf meiner Wunschliste!  :grin:

Fakten Dresden
Landeshauptstadt von Sachsen
Einwohner: 536.108 (12.2014)
Fluss: Elbe

Ein wenig Geschichte?
Die ersten Siedlungen im Raum Dresden kann man bereits auf die Jungsteinzeit zurückführen. Im Jahre 1206 wurde Dresden erstmal als „Acta sunt hec Dresdene“ urkundlich erwähnt. Der Begriff „Dresdene“ lässt sich vermutlich aus dem slawischen „Drežďany“ ableiten, das soviel bedeutet wie Auwaldbwohner.Erst im März 1549 wurden beide Teile der Stadt (auf der jeweiligen Elbseite) zu einer Stadt zusammengefügt.

Während die Stadt zunächst noch recht unbedeutend war, wurde sie 1485 zur herzoglichen Residenzstadt ernannt und erfuhr dadurch eine Aufwertung als politisches und kulturelles Zentrum.Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde die Stadt zwar nicht geplündert oder zerstört, aber Pest und Hunger und wirtschaftliche Stagnation schwächten die Entwicklung. Danach ging es auf und ab. Es entstanden zwar große Bauwerke und Parkanlagen, aber dadurch, dass die Stadt in fast allen großen europäischen Kriegen verweickelt war, wurde sie immer wieder in Mitleidenschaft gezogen, z.B. wurde die Stadt um 1745 mehrfach von den Preußen besetzt und beschossen, aber auch 1813 leistete Napoleon seinen Beitrag. Im Jahre 1685 brannte Altendresden vollständig ab. Der Wiederaufbau dauerte Jahrzehnte und erst 1732 war er vollendet. Dieser Stadtteil wird nun als „Neustadt“ bezeichnet.

Danach blieb Dresden erstmal von Kriegen verschont und die Stadt entwickelte sich zu der Hauptstadt eines der wohlhabendsten Bundesländer im Deutschen Reich. Mit dem ersten Weltkrieg hatte die Stadt nicht so viele direkte Berührungspunkte. Später war sie in der Weimarer Republik ein kulturell und wirtschaftlich wichtiges Zentrum und gehörte zu den 10 größten Städten Deutschlands.Nach Machtübername der Nationalsozialisten 1933 wurde der Sächsische Landtag aufgelöst. In der Reichskristallnacht 1938 wurden viele jüdische Einrichtungen und Wohnungen verwüstet und abgebrannt, z.B. auch die Desdner Synagoge von Gottfried Sempers. Dresden blieb fast bis zum Ende des zweiten Weltkriegs von Luftangriffen verschont. Wenige Wochen vor Kriegsende wurde die Stadt aber von mehreren feindlichen Flugzeugen im größten Luftangriff des zweiten Weltkriegs angegriffen – die Stadt wurde in Schutt und Asche gelegt. Der Einsatz von Spreng- und Brandbomben löste einen gewaltigen Feuersturm aus. Eine Zahl der Todesopfer ließ sich nie genau ermitteln, da in der Stadt zu der Zeit viele Kriegsflüchtlinge schutz suchten, aber man schätzt die Zahl der Opfer auf 25.000 – 35.000.

Während der DDR-Zeit wurden viele Reste der zerstörten Stadt geräumt und wieder bebaut. Einige historischen Monumentalbauwerke (wie z.B. das Ständehaus, die Augustusbrücke, der Zwinger, die Semperoper, das japanische Palais) wurden wieder vollständig rekonstruiert.

Ich besorgte mir am nächsten Tag direkt eine Tageskarte für die Öffentlichen (6 €, manche Haltestellen haben keine Automaten, da kann man die Tickets aber auch noch in der Tram holen) und startete mit dem Sightseeing.

Meine Tour began im  Zwinger (April – Nov 5:00-22:00, frei zugänglich).

Reisebericht Dresden

Das Bauwerk im Spätbarock-Stil wurde 1710-1728 erbaut und wurde früher als Orangerie und für höfische Festspiele genutzt.

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Heute findet man dort Gemäldegalerien Alter Meister, einen Mathematisch-Physikalischen Salon und eine der bedeutendsten und umfangreichsten Porzellansammlungen der Welt.

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Es ging weiter zur Semperoper und zum Theaterplatz. Die Oper wurde zwischen 1838-1841 errichtet.

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Der Wiederaufbau nach der Bombardierung erfolgte ab 1977. 1985 konnte die Oper wiedereröffnet werden – gespielt würde das Stück „Freischütz“. mit diesem Stück wurde die Oper 1944 geschlossen. Die Oper gilt als eines der schönsten Opernhäuser weltweit.

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Gegenüber der Oper kann man schwer die Kathedrale übersehen. Sie wird auch Hofkirche genannt. Ein großes und beeindruckendes Gebäude von 1738-1754. Sie ist die größte Kirche Sachsens.

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Hier mit der Statur von King John, die auf dem Platz der Semper Oper steht.

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Direkt neben der Hofkirche befindet sich das Residenzschloss. Beides wird durch diesen Durchgang verbunden. Gebaut wurde dieser Durchgang, damit der damalige König/Fürst sich nicht anziehen musste um in die Kirche gehen zu können – sagt man :lol:

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Hier sehen wir den Fürstenzug – ein 101m langes Wandbild, dass die Herrscher des Hauses Wettin darstellt.

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Er verbindet das Residenzschloss mit dem Schlossplatz. Das Wandbild befindet sich btw. auf Meissner Porzellankacheln.

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Mein Weg führt mich weiter zur Frauenkirche am Neumarkt. Diese wurde ursprünglich 1726-1743 errichtet und während der Bombadierung vollständig zerstört.

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Zunächst wurde die Kirche nicht wieder aufgebaut, da sie als Mahnmal dienen sollte. Erst 2005 wurde der Bau der neue Frauenkirche vollendet. Der Neubau wurde überwiegend durch Spenden finanziert.

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Ich habe es mir nicht nehmen lassen, den Turm zu besteigen. Über einen Aufzug, div. Treppen und Wendelgänge gelangt man auf die 67m hoch gelegte Aussichtsplattform (8 € / Montag–Samstag 10–18 Uhr).

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Die Aussicht ist grandios!

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Dazu noch ein albernes Touristen-Foto :mrgreen:

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Direkt gegenüber von der Frauenkirche befindet sich die Kunstakademie. Das große und imposante Gebäude wurde zwischen 1885-1894 im Neorenaissancestil errichtet. Sehr schön ist die verglaste Kuppel, die das klassische Elbufer Altstadt-Bild prägt.

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Es wurde während der Bombadierung teilweise zerstört und war jahrzehntelang unbenutzt. 2005 konnte der Wideraufbau abgeschlossen werden. Heute wird das Gebäude von der Hochschule für Bildende Künste genutzt.

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Ich mache einen kleinen Umweg zum Altmarkt. Der Altmarkt ist der älteste und einer der wichtigsten Plätze in Dresden. Er wurde das erste mal 1370 erwähnt – es wurden dort Märkte, Feste und Turnier abgehalten. Nach der Bombadierung wurde er 1953 wieder aufgebaut. Hier findet nicht nur der bekannte Striezel-Weihnachtsmarkt statt, auch im Sommer gibt es hier div. Märkte. Aktuell war auch gerade ein Markt da.

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Ich versuchte mein Glück noch im direkt anliegenden Cafe Prag. Früher wurde es für Varietetheater und Modenschauen genutzt. Es gab Tanzabende, Restaurants und gehörte zu den beliebtesten Cafes der Stadt. Inzwischen findet man in dem siebenstöckigen Gebäude zahlreichen Marktständen mit kulinarischen Köstlichkeiten aus aller Welt.

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Man findet hier aber außerdem kunstvoll gestaltete Glasmosaiksäulen und die Treppenaufgänge werden mit historischen Deckengemälden geschmückt.  Ursprünglich wollte ich dort etwas zu Essen jagen, aber ich war etwas früh dran und daher war in den meisten Restaurants noch nicht viel zu holen.

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Hier befindets ich auch die Kreuzkirche. Im 7-jährigen Krieg mit Preußen wurde sie 1760 zerstört und zwischen 1764-1792 neu aufgebaut. Während der Bombadierung wurde sie wieder fast vollständig zerstört – nur der 92m hohe Turm und die Außenmauern blieben erhalten. Der Wiederaufbau erfolgte 1946-1955 denkmalsgerecht. Hier findet heutzutage regelmäßig wichtige kirchenmusikalische Aufführungen statt.

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Die Frauenkirche scheint einfach überall present zu sein!

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Ich mache einen kleinen Schlenker zur neuen Synagoge – das Gebäude, das sich hinter den Bäumen versteckt ;-)

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Die Weihung dieser war im November 2001 und wurde an dem Ort errichtet, wo die alte Synagoge 1938 niedergebrannt wurde. Das Gebäude fällt direkt durch seinen etwas „neumodischeren Stil“ auf. Eine Besichtigung des Inneren ist nur im Rahmen einer Führung möglich.

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Ein absoluter Hingucker ist auch die Brühlsche Terasse mit dem Brühlschen Garten, direkt an der Elbe. Ursprünglich wurde der Teil 1739-1748 als privater Lustgarten des Grafen Brühl angelegt. Er wird auch der Balkon Eurpas genannt.

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Dann hätten wir hier noch das Albertinum. Ursprünglich war es ein Zeughaus (Waffenarsenal), das von 1559-1563 erbaut wurde. Es galt damals als eines der größten und berühmtesten Zeughäuser Europas. Im 19. Jahrhundert wurde es dann von Carl Adolph Canzler zu einem Museum umgebaut. Der Name stammt von dem König Albert von Sachsen zurück, der im 19 Jahrhundert regierte. Seit 2010 findet man in de Gebäude Skulpturensammlungen und die Galerie der Neuen Meister.

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Hier steht auch das Gottfried-Semper Denkmal, das ihm zu Ehren errichtet wurde. Er war Architekt und Hochschullehrer. Als sein bekanntestes und wichtigstes Werk gilt die Sempteroper.

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Es geht weiter über die Brühlsche Terasse…

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Hier sehen wir das Oberlandesgericht Dresden.

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Nach dem Rundgang durch die Altstadt kommen wir wieder bei der Hofkirche an ;-)

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Es führt mich dann über die Augustusbrücke von der Altstadt in die Neustadt. Die erste Erwähnung der Brücke stammt aus 1287 und wurde im Laufe der Zeit ein wichtigster Handelsweg zwischen Prag und Leipzig. Hier sieht man eine „Flutwelle“ die an die schweren Überschwemmungen aus der Vergangenheit erinnern soll

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Auf der anderen Seite des Elbufers sollte man nicht die Gelegenheit versäumen, die Aussicht auf die Altstadt zu genießen. Genial!

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Hier befindet sich das Japanische Palais. Zunächst war es ein Holländisches Palais das als Porzellanschloss für August den Starken erbaut wurde. Später wurde das Dach aufgrund von Dachkonstruktionen umgebaut. Die Bauweise war an die japanische angelehnt und daher wurde es zum Japanischen Palais. Heute beinhaltet es das Museum für Völkerkunde (10.00 – 18.00 Uhr, der Garten ist frei zugänglich)

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Ich schlenderte ein wenig über die Königsstraße durch die Neustadt. Sie ist  eine vornehme Einkaufsstraße und entstand 1731. Das Viertel um die Straße soll zu den attraktivsten von ganz Dresden gehören. Die Gebäude wurden streng geplant und im bürgerlichen Barock erbaut. Hier gibt es zahlreiche Restaurants aber auch Galerien und Antiquitätenläden. Man findet hier das meiste Kunsthandwerk auf engsten Raum in Dresden.

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Nicht zu übersehen ist der Turm der Dreikönigskirche, der zwischen den Gebäuden hervorragt. Der Turm ist 87,5m hoch. Die erste Kirche an dieser Stelle wurde bereits im 15 Jahrhundert erbaut. Immer wieder wurde sie zerstört und neu aufgebaut. Zwischen 1732-1739 wurde sie mit dem heutigen Kirchenbau errichtet. Durch einen Brand wurde sie aber wieder zerstört und 1984 bis 1990 wieder mit derselben Optik wieder aufgebaut.

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Auf Empfehlung hin machte ich noch einen kurzen Abstecher zu der Sankt Martin-Kirche. Sie war die ehemalige Garnisonkirche der Stadt. Sie entstand zwischen 1893 und 1900.

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In zwei getrennten Kirchräumen gab es sowohl für die evangelische, als auch für die römisch-katholische Konfession Platz. Seit 1945 wird nur noch der katholische Teil benutzt.

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Über die Hauptstraße ging es dann zum Goldenen Reiter. Die Hauptstraße ist eine beliebte Einkaufsstraße.

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Der Goldene Reiter ist das bekannteste Denkmal der Stadt. Es entstand zw. 1732-1734 und zeigt den Kurfürsten August den Starken. Er „weist“ den Weg in die Innere Neustadt.

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Der kleine, aber süße Jägerhof. Er wurde im 16 Jahrhundert im Renaissancestil erbaut und ist das älteste Baudenkmal Dresdens.

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Ursprünglich hatte er mal 4 Flügel – heute ist nur noch ein Flügel übrig. Hier befindet sich das Musuem für Sächsische Volkskunst.

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Nun ging es weiter östlich in die Stadt zum blauen Wunder. Dieses Wunder ist eine Brücke und eines der Wahrzeichen der Stadt. Sie wurde 1893 erbaut und verbindet das Viertel Blasewitz mit dem Villenviertel Loschwitz.

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Den Namen hat sie bekommen, da sie eine der ersten strompfeilerfreien Brücken Europas war  und zu dieser Zeit daher eine technische Meisterleistung. Zunächst wurde sie aber wegen ihrer Optik stark kristierst. Man forderte mehrfach Abriss und Neubau, da sie sich nicht in der landschaftliche Bild einfügen würde.

Obwohl andere Brücken deutlich älter sind, ist das Blaue Wunder die Brücke mit der ältesten Baustubstanz in Dresden da sie keine Kriegsschäden erlitten hatte.

Danach gönnte ich mir noch einen kleinen Spaziergang durch das Villenviertel. Mit der Schwebebahn ging es zunächst hinauf. Sie ist 274m lang und man spart sich mit der Fahrt einen Höhenunterschied von 84m. Sie wurde im Mai 1901 erstmalig eröffnet und ist seit 2007 als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst nominiert worden.

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Oben angekommen hat man eine großartige 360° Panorama Terasse und kann Dresden von oben genießen.

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Von dort aus folgte ich einer vorgeschlagenen Route (Infobroschüren lagen dort aus) durch das Villen-Viertel und entdeckte das ein oder andere sicherlich sehr kostspielige Gebäude :xD:

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Mit der benachbarten Standseilbahn ging es dann wieder runter. Diese ist bereits seit 1895 in Betrieb. Zunächst mit Dampfbetrieb und 1909 stieg sie auf elektrischen Betrieb um.

Der Spaziergang war ganz hübsch – man kann hier einige zahlreiche schicke Villen sehen. Gleichzeitig ist es aber auch anstrengend weil es hoch und runter geht. Für alle, die ebenfalls diese Tour machen wollen, empfehle ich hoch die Schwebebahn zu nehmen und runter die andere. Man kann natürlich aber auch nur hoch oder runter fahren und nur mit einer Bahn (Einzelfahrt 3 €, Berg- und Talfahrt 5 €)

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Dann war meine Route für den ersten Tag beendet und ich war mehr als fix und fertig. Mit meiner Freundin ließ ich dann den Abend bei einem leckeren Essen und Cocktails ausklingen.

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Es folgte noch ein Abendlicher Spaziergang und dann war wirklich Schluss mit Sightseeing!

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Dieser Beitrag gehört zu meinem Dresden-SächsischeSchweiz-Chemnitz-Reisebericht. Gehe zu…
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Hinweis: Alle genannten Unterkünften/Touren/Restaurants/etc. habe ich selbst gebucht und bezahlt. Dies sind lediglich Empfehlungen bzw. Erfahrungsberichte meinerseits und es erfolgte keine Zusammenarbeit mit einer Firma. Ich wurde für die Verlinkung/Werbung nicht bezahlt. Ich bin ein privater Blog und verdiene damit keinerlei Geld. Ich habe einfach nur Spaß am bloggen und reisen und teile dies mit der Welt :-)

Habt ihr noch Fragen? Schreibt mir gern - die Antwort kann aber evtl. ein bisschen dauern ;-) Seid mir nicht böse