Venedig 2 – Zum Markusdom und über den Canal Grande

Eine der Top Sehenswürdigkeiten in Venedig ist natürlich der Markusplatz mit dem bekannten Markusdom und dem Canal Grande – aber auch darüber hinaus hat Venedig einiges abseits der Touristenströme zu bieten…

Allgemeines zu Venedig

Am diesem Tag sollte das Wetter etwas milder werden, was mich sehr gefreut hat. Ich bin also los gezogen um die „Hauptinseln“ Venedigs mit dem großartigen Markusplatz und dem Canal Grande zu erkunden. Außerdem gibt es hier und da noch ein paar Sachen, die hilfreich sind zu wissen:

  • Wer Venedig besuchen und dabei halbwegs seine Ruhe haben möchte, sollte sich mit dem Gedanken anfreunden nicht auszuschlafen. Früh morgens ist die Stadt noch schön leer und ruhig. Der beste Moment um noch ein paar Sehenswürdigkeiten abzulichten. Die meisten Tagesbesucher der Kreuzfahrtschiffe erreichen die Stadt erst ab 9 Uhr. 
  • Apropos Tagesbesucher: Ab Mai 2019 kostet Venedig Eintritt. Zuerst nur 3 € pro Person, ab 2020 soll der Betrag dann aber steigen. Für Venedig sollte man sich aber eh mehr als einen Tag Zeit nehmen (aber wirklich sparen tut man bei einem längeren Aufenthalt eigentlich nichts, denn als Übernachtungsgast zahlt man eine Kurtaxe, die aber vom Hotel erhoben wird)

Reisebericht VenedigDen Markuslöwen kann man an unzähligen Orten in Venedig entdecken, er ist das Wappentier der Stadt

  • Hochwasser ist in Venedig immer mal wieder ein Problem. Ich wurde glücklicherweise verschont, aber ist man betroffen kann es passieren, dass die tiefliegenden Straßen und Plätze mit Wasser überschwemmt sind – meistens im Herbst und Winter. Oft sind es nur ein paar cm und auch nur für ein paar Stunden. In dem Fall sind ein paar Gummistiefel hilfreich. Wenn man seine eigenen zu Hause vergessen hat, kann man diese auch vor Ort kaufen. Ansonsten gibt es bei vielen der Sehenswürdigkeiten erhöhte Fußwege, die die Füße vor dem kalten Nass retten. Mehr Infos über Wettervorhersagen gibt es hier
  • Venedig ist eine Stadt, die man zu Fuß erkundet! Da keine Autos oder Fahrzeuge im Allgemeinen erlaubt sind und die Fähren natürlich nur die Bereiche am Wasser anfahren können, erkundet man den Rest auf eigenen Füßen. Ich liebe es zu Fuß unterwegs zu sein, von daher war das für mich kein Problem. Für die etwas Lauffaulen heißt es hier: raus aus der Komfortzone (es lohnt sich) oder man muss sich auf die Sehenswürdigkeiten am Wasser beschränken. 
  • In dem Gassengewirr von Venedig kann man schon mal die Orientierung verlieren und sich verlaufen. Ein bisschen verlaufen und sich treiben lassen ist in Venedig eine feine Sache, aber manchmal möchte man doch am Ziel ankommen. Sehr hilfreich fand ich hier die Navigation per GPS und der vorab runtergeladenen Karte bei Google Maps.

Rund um den Markus Dom in San Marco

Natürlich ist DIE Sehenswürdigkeit in Venedig der Markusplatz. Der 175m lange und 82m breite Platz ist geprägt durch die bekannten und einmaligen Sehenswürdigkeiten wie den Markusdom oder den Dogenpalast. Hier beginnt auch der Canal Grande. Neben Venezianern und Touristen findet man hier auch unzählige Tauben – aber Achtung! Das Füttern der gefiederten Bewohner ist verboten – wer sich nicht daran hält, muss mit einer Strafe von 500 € rechnen. 

Reisebericht VenedigDer Markusplatz – hier ist es tagsüber immer richtig voll

Reisebericht VenedigEin Blick von oben – tolles Muster!

Reisebericht VenedigTolle Aussichten auf die Inseln gegenüber mit den bekannten Gondeln

Am Wasser kann man auch zwei monolithischen Säulen entdecken. Ursprünglich waren es mal drei – Raubgut aus Tyrus – die dritte stürzte allerdings beim Aufbau ins Meer. Der Platz ist gesäumt von beeindruckenden Gebäuden. Darunter ist das Cafe Florian, in dem Casanova Stammgast gewesen sein soll. Oder das Museo Archeologico Nazionale di Venezia und die Biblioteca Nazionale Marciana. Letzteres wird gern als eines der schönsten Gebäude Italiens beschrieben. Außerdem kann man hier noch den Uhrenturm St. Markus bewundern. Hier wacht der Markuslöwe über den Stundenschlag. 

Reisebericht VenedigWer den Platz ohne viel Trubel fotografieren möchte, kommt am besten gegen 7 Uhr

Reisebericht VenedigWas für eine Fassade!

Reisebericht VenedigTolle Farben! Venedig ist einmalig

Reisebericht VenedigDer Uhrenturm St. Markus mit der 4,5m breiten astronomische Uhr

Am Markusplatz befindet sich natürlich auch der weltbekannte Markusdom! Die Kirche, wie wir sie heute kennen, stammt aus dem 11. Jhd. Der Vorbau wurde 976 durch ein Feuer zerstört, welches auch den Dogenpalast und zahlreiche weitere Gebäude im Zentrum schwer beschädigt hatte. Sie ist die wichtigste Kirche Venedigs und fällt besonders durch ihre 5 gigantische Kuppeln auf. Im Inneren (keine Fotos erlaubt) beeindruckt die Kirche durch ihre vielen Details aus Gold und zahlreichen Mosaiken, die die christliche Heilsgeschichte darstellen. Man sollte unbedingt auch einen Blick nach oben auf die Decke werfen.

Reisebericht VenedigVon den Masten vor dem Dom wehen an Sonn- und Feiertagen seit 1480 die Markus Banner 

Reisebericht Venedig

Die Kirche selbst ist kostenfrei zu besichtigen und die Schlange meistens lang. Natürlich kann man verschiedene Führungen oder Tickets ohne anstehen buchen. Ich wollte dafür kein Ticket buchen und bin einfach Donnerstag kurz vor Schluß hingegangen und habe etwa 2 Min angestanden. Das kommt natürlich immer stark drauf an, wann man genau da ist und wie viel los ist. Im Inneren der Kirche kann man auch das Sankt-Markus-Museum (5 €), das Altarbild Pala d’oro (2 €) und die Schatzkammer (3 €) besichtigen. 

Reisebericht VenedigHübsche Details um den Markusdom

Direkt neben dem Markusdom befindet sich der Dogenpalast. Ein Doge war das Staatsoberhaupt in Venedig und der Dogenpalast war früher die Residenz dieses Dogen. Hier kam auch der Rat und die Regierung zusammen. Insgesamt lebten und regierten hier 120 Dogen. Das Innere des Palast ist ein Labyrinth aus Sälen, Geheimgängen, Kerkern und Amtsstuben. Schon alleine das Äußere mit den vielen Details des Palastes ist einmalig. Im Inneren kann man einige bedeutende Kunstwerke besichtigen.

Reisebericht VenedigDer Dogenpalast in seiner ganzen Pracht

Ich habe den Dogenpalast ausgelassen, da mir der Eintritt mit 20 € (inkl. das Museum Correr und die National-Bibliothek Marciana) zu teuer war und die Schlangen auch einfach immer zu lang war (bis spät in die Nacht!). Wer den Palast unbedingt besichtigen möchte, sollte sich vorab ein Ticket ohne anstehen* besorgen. 

Reisebericht VenedigDer Dogenpalast am Markusplatz

Reisebericht Venedig

Reisebericht VenedigHübsche Details

Sehr bekannt ist außerdem die Seufzerbrücke, die zum Dogenpalast gehört. Sie verbindet den Palast mit dem neuen Gefängnis, welches im 17. Jhd errichtet wurde. Die Romantik verlieh der Brücke ihren Namen. Man sagt, dass der Verhaftete dem Tageslicht hinterherseufzte, während er über die Brücke in seine Zelle gebracht wurde.

Reisebericht VenedigVon der Ponte della Paglia hat man einen tollen Blick auf die Seufzerbrücke

Wer den Markusplatz gern mal von oben sehen möchte, sollte den Markusturm besichtigen. Vom fast 100m hohen Glockenturm des Markusdom hat man eine grandiose Sicht auf die Stadt. Das höchste Bauwerk Venedigs wurde im 10 Jhd errichtet. 1902 stürzte der Turm nach einem Blitzschlag ein – wurde aber bis 1912 originalgetreu wieder aufgebaut. Die Treppen wurden später durch einen Aufzug ersetzt, der einen komfortabel in die Höhe transportiert. Der Eintritt kostet stolze 12 € – das ist zwar alles andere als Preiswert, aber die Aussicht ist schon genial! Auch hier gilt einen guten Moment abpassen, wo nicht so viel los ist (ich habe vielleicht 10 Minuten angestanden, Samstag Abend kurz vor Schluss). 

Reisebericht VenedigDer Eingang zum Markusturm

Reisebericht VenedigDa Venedig recht flach ist hat man eine großartige Panorama Aussicht auf die Umgebung

Reisebericht VenedigVom Markusturm kann man sich den Dom auch nochmal von oben ansehen

Wer gerade schon hier ist, sollte sich auch nochmal die Zeit nehmen, ein wenig am Wasser entlang zu spazieren. Hier kann man nicht nur das klassische und beliebte Motiv mit den Gondeln am Wasser schießen, sondern auch einfach die Aussicht genießen.

Reisebericht VenedigHübsche Gebäude und Monumente neben Gondeln

Eine weitere Top Sehenswürdigkeit Venedigs ist natürlich der Canal Grande – die Pracht-Wasserstraße. Über 4 km schlängelt sie sich vom Bahnhof bis zum Markusplatz und die alten Häuser, die den Canal umgeben, sind wunderschön und es gibt so viel zu entdecken! Sehr beliebt ist eine Fahrt mit der Gondel, allerdings waren mir diese zu teuer. Mit der Linie 1 und 2 der Vaporettos kann man ebenfalls sehr bequem und deutlich günstiger dieselbe Aussicht genießen (und wenn man eher früher unterwegs ist, gibt es sogar einen Sitzplatz ganz vorne). 

Reisebericht VenedigAuf dem Canal Grande ist immer etwas los

Reisebericht VenedigWunderschön! Ich kann mich an den Details gar nicht satt sehen

Reisebericht Venedig

Reisebericht Venedig

Natürlich gehört hier auch die Rialtobrücke erwähnt. Sie war über 250 Jahre lang der einzige Übergang über den Kanal und verband damals wie heute die Stadtteile San Polo und San Marco. Die 48m lange, 22m breite und 7,5m hohe Brücke gehört zu den ältesten Brückenbauwerken der Stadt und hat ein Fundament aus 12.000 Eichenholzpfählen. Der Name stammt noch von dem ursprünglichen Gebiet Rialto ab (Rivo alto = hohes Ufer), das früher ein wichtiger Handelplatz der Stadt war. 

Reisebericht Venedig Am Morgen lässt sie sich auch besser fotografieren, da sie noch nicht so voll mit Touristen ist

1246 wurde die erste Holzbrücke an dieser Stelle errichtet. Diese verrottete aber sehr schnell. Bis 1507 wurden immer wieder neue Brücken errichtet, bis man schließlich beschloss eine aus Stein zu bauen. Es folgte eine lange Diskussion. 1588 war sie beschlossen, 1591 war der Bau beendet. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf den Canal Grande. Ein weiterer schöner Spot für einen Blick auf den Canal ist die Brücke Ponte dell’Accademia. 

Reisebericht VenedigFrüher gab es auf der Brücke auch jede menge Geschäfte an denen die Menschen vorbei mussten

Eine weitere tolle Möglich für eine grandiose Aussicht auf den Canal Grande ist das Luxus Kaufhaus Fondaco dei Tedeschi. Direkt neben der Rialtobrücke steht dieses imposante Gebäude, das früher als Handelsstation dient. Auf der 4. Etage gibt es eine Terrasse mit der grandiosen Aussicht – kostenlos. Zur gewünschten Uhrzeit kann man auf der Website sogar eine Reservierung machen um langes anstehen zu vermeiden. 

Reisebericht VenedigDas Fondaco dei Tedeschi mit seiner Aussichtsplattform…

Reisebericht Venedig… und dem grandiosen Blick über den Canal

Am Canal Grande lassen sich zahlreiche hübsche und beeindruckende Häuser entdecken, wie z.B. das Ca’ d’Oro. Auch genannt, das „Goldenes Haus“ wegen seiner aufwändigen Verkleidung aus Marmor, die ursprünglich mit vergoldeten Steinmetzarbeiten versehen war. Es wurde zwischen 1421-1442 erbaut. 

Reisebericht VenedigLauter hübsche Häuser am Canal

Zurück „an Land“ kommen wir an der Kirche Santa Maria Zobenigo vorbei. Die Geschichte dieser Kirche reicht bis ins 10. Jhd zurück. Eine reiche, slawische Familie hatte hier in der nähe ihren prunkvollen Palast. Durch eine großzügige Spende war der Bau der Kirche möglich und so erhielt sie den Namen dieser Familie. Die Kirche wird aber auch Chiesa di Santa Maria del Giglio genannt, was sich widerrum auf die Lilien, die der Erzengel Gabriel für gewöhnlich in der Szene der Verkündigung an Maria in Händen trägt bezieht. Die Basilika, wie wir sie heute kennen, wurde 1680 komplett neu errichtet. 

In Venedig stolpert man gefühlt alle paar Meter über eine Kirche – immerhin hat die Stadt über 90 verschiedene Kirchen. Die meisten davon beherbergen Kunstschätze und Gemälde. Es lohnt sich ein Blick ins Innere zu werfen. Viele der Kirchen kosten allerdings auch Eintritt und haben unterschiedliche Öffnungszeiten, daher habe ich es nicht geschafft mir alle anzusehen. Häufig ist auch fotografieren nicht erlaubt. Diese Kirche z.B. war zu diesem Zeitpunkt geschlossen. 

Reisebericht VenedigEine gewaltige Kirche inmitten Venedigs Gassen

Reisebericht Venedig

Am Platz Campo Santo Stefano befindet sich die Kirche Chiesa di Santo Stefano aus dem 15. Jhd. Bekannt ist sie für ihr hübsches Hauptportal, welches nicht dem Platz zugewandt ist, sondern der Seitenstraße. Sie ist eine der bedeutendsten Kirchen der Spätgotik in Venedig. Außerdem sehr charakteristisch ist der 60m hohe und schiefe Glockenturm. 

Reisebericht Venedig Den Glockenturm kann man besonders gut vom Campo Sant’Angelo sehen

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Vielleicht bald kein Geheimtipp mehr: die wunderschöne Wendeltreppe im gotischen Palast Scala Contarini del Bovolo. Der Palast stammt aus dem 15. Jhd, wo solche Treppen sehr ungewöhnlich waren und aufwendig in ihrer Art zu erbauen. Die Treppe führt in den Kuppelraum, von wo man eine tolle Aussicht hat. Außerdem gibt es eine kleine Ausstellung, die ganz hübsch ist, die ich aber nicht so spannend fand. Lange befand sich in dem Palast ein Hotel, heute beherbergt es ein pädagogisches Insitut. 7 € Eintritt zahlt man hier – was für eine Aussicht wieder nicht unbedingt ein Schnäppchen ist, aber mir war es das wert. Tickets gibt es z.B. hier*. Wer sich nur die Treppe von außen ansehen möchte, kann diese auch ohne Eintritt zu zahlen. 

Reisebericht VenedigEine wunderschöne, aufwändige Wendeltreppe

Reisebericht VenedigDer Kuppelraum des Palasts Scala Contarini del Bovolo

Reisebericht VenedigEine tolle Aussicht auf die Stadt bis zum Markusdom

Von der Rialtobrücke bis zum Markusplatz erstreckt sich die Einkaufsstraße und Flaniermeilen, genannt Mercerie (it. für Kurzwaren). Hier gibt es zahlreiche Geschäfte, wo man neben Souvenirs, Schmuck, Masken und Kostüme auch Lebensmittel einkaufen kann. 

Reisebericht VenedigHier kann man nach Lust und Laune shoppen gehen – wenn man das möchte

In der Mercerie gibt es zwei nennenswerte Kirchen. Der San Salvador sollte man einen besuch abstatten – leider war sie bei mir komplett eingepackt und daher nicht so fotogen. Sie wurde 638 als Klosterkomplex gegründet. Im 16. Jhd musste sie abgerissen und neu errichtet werden. An der Fassade soll eine Kanonenkugel zu sehen sein, die 1849 hier einschlug. Die zweite Kirche ist die San Zulian, eine Renaissance Kirche, die dem Arzt und Märtyrer Julian von Emesa geweiht wurde. Sie wurde im 9. Jhd errichtet, musste aber  in 1105 (nach einem Feuer) und später in 1553 (da die Fassade zu baufällig war) neu errichtet werden. 

Reisebericht VenedigDie Kirche San Zulian – so groß auf engen Platz, ich kriege sie kaum aufs Bild

Unterwegs im Ghetto – das jüdisches Viertel & Cannaregio

Im Nordosten der Stadt befindet sich das jüdische Viertel, auch genannt Ghetto. Im Mittelalter stieg die Anzahl der Juden in Venedig stark an. Ihnen wurde dieses Gebiet zugewiesen und es entstand das erste Ghetto Europas. Früher waren hier die Metallgiessereien des Viertels Cannaregio ansässig. Ghetto bedeutet im venezianischen Dialekt „Metallguss“. Bis 1797 durften die Juden nur in diesem Viertel lebten – so waren die Verhältnisse recht beengt. Napoleon öffnete dann das Viertel. Trotz allem soll es ihnen hier ganz gut gegangen sein – sie standen unter dem Schutz der Stadt und auch Übergriffe von Christen auf Juden wurden bestraft. 

Reisebericht Venedig Das jüdische Viertel war deutlich ruhiger als die anderen Bereiche in Venedig

Reisebericht VenedigMan sollte sich hier unbedingt treiben lassen und durch die Gassen schlendern

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Im Stadtteil Cannaregio befindet sich die Kirche Chiesa dei Gesuiti. Sie ist wegen ihrer charakteristischen Marmorverkleidung und Figuren an der Außenfassade bekannt. Im Volksmund wird sie heute „Gesuiti“ genannt. 

Reisebericht VenedigDie Fassade ist mit Statuen der zwölf Apostel geschmückt

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Eine weitere Kirche in Cannaregio ist die Madonna dell’Orto. Sie wurde 1377-1400 errichtet. Die Fassade konnte aber erst gegen 1460 fertiggestellt werden. Der Anlass war die Überführung einer Madonnastatue, die hier in der nähe gefunden wurde. Bekannt ist sie für ihren markanten Turm. 

Reisebericht VenedigDer Glockenturm (links) ist freistehend – wie man es häufig in Italien sieht

Reisebericht Venedig Auch hier kann man die 12 Apostel in der Fassade wieder entdecken

Der Campo dei Mori ist mit 3 Statuen aus Marmo geschmückt. Die Figuren stammen aus dem 13/14 Jhd. Ihre Bedeutung konnte bisher noch nicht eindeutig geklärt werden. 

Reisebericht VenedigDie 3 Statuen hängen ganz selbstverständlich an den Wänden 

Der Campo di Ghetto Nuovo fällt besonders durch seine für Venedig ungewöhnlich hohen Häusern aus. Dies entstand durch den Platzmangel der Juden, bevor das Viertel geöffnet wurde und sie nicht außerhalb des Viertels wohnen durften. Ihnen blieb nichts anderes übrig, als in die Höhe zu bauen. 

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San Polo & Santa Croce – Kirchen und hübsche Plätze

San Polo ist der kleinste, aber auch einer der belebtesten Bezirke der Stadt mit vielen kleinen Läden und Märkten zwischen engen Gassen und Kanälen. Seinen Namen hat er von San Paolo Apostolo, dem Heiligen Paulus der Apostelgeschichte. Der Legende nach soll er hier an Land gegangen sein, um die Heiden zu bekehren. Der Bezirk Santa Croce gilt als das Tor zur Stadt. Hier endet die Straße vom Festland. Außerdem befindet sich hier der Kreuzfahrthafen und der Bahnhof. 

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Direkt am Bahnhof befinden sich die Kirchen San Simeone Piccolo und Santa Maria di Nazareth. Die San Simeone Piccolo ersetzte 1738 den Vorgängerbau, da dieser verfallen war. Sie ist wahrscheinlich der letzte fertiggestellte Kirchenbau der Republik Venedig und gilt aus miniatur Ausgabe des römischen Pantheon. Die Santa Maria di Nazareth gehört zum Orden der Unbeschuhten Karmeliten, die ihre erste Kirche an der Stelle bauten, wo sich heute der Hauptbahnhof befindet. 1861 – 1863 musste sie seinetwegen weichen und so entstand bis 1705 das neue Gebäude an der heutigen Stelle.

Reisebericht VenedigDie Kirche San Simeone Piccolo mit ihrem großen Kuppeldach

Reisebericht VenedigDie Kirche Santa Maria di Nazareth mit der Brücke Ponte degli Scalzi

Die Geschichte des Palastes Fontego dei Turchi lässt sich auf das 13. Jhd zurück verfolgen und ist einer der ältesten Stadtpaläste am Grand Canale. Einige Zeit diente er als Handelshaus für die osmanischen Händler. Heute befindet sich das Naturhistorische Museum hier. Ein Großteil der Sammlung stammt von dem Sammler Teodoro Correr, der dieser in seinem Testament an die Stadt vermachte. Ein weiterer Teil der Sammlung befindet sich im Museo Correr am Markusplatz.

Reisebericht VenedigEines von vielen beeindruckenden Gebäuden am Grand Canale

Der Mercato di Rialto ist ein Obst-, Gemüse- und Fischmarkt in der nähe der Rialtobrücke, der gern von Einheimischen besucht wird. Hier gibt es aber auch viele kleine Bars und Restaurants, wo man sich ein paar Cichetti genehmigen oder einen Espresso trinken kann. Hier befindet sich auch die Chiesa di San Giacomo di Rialto, eine Kirche aus dem wahrscheinlich späten 11./frühen 12. Jhd befindet. Sie ist für ihre große Uhr aus dem 15. Jhd bekannt. Im Inneren befindet sich ein Jakobus und eine Bronzestatur, den die Goldschmiede Venedigs gestiftet hatten.

Reisebericht VenedigDer Mercato di Rialto – inzwischen auch touristisch, aber trotzdem auch noch ein Markt für Einheimische

Reisebericht VenedigDie Kirche Chiesa di San Giacomo di Rialto – mit ihrer großen Uhr kaum zu übersehen

Drei hübsche Kirchen auf einen Schlag kann man hier besichtigen: Kirche San Rocco, die Scuola Grande di San Rocco und die Santa Maria Gloriosa dei Frari. Die San Rocco – die kleinste der drei – hatte ihre Grundsteinlegung in 1489. Endgültig fertiggestellt wurde sie aber erst im Jahr 1771. Sie wurde von der Bruderschaft gegründet, um die Bürger in der Zeit in der die Pest in der Stadt wütete, zu unterstützen. Direkt daneben befindet sich die Scuola San Rocco, die einige berühmte Meisterwerke des Künstlers Jacopo Tintoretto aus dem 16. Jhd beherbergt (Eintritt 10 €). 

Die größte der 3 Kirchen ist die Santa Maria Gloriosa dei Frari. Sie ist eine der größten und bedeutendsten Sakralbauten in Venedig. An dieser Stelle wurde um 1250 bereits eine Kirche errichtet, die aber deutlich kleiner war. 1340 war diese schon zu klein, daher wurde sie abgerissen und 1396 war der neue Bau fertig gestellt. Zunächst wirkt sie schlicht und bescheiden, aber sie beherbergt (wie so viele Kirchen in Venedig) zahlreiche Kunstwerke, wie zwei historische Orgeln aus dem Jahre 1732 (Eintritt 3 €). 

Reisebericht VenedigLinks:  Scuola Grande di San Rocco und rechts die Kirche San Rocco

Reisebericht VenedigDie gewaltige Santa Maria Gloriosa dei Frari

Reisebericht VenedigIm Inneren der Santa Maria Gloriosa dei Frari gibt es einiges zu entdecken

Reisebericht VenedigDer Name der Kirche lässt sich in „Kirche der Brüder“ übersetzten

Unweit von den 3 Kirchen befindet sich der zweitgrößte Platz Campo San Polo und die Kirche San Polo. Ursprünglich befand sich hier Weide und Gartenanlagen, bis er 1493 vollständig gepflastert wurde. Damit wurde er ein Platz für öffentliche Zeremonien und Messen. Aber auch das Glücksspiel war hier weit verbreitet. Immer wieder versuchte die Regierung, es zu unterbinden. Aus dieser Zeit hängt noch eine Tafel an dem der dem Platz zugewandten Apsis der Kirche, die mit harten Strafen droht, wenn man das Glücksspiel nicht unterlässt. 

Reisebericht VenedigDie Kirche San Polo am Campo San Polo

Dorsoduro – der „harte Rücken“ von Venedig

Im Süden der Altstadt befindet sich der Bezirk Dorsoduro. Einst war es ein Arbeiterviertel – heute ist es von Studenten bevölkert. Da der Grund hier stabiler und weniger sumpfig war als der Boden der anderen Bezirke, wird er gern auch als der „harte Rücken“ Venedigs bezeichnet. Er ist bekannt für seine vielen Kirchen und Museen und die Universität. Wer hier eine kleine Pause vom Sightseeing machen möchte ist am 200m lange Campo Santa Margherita gut aufgehoben. Er ist das Gegenstück zum Markusplatz. Hier gibt es zwar kaum Pracht (dafür ist er aber auch nicht so überlaufen!), dafür aber viel Leben mit Cafes und Tavernen.

Reisebericht Venedig

Als alter Indiana Jones Fan, kam ich nicht umhin mir die Kirche Chiesa di San Barnaba anzusehen. Im letzten Kreuzzug stellt diese die Bibliothek dar, wo sich Indy in die Katakomben begibt. Auf dem Platz davor flüchtet Indy aus einem Gullideckel – diesen gibt es leider in echt nicht. 

Reisebericht Venedig„Ah, Venedig!“

Eine weitere beeindruckende Kirche ist die Santa Maria del Rosario. Besonders gut kann man sie vom Wasser aus sehen. Weithin sichtbar ist ihre Fassade mit den Skulpturen, die an die weltlichen Tugenden (Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung) erinnern sollen. 

Reisebericht VenedigEine wirklich gewaltige Kirche!

Reisebericht VenedigDie 4 Tugenden der Kirche Santa Maria del Rosario

Absolut sehenswert ist die Santa Maria della Salute – oder kurz von den Einheimischen nur Salute genannt. Sie ist wie die Chiesa del Santissimo Redentore eine Votivkirche, die als Bitte um Beendigung der Pest 1630 erbaut wurde. Die Kirche kann kostenfrei besichtigt werden. Im Inneren gibt es einen alten Mamorboden und beim Hochaltar Skultpuren, die u.a. darstellt, wie die Pest von einem Putto verjagt wird. 

Am Ende des Canal Grande macht sie eine richtig tolle Figur zusammen mit dem Punta della Dogana an der Spitze, welches wie ein Schiffsbug aussieht. Im Punta della Dogana befindet sich heute das Museum für moderne Kunst. Früher befand sich hier die Zollstelle. Auf dem kleinen Turm ganz an der Spitze befinden sich zwei Atlas Figuren, die gemeinsam eine vergoldete Erdkugel mit einer Figur der Göttin Fortuna stemmen. Die Göttin dreht sich im Wind und spiegelt den Reichtum Venedigs wieder. 

Reisebericht VenedigDie Salute am Ende des Grand Canal – sehr schön! 

Reisebericht VenedigSkulpturen am Hochaltar – passend zum Motto der Kirche

Reisebericht VenedigDas gewaltige Innere der Kirche ist einen Blick wert

Reisebericht VenedigVenedig zum Sonnenuntergang

Reisebericht VenedigDie Figur mit der Göttin und ein Kreuzfahrtschiff, das gerade einläuft

Günstig essen in Venedig

Was soll ich sagen – ich bin ein kleiner Geizknochen (für alle, die das noch nicht gemerkt haben, hihi). Venedig ist teuer und essen (gehen) steht da ganz oben auf der Liste der teuren Dinge. Da mir ein Essen in einem teuren (touristischen) Restaurant nicht so wichtig ist, habe ich mal geguckt wie man etwas Geld sparen kann. In vielen Restaurants wird für den Service und das Besteck eine Gebühr erhoben. Möchte man diese vermeiden, isst man am besten im stehen an der Theke oder bestellt das Essen zum mitnehmen. Natürlich sollte man alles direkt am oder in unmittelbarer Nähe vom Markusplatz meiden, wenn man die Geldbörse schonen möchte. 

In Venedig ist Cichetti sehr beliebt – venezianische Tapas. Für einen kleinen Snack zwischendurch oder auch als füllende Mahlzeit: in den zahlreichen Osterias oder Baceros – kleine „Imbiss-Restaurants“, manchmal nur ein winziger Laden mit praktisch keinen Sitzplätzen – der Stadt wird man fündig werden. Hier kann man sich durchaus günstig den Magen füllen. Cichetti lassen sich an vielen Stellen genießen. Ich habe mir die Osteria Al Squero ausgesucht. Das Essen war lecker und wenn man es sich zum mitnehmen geholt hat, konnte man es gemütlich draußen essen. Gegenüber gibt es eine kleine Werkstatt wo Gondeln hergestellt werden – da hat man direkt auch etwas zum gucken!

Reisebericht Venedig Cichetti mit einem Aperol Spritz: günstig, lecker und authentisch! 

Natürlich bekommt man auch Nudeln und Pizza zum mitnehmen – eine weitere günstige Alternative. Diese kann man dann gemütlich an den Kanälen futtern – aber dafür sucht man sich etwas abgelegenere Ecken um niemanden im Weg zu sein. Hier und da findet man Brücken mit Schildern „No Picnic“ – diese sollte man dann auch respektieren. Gegessen habe ich bei Pako’s Pizza & Pasta und Dal Moro’s Fresh Pasta To Go – beides war günstig und lecker!

Reisebericht VenedigPizza zum mitnehmen – war günstig und lecker

Wer sich für Zwischendurch noch was süßes gönnen und gern Tiramisu isst, sollte I Tre Mercanti einen besuch abstatten. Hier kann man einen Blick hinter die Kulissen der Tiramisu Produktion werfen und auch sehr leckeres essen!

Reisebericht VenedigHier kann man direkt bei der Tiramisu Herstellung zusehen – und lecker wars!

Auch beim trinken kann man sparen, denn das Wasser aus dem Wasserhahn ist trinkbar. Wer hier sparen möchte, bringt sich einfach eine wieder auffüllbare Flasche mit und zapft sein Wasser direkt frisch aus dem Hahn. Wer sich einen typischen venezianischen Cocktail gönnen will, genießt einen Bellini. Dieser besteht aus Sekt, Prosecco oder Champagner, welcher mit pürierten Pfirsichen gemischt ist. Ganz authentisch genießt man diesen in Harrys Bar, welche dem Besitzer des Erfinders gehört. Hier bezahlt man aber natürlich auch den Namen mit. Wer den Drink günstiger genießen möchte, kann ihn auch fast überall in der Flasche kaufen. 

Reisebericht Venedig

Ein typischer Snack sind Baicoli – die Form soll an einen Seebarsch erinnern, welchen man im lokalen Dialekt „Baicoli“ ausspricht. Die Kekse wurden extra für lange Seereisen kreiert. Außerdem noch Bussolai – Grissini ähnliche Gebäckkringel und Dogenbrot/Pan dei Dosi, welches es fast überall gibt. 

Reisebericht Venedigleckere Kekse zum snacken für Unterwegs

Reisebericht VenedigInteressantes Dogenbrot – festerer Teig mit vielen Mandeln!

Siehe auch:
Teil 1 von meinem Venedig Reisebericht: Ein langes Wochenende in Venedig
Teil 3 von meinem Venedig Reisebericht: die Inseln der Lagune [San Michele , Murano, Torcello, Burano] (Coming Soon)
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten
 

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