Ukraine 02 – Durch die Zone – Tschernobyl & Prypjat

Ein etwas anderes Stück Geschichte wurde uns auf der 2-tägigen Tour durch die Sperrzone von Tschernobyl näher gebracht. Wir betrachteten das Atomkraftwerk und waren mit dem Geigerzähler in Prypjat unterwegs…

Viele können sich sicher noch an die Ereignisse um Tschernobyl erinnern. Ich war damals 2 Jahre alt – habe es also nicht unbedingt so richtig mit erlebt, aber natürlich kennt man die Geschichte. 

Was ist damals passiert?

Am 26. April 1986 explodierte der Reaktor des Atomkraftwerks in Tschernobyl in Folge eines Experiments am Generator, das während Wartungsarbeiten durchgeführt wurde und große Mengen von radioaktiver Materie wurde in die Luft geschleudert. Dieser Vorfall gilt noch heute als der folgenschwerste Unfall der Technikgeschichte. Von den radioaktiven Emissionen waren nicht nur das nähere Umfeld betroffen, die Wolken zogen auch über Polen, Skandinavien, Tschechien, Deutschland und die Balkan Länder bis in die Türkei. Österreich war eines der am stärksten betroffenen Länder. Die Geschehnisse verseuchten mehr als 200.000 km² Land.

Zunächst versuchte man den Unfall noch geheim zu halten, bzw. runter zu spielen. Erst 36 Stunden später wurden die Einwohner der nahe liegenden Stadt Prypjat evakuiert. Damals lebten dort ca 48.000 Menschen. Anfang Mai wurden Einwohner in einem Umkreis von 10km evakuiert (weitere Umkreise noch später). Heute beträgt die Sperrzone 37km. Insgesamt verließen mehr als 350.000 Menschen ihre Wohnorte. Zahlreiche Menschen bekamen eine hohe Strahlendosis ab – Feuerwehrleute, Soldatene etc – die an den Aufräumarbeiten beteiligt waren – sogar eine, die als tödlich gilt.

Eine genaue Anzahl der Todesopfer ist nicht bekannt. Man rechnet mit 4.000 Todesfällen – viele durch Krebs durch die Strahlung im Nachhinein. Ärzte gehen aber von einer *deutlich* höheren Zahl aus.

Um langfristigen Schutz gegen die Strahlung zu gewährleisten wurde ein Sarkophag aus Beton mit Stahl- und Bleiplatten über dem Reaktor gebaut. 2017 wurde ein neuer Sarkophag fertig gestellt, der vor kurzem angebracht wurde. Zum Bau der neuen Schutzhülle arbeiten etwa 3.000 Menschen innerhalb der Sperrzone. Außerdem wird radioaktiver Müll geborgen und entsorgt.

In der Sperrzone, die etwa 30km um das Kernkraftwer herum beträgt, gibt es sogar eine richtig kleine infrastruktur: es gibt einen Supermark, eine kleine Buslinie fährt zum Kraftwerk (für die Arbeiter), private Fahrzeuge sind unterwegs. Es gibt einen Arzt, eine Bar, ein Hotel. Das Gebiet wird von der ukrainischen Miliz kontrolliert. Heute leben hier wieder etwa 1.700 Menschen. 

Wir wollten uns das näher ansehen, also haben wir eine 2-tages Tour mit dem Anbieter Chernobylwel.com(e) gebucht. Die übernehmen komfortabel für dich sämtliche Organisation und Anmeldung. Die Tour startet vom Hauptbahnhof in Kiew aus. Nach etwa zwei Stunde Fahrtzeit mit einem kleinen Bus waren wir da. Während der Fahrt wurde uns noch ein Film gezeigt, der von den Geschehnissen berichtet. Es gab eine Grenzkontrolle, wo die Pässe kontrolliert wurden – natürlich darf man da nicht einfach so reinspazieren, man benötigt eine spezielle Genehmigung – und dann waren wir drin in der Zone. 

Reisebericht Tschernobyl Pripyat

 

Ist das nicht gefährlich?

Heute wird die Zone von der Natur zurück erobert. Das liegt zum Teil daran, dass vieles von dem radioaktiven Material vom Wind weitergetragen wurde und vieles nicht in der Zone selbst gelandet ist und das einzelne Bereiche dekontaminiert wurden. Die Strahlungsbelastung ist an den meisten Stellen nur wenig höher als die Normalbelastung. An einigen Stellen ist die Strahlung allerdings dennoch deutlich höher – die sogenannten „Hot Spots“ die auch durch entsprechende Schilder gekennzeichnet sind und von denen man sich besser fern hält. Man geht davon aus, dass es um die 300 Jahre dauert, bis das z.B. radiokative Cäsium nicht mehr vorhanden ist – bei dem Plutonium oder Uran, das sich im Inneren des Reaktorblocks befindet, geht man von Jahrtausenden aus.

Es gibt natürlich gewisse Verhaltensregeln innerhalb der Zone: nichts mitnehmen, nichts anfassen, nicht hinsetzen. Und natürlich auf den Guide hören. Im Großen und Ganzen bekommt man etwa so viel Strahlenbelastung wie auf einem Langstreckenflug ab (sofern man die kritischen Plätze meidet ;-) )

Auf nach Tschernobyl

Nachdem wir den Check-Point passiert haben, machen wir einen kurzen Stop in der Stadt Tschernobyl. Die Stadt liegt außerhalb des 10km Sperrgebiets und ist etwa 18km vom Kernkraftwerk entfernt. Hier befindet sich auch das Hotel in dem wir übernachten haben.

Reisebericht Tschernobyl Pripyat

Wir bekommen außerdem einen Geierzähler – ab jetzt wird fleißig gemessen.

Reisebericht Tschernobyl Pripyat

Reisebericht Tschernobyl Pripyat

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Die „Alley of Memory and Hope“ – auf den Schildern stehen die Namen der Dörfer die von dem Vorfall betroffen waren

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Da die Menschen evakuiert wurden, ohne zu wissen, wohin sie kommen würden, wurden hier diese Briefkästen installiert. Hierhin konnten sie Briefe an Nachbarn und Freunde schreiben. Die wurden dann zugeteilt (in den grauen Kasten im Hintergrund) und an diese weitergeleitet. 

Reisebericht Tschernobyl Pripyat

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Zunächst hieß es einchecken im Hotel Desyatka. Die Zimmer waren nicht spektakulär, aber man hatte alles was man brauchte. Es gab Gemeinschaftsbäder auf den Gängen. Dann gabs erstmal Essen – auch nichts spektakuläres, aber lecker und mehr als genug!

Reisebericht Tschernobyl Pripyat

Reisebericht Tschernobyl Pripyat

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Nach der kurzen Pause geht es direkt wieder auf Tour…  Eine Übersicht über das Gebiet. Hier mit unserer netten und super hilfsbereiten Guide Helena. Die Tour war btw. englischsprachig. Neben einen Pärchen aus Österreich waren noch zwei Engländer dabei.

Reisebericht Tschernobyl Pripyat

Prypjat – die Geisterstadt

Prypjat war eine Großstadt etwa 10km vom Kernkraftwerks entfernt. Die Stadt wurde fast zeitgleich mit dem Kernkraftwerk erbaut (Prypjat 1970, das Kernkraftwerk 1971). Somit war sie eine sehr junge Stadt – nur 16 Jahre vor dem Unglück gegründet. Hier lebten die Arbeiter und ihre Familien. Sie galt als junge, moderne und reiche Stadt. Geplant war, dass sie mal bis zu 80.000 Einwohner haben sollte.

Als die Stadt evakuiert wurde, durften die Menschen nur das nötigste mitnehmen (um eine Panik zu vermeiden, sagte man ihnen, dass sie in 3 Tagen wieder kommen) und jahrelang wurde ihnen die Rückkehr verweigert. Vieles wurde zurück gelassen. Natürlich kam es im Laufe der Zeit zu Plünderungen. Heute ist sie eine Geisterstadt, die langsam verfällt.

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Der Rote Wald

Der Rote Wald ist ca 1,5 km vom Reaktor entfernt. Aufgrund der Strahlenschädigung fielen die Nadeln der Bäume ab – es blieben nur die Baumstämme zurück, die dem Wald seinen Namen gegeben haben. Hier war die Strahlung mit z.T. 9,05 Millisievert mit am höchsten, daher haben wir den Wald selbst nicht erkundet (Im Schnitten hatten wir auf der Tour einen Wert von unter 1 Millisievert, 2-3 Millisievert waren schon etwas höhere Werte die kritisch beäugt wurden).

Reisebericht Tschernobyl Pripyat

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Prypjat

Dann waren wir also in der Stadt. Der Anblick war surreal. Auf der einen Seite, die ganzen Häuser, die im 70ger Jahre Stil erbaut wurden und die im Jahre 1986 stehen geblieben sind und dann überall die Bäume und Büsche die sich das Gebiet zurück geholt haben.

Da Moos Readioaktivität besonders absorbiert werden wir darauf hingewiesen, nicht unnötig viel auf diesem zu laufen wenn es sich vermeiden lässt. Sonst kann es passieren, dass unsere Schuhe hier bleiben müssen. Ups. Wir haben jeweils nur ein Paar dabei, so spielen wir das Spiel „das Moos ist Lava“. 

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Schule #1

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Das Schild markiert einen der Hotspots. Hier erlebten wir die höchste Strahlung auf der ganzen Tour mit 13.85 Millisievert. Seltsames Gefühl. Unbehagen. Man fühlt nichts. Man sieht nichts. Man schmeckt nichts. Trotzdem signalisiert das piepsen des Geigerzählers, dass etwas nicht stimmt. Lieber nicht zu lange hier bleiben… 

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Der Hafen und das Cafe von Prypjat

Mitgebrachte Bilder vermitteln uns ein Vorher-Nachher Bild

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Das Krankenhaus

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Der Zentrale Platz von Prypjat

Spätestens hier kann man erahnen, dass die Stadt für damalige Verhältnisse sehr modern sein musste. Große Gebäude mit großen Schriftzügen. Das Rainbow Shopping-Center, das Hotel Polissya, das Restaurant Platz der Kultur und ein riesiger Supermarkt. Inzwischen alles verwachsen und überwuchert.

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Die Sporthalle

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Der Rummelplatz

Einer der bekanntesten Orte aus Prypjat. Zum Frühlingsfest am 1. Mai 1986 sollte der Rummelplatz mit dem Riesenrad und seinen gelben Kabinen und dem Autoscouter eröffnet werden. Dazu kam es nie.

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Na… das obligatorische Touri-Bild…

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Das Avantgard Stadion

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Die Aussicht

Wir durchqueren ein altes Gebäude mit ca 16 Stockwerken um eine grandiose Aussicht über das Gebiet zu bekommen.

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Im Hintergrund sehen wir hier das Kernkraftwerk mit dem neuen Sarkophag.

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Das Schwimmbad Lazurniy

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Die Schule #3

Auch ein sehr bekanntes Bild – überall auf dem Boden sind Gasmasken verstreut. 

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Hier finden sich sogar deutsche Bücher!

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Überall liegen hier Bücher verteilt – das ist ein wenig traurig.

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Die Zugstation

Mitten im Wald eine Zugstation mit einem umgekippten Zug

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Der Kindergarten

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Das Wohnhaus

Wir konnten uns auch ein paar Wohnungen ansehen. Die meisten waren komplett ausgeräumt – es wurde fleißig geplündert. Ich frage mich, wie skrupellos man sein muss, radioaktiv verseuchten Krempel mitzunehmen und diesen an ahnungslose Menschen weiter zu verkaufen. Helena erklärt uns, dass viele Leute – obwohl man es ihnen erklärt hat – die Problematik nicht verstehen (wollen).

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Die Polizei-Station

Die Polizei-Station war auch noch nach der Evakuierung besetzt gewesen. Helena hat uns erzählt, dass diese die Plünderung der Wohnung zugelassen und Bestechungsgeld um Leute rein zu lassen angenommen haben. 

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Der Schrottplatz

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Die Feuerwehr

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Die Jupiter-Fabrik

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Tschernobyl – das Kernkraftwerk und die Umgebung 

Es ging auch in die Nähe des Kernkraftwerkes. Das löste bei uns ein wenig unbehagen aus, aber zu unserer Überraschung waren die Strahlenwerte an diesem Platz nicht viel höher als im restlichen Gebiet.

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Hier sehen wir die Bauruinen von Reaktorblock 5 und 6

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Wir sichten einen Hotspot und halten Abstand – fotografiert mit viel Zoom  ;-)

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Und wir kamen noch näher dran. Puh! Hier links mit dem Prometheus Monument

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Das Chernobyl Power Plant Memorial – in Gedenken an die Mitarbeiter und Helfer, die bei dem Unglück gestorben sind

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Dann ging es nochmal kurz zum Welse füttern – die schwimmen im Kühlwasser und der ein oder andere ist … etwas größer als der Rest xD

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Schlangen haben wir auch ein paar gesehen :-D

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Und noch ein Kernkraftwerk Monument. Hier standen wir dann direkt vor dem neuen Sarkophag. Gruselig. 

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Der Kühlturm

Neben dem Kernkraftwerk befindet sich ein künstlich angelegter See, dessen Wasser zum kühlen verwendet wird. Die Kapazitäten waren hier bald ausgeschöpft und daher wurde noch der Kühlturm erbaut.  

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Das Duga Radar System

Dieses Stahlgerüst war eine Radaranlage, die strengstens der militärischen Geheimhaltung unterlag. Selbst die Bewohner von Prypjat sollen nicht genau gewusst haben, wozu sie diente. 

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Wenn man aus der 10km Sperrzone raus möchte, muss man durch einen kleinen Check-Point. Hier muss man durch eine Maschine, die einen auf erhöhte Strahlenwerte überprüft. Wir haben ein wenig angst um unsere Schuhe – aber alles ist gut. Nichts und Niemand muss zurück gelassen werden.

Auf dem Programm steht auch der Besuch eines Locals – ein älterer Herr der alleine auf seinem kleinen Hof in der 30km Sperrzone lebt. Er redet sehr gerne und erzählt und erzählt – auf ukrainisch. Helena übersetzt für uns. Er erzählt von seinen Erfahrungen aus der damaligen Zeit und von seinem heutigen Leben in der Zone.

Nach den zwei anstrengenden Tagen verlassen wir die Zone und es geht mit dem Bus wieder zurück. Gegen 19 Uhr erreichen wir den Bahnhof von Kiew. Zum Abschied gibts noch ein lustiges T-Shirt von unserer Guide. Ich kann die Tour über Chernobylwel sehr empfehlen. Helena konnte alle Fragen beantworten und hat alles gegeben um die Tour für uns so spektakulär wie möglich zu gestalten.

Fazit

Was soll ich sagen. Die Tour war unglaublich. Wir haben so viele spannende Sachen gesehen und es war beeindruckend durch die verlassenen Gebäude zu schleichen. Als jemand, der gerne Lost Places besucht, habe ich gerade die Geisterstadt Prypjat als wunderschön empfunden. Wo hat man schon die Gelegenheit eine Stadt, die in 1986 stehen geblieben ist, zu sehen? Nichtsdestotrotz darf man in diesem Erkundungswahn nicht vergessen, was an diesem Ort schreckliches passiert ist und wie viel Leid dahinter steckt. Wie furchtbar es für die Menschen gewesen sein muss, von jetzt auf gleich ihr zuhause verlassen zu müssen (ganz zu schweigen von dem gesundheitlichen Aspekt). Gerade in den verlassenen Wohnungen oder auch wenn man persönliches Eigentum zwischen den Sachen gesehen hat, war das schon ein bedrückendes Gefühl.

Inzwischen ist das Unglück über 30 Jahre her – und es ist aus den Köpfen der Menschen verschwunden. Die Stadt ist aber noch wie ein Mahnmal, was schweigend an die noch immer bestehende Katastrophe erinnert. Viele, denen ich erzählt hatte, dass ich diese Reise machen würde, haben mich für verrückt erklärt. Ich bin aber froh, dass ich diesen Ort erkundet habe. Es bringt einem die Geschichte näher – gerade wo es nach wie vor noch aktive Atomreaktoren gibt, die – wie man auch hier gesehen hat – einen betreffen können, auch wenn man nicht direkt nebendran wohnt. Ich habe gelesen, dass es im Gespräch ist, die Stadt zum Unesco Weltkulturerbe zu machen.

Die Häuser in Prypjat zerfallen immer mehr. Wer die Stadt sehen möchte, sollte es zeitnah tun. Es ist nicht mehr sicher, wie lange man diese noch besichtigen kann. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen.

 

Siehe auch: Teil 1 meines Ukraine Reiseberichts: In Zwei Tage durch Kiew