Stadtrundgang durch Bruchsal

Es war an der Zeit, dem Schloss Bruchsal einen Besuch abzustatten. Schon lange wollte ich das barocke Schloss besuchen und so passierte es…

Ein Tagesausflug nach Bruchsal

… an einem wunderschönen Sonntag Mittag. Der Frühling hat Einzug gehalten und das Wetter war großartig. Sanfte Sonnenstrahlen und Frühlingsduft in der Luft. Perfekt für einen Tagesausflug! Ich setzte mich relativ spontan in mein Auto und fahre gen Süden. Bruchsal (nicht zu verwechseln mit Bruchtal, haha….) ist eine Stadt in der Nähe von Karlsruhe. Sie ist u.a. bekannt für ihr Schloss Bruchsal und den größten Spargelmarkt Europas. 

Reisebericht Schloss Bruchtal Frühling in Bruchtal

Reisebericht Schloss Bruchtal

Schloss Bruchsal

Das Schloss Bruchsal ist schnell gefunden. Gut gefallen hat mir, dass man für den Schlosspark keinen Eintritt zahlen muss – so kann man sich das Schloss kostenlos ansehen. Lediglich für die Ausstellung im Inneren muss man zahlen. Ab 1720 wurde das Schloss im barocken Stil von dem Fürstbischofs Damian Hugo Philipp von Schönborn-Buchheim errichtet. Insgesamt 4 Fürstbischöfe von Speyer haben an dem Schloss gebaut und für 80 Jahre dort ihre Residenz gehabt. Damals befand sich das Schloss noch außerhalb der Stadt. Die Anlage besteht aus mehr als 50 Einzelbauten, wie z.B. dem Hauptgebäude – das Corps de Logis, der Kirchenflügel, die Orangerie, die Kanzlei und und und…

Reisebericht Schloss BruchtalDas Schloss in seiner ganzen Pracht von vorne

Um 1803 fiel das Schloss an Baden. Die Markgräfin Amalie von Baden machte es zu ihrem Witwensitz, wo sie bis 1832 lebte. Danach wurde die Anlage von den Behörden und dem Militär genutzt, bis es dann 1900 eine umfassende Renovierung genießen durfte. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Schloss aber schwer getroffen und brannte nieder. Ab 1947 erfolgte die Rekonstruierung und konnte 1975 wieder eröffnet werden. Die Rekonstruktion dauerte aber z.T. noch bis 1991 an.

Reisebericht Schloss BruchtalDas Schloßwachthaus dient dem Schloss als Eingang zum Gelände

Im Inneren kann man eine barocke Treppenanlage, mehrere aufwändig gestaltete (Decken) Fresken und eine Einrichtung im Rokoko-Stil mit prunkvoll gestalteten Festsälen bewundern. Die Räume sind festlich mit Marmor und Gold verziert und mit zahlreichend Zeichnungen geschmückt. Heute wird das Schloss gelegentlich für Messen oder andere öffentliche Veranstaltungen genutzt. Außerdem beherbergt es zwei Museen: das Deutsche Musikautomaten-Museum und das Städtische Museum Bruchsal. Es werden auch unterschiedliche Führungen zu verschiedenen Themen angeboten. 

Reisebericht Schloss BruchtalIm Sommer wird das Schloss außerdem von einigen Springbrunnen begleitet

Reisebericht Schloss BruchtalDie Dachspitzen sind mit goldenen Kronen verziert

Durch kleine Tore gelangt man auf die Rückseite des Schlosses. Hier findet man div. Statuen, Fontänen und die Schlossterrasse. Von hier aus kann man auch den ersten Blick auf den Schlossgarten werfen. Die Fassade fand ich von hinten fast interessanter, da man von hier aus auch gut die direkten Nebengebäude bewundern kann. 

Reisebericht Schloss Bruchtal Das Schloss aus der Parkanlage aus

Reisebericht Schloss BruchtalDie Springbrunnen sind noch nicht aktiv – das macht das ganze bestimmt noch prächtiger!

Reisebericht Schloss Bruchtal Eine der 4 Hellebardiere – heute Kopien. Das Original steht in der Harvard University 

Reisebericht Schloss BruchtalDie südliche Orangerie (rechts) mit Blick auf den Kirchflügel (mitte links)

Reisebericht Schloss BruchtalDie Fassade der nördlichen Orangerie 

Reisebericht Schloss BruchtalAufwändige Malereien findet man überall an den Fassaden des Schlosses

Reisebericht Schloss BruchtalSo viele vergoldete Details 

Reisebericht Schloss BruchtalSäulen, Lichter und Fassaden auf der Rückseite des Schloss Bruchsal

Hinter dem Schloss liegt der Schlossgarten. Dieser ist im Verhältnis zu dem Schlosse selbst klein geworden, wurde aber damals direkt mit dem Beginn der Bauarbeiten am Schloss angelegt. Später als englischer Garten gestaltet. Am hinteren Ende des Garten befindet sich ein kleines Gebäudekomplex, früher die Wohnungen der Kammerdiener und Gärtner. Dort findet man auch einen Rosengarten, der zugegeben bei mir noch nicht viel hergemacht hat. Insgesamt war der Garten noch etwas kahl, aber ich kann mir gut vorstellen wie grün es hier im Sommer sein muss!

Reisebericht Schloss BruchtalZwar keine Rosen, aber andere Pflanzen warten hier

Reisebericht Schloss BruchtalDer Rosengarten ist noch etwas kahl…

Reisebericht Schloss Bruchtal Heute nur noch Kopien der um 1750 geschaffenen 12 Statuen

Auf der anderen Straßenseite befindet sich die ehem. Kanzlei. Es wurde ursprünglich um 1729 als Verwaltungsgebäude errichtet. Seit 1876 befindet sich hier das Amtsgericht. Direkt davor befindet sich ein Brunnen – der Amalienbrunnen – der meine Aufmerksamkeit besonders erregte. Denn, dieser Brunnen war geschmückt mit Schnecken! Wie großartig ist das denn! Er wird auch Schneckenbrunnen genannt und erinnert an Amalie von Baden. Er wurde nach Ihrem Tod errichtet und die verschiedenen Wappen weisen auf die angeheirateten Häuser ihrer Töchter hin.

Reisebericht Schloss BruchtalDie ehem. Kanzlei – heute das Amtsgericht – mit dem Amalienbrunnen 

Reisebericht Schloss BruchtalSchnecken auf dem Brunnen!

Zu guter letzt ist auch das Damianstor nicht zu übersehen. Heute wird in dem Tor zeitgenössische Kunst vom Kunstverein Das Damianstor Bruchsal gezeigt.

Reisebericht Schloss Bruchtal

Stadtrundgang in Bruchsal

Neben dem Schloss möchte ich bei der Gelegenheit natürlich auch die Stadt ein wenig erkunden. Über Bruchsal als Stadt hatte ich bisher nur wenig gehört und ich habe mich gefragt, ob es hier überhaupt etwas zu sehen gibt. Auf der Website der Stadt, findet man einen Flyer mit einer Route für einen Stadtrundgang. Runter geladen und los geht’s!

Zunächst führte mich der Weg in den Stadtgarten, wo man ein schönes Fleckchen grün bewundern kann. Neben mehreren Gebäuden kann man am Rand des Gartens das ehem. Schießhaus Belvedere entdecken. Es wurde in der Mitte des 18. Jhd errichtet und damals hatte man noch eine freie Sicht über die Stadt und das Schloss. Heute wird es für Freiluftkonzerte und Theatergruppen genutzt.

Reisebericht Schloss BruchtalBlühende Blumen im Stadtgarten

Reisebericht Schloss BruchtalEin Brunnen umgeben von Frühling

Reisebericht Schloss BruchtalDas Belvedere mit seinen Aussichtsplattformen im chinesischen Stil – eine damalige Modeerscheinung

Direkt gegenüber befindet sich die Andreasstaffel – eine Treppe von der man von dem höheren gelegeneren Teil in den niedrigeren Teil von Bruchsal kommen kann. Sie wurde nach Andreas Rössler benannt, der 1867 eine Verbindung zu den damals noch hier gelegenen Weinbergen in die Stadt schuf um sich einen Umweg über die Stadt zu sparen. Nach seinem Tod übernahm die Stadt die Treppe und ließ sie zu einem öffentlichen Weg ausbauen.

Reisebericht Schloss BruchtalDie Sicht von oben auf Bruchsal ist auch ganz nett

Wieder zurück Richtung Stadt ist der 38m hohe Bergfried eigentlich kaum zu übersehen. Er gehört zu dem letzten Rest des früheren „Alten Schlosses“ und ist das älteste noch erhaltene Bauwerk der Stadt. Im Inneren gibt es div. Tafeln mit Infos zur Stadtgeschichte. Der Turm kann kostenfrei bestiegen wenn die Touristeninformation geöffnet ist. Dort kann man sich gegen einen Pfand den Schlüssel ausleihen.

Reisebericht Schloss BruchtalRund um den Bergfried finden auch regelmäßig mittelalterliche Veranstaltungen statt

Klein Venedig wird der Platz um die Große Brücke und den Saalbach herum genannt. Bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg erinnerte die Bebauung am Fluss an die Wasserstraßen der italienischen Stadt. Damals war dieser Abschnitt sehr beliebt und gehörte zu den am häufigsten gemalten Bruchsaler Motiven. Heute gibt es hier nicht mehr viel zu sehen – aber ein Stück Grün am Fluss lädt immer zu einem Spaziergang ein. 

Reisebericht Schloss BruchtalDer Saalbach fließt durch Bruchtal

Neben der Stadtkirche auf dem Babette-Ihle-Platz werden aufmerksame Beobachter eine Statue einer Frau mit Buch und Korb entdecken. Diese ist Babette Ihle gewidmet, einer badische Mundartdichterin, die durch ihre herzliche Art bei Ihren Mitbürgern sehr beliebt war.

Reisebericht Schloss Bruchtal

Reisebericht Schloss BruchtalDie Stadtkirche von Bruchsal

Reisebericht Schloss BruchtalVerrückte Kunst am Friedrichsplatz

Reisebericht Schloss BruchtalDer Saalbach fließt an mehreren Stellen durch Bruchsal

Reisebericht Schloss BruchtalDie Klosterstraße liegt in dem Teil der Stadt, der im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört wurde. Hier kann man noch einige schöne alte Häuser bewundern

Reisebericht Schloss Bruchtal Das Pfarramt St. Peter mit Friedhof

Reisebericht Schloss Bruchtal

Nach meinem kleinen Rundgang verabschiedete ich mich wieder aus Bruchsal. Die Stadt selbst hat mich nicht so beeindruckt. Sie hat zwar viele hübsche Ecken, aber diese werden häufig mit einem hässlichen z.B. Gebäude im Hintergrund verschandelt – fand ich zumindest. Ich würde Bruchsal nicht unbedingt der Stadt wegen als Ziel empfehlen, aber wenn man sich eh schon das Schloss ansieht (und das ist wirklich sehr schön!), kann man ruhig auch mal durch die Innenstadt spazieren oder dem Stadtgarten einen besuch abstatten. 

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