Schottland 06: In den Norden zu Glen Affric & Inverness

Dieses Wochenende sollte mich hoch in den Norden nach Inverness bringen. Hier gibt es Geschichte zu erleben und natürlich das wunderschöne Glen Affric…

Auf nach Inverness

Inverness ist von Galsgow mit dem Zug innerhalb von 3 Std zu erreichen. Bei mir hat es etwas länger gedauert, weil sie meinen Anschlusszug gechancelt haben – aber sonst war die Anreise soweit unproblematisch. 

Meine Unterkunft in Inverness

Genächtigt habe ich wieder mit AirBnB in einem Privatzimmer. Ich finde es zwar immer wieder seltsam, bei jemandem mit im Haus zu wohnen, aber es ist einfach viel günstiger als ein Hotelzimmer. Das Zimmer war aber super und die Gastgeberin sehr nett. Ich hatte keinen Grund mich zu beklagen.

Reisebericht Schottland Inverness Glen AffricReisebericht Schottland Inverness Glen Affric

Tagestour Loch Ness & Glen Affric

Mein eigentlicher Grund für meinen Aufenthalt in Inverness, war nicht die Stadt, sondern das nahe liegende Glen Affric. Leider war dieses für mich nicht mit dem Bus erreichbar (Busse fahren da nur unter der Woche :roll: ), also sah ich mich gezwungen eine Tagestour zu buchen. Geworden ist es diese

Diese führte uns zunächst wieder nach Loch Ness. Das hatte ich zwar auch schon in der letzten Tour (hier) mit dabei, aber da wir Ness nur angeschnitten hatten, war das schon in Ordnung. Für 18 Pfund extra gab es eine Schiffstour und den Besuch des Urquhart Castle. 

Mit dem Schiff über Loch Ness und zum Urquhart Castle

Bei einem kleinen Zwischenstop am Straßenrand, könnten wir ein paar von den Schottisches Hochlandrindern beobachten. 

Reisebericht Schottland Inverness Glen Affric o-ho! Und mit solchen Viehchern war ich in einem mal Gehege! :))

Reisebericht Schottland Inverness Glen Affric Na, der war eher ungefährlich! 

Reisebericht Schottland Inverness Glen Affric Besonders gefährlich sieht der hier aber auch nicht aus :-)

Dann ging es weiter nach Loch Ness. Hier!!!!!!!!!!!!! hatte ich ja bereits Loch Ness von der anderen Seite besichtigen können. 

Die Schiffsfahrt dauert nicht lange (etwa 30 Min) und es ging den See runter bis zum Schloss. Es war ganz hübsch, Loch Ness vom Wasser aus zu sehen, allerdings kein must-see. Nach der halben Stunde dreht das Schiffchen um und fährt zurück – für mich aber nicht. Beim Urquhart Castle ist Endstation und aussteigen angesagt. 

Reisebericht Schottland Inverness Glen Affric Nessi, bist du’s? 

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Reisebericht Schottland Inverness Glen Affric Angekommen beim Urquhart Castle

Das Urquhart Castle ist eine Burgruine direkt am Loch Ness. Man geht davon aus, dass bereits zu Zeiten der Pikten an dieser Stelle eine Festung stand – vermutlich wurde die Burg gegen 1230 errichtet. Sie wurde als strategisch gut gelegene Burg errichtet, die aber auch die Bequemlichkeiten eines Schlosses haben sollte. Zu ihren besten Zeiten soll sie eine der größten Burgen Schottlands gewesen sein. 1395 gewann sie immer mehr an Bedeutung und konnte zu einer Festung ausgebaut werden. Im Laufe der Jahre wurde sie allerdings stark beschädigt und gegen 1600 war die Burg weitestgehend verlassen und verfiel nach und nach.

Heute ist die Ruine ein beliebtes Ziel von Schottland-Rundreisen. Während meines Besuches wanderten einige Touristen zwischen den Mauern umher – aber es hielt sich noch in Grenzen und so konnte ich die Ruine mit Begeisterung erkunden. In dem naheliegenden Besucherzentrum gibt es ein kleines Museum mit einem Infofilm zum Thema.

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Reisebericht Schottland Inverness Glen Affric Die Nachbildung eines mittelalterlichen Katapults

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Wandern in Glen Affric

Dann ging es aber endlich zu meinem Favoriten: Glen Affric ist ein ca 30km langes Tal in der nähe von Loch Ness. Direkt bei dem Glen (bedeutet langes Tal) befindet sich Loch Affric und Loch Beinn a’ Mheadhoin. Im westlichen Teil des Glens findet man eine menge hoher (z.T. über 1000m) beeindruckende Bäume und einen der größten verbleibenden Waldkiefer Bestände. Es wird gern als das schönste Tal Schottlands bezeichnet und ist weitesgehend unbewohnt – aber es gibt eine Jugendherberge, die nur im Sommer geöffnet hat und nur per Fuß erreichbar ist – und eine Nacht hier muss wunderbar sein.

Ich wurde nicht enttäuscht! Die Landschaft war traumhaft schön. Leider hatte ich nur Zeit für einen kurzen Hike. Hier gibt es eine kleine Übersicht über die verfügbaren Wanderwege. Ich habe mir den kurzen „River Hike“ vorgenommen und die Aussicht war wirklich einmalig! Hier hätte ich gerne noch viel mehr Zeit verbracht! 

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Aber der Bus wartet nicht auf mich und daher ging es weiter. Als letzter Punkt für den Tag stand die Stadt Beauly mit dem alten Kloster Beauly Priory auf dem Programm. 

Reisebericht Schottland Inverness Glen Affric Schotten gibt es in Schottland auch!

Beauly Priory ist ein Kloster in Beauly – ein verschlafenes Örtchen mit etwa 1365 Einwohnern. Die Stadt entwickelte sich um das 1230 erbaute Kloster herum. Ab 1560 wurde es nicht mehr wirklich benutzt und 1585 verließen die letzten Mönche den Ort. So wurde das Kloster ab 1652 als Steinbruch genutzt. Hier sind einige wichtige Clan Mitlieger von Fraser und MacKenzie begraben worden.

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Und damit endete die Tour und dieser Tag für mich. 

Sightseeing in Inverness

Inverness gilt als die nördlichste „Stadt“ Schottlands – eine für die schottische Geschichte wichtige Stadt. Abgesehen von der vielen Geschichte, gibt es aber in Inverness nicht allzuviel zu sehen. Ich wurde bereits vorgewarnt, dass ich hier evtl. nicht ganz ausgelastet sein würde. Also habe ich mir das mal näher angesehen…

Zunächst einmal ging es zum Culloden Battlefield. Das liegt etwas außerhalb von Inverness und erforderte eine Bus fahrt. Natürlich fuhr der Bus Sonntags nicht direkt bis zum Battlefield. Die letzte Station war in der Ortschaft davor und so musste ich noch eine kleine Wanderschaft zurück legen. Da der Weg aber sehr schön war – Felder und Wälder – hat mich das aber überhaupt nicht gestört. 

Reisebericht Schottland Inverness Glen Affric Reisebericht Schottland Inverness Glen Affric

Ich erreichte schließlich das Schlachtfeld. Hier erlitten die Jakobiten 1746 unter der Führung von Charles Edward Stuart gegenüber den Engländern eine verherrende Niederlage. Von den ca 5.400 Jakobitern sind 1.250 gefallen, 1.000 verwundet und 558 gefangen worden. Dagegen hatte die mit 9.000 Mann starkte englische Armee lediglich einen Verlust von 300 Männern und 259 Verwundete zu beklagen. Die Schlacht soll nur etwa eine halbe Stunde gedauert haben.

Auf dem ehemaligen Schlachtfeld – damals ein Moor, heute eine Wiese – findet man verschieden farbige Fahnen, die die damaligen Fronten erklären, Infotafeln und Gedenksteine der Clans. Außredem gibt es ein Besucherzentrum mit einer Ausstellung zur Geschichte.

Ich war zeitig unterwegs und so hatte ich das Battlefield zunächst für mich alleine. Als ich schon zur Hälfte durch war, kam ein dicker Bus mit einem Haufen Touristen, die sich dann aber dem Feld verteilten. Ich war sehr froh, so früh da gewesen zu sein!

Reisebericht Schottland Inverness Glen Affric

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Nicht weit entfernt von dem Schlachtfeld finden wir den Cumberland Stone. An dieser Stelle hat am Morgen der Culloden-Schlacht der „Butcher Duke“ gefrühstückt. Den Spitznamen hat der Duke of Cumberland für sein brutales Verhalten gegenüber den Jakobiten bekommen. Später soll der Stein noch aus kleiner Aussichtspunkt gedient haben. Er ist 1,60m hoch.

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Danach ging es wieder zurück in die Stadt. Der Brücke A82 hat man einen schönen Blick auf das Stadtbild am Fluss. 

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Über die Hängebrücke Greig Street Bridge komme ich auf die andere Seite. Die reine Fußgängerbrücke wurde 1882 erbaut und ist 112m lange – Leichte Schwingungen inklusive…

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Die Old High Church ist die älteste Kirche in Inverness – der Großteil des Gebäudes stammt aber aus dem 18 Jhd. Man sagt, dass die Stelle am Fluss bereits zu Zeiten der Kelten als Anbetungsstelle genutzt wurde. Der Mönch St Columba soll von diesem Hügel aus das Christentum nach Inverness gebracht haben. Die Kirche wurde aber auch als Gefängnis und Hinrichtungsstätte nach der Schlacht von Culloden genutzt.

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Reisebericht Schottland Inverness Glen Affric Hier mit Blick auf die Free Church of Scotland

Direkt daneben finden wir die Free Church of Scotland….

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… und die nächste – Kirchen hat Inverness genug! 

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Der Victorian Market ist ein Einkaufszentrum mit einigen Geschäften. Es gibt hier einige Souvenirläden, Barbershops, Dudelsäcke, traditionelle Kleidung, Schmuck und Cafes. Einige Läden stehen leer, was dem ganzen einen ein bisschen trostlosen Eindruck vermittelt. Ein „muss“ ist es nicht – wenn man aber schonmal da ist, kann man mal durch laufen. Ich habe mir in der Milkbar dort einen Milchshake gegönnt und der war herforragend.

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Dieser große Kirchturm ist die Mautstelle Steeple. Der Turm wurde 1791 errichtet und ist 45m hoch.

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Im Inverness Museum & Art Gallery gibt es Ausstellungen zur Geschichte über die Highlands und ihre Traditionen. Bei mir war das Museum geschlossen (natürlich Sonntags geschlossen!) und von außen hat es nicht wirklich überzeugt – aber die Ausstellungen sollen sehr schön sein. 

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Das Town House Inverness (Rathaus) ist glaube ich ein sehr hübsches Gebäude. Leider war es bei meinem Besuch komplett eingepackt – nur ein bisschen von der Rückseite war zu sehen.

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Das Inverness Castle wurde 1835 im viktorianischen Stil errichtet, die erste Festung an der Stelle stand aber bereits im 12 Jhd. Das vorherige Gebäude wurde von Charles Edward Stuart um 1746 beim Kampf um die Herrschaft zerstört. Heute befinden sich hier überwiegend Verwaltungsgebäude, wie z.B. das Gericht. Von hier aus hat man auch einen schönen Blick auf den Fluss Ness.

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Die Statue zeigt Flora Macdonald, die Charles Edward Stuart nach dessen Niederlage in Culloden versteckte und zur Flucht verhalf.

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Leider ist das Parken direkt vor dem Schloss gestattet, was den Anblick etwas „verschandelt“. Auch befinden sich in dem näheren Blickfeld div. „graue Klötze“. 

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Und die nächste Kirche: die Ness Bank Church. Die Kirche wurde von William Mackintosh entworfen und um 1900 erbaut.

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Dann hatte ich von einem schönen Rundgang auf die Ness Islands gelesen. Man sollte über die Island Bank Road bis zu den Inseln laufen und dort eine kleine Brücke finden. Leider war bei mir die Brücke wegen Bauarbeiten gesperrt und so habe ich den Umweg übre die andere Seite (Bught Road) genommen.

Die Ness Island ist ein schöner Naturpark, der mit Hängebrücken mit dem Festland verbunden ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Insel bei Dämmerung und Abends sehr schön sein muss, denn überall gab es Lichterketten. Insgesamt ein schöner Spaziergang für Naturliebhaber.

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Reisebericht Schottland Inverness Glen Affric Nessi? Bist dus diesmal wirklich? 

Das Eden Court Inverness ist ein Theater, Kino und eine Kunstausstellung in einem. Ein Büro, eine Bar und ein Restaurant gibt es hier auch.

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Die St Andrew’s Cathedral ist die nördlichste Kathedrale auf dem Festland Schottlands. Das gewaltige Gebäude wurde von 1866-1869 erbaut. Der Bau des ursprüngliche Design wurde nicht durchgeführt, da das nötige Material dazu gefehlt hat.

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Dann war mein Rundgang in Inverness beendet und es ging wieder mit dem Zug zurück nach Glasgow…

Fazit Inverness

Inverness ist kein Ort, den man gesehen haben *muss*. Ich möchte nicht sagen, dass die Stadt nicht sehenswert ist – denn Inverness hat durchaus seine schönen Plätze! Man hätte aber mehr darauß machen können. Ich habe das Gefühl, die Stadt hat etwas verschlafen, sich hübsch zu machen. Es gab div. häßliche Baustellen direkt nebeneinander, leerstehende Gebäude mitten in der Innenstadt und z.B. das Bild vom Schloss und drum herum könnte auch schöner sein. Hier wird definitiv potential vergeudet. Nichtsdesto trotz ist ein Spaziergang am River Ness bis zu den Inseln sehr hübsch, aber mehr als einen Nachmittag würde ich hier nicht einplanen (ggf. ein Tag mit dem Culloden Moor – je nachdem wie viel Zeit man wo verbringen möchte). Aber Inverness ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge nach Glen Affric und Loch Ness!

Siehe auch:
Teil 5 meines Schottland Reiseberichts: Durch die Highlands zur Isle of Skye
Teil 7 meines Schottland Reiseberichts: Irvine – mit einem Drachen allein am Strand (Coming Soon)
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten