Sächsischen Schweiz – Unter Sternen gebettet

Am nächsten Tag sollte es in die Sächsische Schweiz gehen. Da ich aber bis zum Treffen noch etwas Zeit hatte, die vertrödelt werden musste, bin ich noch zu dem Alten Annenfriedhof geschlendert – der bei mir um die Ecke war.

Reisebericht Dresden Sächsische Schweiz Bastei

Ich möchte jetzt nicht sagen, dass der Friedhof auf keiner Sightseeing Liste für Dresden fehlen soll, aber wenn man in der Nähe ist und die Zeit übrig hat, gibt es hier die ein oder andere hübsche Ecke und einige sehr alte Gräber.

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Dann ging es aber los in die Sächsische Schweiz.

Die Sächsischen Schweiz
Bei der Sächsischen Schweiz handelt es sich um den Nationalpark des Elbsandsteingebirges innerhalb Deutschlands südöstlich von Dresden. Früher trieben hier Raubritter Ihr Unwesen sagt man.Im 18. Jahrhundert sind die beiden Schweizer Künstler Adrian Zingg und Anton Graff an die Kunstakademie in Dresden gereist. Durch die Bergige-Landschaft fühlten sie sich an ihre Heimat erinnert und berichteten davon in Briefwechseln in ihre Heimat. So entstandt der Name (der Bereich, der auf der Tschechischen Seite liegt nennt man „Bömische Schweiz“). Davor nannte man das Gebiet lediglich Meißner Hochland, Meißnisches Oberland oder Heide über Schandau.

Durch die Veröffentlichung von Wilhelm Leberecht Götzinger in einem seiner Bücher wurde die Bezeichnung populär und in einem weiten Publikum bekannt.1990 wurde die 93km² Fläche der Sächsischen Schweiz zum Nationalpark erklärt. Heute kann man in dem Gebiet nach herzenslust wandern, klettern und ausgiebige Spaziergänge machen.

Der Plan war hier für eine Nacht boofen zu gehen. Was ist boofen? Den Ausdruck kannte ich vorher noch nicht in diesem Sinne: eine Boofe ist eine Freiübernachtungsstelle. In der Sächsischen Schweiz gibt es 57 offizielle Boofen.

Kurze Pause in Königstein.

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Also stapften wir mit unserem Gepäck und unseren Schlafsäcken auf dem Rücken los. Wir hatten uns natürlich eine Auswahl an Boofen rausgesucht, aber irgendwie hatten wir keinen Plan wo die sein sollten. Eine Karte hatten wir, aber dort war nichts eingezeichnet, GPS hatten wir auf einem Handy, aber da dann kein Internet für die Maps, auf dem anderen kein GPS aber dafür Internet. Es war recht choatisch und um zu zitieren „Wir sind unterwegs wie die Frisöre. Nur mit Kamm und Schere im Gepäck“.

Also versuchten wir es auf gut glück und stapften los. Wir liefen und liefen und irgendwie schien die Gegend nicht besonders geeignet zu sein. Also liefen wir weiter. Wir entdeckten dann irgendwo zwischen den Bäumen einen Berg – der kleine Lorenzberg – und beschlossen diesen anzusteuern.

Wir kamen dort schließlich an und begannen einen etwas mühseligeren aufstieg. Plötzlich stand da jemand und beäugte uns misstraurig. Er stellte sich als Nationalpark Ranger vor und fragte uns was wir denn hier mit unserem Gepäck vorhätten. Wir erklärten uns und das wir auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit wären. Woraufhin er uns direkt mitteilte, das es hier nichts geben würde. Wir sahen uns schon alles wieder zurück laufen. Es begann zu  dämmern und wir hatten bereits ein Stück zurück gelegt. Wir würden langsam gern ankommen – von daher hat uns die Vorstellung nicht besonders gefallen.

Der nette Ranger gab uns dann aber den Tipp, wo es zwei Boofen ganz in der Nähe geben würde. Dafür wäre aber noch ein kleines Hindernis zu bewältigen. Wir stapften also gen Hindernis. Dieser äußerte sich in einer offenen Felsspalte (nebendran ging es mal locker 100m runter). Wir hatten die Wahl zwischen drüber springen (das war uns aber nicht ganz geheuer, vorallem mit dem sperrigen Gepäck) und etwas weiter unter den Fels zu krabbeln (oder besser gesagt robben) und dort einer nach dem anderen über die Spalte zu kriechen (das Gepäck vor uns her schiebend), da sie dort etwas schmaler war. Das taten wir dann. Dann folgte noch ein ziemlich schmaler Pfad am Fels entlang (natürlich immer noch neben dem 100m Abhang), irgendwo ziemlich steil bergab klettern (ich auf allen vieren xD) und dann alles wieder hoch. Aber dann waren wir da.

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Und es war eine wahrhaftig traumhafte Boofe. Es waren noch zwei andere Gruppen außer uns da, aber das störte nicht weiter. Die Boofe war groß.

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Über den Baumkronen hatten wir eine grandiose Aussicht. Rechtzeitig zum Sonnenuntergang rollten wir unsere Isomatten aus und verputzten unser mitgebrachtese Essen. Weit und breit kein „menschlicher Einfluss“. Grandios.

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Jetzt hieß es erstmal Füße hoch legen und mit unserem mitgebrachten Wein den Abend ausklingen zu lassen.

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Es ging gut bergab…

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Wir hatten Glück denn im Laufe des Abends/Anfang Nacht klarte der Himmel auf und wir hatten einen grandiosen Sternenhimmel zu dem wir dann friedlich eingeschlummert sind.

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Am nächsten Morgen erwachte ich früh. Es war über Nacht ziemlich kalt geworden – das hatte ich in meinem extra warmen Schlafsack (und den 500 Schichten Klamotten) gar nicht gemerkt.

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Nebel lag auf dem Wald und es war unglaublich cool (nicht nur im wahrsten sinne des Wortes, Haha).

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Dann ging die Sonne auf. Grandios!

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Unser bescheidener Schlafplatz  :mrgreen:

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Wir frühstückten irgendwann und packten unserem Kram. Querfeldein ging es dann zurück Richtung Auto, das wir dann auch irgendwann wieder gefunden haben  :kicher:

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Mit dem Auto ging es dann zunächst nach Rathen.

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Dort haben wir geparkt und sind mit einer Fähre auf die andere Seite übergesetzt. Von hier aus ging es dann zu Fuß Richtung Bastei.

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Der Aufstieg war mehr oder weniger anstrengend, aber es gab überall auch etwas zu sehen.

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Man hat eine grandiose Sicht auf die Elbe!

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Wir machten einen kleinen Stop an der Felsenburg Neurathen (Eintritt 1,50 € 9-18 Uhr). Hier kann man die Ruinen einer mittelalterlichen Felsenburg erkunden. Die erste urkundliche Erwähnung stammt von 1289, als sie damals im Besitz verschiedener böhmischer Adelsgeschlechter war. 1469 gelang sie nach mehreren Kämpfen in den Besitz sächsischer Kurfürsten. Da die Burg ursprünglich überwiegend aus Holz bestand, sind nur noch einzelne Durchgänge, hölzerne Aufbauten, sowie die Zisterne übrig. Einige Teile wurden im Zuge einer archäologischen Untersuchung 1982-1984 rekonstruiert.

Wenn man dort ist, sollte man sich die Burg auf jeden Fall angucken. Sie ist hübsch und kostet nicht viel Eintritt – auch wenn sie keine klassische Burg in dem Sinne ist. Mehr ein Weg der durch das Gelände führt  :mrgreen:

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Noch mehr grandiose Aussicht! Und überall hat man Kletterer die auf den Felsen rum turnen – großartig!

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Und da war er: der erste Blick auf die Bastei-Brücke!

Die Bastei

Die Bastei ist ein sehr beliebtes Ausflugziel in der Sächsischen Schweiz (und sehr überlaufen). Man hat hier einen grandiosen Panorama Blick auf die markanten und einmaligen Felslandschaften entlang der Elbe. Die erste schriftliche Erwähnung war von 1592 – hier wird sie noch als „Pastey“ betitelt.

In der Reiseliteratur findet man sie erstmals 1798 und seitdem steigt die Anzahl der Besucher kontinuierlich. Die ersten Übernachtungsmöglichkeiten gab es ab 1826. Zu der Zeit entstand auch die erste Basteibrücke – damals noch aus Holz. Sie verband die Bastei mit dem Felsen „Steinschleuder“ und den „Neurathener Felsentor“ überhalb der „Mardartelle“-Schlucht.

1851 wurde die Brücke schließlich, u.a. wegen dem steigenenden Besucherverkehrs – durch die heutige Sandstein Brücke ersetzt. Sie ist 76,5m lang und besteht aus 7 Bögen.

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Das klassische Touristenfoto darf nicht fehlen  :sweat:

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Schließlich überquerten wir die Brücke! Gefolgt von Aussichtspunkten mit tollen Fotomöglichkeiten ;)

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Ist sie nicht schön?

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Hier auf dem Bild sieht man noch die Zeichnung „Felsenpartie im Elbsandsteingebirge“ von Caspar David Friedrich. Ein bekanntes Bild mit dem Basteimotiv von 1822/23 – hier kann man die Unterschiede zwischen heute und vor fast 200 Jahren vergleichen. Caspar David Friedrich war einer der bedeutendsten Künstler der deutschen Frühromantik.

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Also ich finde dieser Berg sieht ja aus wie ein ….   :x   :mrgreen:

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Und noch mehr Kletterer  ;-)

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Wir wanderten weiter über den Teufelsgrund (hier muss ich gestehen, hat mich der Name dazu getrieben den Weg zu wählen) Richtung Wehlen.

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Der Wanderweg ist großartig – er führt vorbei an idyllischen Ecken, imposanten Felswänden sowie lustige Heringshöhlen.

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In Wehlen gönnten wir uns in einer Gaststätte direkt an der Elbe ein leckeres Mahl.

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Dann wanderten wir die Weg zurück nach Rathen zum Auto.

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Ein letzter Blick auf die Bastei Brücke und hier endete unser Sächsischer Schweiz Tripp. Goßartig! Fantastisch! Grandios! Atemberaubend! Genial!   :herz:   :kicher:

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Dieser Beitrag gehört zu meinem Dresden-SächsischeSchweiz-Chemnitz-Reisebericht. Gehe zu…
04 – 03 – 02 01