Peru 09 – Über die Weiten des Titicaca-Sees – Puno

Heute sollte es zu dem berühmten Titicaca-See gehen! Mit einem Boot ging es über den See mit einer Übernachtung bei Einheimischen…

Es hieß wieder früh aufstehen, denn unser Bus ging zeitig Richtung Puno. Die Bus fahrt dauerte praktisch den ganzen Tag und ich habe wieder Landschaften in mich aufgesogen. Das Gesamtbild war schon krass. Auf der einen Seite hatte man epische Landschaften, Berge und Flamingos – total idyllisch – und auf der anderen krasse Armut, staubige Städte, unfertige Häuser und Müll. Das perfekte Endzeit Szenario und mittendrin spazieren putzige Mädchen in Schuluniform über die Straße. Irgendwie total gegensätzlich.

Reisebericht Peru Puno Titicaca-See

Mittags gab haben wir einmal kurz halt gemacht – da es da aber nur Fastfood gab und das nicht mit meiner Soft Diät konform ging und mein Magen eh noch etwas wackelig war, habe ich auf ein Mittagessen verzichtet.

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Gegen 16 Uhr sind wir dann in Puni angekommen. Und wir merkten direkt wieder die Höhe *schnauf* Erstmal einchecken im Hotel!

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Die Aussicht aus unserem Hotel – ein erster Blick auf den Titicaca-See!

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Puno ist eine Stadt direkt am Titicacasee im Süden und befindet sich auf etwa 3800m höhe. 1688 wurde sie von den Spaniern gegründet – sie wird auch Ciudad de Plata: Stadt des Silbers genannt, da die Silberminen Punos damals zu den ergiebigsten gehörte. Puno an sich ist nicht weiter sehenswert. Man sagt die Stadt wäre hässlich. Einmal Jährlich hat man aber Ausnahmezustnand in der Stadt: zum Maskenkarneval werden die Tore der Folkloren Stadt Perus geöffnet und Einheimische, wie Touristen strömen nach Puno. Das Regenzeit ist stört niemand, es wird ausgelassen getanzt.

Wie immer kurzes einchecken und dann ging es in einer kleinen Tour durch die Stadt. Wie in jeder Stadt muss es einen Hauptplatz – Plaza de Armas – geben. Dazu noch eine Kathedrale. Sie wurde 1757 von den Spaniern erbaut. Und das war es eigentlich auch schon mit dem Sightseeing gewesen. In Puno gibt es wie gesagt nicht viel zu sehen.

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Wir haben in einem größeren Supermarkt haben wir uns mit Gastgeschenken für den kommenden Tag eingedeckt.

Inzwischen hatte ich richtigen hunger. Richtigen! Es ging noch ein wenig hin und her und schließlich sind wir in einem Restaurant Mojsa Restaurant direkt am Plaza de Armas gelandet. Mir hing der ganze Reis schon aus den Ohren raus und daher gönnte ich mir eine Portion Nudeln. Nudeln mit… Salz. Mir haben Nudeln mit Salz noch nie so gut geschmeckt: es war die beste Portion meines Lebens!

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Der Abend hat sich dann noch etwas gezogen und wir sind erst recht spät wieder zurück ins Hotel gekommen. Schnell wird noch der Tagesrucksack für den nächsten Tag gepackt und dann ging es auch schon ins Bett.

Am nächsten Tag gab es wieder richtig früh Frühstück. Das Hauptgepäck haben wir wieder im Hotel zurück gelassen und sind nur mit unserem Tagesrucksack los gezogen. Inzwischen waren bei uns einige Leute krank oder hatten Probleme (mir ging es inzwischen eigentlich wieder gut), aber wir mussten niemanden zurück lassen.

Mit lustigen Fahrrad-Taxis ging es zunächst an den Hafen. Die Fahrt war total lustig, auch wenn ich zwischendrin nicht sicher war, ob wir das überleben würden (bei dem Verkehr)  :lol:

Am Hafen haben wir dann unser Boot bestiegen und unsere Tour auf dem Titicaca-See begann…

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Dieser See ist der zweit größte See Südamerikas – er ist fast so groß wie Korsika selbst und 15-mal größer als der Bodensee: 178 km lang und 67,4km breit. Die tiefste Stelle beträgt 281m. Der östliche Teil des Sees befindet sich in Bolivien, der westliche in Peru. Man sagt „titi“ gehört zu Peru und „caca“ zu Bolivien (die Bolivianer sehen das ggf. anders xD). Der Titicacasee ist der höchste beschiffbare See der Erde.

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Unser erstes Ziel waren die schwimmenden Uru-Inseln – eine absolute Attracktion in der Gegend. Man könnte sage sie sind ein lebendiges, schwimmendes Musuem. Die etwa 40 Inseln treiben etwa 6km von Puno entfernt auf dem See. Hier besteht alles aus Schilf (Häuser, Boote, die Insel selbst) und die Urus sind sehr stolz auf Ihre Tradioten – sie bestehen auch heute noch darauf, auf ihren Inseln zu leben und nicht aufs Festland umzuziehen. Sie haben diese schwimmende Inseln damals gebaut um sich vor den Inkas zu schützen. Immer wenn ein Inka-Angriff drohte, konnten sie den „Anker“ lösen und davon schwimmen und waren in Sicherheit. Heute werden auch viele Touristen auf den Inseln begrüßt.

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Die Leute auf der Insel – die wir besuchen – sind sehr nett und erzählen uns auch ein wenig was über den Aufbau der Inseln und das Leben dort.

Die Kili-Blöcke (so Wurzeln) werden aneinander gebunden bis eine Art Plattform entsteht. Diese wird dann solange mit Totora Schilf bedeckt bis der nötige Tiefgang erreicht ist. Es gibt einen Anker mit dem verhindert wird, dass das die Plattform bei starkem Wind davon getrieben wird. Eine solche Insel lebt 60 Jahre – es müssen regemäßig beschädigte oder verfaulte Stellen ausgebessert werden. Wenn die Lebenszeit der Insel abgelaufen ist, lässt man sie sinken und sie wird zu Humus. Auf so einer Insel können etwa 4 Familien leben.

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Wir machen eine kurze Tour mit dem bunten Schilfboot. Das kostet 10 Soles und damit kann man die Familien dort unterstützen.

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Füße im Schilf!  :kicher:

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Anschließend bekommen wir ein wenig etwas über die Insel und das Leben dort erzählt. Hier kann man auch Souvenirs kaufen, wie z.b. selbstgemachte bestricke Wandtücher – diese sind allerdings deutlich teurer wie z.B. in Puno auf einem Markt.

Das Schilf – das es hier überall gibt – ist die Lebensbasis der Uros. Aus dem Schilf bauen sie nicht nur Ihre Boote und ihre Hütten. Man kann die Schilfsprösslinge auch essen (ich habe es probiert, schmeckt ein bisschen wie Sellerie) – das erstparte ihnen den Ackerbau, denn neben dem Fisch- und Vogelfang haben sie was sie zum essen benötigten.

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Und dann verlassen wir die „Insel“ auch schon wieder und wir werden verabschiedet.

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Der nächste Stopp ist auf Taquile Island. Hier leben rund 1700 Quechue. Die Insel ist etwa 5,5km lang und 1,6km breit. Sie wird auch Insel der strickenden Männern genannt, da die Männer dort eben stricken, weben und spinnen (ich habe aber leider keine gesehen).

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Tagsüber tummeln sich dort viele Touristen und erst nachdem sie die Inseln verlassen haben, bekommt man dort ein authentisches Bild. Es gibt keine Hotels, fließend Wasser oder Strom.

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Die Insel gehörte im 15 Jahrhundert noch zum Inka Reich, wobei man davon ausgeht, das die dortigen Ruinen noch aus der Tiwanaku-Kultur stammen (Ca 800 n Chr.). Sie gehört zu den letzten eroberten Gebieten durch die Spanier, da die Bewohner sich erfolgreich relativ lange verstecken konnten – daher dachte man, sie wäre unbewohnt. In den 1930er Jahren wurde die Insel als Gefängnisinsel genutzt, die erst 1937 von den Taquileños wieder zurück gekauft wurde. Btw. gibt es auf der Insel ein Verbot für Hunde und Katzen.

Danach gab es endlich essen. Für 25 Soles gab es ein Menu mit Suppe, Hauptgericht und einem heißen Getränk. Für die anderen gab es eine leckere Forelle (die man hier probieren sollte, da sie frisch gefangen werden) mit Kartoffeln und Beilagen – und ich war sehr neidisch, denn sie sah köstlich aus – für mich gab es aber wieder nur eine Portion mit Reis. Mäh.  :roll:

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Dann ging es zurück aufs Boot. Der See ist unheimlich groß, man hat den Eindruck man befindet sich auf dem Meer – wären nicht die Berge rund herum. Danach ging es zu dem Dorf wo unsere Gastfamilie auf uns wartete. Wir wurden von den Einheimischen am Hafen empfangen und uns wurde unsere Familien vorgestellt. Meine Zimmerkollegin und ich hatten eine nette Dame mit einem kleinen Jungen und einer Tochter im pupertätsalter.

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Zunächst wurde ein kleines Fußball-Freundschaftsspiel gegen eine andere Reisegruppe veranstaltet.

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Ich habe mich natürlich mit einer Portion trockener Keckse (die hatte ich mir unterwegs noch organisiert und waren „Diät“-Konform) auf die Bank gesetzt und mir den Sonneuntergang angeguckt.

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Danach wurde uns von unseren Gastfamilien die traditionelle Tracht angezogen. Das waren einige Lagen und man fühlt sich danach wie ein kleines Michelin-Männchen. Dazu noch dieser schicke Hut, der immer aussieht als wäre er zu klein. Uns wurden dann traditionelle Tänze vorgeführt und natürlich mussten wir danach auch dran. Ich bin mir sicher das sah aus wie eine Flucht vorm Schlachter, aber wir haben unser bestes gegeben.

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Es war dann schon ziemlich dunkel und wir durften jetzt mit „unseren Familien“ nach Hause gehen. Natürlich war unsere Hütte gaaaanz oben auf dem Berg. Mit dem Rucksack und den tausend Schichten an Röcken war es ganz schön anstrengend da hoch zu laufen, aber wir waren dann da. Der Sternenhimmel war wirklich großartig. Wir durften in dem kleinen Gästehäuschen quartier beziehen und das war wirklich sehr hübsch eingerichtet. Es gab kein fließend Wasser in der Toilette, aber genug Wasser zum nachschütten. Wir hatten sogar Strom und Steckdosen – mehr als wir erwartet hatten.

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Es gab zum Abendessen eine Suppe mit Reis und Gemüse. Ich habe mich wieder mit dem Reis begnügt. Meine Zimmergenossin konnte etwas spanisch und hat sich mit der Familie etwas unterhalten. Deren englisch war nicht besonders vorhanden, daher habe ich die meiste Zeit mit einer vermutlich dümmlichen Miene daneben gehockt und „zugehört“. Wir überreichen natürlich auch unsere Gastgeschenke: Nudeln, Reis, Dosenfisch, Tee, Salz – so etwas in der Richtung. Der kleine Junge freut sich wahnsinnig über die ganzen Sachen. Hier sieht man mal wieder, wie wenig die Leute haben und wie sehr sie sich dann noch über Kleinigkeiten freuen können.

Danach ziehen wir uns wieder in unser Gästehaus zurück und lassen den Abend ruhig ausklingen.

Wir wachen zeitig auf, denn wir hatten zugesagt beim „Brot backen“ zu helfen. Bei der Gastfamilie kann und soll (muss aber nicht) man sich auch an der Arbeit beteiligen. Wir helfen gern. Unsere Gast-Mama hat bereits den Teig vorbereitet und uns in kleinen Kugeln hingelegt. Wir ziehen die Kugeln dann zu fladen auseinander und dann werden sie fritiert.

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Das ganze hat ziemlich wie die ungarischen Langos‘ schmeckt – die waren SO lecker. Die waren wegen dem ganzen Fett sicherlich nicht Diät-Konform, aber das war mir in diesem Augenblick echt egal.

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Die großartige Aussicht von unserem Hügel aus  :grin:

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Die Hütte unserer Gastfamilie

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Nach dem leckeren Frühstück wollen wir noch etwas bei der Tagesarbeit helfen. Die Schafe müssen rausgebracht und angeleint werden. Hier lassen uns unsere Gast-Eltern eher bei der Arbeit zugucken, als das wir wirklich helfen können. Danach können wir aber tätig werden – wir kriegen einen großen Haufen Stroh vor die Füße gesetzt und dürfen hier das Korn von den Halmen trennen. Man mag vielleicht denken, dass das eine stupide langweilige Arbeit war, aber ich habe es gern gemacht. Unsere Gast-Mama hat uns noch einen schicken Hut aufgesetzt – wir saßen immerhin mitten in der prallen Sonne – und dann ging es los. Das Korn wird von der Familie selbst genutzt und die von uns verarbeitete Menge reicht bis etwa Dezember. Die Halme werden an die Kühe verfüttert.

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Nachdem wir unsere arbeit erledigt haben, haben wir frei. Ich laufe noch etwas über die Insel.

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Dann gibt es Mittag essen: (quietsche) Käse, Gemüse, Reis und Kartoffeln. Ich esse ein bisschen hiervon, ein bisschen davon. Ich kann den Reis langsam nicht mehr sehen.

Unsere Gast-Mama und ich  :mrgreen:

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Nach dem essen ist schon wieder Zeit für den Abschied. Unsere Gast-Mama bringt uns zum Hafen zurück, wo wir den Rest unserer Gruppe wieder treffen. Es geht mit dem Boot zurück nach Puno.

Unterwegs machen wir einen kurzen Stopp. Eigentlich ist es nicht erlaubt sich während der Fahrt außerhalb vom Boot aufzuhalten. Wir durften zwar raus, aber sobald wir etwas „ungewöhnliches“ sehen sollten wir sofort wieder rein kommen. Auf der Rückfahrt durften wir – wer wollte – nochmal in den See springen. Nur kurz rein und wieder raus. Da ich damals schon den Sprung ins Gletscherwasser in Alaska überlebt habe, war ich von dem 9° kalten Wasser nicht so beeindruckt (doch, ich war sehr beeindruckt – seht ihr mein Gesicht?)

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Zurück in Puno!

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Der Hafen

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Nach einer kurzen Pause im Hotel wollen wir noch den Kondor besuchen – den Mirador El Condor. Die Figur trohnt über der Stadt und soll diese beschützen. Auf der anderen Stadt-Seite gibt es noch weitere Figuren. Um den Kondor zu erreichen müssen zunächst 600 Stufen bestiegen werden – was bei dieser höhe gar nicht mal so einen Spaß macht ;-)

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Aber wir kommen oben an und können zur Belohnung die tolle Aussicht bewundern.

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Außerdem kriegen noch die Flügel des Kondors verpasst  :lol:

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So. Dann war er da unser letzter Abend in Peru. Wir gehen wieder zusammen essen und in dem Restaurant gibt es wieder Tänze. Im Gegensatz zu den Tänzen in Chivay merkt man hier aber direkt, dass alles sehr durch die Karnevalfeste geprägt sind. Die Kostüme sind knapper und strotzen nur so vor Glimmer.

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In Peru gibt es ca 1500 verschiedene Tänze und alleine etwa 400 haben ihren Ursprung in der Region Puno. Am bedeutensten ist der Diablada Tanz. Man sagt bei einem Erdrutsch wurden einige Minenarbeiter verschüttet. Sie sahen eine Armee von Teufeln, die versuchten sie in die Hölle zu holen. Sie beteten voller Verzweiflung zu der Jungfrau Maria, bis sie schließlich gerettet wurden. Die Jungfrau Maria ist bis heute die Schutzpatronin von Puno und den Minenarbeitern – dies wird jedes Jahr mit mehreren Festern gefeiert. Mit Teufelsmasken wird hier der Diablada Tanz getanzt. Es ist eines der wichtigsten Feste in der Region und es werden Wettbewerbe mit vielen Maskentänzer-Gruppen abgehalten.

Bei diesen Festern vermischt sich wieder der christliche Glauben mit den alten Kulturen. Die Tänze beruhen auf Fruchtbarkeitszaubern, Dämonenbeschwörungen und alten Kulten.

An diesem Punkt kann ich keinen Reis mehr sehen und werfe meine „Soft-Diät“ über board. Es ging mir in den letzten Tag gut. Meine letzte Nacht in Peru feierte ich mit einer fettigen Pizza!  :devil:

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Den restlichen Abend haben wir ruhig ausklingen lassen.

 

Allgemeines und was mir so aufgefallen ist
Der Verkehr in Peru ist wirklich sehr abenteuerlich. Es wird gefahren wo Platz ist und für alles wird gehupt. Man kriegt die Vorfahrt genommen: huuuup; man möchte jemand die Vorfahrt nehmen: huuuup! Man möchte auf sich aufmerksam machen (und das möchte man immer!): huuuuup! Als Taxi: Oh, ein Tourist: Huuuuup! Ich fahre die Straße runter: huuuup! – Ja, das ist nicht übertrieben. In vielen größeren Städten konnten wir auch beobachten, wie – trotz funktionierender Ampeln – zusätzlich an großen Kreuzungen noch Polizisten abgestellt wurden, die den Verkehr manuell geregelt haben.Außerhalb der Städte gibt es unglaublich viele „Straßenhubbel“, die die wilden Peruaner wohl am rasen hindern sollen (gerade an Ortseingängen). Wenn nebendran Platz ist, wird einfach ausgewichen und auf dem Fußgängerweg gefahren (Die sind meistens nicht betoniert oder erhöht) – da bildeten sich schon ordentliche spuren. Abhilfe schafft hier aber durchaus einfach ein großer, gut platzierter Stein.Wie auch in Thailand gehört hier das Klopapier nicht in die Toilette, sondern in den daneben, dafür vorgesehenen MülleimerIm ganzen Land verteilt gibt es unglaublich viele Graffitis an den Wänden. Im Gegensatz zu anderen Ländern sind diese aber überwiegend politischer Natur. Hier gehört es schon fast zur Kultur dazu, auf diese Art und Weise seine Meinung kund zu tun. Während unseres Aufenthals haben die Wahlen für den neuen Präsidenten statt gefunden – dementsprechend viele gab es. Die großen Namen, die aufgefallen sind waren Keiko und PPK. Keiko Fujimori ist die Tochter von Alberto Fujimori – der ehemalige Präsident der in den 90iger Jahren regiert hat und heute wegen Verstoß gegen die Menschenrechte im Gefängnis sitzt. Sie ist sehr populär, weil Alberto Fujimori zwar gegen Menschenrechte verstoßen hat, aber er hat auch ein wenig von dem (vielen) Geld verwendet um den Armen zu helfen und das ist ihnen in Erinnerung geblieben. Leider nicht weit gedacht. An PPK (steht für Pedro Pablo Kuczynski) war auch irgendwas auszusetzen, aber daran kann ich mich nicht mehr erinnern xD Er wurde wohl aber als „kleineres Übel“ angesehen und hat die Wahl dann auch gewonnen.

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Während die (touristischen) Centren der Städte sehr sauber sind und man sehen kann wie bemüht man darum ist, türmt sich am Stadtrand oder außerhalb der Städte der Müll.

Überall in den peruanischen Städten sieht man Straßenhunde. Es sind wirklich sehr viele – manchmal auch in Gangs. Man muss aber auch erwähnen, dass diese Hunde für Straßenhunde fest alle gut genährt und gepflegt aussehen.

In Peru steppt das Lama! Die Peruaner feiern gern und viel. Es gibt ganzjährig religiöse Umzüge oder kulturelle Events. Wenn es doch mal keinen Termin gibt, feiern sie einfach bei fröhlicher Musik im Hinterhof oder finden einen anderen Grund warum ein Fest statt finden sollte: mit lauter Salsa-Musik, lebendigem Tanz und farbenfrohen Umzügen.

Wie im Amerikanischen ist “Hola, qué tal?” (Hallo, wie gehts?) eine Form der Begrüßung und es wird keine richtige Antwort erwartet. Die Antwort ist i.d.R. positiv, auch wenn es der Person vielleicht nicht zwingend gut geht. Die Peruaner sind ein optimistisches Volk: ein Lebensmotte lautet „P’adelante no más“ das etwa „Nur nach vorne, nicht zurückblicken“ bedeutet.

Mit der Pünktlichkeit haben die Peruaner es nicht so. Es gibt die Bezeichnung „La hora peruana“ – die zusätzliche peruanische Stunde – wie die akademische Viertel, nur eben eine Dreiviertelstunde länger xD Im Tourismus-Business (Busse etc) kann man sich aber auf eine relativ pünkltiche Abfahrt verlassen.

Generell sind sie sehr aufgeschlossen und höflich. Älteren Menschen oder schwangeren Frauen wird im Bus sofort einen Platz angeboten und sie verwickeln Fremde gern schnell in Gespräche, sind neugierig und wollen wissen was man hier so tut. Sie sind sehr stolz auf ihr Land und wollen es gerne präsentieren.

Die Peruaner sprechen richtig, richtig schlechtes Englisch. Auch im touristischen Business (teilweise auch der Empfang am Hotel) findet man unglaublich viele Leute die kaum, bis gar kein Englisch sprechen

In diesem Land steht man nicht auf große Scheine! Kleingeld wird heiß begehrt und man sollte zusehen, dass man immer welches in der Tasche hat, es kann dir sonst passieren, dass dich die Verkäufer ratlos angucken, weil sie dir das Restgeld nicht rausgeben können.

Die vielfalt der peruanischen Küche ist großartig. Trotzdem ist die vegetarische Ernährung durchaus nicht ganz einfach. Häufig gab es nur Gerichte mit Fleisch. Ich hatte aber eher den Eindruck, dass diese eine Entwicklung durch die Touristen oder ggf. auch durch die Spanische Kolonialzeit ist. Gerade bei Einheimischen hatte ich eher das Gefühl, das hier eher seltener Fleisch auf dem Speiseplan steht.

Ein Wort zur Sicherheit!
Die Sicherheit in einem Land wie Peru ist so eine Sache. Man liest unglaublich viel was total schaurig klingt. Aber alles ist halb so wild. Natürlich sollte man sich von div. Ecken (Armenvierteln) fernhalten und auch immer seine Wertsachen im Auge behalten – Diebe warten nur auf ihre Gelegenheit. An manchen Stellen sollte man vielleicht auch nicht mit der dicken Spiegelreflex-Kamera um den Hals, den teuren Erbschmuck von Omi und dem Iphone in der Hand durch die Straßen rennen. Und natürlich sollte man auch gerade Nachts besonders aufpassen. Am besten ein sicheres Taxi nehmen, bevor man durch die dunklen Gassen wandert (am besten noch angetrunken).
Ich habe mich in Peru aber nicht ein einziges mal unsicher gefühlt und mein Gepäck wurde auch nicht geklaut.
Was mir positiv aufgefallen ist, dass gerade in den touristischen Centren viel Polizei-Präsenz vorhanden war. Man merkt, das Peru sichtlich bemüht ist, keine Touristen zu verschrecken. Unser Guide erzählte mir, dass inzwischen sogar eher Einheimische überfallen werden als Touristen (ich habe eher das Gegenteil angenommen), da bei Touristen die Konsequenz höher ist, da man hier sehr bemüht ist dem Tourismus keine Steine in den Weg zu legen.

Dieser Beitrag gehört zu meinem Peru-Reisebericht. Gehe zu…
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