Peru 05 – Zwischen Mumien und Klöstern – Arequipa Teil 2

Heute sollte es wieder zurück nach Arequipa gehen – mein zweiter und letzter Tag in der weißen Stadt: Zeit für noch ein bisschen Sightseeing!  :cool: Auf dem Plan stand ein Besuch im Museum Santuarios Andinos mit dem Inkamädchen Inkamädchen Juanita und das Kloster Santa Catalina Monastery

Wie meistens :kicher: hieß es heute wieder früh aufstehen (ist uns wieder, dank Küche neben dem Zimmer nicht schwer gefallen :razz: ). Es ging wieder zurück nach Arequipa. Schnell in den Bus rein und los gehts. Auf dem Weg zurück hat man immer mal wieder kleine Pfützen am Wegesrand gesehen, die (noch) gefroren waren – da sieht man mal, wie kalt es hier oben Nachts wird!   :wow:

Mittags sind wir dann wieder in Arequipa. Der Weg rein dauert etwa genauso lange, wie der Weg raus: eine gefühlte Ewigkeit! Den Nachmittag haben wir dann wieder für uns und ich will noch ein paar Sightseeing Punkte abklappern, bevor wir Arequipa wieder verlassen.

Es ging zuerst ins Museo Santuarios Andinos.

Reisebericht Peru Arequipa

Hier kann man sich die Mumie des Inkamädchen Juanita angucken. Ich war mit einer Deutschen aus unserer Gruppe unterwegs und wir haben uns auf deutsch unterhalten, als wir an die Kasse sind. Der Typ hinter der Kasse hat das gehört und uns direkt auch auf deutsch angequatscht. Krass! Wir haben unser Ticket also „auf deutsch“ :kicher: gekauft und dann ging es los. Zuerst gab es einen etwa 20 minütigen Film, wie die Mumie gefunden wurde und wie sie und andere Funde aufbereitet wurden. Hier gab es sogar deutsche Untertitel!

Danach kann man durch das Musuem wandern und sich div. Funde ansehen. Das kann man in Form einer Führung machen oder auf eigene Faust. Im Museum durfte man leider nicht fotografieren. Im September 1995 wurde die Mumie des Inkamädchens auf dem Ampato-Gipfels (über 5.000m höhe) gefunden – dies gilt als einer der wichtigsten archäologischen Funde der letzten Jahrzehnte in Amerika. Sie hat auch den Spitznamen Eisprinzssin oder Jungfrau aus Eis (La Niña del Hielo), da sie komplett eingefroren war. Dadurch war sie sehr gut erhalten. Sie konnte nur gefunden werden, da die Asche des benachbarte Vulkan Sabancaya den Gletscher zum schmelzen brachte.

Man hat herausgefunden das die etwa 14-jährige Juanita ein Menschenopfer der Inkas an ihre Götter war. Sie starb etwa um 1440 herum durch Gewalteinwirkung. Man geht davon aus, dass Juanita wusste, dass sie geopfert werden sollte. Zu dieser Zeit war es eine große Ehre als Opfer ausgewählt zu werden. Besonders beeindruckend ist, wie die damaligen Inkas den Berg bestiegen haben. Ohne Bergsteiger-Ausrüstung und ohne Hilfsmittel.
Man kann die Mumie im Museum in einem speziellen gekühlten Glaskasten betrachten. Man kann aber wegen dem Kasten leider gar nicht so viele Details erkennen. Dafür gibt es in dem Museum viele andere Stücke die gefunden wurden, wo man unglaublich viele Details – trotz des Alters unglaublich gut erhalten – betrachten konnten.

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Danach bin ich noch alleine weiter gezogen, denn ich wollte mir noch das Kloster Santa Catalina Monastery anschauen.

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Das Kloster wurde 1579 von der wohlhabenden Witwe Maria de Guzman gegründet und von den Schwestern vom Orden der hl. Katharina genutzt.

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Die Mauern sind in lebhaften Farben gestrichen und man kann gemütlich durch die kleinen Gassen mit verwinkelten Ecken spazieren.

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Ursprünglich wurden hier Töchter reicher Familien von Nonnen unterrichtet – damals war es üblich das das zweite Kind einer Familie in den Dienst der Kirche trat. Es wurden nur wohlhabende Kinder für den Dienst ausgewählt und man erfreute sich an der üppigen Mitgift.

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Zu besten Zeiten lebten dort etwa 150 Nonnen und 300 Bedienstete. Sogar heute leben noch etwa 20 Nonnen dort, die in einem Bereich des Klosters leben der nicht frei besichtigt werden kann. Das Kloster hat eine größe von etwa 20.000 m² und wurde bereits durch Erdbeben mehrfach stark beschädigt.

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Das Kloster ist wie eine eigene kleine Welt. Für alles habe ich etwa 1 Std gebraucht, aber ich war auch flott unterwegs.

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Ich schlendere dann noch etwas durch die Stadt.

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So. Zwischendurch ist meine Sonnenbrille kaputt gegangen :pf:  Irgendwo zwischen Lima und Arequipa. Was fatal ist, bei so viel Sonne. Da man aber ständig von Verkäufern angequatscht wurde, die mehr als genug Sonnenbrillen dabei hatten, sah ich der ganzen Sache optimistisch entgegen und machte mich nach dem Klosterbesuch auf, mir eine neue Sonnenbrille zu besorgen. Wie das aber immer so ist: plötzlich war nicht ein einziger Händler aufzutreiben. Narf    :roll:   :lol:

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Ich chille also noch etwas in der Stadt. Ich war sehr amüsiert von der Müllabfuhr, die „Unter dem Meer“ von Arielle in Instrumental in einer Lautstärke abspielte, dass man den Wagen noch 3 Ecken weiter hörte. Das habe ich übrigends auch später nochmal in Cusco gesehen äh.. gehört. Scheint irgendwie so ein Ding zu sein. Müllabfuhr und Musik. Ich bin froh, dass die das bei uns nicht machen, das würde einem dem Schlaf rauben :-D   :kicher:

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Noch einmal die großartige Kirche mit dem Platz bewundern….

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Um 8 Uhr abends ging es dann mit einem Nachtbus nach Cusco. Wir waren rund 10 Stunden unterwegs und die Fahrt war echt ätzend. Zuerst war die Musik von dem (mehr als schlechten) Film viel zu laut (Tinitus ahoi!). Dann könnte ich ewig nicht schlafen. Dann war es zu kalt. Dann war es viel zu warm  :roll:

Irgendwann Nachts bin ich aber mal aufgewacht (als ich dann endlich mal eingenickt bin) und habe aus dem Fenster gesehen: dort sah ich einen total großartigen riesigen Mond, direkt über einem See mit entsprechender Spiegelung auf dem Wasser. Ich hatte noch überlegt ein Bild zu machen, aber das wäre eh nichts geworden   :kicher:    :gaehn:

Fazit Arequipa
Arequipa hat ein ganz eigenes flair, finde ich. Die prachtvollen weißen Gebäude geben dem Zentrum etwas elegantes, die Palmen und die Sonne ein Gefühl von Sommer pur.
Auf dem Hauptplatz ist immer etwas los – aber im Verhältnis sind es nicht nur die Touristen. Leute sitzen rum, genießen die Sonne, lesen Zeitung und Kinder spielen – eine gemütliche Atmosphäre.Arequipa ist definitiv ein Blick wert. Ich fand die Stadt großartig, sie ist definitiv eine der schönsten des Landes.

Erdbeben in Peru
Peru gehört zu den erdbebenreichsten Gebieten der Welt. Die Amerikanische trifft auf die Pazifischen Platte und so kommt es an der Küste immer wieder zu starken Erdbeben. Lima und Arequipa mussten bereits mehrfach wieder aufgebaut werden. 1970 war eines der schlimmsten Erdbeben Perus: dabei starben 70.000 Menschen. Das letzte große Erdbeben fand 2007 statt: mit 7,8 um Pisco herum. Dabei starben 540 Menschen.Wenn man nach Peru reist, sollte sich man sich darüber bewusst sein. Wie unser Guide sagte: man weiß nie, wann das nächste kommt. Vielleicht schon heute.

Dieser Beitrag gehört zu meinem Peru-Reisebericht. Gehe zu…
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