Peru 01 – Ankunft in Lima

Ich weiß gar nicht mehr so genau, wie es dazu gekommen ist. Plötzlich hatte ich da diese Tour auf dem Schirm und ehe ich mich versah, war diese auch schon gebucht: Start in in der überquillenden Hauptstadt Lima, an der Küste entlang, Richtung Süden, in die Höhen nach Arequipa, in die Anden – natürlich mit Cusco und Machu Picchu, an den berühmten Titicaca See vorbei mit Endpunkt La Paz in Bolivien. Ein Hightlight nach dem anderen.

Zeit für ein paar Fakten:

  • Hauptstadt: Lima
  • Sprache: Quechua, Aimara und Spanisch (ich bin verloren!)
  • Einwohner: 30.147.935
  • Währung: 1 Nuevo Sol (PEN) = 100 Céntimos (= 0,27833 €)
  • Strom: 220 Volt (50 Hertz) / Adapter wird benötigt
  • Trinkgeld: jap
  • Zeitumstellung: UTC−5
  • Beste Reisezeit: je nach Region unterschiedlich / Allgemein: April/Mai bis Oktober, an der Küstenregion eher (unser) Winter

Reisebericht Peru

Reisebericht Peru Lima

Geflogen bin ich mit Air France. Es gab einen kurzen Zwischenstop in Paris (hier musste ich mich schon etwas beherrschen mich nicht mit Französischen Süßigkeiten einzudecken :mrgreen: )

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Achja, die Franzosen – hier muss man gar nicht nach Alkohol fragen, den gibts direkt mit dem Menü. Finde ich gut :mrgreen: Und das Board-Programm war echt großartig! Viele Filme, sogar richtig aktuelle. Langweilig ist mir auf dem Flug nicht geworden.

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Im Flugzeug saß ein seltsamer Spanier neben mir, der nur spanisch gesprochen hat – kein Englisch – sich aber unbedingt mit mir unterhalten wollte. Er fragte mich gut einmal die Stunde, ob ich spanisch sprechen würde (immer wieder… :roll: ). Kurz vor der Ankunft fragte er mich (mit Händen und Füßen), ob er sich mal mein Ladekabel fürs Handy ausleihen kann. Es dauerte keine Minute, da hatte er es zerstört (wie auch immer er das geschafft hat) – was mich ein wenig grummelig stimmte, da es mein einziges Handy-Ladekabel war :ne: Er war eher amüsiert darüber :tropfen:

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Rechtzeitig zum Sonnenuntergang waren wir dann über Südamerika…

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Der Amazonas!  :wow:

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Und dann war ich nach 12 1/2 Std. in Lima!

Lima ist die Hauptstadt und gleichzeitig größte Stadt Perus. Sie ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt und Wirtschafts- und Kulturzentrum. Hier leben rund 9,6 Millionen Menschen (inkl. Provinz)

Die Stadt wurde 1535 von dem Spanier Francisco Pizarro, aufgrund der strategisch günstigen Position, gegründet. Man kann von Lima aus direkt in die Zentralanden gelangen, ist aber noch direkt am Meer und damit gut erreichbar.

Die Stadt wuchs im laufe der Jahre stark. Um 1960 Jahre war es noch üblich, dass man sich einfach am Stadtrand niederließ und dann einen Besitztitel erhalten hatte. Dadurch wuchs die Stadt aber so erheblich an, das es zu Problemen in der Infrastruktur führte. Daher wurde um 1970 beschlossen, dass sich die Stadt nicht weiter ausdehnen sollte. Seitdem lassen sich viele Wohnungssuchende einfach in öffentlichen Parks oder privatem Besitz nieder.

Lima ist die kulinarische Hauptstadt. Ein wilder Mix aus allen Kulturen – hier kommen alle Einflüsse des Landes zusammen: Costa (die Küste), Sierre (Das Hochland) und Selva (der Regenwald).

Ich hatte einen Pick-up vom Hotel aus gebucht und freute mich bereits, das irgendwo mal irgendwer stehen würde und mich mit einem Schild mit meinem Namen erwarten würde…. aber.. es war niemand da. Ich rannte also die Empfangshalle auf und ab. Aber es war immer noch niemand da. Das fand ich gar nicht mal so lustig, weil man in Lima aufpassen muss, welches Taxi man nimmt – man liest div. Stories darüber, das man mit den falschen Taxis ganz woanders hin gebracht wird, oder evtl. auch ausgeraubt wird. Nach ein wenig spontaner Recherche – welche Taxis ok sind – habe ich dann auf eigene Faust die Anfahrt ins Hotel in Angriff genommen (da das Pick-up ja bereits bezahlt war, musste ich mich darum kümmern, dass ich die Kohle wieder bekommen habe – hat sich btw. bis zum letzten Tag, bis zur letzten Stunde hingezögert :roll: ).

Und dann kam ich spät Abends, endlich im Hotel an. An dem Tag hieß es für mich nur noch müde ins Bett fallen. Da die Tour offiziell erst am nächsten Tag begonnen hat, konnte ich noch den Luxus eines Einzelzimmers genießen.

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Der Verkehr war – wie es sich für ein südländisches Land gehört – absolut chaotisch und ständig wurde gehupt. Das Gehupe hörte man eigentlich die ganze Nacht durchgängig  :lol:

Am nächsten Tag bin ich zeitig aufgewacht und es gab erstmal ein Frühstück: Brot mit Erdbeer-Marmelade – da die Peruaner keine Frühstückskultur besitzen, mitunter das einzige Frühstück was es gab. Die ganzen 3 Wochen lang :lol:

Unser Hotel lag in dem Viertel Barranco- ein Künstlerviertel. Ich wollte ein wenig die Gegend erkunden und ich musste mir noch ein neues Ladekabel besorgen. Ich stapfte los und es ging erstmal an den Strand.

Am Plaza Chabuca Granda vorbei.

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Einen kurzen Blick auf die Iglesia La Ermita

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Es gab einige ziemlich coole „Wandzeichnungen“  :mrgreen:

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Und da war er der Strand. Es war noch recht zeitig, daher war es noch sehr nebelig – generell ist es an der Küste zu dieser Jahreszeit sehr nebelig.

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Die Straße Bajada de Baños – eine hübsche Straße mit vielen Restaurants und Kneipen.

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Dann ging es Richtung Miraflores – ein Viertel, das zu den wohlhaberenden Vierteln gehört und bei den Touris recht beliebt ist, da es verhältnismäßig sicher ist. Es wird auch „Ciudad Heroica“ genannt: Stadt der Helden. 1881 fand hier die Schlacht von Miraflores zwischen den peruanischen Einheiten und der chilenischen Armee statt.

Auf dem Weg dorthin widmete ich mich der Suche nach einem Ladekabel. In einem Geschäft haben die mich etwas verstört anguckt – wer kommt auf die Idee ein Ladekabel kaufen zu wollen?! :roll:   :lol:  In einem kleinen Elektro Laden wurde ich dann schließlich fündig. Nachdem der Mensch endlich verstanden hatte, was ich wollte, kramte er ein riesiges (RIESIGES!) Kabel irgendwo aus irgendeiner hintersten Kiste hervor :eek: Auch wenn da jeder mit einem Smart-Phone rum gerannt ist, scheinen die Peruaner keine Kabel zu kaufen. Wie auch immer – ich hatte wieder ein Kabel und war glücklich.

Mein Ziel war Malecon de la Reserva – eine fast 10km lange Flaniermeile direkt am Pazifischen Ozean mit einer beeindruckenden Steilküste und einer noch beeindruckenderen Aussicht. Sie grenzt an mehreren Stadtteilen wie San Isidro, Barranco, Chorrillos und natürlich Miraflores. Hier gibt es zahlreiche Parks und Sportplätze. Hier macht man gern lange Spaziergänge.

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Da ist es, das Meer!

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Hier findet man auch das Einkaufszentrum Larcomar – grandiose Aussicht, aber eher teuer (amerikanisch)

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Es ging weiter zum Platz Parque del Amor – der Park der Verliebten. Ja, da ist eine riiesige Statue und zwei knutschenden Menschen…  :kicher:

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Der Park ist nicht groß, aber hier kann man ganz nett mal etwas chillen. Am Rand hat man mosaikverzierte Mauern.

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Mir war das zu viel Liebe und ich habe erstmal hart gechillt. Mit einer Inka-Cola! Der Hit hier. Peru ist einer der wenigen Ländern, in denen nicht Coca-Cola der Renner ist, sondern eben die Inca-Cola. Der Geschmack ist ziemlich gewöhnungsbedürftig – schmeckt ein bisschen wie süßer Kaugummi  :lol:

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Nochmal ein Blick auf die Küste…

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.. und es ging weiter Richtung Innenstadt. Es war schon Mittag. Alleine wollte ich nicht los ziehen, also habe ich fix eine kleine Tour durch die Innenstadt gebucht. Zunächst ging es mit dem Bus los…

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Aus dem Bus raus: der Plaza San Martin, hier sieht man die Reiterstatue von José de San Martín, dem Befreier Perus (ohne Foto). Der Platz gehört zu den wichtigsten Freiflächen der Stadt und ist umgeben von lauter wichtigen und eleganten Gebäuden (z.B. Teatro Colon, National Club, Gran Hotel Bolivar etc.)

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Und dann wurden wir endlich (ohne Bus) auf den Plaza Mayor, auch Plaza de Armas (Hauptplatz) (auch genannt, der weiße Platz) – die Wiege Limas – los gelassen. Er bildet den Kern des historischen Stadtzentrums und ältester Platz der Stadt. Hier hatte ich dann endlich meine Kolonial-Optik. Die tollen Gebäude mit Palmen.. und so  :mrgreen:

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Parroquia del Sagrario, die römisch-katholischen Kathedrale im Kolonialstil wurde zwischen 1535 und 1625 erbaut. Angeblich soll hier der Gründer Limas (Francisco Pizarro) liegen.

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Die Kathedrale hat diese großartigen Holz-Balkone

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Palacio de Gobierno, der Präsidentenpalast. Vor den Spaniern lebten an diesem Platz die letzten Inka-Herrscher dieser Region. Das ursprüngliche Gebäude, das um 1535 erbaut wurde, wurde durch Erdbeben und Brände zerstört. Der heutige Palast wurde 1938 erbaut. Hier kann man gegen 12 Uhr (das habe ich leider verpasst) einen imposanten Wachwechsel beobachten.

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Der Bronzebrunnen: Pièce de Resistance, der als Nullpunkt für alle Entfernungen in Peru gilt.

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La Guardia Real – das Royal Guard Building.

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Eigentlich ist es verboten in Peru Kirchen im innereren zu fotografieren. Ich hab daher mal von außen etwas rangezoomt  :unschuldig:

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Das Casa de la Literatura Peruana – das Literaturhaus von Peru wurde 2009 gegründet und war davor ein Bahnhof. Die Peruaner sind sehr lesefaul. Hier gilt das Lesen nicht als Unterhaltung, sondern als Mittel zum Zweck um Informationen zu erhalten. In diesem Gebäude werden Personen zum Erzähler ausgebildet, die die Lust auf das Lesen, durch eine erzählte Geschichte fördern soll.

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Die Basílica de San Francisco, das Kloster San Francisco ist eine Barockkirche, die um 1546 erbaut wurde und zu den Hauptattracktionen der Stadt gehört. Neben der Kathedrale gilt das Kloster als das besterbaute architektonische Gebäude Lateinamerikas.

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Der Plazuela San Francisco vor dem Kloster

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Das Kloster haben wir auch von innen besichtigt – hier durfte man allerdings nicht fotografieren. Es gibt eine große Bibliothek mit ca 25.000 Büchern! Eine beeindruckende maurische Kuppel aus Holz und unterirdische Katakomben mit unzähligen Knochen und Schälden von verstorbenen.

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Dann war die Tour zu ende und es ging wieder Richtung Hotel. Abends hatten wir dann den das Willkommen-Meeting mit der Gruppe. Es wurde ein bisschen erklärt wie das Programm für die nächsten Wochen sein soll und die Leute haben sich vorgestellt. Wir waren eine recht große Gruppe (18 Leute) aus allen möglichen Teilen der Welt: ein paar Amis, ein paar Leute aus Neu-Seeland, Groß-Britanien, Danemärk war auch vertreten und sogar ein paar Deutsche.

Danach habe ich mir noch mit ein paar Leuten die Circuito Magico de Aguas angeguckt (4 Soles Eintritt):  Wasserfontänen im Parque de la Reserv.

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Hier kann man Nachts zahlreiche Wasserfontänen bewundern, die mit bunten Lichtern hinterlegt werden und dazu pompöse Musik ertönt.

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Dann war der Tag und unsere Zeit in Lima auch schon rum.

Fazit Lima
Lima ist so eine Sache für sich. Es gilt als laut und hässlich – ein hässliches Entlein. Viele mögen es nicht und auch die meisten Peruaner finden es nicht so toll dort. Ich muss gestehen, ich mochte es aber. Es ist eine von diesen überfüllten Großstädten, die kurz vorm überkochen steht. Wie Bangkok – eine Stadt die niemals schläft. Ich mag die Atmosphäre, wenn man den Eindruck hat, es fehlt nicht mehr viel bevor der menschliche Wahnsinn überhand nimmt und alles im Chaos versinkt :lol: – das muss man halt mögen.Abgesehen davon, ist die historische Altstadt sehr schön und durchaus einen Besuch wert.

Ich werde hier auch immer mal wieder etwas klugscheißern. Heute:

Etwas Geschichte
Die ersten Besiedlungen Perus wird auf 7.000 – 12.000 v Chr. zurückgeführt, wo Kulturen sich in den Anden und an den Flüssen niederließen. Die Inkas bauten ab dem 15 Jahrhundert Ihr Reich auf, welches sich von Kolumbien bis nach Chile erstreckte. 1532 kamen die Spanier eroberte das Inkareich – für fast 300 Jahre gehörte Peru den spanischen Kolonien an. 1543 wurde das Königreich Peru gegründet (das auch große Teile von anderen heutigen Staaten enthielt) – mit Lima als Hauptstadt. Peru entwickelte sich: es gab zahlreiche Universitäten, Kunst, wertvolle Bodenschätze u.a. Silber & Quecksilber wurden geschürft. Im 17. Jahrhundert war Peru der größte Silberlieferant der Welt und es gab eine gut entwickelte Landwirtschaft.Im 18. Jahrhundert wurde das Königreich Peru aufgeteilt – Bereiche, die heute zu Kolumbien, Venezuela, Panama aber auch Bolivien, Chile und Argentinien gehören wurden ausgegliedert. Ab 1810 tobten in Südamerika Unabhängigkeitskriege gegen Spanien. Erst 1821 erhielt Peru seine Unabhängigkeit. Die folgenden Jahren waren von Unruhen und Bürgerkriegen im Land selbst und mit den Nachbarsländern geprägt. Anfang der 1980er Jahre gab es große Probleme mit Arbeitslosigkeit und innenpolitischen Spannungen. Das führte zu gewaltbereiten Eskalationen zwischen Staat und Guerillia. Es kam zu Guerillakriegen.1990 wurde Alberto Fujimori zum Präsidenten gewählt. Er führte einen harten Kampf gegen die Guerillia und versuchte die Wirtschaft zu sanieren. 1992 wurde der Notstand im Land erteilt, das ihm praktisch die Macht einer diktatorische Herrschaft verlieh. 2000 wurde er wegen Korruption und Verstoß gegen Menschenrechte seines Amtes enthoben.Derzeit ist die politische Situation stabil, wobei es immer wieder zu Streiks, Demonstrationen und Verkehrsblockaden kommen kann, die eskalieren können. Auch gelten Gebiete, in denen Drogen produziert werden, als Gefahrengebiete. In den Städten selbst gibt es immer eine gewisse Kriminalität. Als Tourist sollte man dementsprechend immer wachsam und vorsichtig sein.

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