Paris 2 – Im Rive Droite (Champs-Élysées, Quartier des Halles, Marais)

Als nächstes ging unsere Paris Erkundung auf der Rive Droite (also die rechte Seineseite) weiter. Hier gibt es einige bekannte Sehenswürdigkeiten zu sehen, wie die Champs-Élysées und den Arc de Triomphe, aber auch den Louvre und viele andere hübsche Gebäude!

Unterwegs mit den Öffentlichen in Paris

Paris lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden. Manchmal freuen sich die geschundenen Füße allerdings, wenn sie sich mal eine kleine Pause gönnen können. Mit 300 Stationen und einer kurzen Frequenz bietet es sich an, auch mal die Metro zu nehmen. Außerdem gehört eine Fahrt mit der Pariser Metro auch irgendwie dazu. Je nach Stadtteil kann die Fahrt in unterschiedliche Zonen fallen – wenn man sich aber im touristischen Zentrum aufhält, braucht man nur die Zone 1. 

Man kann sich natürlich immer ein Einzelticket ziehen, oder aber ein „Carnet“ holen: ein 10er Pack, wodurch die Einzelfahrt günstiger ist (und gerade wenn man zu zweit für mehrere Tage unterwegs ist, wird man 5 Tickets problemlos verbrauchen). Wir haben uns ein Carnet gegönnt (kann man sich wie Einzeltickets auch am Automaten ziehen), welches 14,50 € gekostet hat (Einzelticket 1,90 €). Aber Vorsicht: hebt die unbenutzten Tickets nicht in der Nähe von eurem Handy auf. Die können dadurch entwertet werden. Passiert es euch doch, kann man ganz lieb am Schalter fragen und ihr werdet wahrscheinlich neue kriegen. 

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre

Mehr über die verschiedenen Ticketarten könnt ihr hier finden.

Entlang der Champs-Élysées bis zum Louvre

Wer kennt sie nicht, die Avenue des Champs-Élysées? Entlang der berühmten Prachtavenue findet man unzählige Restaurants und Luxusgeschäfte. Sie gilt als die schönste Avenue der Welt und ist fast 2 km lang. Sie geht vom Place Charles-de-Gaulle bis zum Place de la Concorde. Den Namen „Allee der elysischen Felder“ trägt die Straße seit 1789 und stammt von der „Insel der Seligen“ Elysion, wohin in der griechischen Mythologie von Göttern geliebte Helden kamen. 

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Die Champs-Élysées – eine breite Straße für Autos… 

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre … aber auch für Fußgänger

Natürlich darf auch ein besuch beim Arc de Triomphe de l’Étoile nicht fehlen. Der Triumphbogen wurde 1806 – 1836 am Place Charles-de-Gaulle errichtet und gehört zu den Wahrzeichen der Stadt. Um das Denkmal herum führt ein riesiger Kreisel, von dem jeder nicht-Pariser wohl graue Haare kriegt und so ist der Platz nur über eine Unterführung zu erreichen. Dort kann man auch das Grabmal des unbekannten Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg besuchen, in Gedenken an die Toten, die nicht mehr identifiziert werden konnten. Auf dem Triumphbogen gibt es eine Aussichtsplattform, von der man aus eine tolle Sicht auf die sternförmige Straße haben muss. Uns war die Schlange zu lang, wer aber unbedingt möchte, sollte sich vorab ein Ticket im Internet* bestellen (wie leider inzwischen bei den meisten großen Attraktionen). 

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Der Arc de Triomphe von oben aus

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Am Platz Charles-de-Gaulle

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Im Inneren kann man das Grabmal des unbekannten Soldaten entdecken

Wer keine Tickets mehr im Moulin Rouge ergattern konnte, aber trotzdem ein Kabarett sehen möchte, kann alternativ die Show vom Lido* besuchen. Wir haben sie besucht und uns hat sie sehr gut gefallen. Dabei sind hübsche Tänzer und Tänzerinnen mit tollen Tanzeinlagen und Musik, beeindruckende Akrobatik, humorvolle Einlagen und natürlich darf auch der klassische Cancan nicht fehlen (Fotos sind natürlich während der Show nicht erlaubt). 

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre

Im Jardins des Champs-Élysées – einem öffentlichen Park -, kann man ein kleines Päuschen einlegen und das Treiben der Stadt (alternativ auch die Täubchen) beobachten. Er wurde 1667 angelegt und war einer der ersten Parks der Stadt. Auf der rechten Champs-Élysées Seite kann man Théâtre Marigny, div. Pavillons und das Palais de L’Elysee besuchen. Letzteres ist der Amtssitz des Staatspräsidenten und war der Wohnsitz der Marquise von Pompadour, bevor er an Ludwig XV überging. Der Palast sah div. Eigentümer und jeder veränderte etwas, was ihn besonders sehenswert machen soll. Bei uns war er leider geschlossen. Auf der linken Champs-Élysées Seite befindet sich der Grand und der Petit Palais. Sie wurden für die Weltausstellung 1900 als Ausstellungsgebäude errichtet. Das Grand Palais beherbergt heute das staatliche Museum mit Wechselausstellungen zu Kunst- und Gemäldeausstellungen und das Petit Palais das städtische Museum der schönen Künste mit Gemälden und Skulpturen. Beide sind beeindruckende Gebäude – besonders der Grand Palais mit seinem gewaltigen Dach aus Glas. 

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Der Jardins des Champs-Élysées mit Blick auf das Théâtre Marigny

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Das Grand Palais von oben – hier kann man sehr gut das gläserne Dach erkennen

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Der Grand Palais sollte „la gloire de l’Art francais“ (den Ruhm der französischen Kunst) darstellen

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Das Grand Palais von der Seine aus

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Zwischen dem Grand Palais und der Seine befindet sich das Monument à Lafayette

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Die Fassade des Petit Palais besteht zum Großteil aus Fenstern

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre So unglaublich viele Details

An der Seine befindet sich der Pont Alexandre III, die „wohl eindrucksvollste und auch kühnste Bogenbrücke ihrer Epoche“. Sie erinnert an den Zar Alexander III, der dem französischen Staatspräsidenten 1891 ein Defensivbündnisses vorgeschlagen hatte, woraus 1894 die Französisch-Russischen Allianz entstand. Eine wunderschöne Brücke im Neobarock Stil, aber Achtung: auch ein wahrer Touristenmagnet. 

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Der Pont Alexandre III musste so flach wie möglich sein, um den Blick auf den Dôme des Invalides nicht zu versperren,
aber gleichzeitig auch hoch genug sein, um die Schifffahrt nicht zu beeinträchtigen

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Auf der Brücke befinden sich zahlreiche steinerne Statuen

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Die Brücke hat 4 Pylone, die mit jeweils 4m hohen vergoldeten Bronzefiguren geschmückt werden

Die Champs-Élysées endet am Place de la Concorde – der größte Platz von Paris. Optisch ist der Platz bekannt für seinen weithin sichtbaren Obelisken von Luxor aus dem 13 Jhd. Er war ein Geschenk aus Ägypten und wurde 1836 in Paris aufgestellt. Die rund 1600 Hieroglyphen berichten von den ruhmestaten des Ramses II. In Paris steht er als Symbol für den schwierigen Weg zum Erreichen der Eintracht des Volkes. Die goldene Spitze wurde erst nachträglich 1998 hinzugefügt. Ansonsten ist der Platz gesäumt von prächtigen Hotels und zwei Brunnen. Geschichtlich ist der Platz bekannt dafür, dass u.a. Ludwig XVI und Marie Antoinette während der Französischen Revolution hier enthauptet wurden. 

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre La Place de la Concorde mit ihrem Obelisken und Blick auf den Eiffelturm

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Der Platz hat 1836 – 40 sein heutiges Aussehen erhalten

Weiter geht es für uns in den Jardin des Tuileries. Der Park gehörte zum ehem. Barock Schloss beim Louvre. Hier lohnt es sich eine längere Pause zu machen und vielleicht eine Kleinigkeit zu snacken, oder einfach einen gemütlichen Spaziergang zu machen. Königin Caterina de Medici ließ ihn 1564 errichten

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Der Jardin mit Blick auf den Eiffelturm

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Viel Grün zum verweilen

In Paris gibt es 5 königliche Plätze. Davon haben wir bereits den Place de la Concorde kennen gelernt. Weitere Plätze sind der Place des Vosges, Place Dauphine, Place des Victoires und der Place Vendôme. Letzterer ist im Prachtstils des 17 Jhd gestaltet und wird von prächtigen Stadthäusern umrahmt. Ludwig XIV wollte hier einen Ort schaffen, der die absolute Macht inmitten von Paris verkörpern sollte. Napoleon ließ dann später seine Statue entfernen und ersetzte sie durch die Siegessäule Colonne Vendôme. Bekannt ist der Platz heute für das französischen Justizministeriums und das Ritz Hotel, sowie div. Luxusgeschäfte – so herrscht hier heute der Luxus anstatt der Politik. 

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Zwischen langen Reihen an Häusern – la Place Vendôme

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Die Siegessäule Colonne Vendôme mit ihren prächtigen Details

Als nächstes kamen wir zum berühmten Louvre – das größte und meistbesuchte Museum der Welt! Das Kunstmuseum befindet sich in der ehem. Residenz der französischen Könige, dem Palais du Louvre. Ich habe es tatsächlich bisher noch nicht geschafft, das Museum zu besuchen, den hier sollte man sich ordentlich Zeit einplanen (und man wird trotzdem nicht alles schaffen). Aber alleine von draußen macht das Museum mit seiner Glaspyramide im Innenhof schon ordentlich was her. Die Pyramide wurde 1985 – 89 errichtet und dient dem Museum als Haupteingang. 

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Wir betreten das Gelände durch eine der Erweiterungsbauten dem Pavillon Richelieu

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Unser erster Blick auf die Glaspyramide

Angefangen hat alles im 16. Jhd mit dem damalige König Franz I, der als großer Sammler bekannt war. So richtete auch er Leonardo da Vinci ein eigenes Domizil ein (und so kam der Louvre wohl ursprünglich in den Besitz der Mona Lisa). Es folgten weitere Kunstliebhaber und die Sammlung wuchs – war zu dem Zeitpunkt aber nicht öffentlich zugänglich. Genau 10 Jahre nach der Abschaffung der Monarchie wurde das Kunstmuseum für die Öffentlichkeit geöffnet. 

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Der französischen Staatspräsidenten Mitterrand hatte die Idee den Louvre in das größte Museum der Welt umzuwandeln

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Die Glaspyramide besteht aus 603 rautenförmigen und 70 dreieckigen Glasplatten

Verlässt man den Louvre durch die Passage Richelieu, wird man zum Palais Royal kommen. Dieses Palais ist ein Stadtpalast, in dem sich im Haupttrakt der Staatsrat befindet, im Westflügel die Comedie Francaise und im Ostflügel das Kulturministerium. Er wurde zwischen 1627 – 1629 für den ersten Minister Kardinal Richelieu errichtet. Nach seinem Tod 1642 ging das Palais an die Königsfamilie über. Danach lebte die Königsmutter Anna von Österreich mit ihren damals noch minderjährigen Kindern dort, aber später auch mal der Duc D’Orleans (der Bruder eines Königs). Nach der Französischen Revolution fanden im Palais auch Cafes, Restaurants, ein Bordell und ein Kasino platz. Heute ist der Palast für die Öffentlichkeit geschlossen, aber der Garten im hinteren Teil kann besichtigt werden.

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Ein weiterer schöner grüner Fleck in Paris

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre

Neben dem Louvre befindet sich die Eglise Saint-Germain-l’Auxerrois. Sie war damals die Hofkirche des ehem. Palais de Louvre und hier wurden zahlreiche Künster begraben, die im Palais tätig waren. Die erste Kirche an dieser Stelle soll aus dem 6. Jhd stammen. Diese wurde im 11.Jhd durch die Normannen zerstört und so wurde der Grundstein für eine neue Kirche gelegt. Der Bau zog sich aber bis zum 15. Jhd hin und so haben sich verschiedene Baustile vermischt.

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Durch die verschiedenen Epochen Bauzeit, ist das Aussehen der Kirche nicht immer einheitlich

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Ist das Kunst oder kann das weg? Mit dem Perrault’s Colonnade im Hintergrund, der östlichste Fassade des Louvres

Im Quartier des Halles

Unser Weg führt uns weiter in das Viertel Quartier des Halles. Es wurde nach dem ehem. Großmarkt und seinen Markthallen benannt, welche besonders durch Émile Zolas Roman „Der Bauch von Paris“ bekannt geworden sind. Die ehem. Markthalle entstand 1971-1973 als ein unterirdisches Einkaufszentrum „Forum des Halles“ mit Metro-Bahnhof, einem Schwimmbad und einem Auditorium. Hier findet man heute 150 Marken in 35 Geschäften, 17 Restaurants und sogar ein Kino.

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre 

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Hier kann man nicht nur shoppen

Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel kommen wir an der Fountain of the Innocents („Brunnen der Unschuldigen“) vorbei. Dabei handelt es sich um ein Brunnen, der um 1547 – 1549 errichtet wurde. Als er errichtet wurde, war er damals noch von dem Cimetière des Innocents umgeben, auf dem etwa 2 Millionen Menschen bestattet wurden. Benannt wurde er nach der dazugehörigen Kirche Saints Innocents. Diese wurde 1786 abgerissen und der Friedhof 1780 – 1788 aus gesundheitlichen Gründen verlegt.

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Heute ist der Brunnen von einer belebten Fußgängerzone umgeben

Als nächstes ging es zum Centre Georges Pompidou – ein staatliches Kunst- und Kulturzentrum. Es gilt mit seinen Außenrolltreppen und den riesigen Röhren an der Außenseite als ein Architekturwunder des 20. Jhd. Im Inneren kann man das Nationalmuseum für Moderne Kunst besichtigen. Hier gibt es eine beachtliche Kunstsammlung des 20. und 21. Jhd in einer Dauerausstellung, sowie regelmäßig wechselnde internationale Ausstellungen zu sehen. Vom obersten Stockwerk soll man eine tolle Panoramasicht auf das Zentrum der Stadt haben. Außerdem beherbert das Gebäude noch ein Restaurant und eine Bibliothek.

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre

Le Marais & Bastille

Das Viertel Le Marais ist voller Cafes, Boutiquen, Bars und kleinen Gärten – es ist eines der angesagtesten Viertel Paris. Hier ist immer was los. Man findet putzige, windschiefe Häuschen, aber auch Adelspaläste und enge Straßen mit hipper Dekoration. Hier bewegt man sich auf den Spuren der Tempelritter, die die ursprüngliche Sumpflandschaft im 13. Jhd bewohnbar gemacht haben (Marais bedeutet Sumpf). Im 17. Jhd war hier die bevorzugte Wohngegend des Adels, welcher aber nach der französischen Revolution vertrieben wurde. 

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Hübsche Straßen findet man in Marais zu genüge

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Außerdem ist das Viertel sehr Gay-freundlich

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre In den Straßen findet man süße Deko…

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre … und interessante Kunst

Hier sehen wir rechts die Fontaine du Palmier (auch genannt Fontaine de la Victoire) – ein Brunnen auf dem Place du Châtelet. Er erinnert an die Siege von Napoleon und war zur Fertigstellung 1808 der größte erbaute Brunnen. Napoleon hatte damals 15 Brunnen in Auftrag gegeben und dieser ist einer römischen Triumphsäule nachempfunden. An der Spitze hält die Figur Palmblättern – nach diesen die Säule benannt ist – in Erinnerung an den ägyptischen Feldzug Napoleons. Am Fuße der Säule gibt es 4 Statuen, die für Vigilanz, Gerechtigkeit, Stärke und Klugheit stehen.

Links befindet sich die Tour Saint-Jacques – ein gotischer Turm, der ursprünglich zu der Kirche Saint-Jacques-la-Boucherie gehörte. Lange Zeit war die Kirche ohne Glockenturm – dieser wurde erst 1510 mit 16 Stockwerken und 310 Stufen beendet. Seit 2013 ist der Turm wieder für die Öffentlichkeit zugänglich (allerdings nur für Gruppen und nach Voranmeldung). Die Tierfiguren (Adler, Löwe, Ochse) an den oberen Ecken stammen aus der Offenbarung des Johannes. Um den 51m hohen Turm befindet sich eine kleine Parkanlage.

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre

Als nächstes kommt das prächtige Hôtel de Ville – das Rathaus von Paris. Das erste Gebäude an dieser Stelle aus dem 14. Jhd wurde wegen Baufälligkeit im 16. Jhd abgerissen und ein neues Gebäude erbaut, welches das Stadtarchiv beherbergte. Dieses wurde wiederum während der Pariser Kommune in Brand gesteckt und auch das Stadtarchiv wurde vernichtet. Das heutige Gebäude wurde 1874-1882 errichtet. Der ursprüngliche Platz war im Mittelalter der älteste Anlegeplatz Paris, der für seine öffentlichen Hinrichtungen bekannt war. Der Platz, der damals Place de Grève hieß, hatte damals ein sandiges und flaches Ufer. 1803 wurde er in Parvis de l’Hôtel de Ville umbenannt („Vorplatz des Rathauses“).

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Die prächtige Fassade wird von 146 Statuen geschmückt

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Als der Platz noch Place de Grève hieß wurde hier viel gestreikt, daher bedeuteten die Begriffe „faire (la) grève“ und „être en grève“ das man streikt. 

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Wunderschönes Rathaus mit eigenem, kleinen Springbrunnen

Nicht weit entfernt vom Hôtel de Ville befindet sich die Pfarrkirche Saint-Gervais-Saint-Protais (Ja, Kirchen, Kirchen und Kirchen – aber ich mag die französischen Kirchen einfach…). Die Kirche von 1494 hat eine Fassade von 1621 in Barock, die von Säulen geprägt ist – obwohl sie selbst im gotischen Stil errichtet wurde. Im Ersten Weltkriegs traf ein Geschoss während des Karfreitagsgottesdienstes die Kirche, worauf das Dach einstürzte.

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre

Wenn wir schon wieder bei Kirchen sind. Nicht weit entfernt davon befindet sich die Église des Billettes. Sie war Teil einer Klosteranlage aus dem 13. Jhd und die Geschichte erzählt den Frevel eines Judens und ein daraus entstandenes Wunder.

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Im Innenhof kann man einen schönen Säulengang besichtigen und ein „fliegendes“ Häuschen

Eine kleine Pause bietet sich im Place des Vosges an – einer der königlichen Plätze. Er gilt als der älteste und der schönste Platz von Paris. Er wurde im Auftrag des damaligen Königs zwischen 1605 – 1612 erbaut. 

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Der Park ist auch bei den Einheimischen sehr beliebt und dementsprechend gut besucht

Wir erreichen das Viertel Bastille, welches nach dem ehemaligen Gefängnis benannt ist. Es gilt als das Ausgehviertel von Paris und ist auch für den studentischen Geldbeutel geeignet. Sehr bekannt ist hier der Place de la Bastille – ein bedeutender städtischer Verkehrsknoten. Das Gefängnis, das an dieser Stelle stand, wurde während der Französischen Revolution am 14. Juli 1789 gestürmt und schließlich abgerissen. Das Gefängnis war bei den Parisern nicht besonders beliebt, da es auch für die Willkür und Unterdrückung durch das Königshaus stand, obwohl die Gefangenen wohl noch recht milde behandelt wurden. Der 14. Juli ist heute ein Nationalfeiertag, welcher für den französischen Sieg steht. 

Heute steht auf dem Platz eine 50m hohe Säule mit der Statue Colonne de Juillet. Sie erinnert an die „drei glorreichen Tage“ zwischen dem 27. und 29. Juli 1830 während der Julirevolution. Unterhalb der Säule befinden sich Gräber aus dieser Zeit. Unten rechts sieht man die Opera Bastille – die Oper, die für ihre etwas eigenwillige Konstruktion aus Glas und Aluminium bekannt ist. Das Gebäude wurde 1989 eröffnet und passte vom Stil so überhaupt nicht zu den anderen Gebäuden an dem Platz. Hier finden regelmäßig Vorstellungen statt. Bei Interesse sollte man unbedingt vorab Karten reservieren. 

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Nicht mein schönstes Foto aus Paris

Wie wärs mit einer kleinen Wanderung auf einer 10m hohen Promenade? Kein Problem, auf der Promenade plantée, offiziell Coulée verte René-Dumont, kann man den 4,5km langen, erhöhten Wanderweg „über“ Paris entlang spazieren. Der Weg wurde auf einer ehemaligen Eisenbahnstrasse erbaut und ist herrlich grün. Er beginnt zwar zunächst recht unspektakulär, aber es folgen kleine Tunnel mit Ziegelgewölben, auch mal ein Wasserlauf und berankte Torbögen. 

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Sehr schön grün und ruhig! Inmitten der Stadt

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Der Weg überquert 5 Straßen und durchquert 2 Gebäude!

Essen in Paris 

Pariser Restaurants sind geprägt von überdachten Sitzplätzen auf der Straße. Für mich ist das einfach Paris: an einer Straße zu sitzen, gemütlich was zu Essen und dabei das Treiben der Stadt beobachten. Natürlich kann man hier hervorragend essen gehen – auch wenn es z.T. nicht ganz günstig ist. Übrigens wartet man in der französischen Hauptstadt, bis man vom Kellner einen Platz an einem Tisch zugewiesen bekommt. Häufig wird eine Servicepauschale von 15% berechnet, dann ist ein Trinkgeld (pourboire) nicht nötig. Ist man zufrieden, kann man trotzdem Kleingeld auf dem Tisch liegen lassen, nachdem man sein Rückgeld zurück erhalten hat. In manchen Restaurants ist es möglich, kostenloses Leitungswasser zum Essen dazu zu bekommen („carafe d’eau“).

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre

Ein muss in Paris sind natürlich Macarons! Ich liebe dieses köstliche Baisergebäck ja und natürlich mussten wir hier zuschlagen. Auswahl gibt es in Paris unendlich und wir haben uns für die Macarons von Pierre Hermé entschieden. Es gibt verschiedene Filialen des französischen Konditors in Paris und man wird hier mit einer großen Auswahl an verschiedenen Geschmäcker empfangen. Die Macarons sind zugegeben nicht ganz günstig, aber waren dafür unglaublich lecker. Einfach die Augen aufhalten, Geschäfte gibt es genug – es sollten aber frische Macarons und keine abgepackten sein (die sind nämlich viel zu trocken und nicht mal halb so lecker!) ;-)

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Macarons – so bunt, so köstlich! 

Natürlich gibt es in Frankreich zahlreiche hübsche Tarts, leckeres Gebäck oder köstlichen Kuchen. Die Auswahl ist gigantisch und man wird in zahlreichen Cafes eine leckere Auswahl finden. Stellvertretend nenne ich hier das Cafe Le Voltigeur mitten in Marais. Der Kuchen war ausgesprochen lecker und es soll hier wohl auch leckere, frisch gepresste Säfte geben. Man sitzt hier entweder gemütlich draußen oder in dem hübsch eingerichteten Cafe im Inneren. 

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Der Himbeer-Käsekuchen mit weißer Schokolade und Himbeer-Sauce war hervorragend! 

Zu Frankreich gehören natürlich auch die Crepes! Ich liebe Crepes und so konnten wir das nicht auslassen. Und natürlich gibt es hier auch zahlreiche Auswahlmöglichkeiten. Wir haben uns für die La Crêperie nahe dem Panthéon entschieden. Hier gibt es Crepes in verschiedenen Geschmacksrichtungen und wenn man Glück hat und einen Platz draußen ergattern kann, kann man dabei gemütlich dem Treiben der Stadt zusehen.

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Für uns gab es Crepes mit Salzkaramell und Schokolade. Mmmmmmmh!

Ein Klassiker aus meiner Kindheit, und sowohl eine richtige Mahlzeit mit Beilage oder als Snack für zwischendurch ist der Croque Monsieur. Bei einem Corque handelt es sich um die französische Version des Sandwiches, die es in verschieden Variationen gibt. Der Croque Monsieur kommt mit Käse und Schinken, die Croque Madame mit Spiegelei. Dazu wird das Sandwich häufig noch mit Creme Fraiche oder Bechamel Sauce bestrichen. Genossen haben wir diesen im Le Corail – nahe unserer Unterkunft. Ein gemütliches Restaurant mit leckerem Essen und netter Bedienung, aber natürlich kann man den Herren oder auch die Dame auch woanders genießen.

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Für mich ein Klassiker in Frankreich

Trinkwasser & Toiletten in Paris

Die durstigen Entdecker unter uns können sich freuen: In Paris bekommt man eigentlich überall Trinkwasser umsonst. Denn über die ganze Stadt sind die sogenannten Wallace-Brunnen verteilt. Hier kann man sich Trinkwasser abfüllen – also leere Flaschen aufheben und wieder verwenden! Es gibt verschiedene Ausführungen – die bekannteste sind die großen, verzierten Brunnen in dunkelgrün. Es gibt sie allerdings auch in schlichter (ohne Statuen) und in bunt. Einfach die Augen offen halten auf der Erkundungstour und man muss nicht durstig bleiben (von November bis März werden die Brunnen allerdings wegen Frostgefahr abgestellt). Diese Brunnen kommen noch aus der Zeit während des Deutsch-Französischen Kriegs, wo Paris eine schwere Zeit durchlebte. Wohlhabende Bürger – wie der Engländer Richard Wallace – beteiligten sich an dem Wiederaufbau der Stadt.

Reisebericht Paris Champs-Élysées Louvre Tatsächlich gibt es diese Brunnen inzwischen nicht nur in Paris

Wer viel trinkt, muss irgendwann auch aufs Klo. Auch hier haben wir gute Nachrichten: Es befinden sich rund 400 Toilettenhäuschen in der pariser Innenstadt verteilt. Sie werden nach jedem Toilettengang gereinigt (es dauert zwar ewig, aber dafür sind sie sauber) und sie sind kostenlos! Sehr praktisch. Mehr Infos über den Standort gibt es hier.

Siehe auch:
Teil 1 meines Paris Reiseberichts: Ein Spaziergang durch Montmartre
Teil 3 meines Paris Reiseberichts: Im Rive Gauche (Eiffelturm, Stadtinseln, Montparnasse, Quartier Latin)
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten

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