Paris 1 – Ein Spaziergang durch Montmartre

Ein weiteres mal sollte es für mich in die französische Hauptstadt Paris gehen! Diesmal hatte ich mir etwas mehr Zeit genommen um die Sehenswürdigkeiten zu besichten. Unser Rundgang sollte in Montmartre beginnen…

Da ich bereits mehrfach in Paris war (das war jetzt mein 4tes Mal!), war dieser Ausflug nichts komplett neues für mich. Allerdings hatte es bisher immer nur für Tagesausflüge gereicht (hier hatte ich schon über meine Frühstücks-Odyssee berichtet) – diesmal wollte ich auch in Paris übernachten um ausreichend Zeit zu haben. Denn natürlich gibt hier einiges zu entdecken, denn die Stadt ist riesig! Es gibt so viele hübsche Gebäude zu sehen, massenweise Museen, leckeres Essen und gemütliche Plätze. Trotz mehrere Tage ist es eigentlich unmöglich alles zu sehen!

Reisebericht Paris Montmartre In Montmartre lohnt es sich auch einfach nur durch die Straßen zu spazieren

Von Frankfurt nach Paris mit dem Zug

Ich bin ja durchaus ein Fan vom fliegen, aber diesmal haben wir uns für eine Fahrt mit der Bahn entschieden. Mit etwa 4 Std. (ohne Umsteigen) und für 80 € (hin und zurück) mit dem Sparpreis der Deutschen Bahn waren die Konditionen erstmal ganz gut. Leider hatten wir auf der Hinfahrt direkt mal über 80 Min Verspätung. Die Rückfahrt verlief dafür aber problemlos und sehr pünktlich. Die Hinfahrt war mit der Deutschen Bahn und die Rückfahrt mit dem französischen TGV. Unsere Endstation war der Ostbahnhof (Gare de L‘Est), von wo man aus bequem mit der Metro in die Stadt weiterziehen kann. Unsere Unterkunft lag ganz in der Nähe, also konnten wir dorthin laufen.

Zeit für ein paar Fakten:

  • Hauptstadt von: Frankreich
  • Sprache: französisch 
  • Einwohner: ca 2.206.488
  • Währung: Euro
  • Trinkgeld: wenn Servicepauschale berechnet wurde ist Trinkgeld nicht nötig
  • Strom: Typ E (schmaler Stecker aus DE passen ohne Adapter)
  • Zeitumstellung: keine zu Deutschland
  • Beste Reisezeit: ganzjährig / Frühjahr und Herbst

Reisebericht Athen

Rive Droite und Rive Gauche? – Die Viertel von Paris

Paris ist riesig! Die Stadt besteht aus 20 Stadtteilen (Arrondissements), welche wiederum in verschiedenen Quartiers aufgeteilt wurde. Jedes Viertel hat seine Besonderheiten und seine Sehenswürdigkeiten. Es macht Spaß durch die Straßen zu schlendern und diese besonderen Merkmale zu entdecken. Ich habe meinen Bericht nach den Quartiers geordnet, auch wenn sich hier und da mal was überschneiden wird. Außerdem unterscheidet man noch zwischen Rive Gauche und Rive Droite – also die linke und die rechte Seineseite. Gern definieren sich die Pariser auch mit ihrer Seite.

Ein Spaziergang in Montmartre

Unsere Erkundungstour sollte in Montmartre beginnen. So wird der Hügel (die höchste natürliche Erhebung der Stadt) und das Viertel im Norden vom Zentrum genannt. Früher war die Ecke ein eigenständiges Dorf, welches seit 1860 zu Paris gehört. Im 19. Jhd war dieses Viertel eine Hochburg der künstlerischen und literarischen Szene von Paris, die man auch heute noch spüren kann: ein bunter Mix aus Kulturen, Farben und der Vielfalt. Zahlreiche Künstler konnten hier ein günstiges Leben führen, da das Zentrum damals schon sehr teuer war. Van Gogh, Picasso, Braque und viele mehr haben hier einmal gewohnt.

Reisebericht Paris Montmartre Normales Stadtleben in Montmartre

Reisebericht Paris Montmartre

Am bekanntesten ist natürlich die Basilika Sacre Cœur – ein Wahrzeichen von Paris. Der Architekt Paul Abadie ließ sich bei dem Entwurf von dem Markusdom in Venedig und der Hagia Sofia in Istanbul inspirieren. 1875 wurde der Grundstein gelegt, allerdings erlebte er die Fertigstellung nicht. Er starb bereits 9 Jahre später und die Kirche wurde erst 39 Jahre nach Baubeginn (1914) fertig gestellt. Wegen dem Ersten Weltkrieg konnte sie sogar erst 1919 geweiht werden. 

Reisebericht Paris Montmartre Sacre Cœur thront auf dem 130m hohen Hügel über Montmartre und Paris

Reisebericht Paris Montmartre Sie ist 83m hoch und alleine Die Kuppel hat bereits eine Höhe von 55m

Besonders faszinierend ist die weiße Fassade, die bei Sonnenlicht gerade zu strahlt (wir hatten ja leider an diesem Tag nicht das beste Wetter, aber das hat der Schönheit nicht geschadet). Im Gegensatz zu anderen Kirchen dunkelt hier das Material nicht im Laufe der Jahre nach, da sie aus Kalkstein (Travertin) erbaut wurde. Der Besuch der Kirche ist kostenfrei, für die Kuppel und die Krypte muss man Eintritt zahlen.

Reisebericht Paris Montmartre

Reisebericht Paris Montmartre Im Inneren kann man das gewaltige Mosaik mit einer Größe von 475 Quadratmeter besichtigen 

Reisebericht Paris Montmartre Der Eingangsbereich – hier finden inzwischen auch Kontrollen statt

Vom Platz vor der Kirche hat man einen grandiosen Blick auf die Stadt (wenn das Wetter klarer ist noch besser). Man könnte meinen, Paris liegt einem zu Füßen!

Reisebericht Paris Montmartre 

Reisebericht Paris Montmartre Vor der Basilika befindet sich der Square Louise Michel, ein kleiner Park mit einem Brunnen von Paul Gasq. 

Reisebericht Paris Montmartre Verliebte Schlösser gibt es auch hier

Neben dem Square Louise Michel gibt es eine Treppe mit 237 Stufen der zur Basilika hinauf führt. Wer die nicht selbst besteigen möchte, kann die Seilbahn Funiculaire de Montmartre benutzen. Die erste Seilbahn auf den Hügel von Montmartre wurde bereits 1891 errichtet und wurde noch mit Wasserballast angetrieben.

Reisebericht Paris Montmartre

Reisebericht Paris Montmartre Über den Dächern von Paris

Direkt neben dem Sacre Cœur befindet sich eine der ältesten Kirchen von Paris, die St-Pierre de Montmartre. Die erste Kapelle an dieser Stelle stammte aus dem 7. Jhd. Die heutige stammt aus dem 12. Jhd. und wurde ein Benediktinerkloster mit Pfarrkirche von König Ludwig VI und seiner Frau Adelheid von Savoyen in Auftrag gegeben. Als das Kloster 1686 nicht mehr genutzt wurde, wurde es abgerissen und nur die Pfarrkirche übrig gelassen. Um den Eingang herum befinden sich auch heute noch zwei römische Granitsäulen aus dem 7. Jhd die als Pfeiler dienen.

Reisebericht Paris Montmartre Der Blick von Sacre Cœur aus

Reisebericht Paris Montmartre Im Inneren der Kirche

Eines der bekanntesten Sehenswürdigkeiten für Kunstliebhaber von Montmartre ist der Place du Terter. Hier lebten im 18. Jhd zahlreiche Künstler, wie z.B. Picasso und Utrillo. Er galt als das Zentrum der damaligen Kunst. Heute findet man hier einige Cafes und zahlreiche Künstler, die ihre Kunstwerke verkaufen oder schnell ein Portrait anfertigen.

Reisebericht Paris Montmartre Die Künstler sind schon auf Regen vorbereitet

Reisebericht Paris Montmartre Hier findet man auch viele Cafes und Restaurants

Reisebericht Paris Montmartre Mit Blick auf Sacre Cœur

Reisebericht Paris Montmartre Um die Ecke befindet sich auch die Galerie Montmartre 

Etwas unterhalb vom Sacre Cœur auf der Place des Abbesses befindet sich le Mur des je t’aime (die „Ich-liebe-Dich“-Mauer), wo der Künstler die Worte „Ich liebe Dich“ 311mal in 250 verschiedenen Sprachen verewigt hat. Die roten Splitter sind Teile von zerbrochenen Herzen, als Symbol für die zerrissene Menschheit. Es soll diese auch in verschiedenen deutschen Dialekten geben. Wir waren zufrieden, als wir sie in deutsch gefunden haben, denn die Wand ist ganz schön voll. Da sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr!

Reisebericht Paris Montmartre Die vielen Worte wurden auf 612 Emaille Kacheln geschrieben

Reisebericht Paris Montmartre Ein versteckter Park in der Nähe der Mauer

Einen interessanten Anblick findet man auf der Place Marcel Aymé – hier kommt ein Mann aus der Mauer! Die Skulptur stellt die Hauptfigur der Novelle „Passe Mureille“ („Der Mann, der durch die Mauer geht“) dar und ist dem Schriftsteller Aymé gewidmet, der an diesem Platz gewohnt hat.

Reisebericht Paris Montmartre Hier wird gern posiert und dem Herrn die Hand „geschüttelt“

Unweit davon befindet sich die Moulin de la Galette – eine kleine Windmühle mitten in der Stadt. Sie ist die letzte von ehemals 30 Windmühlen, die den Hügel von Montmartre zierten. Sie ist noch voll funktionstüchtig und wurde das erste mal 1622 unter dem Namen Moulin du Palais erwähnt. Heute befindet sie sich im Privatbesitz und kann leider nicht besichtigt werden. Seit 1870 wird sie als Schenke genutzt. 

Reisebericht Paris Montmartre Die Mühle wurde gern von Künstlern gemalt. Die Zeichnung „Der Ball der Moulin de la Galette“ wurde von ihr inspiriert

Was ich ja in Frankreich immer ganz besonders mag, sind die schönen, alten Friedhöfe. So kam ich natürlich um den Cimetière de Montmartre (oder auch Cimetière du Nord) nicht drum rum. Er ist einer der bekanntesten Friedhöfe von Paris und dem Père Lachaise (noch bekannter, liegt aber etwas außerhalb des Zentrums) sehr ähnlich. Das große Gelände ähnelt einem Park mit teilweise wirklich hübschen, alten Gräbern. Am Eingang gibt es einen Grabplan, in dem die Gräber bekannte Persönlichkeiten markiert sind. Wir haben uns ein paar berühmte Menschen heraus gepickt und uns dann auf die Suche nach ihren Gräbern gemacht.

Reisebericht Paris Montmartre Der Friedhof ist inzwischen fast 200 Jahre alt

Reisebericht Paris Montmartre Gräber gibt es hier auch in unterschiedlichsten Stilen

Reisebericht Paris Montmartre Bei Errichtung 1825 lag er noch außerhalb der Pariser Stradtgrenze

Reisebericht Paris Montmartre Links: das Grab von Émile Zola – einem französischen Schriftsteller, Maler und Journalist.
Wir kennen ihn von dem Buch „Der Bauch von Paris“

Reisebericht Paris Montmartre Es gibt zahlreiche Wege durch den großen Friedhof

Reisebericht Paris Montmartre Der Friedhof wurde auf einem ehem. Gipssteinbruch angelegt

Reisebericht Paris Montmartre Alt, neu, groß, klein, auffällig oder schlicht – von allem ist etwas vertreten

Reisebericht Paris Montmartre Das Grab (weißes) von Heinrich Heine, einer der bedeutendsten deutschen Dichter, Schriftsteller
und Journalisten des 19. Jhd

Reisebericht Paris Montmartre

Reisebericht Paris Montmartre Rechts: natürlich gibt es auch einige hübsche Figuren zu entdecken

Reisebericht Paris Montmartre

Reisebericht Paris Montmartre Diese Figur hat mir ganz besonders gut gefallen – eine sehr schöne arbeit

Reisebericht Paris Montmartre Das rechte Grab ist von Alexandre Dumas der Jüngere – der Sohn des Schriftsteller von die drei Musketiere und
der Graf von Monte Christo – ebenfalls Schriftsteller

Geht es den Hügel Montmartre wieder runter kommt man zum Place Pigalle. Nachdem die Künstler zu Beginn des 20. Jhd in das Viertel Montparnasse auswanderten, entwickelte sich die Region um den Place Pigalle zum Rotlichtviertel. Heute gilt Pigalle als eigenes Viertel, aber ich zähle es mal zu Montmartre dazu. Hier findet man auch das berühmte Varietee Moulin Rouge, welches 1889 gegründet wurde. Damals wurden hier viele Bälle mit Cancan getanzt, aber auch viele berühmte Pariser Stars tanzten hier. In den 1990er Jahren ging es dem Moulin Rouge finanziell nicht besonders gut. Dank des 2001 erschienen gleichnamigen Kinofilms erfreut sich der Nachtclub heute aber wieder großer Beliebtheit. Wer sich eine Show im Moulin Rouge* anschauen möchte, sollte zeitig buchen – sie sind oft Monate im Voraus ausgebucht.

Reisebericht Paris Montmartre

Reisebericht Paris Montmartre Wer sich eine Show im Moulin Rouge anschauen möchte, sollte zeitig buchen – sie sind oft Monate im Voraus ausgebucht

Reisebericht Paris Montmartre Die Straßen im Pigalle sind lebhaft und bunt

Wer sich eher fürs Theater interessiert wird vielleicht im Théâtre de Paris fündig. Es wurde 1891 an der Stelle einer früheren Rollschuhbahn errichtet. Das historische Theater hat einen großen Zuschauersaal mit über 1.100 Sitzplätzen und einen kleineren mit 300 Plätzen. Es werden wechselnde humoristische Stücke angeboten.

Reisebericht Paris Montmartre

Wer gerne shoppen geht, sollte sich das nahe gelegenen Einkaufsvierteln Grands Boulevards genauer ansehen. In der Galerie Lafayette kann man sich in einigen (wenn auch nicht ganz günstige) Geschäfte umsehen. Wer sich nicht so fürs shoppen begeistern kann (wie ich), sollte aber evtl. trotzdem einen Blick in den Laden werfen. Von der kostenlosen Dachterasse soll man einen schönen Blick auf die Stadt haben (diese war bei uns leider geschlossen) und ansonsten kann man die beeindruckende 40m hohe Glaskuppel des 10-stöckigen Kaufhauses von 1908 bewundern.

Reisebericht Paris Montmartre Eine gewaltige farbige Glaskuppel

Reisebericht Paris Montmartre Hier gibt es einiges zu shoppen!

Unsere Unterkunft in Paris

Paris ist recht teuer – egal ob es ums Essen geht oder eine Unterkunft. Daher haben wir uns für ein Airbnb Apartment entschieden, welches im Viertel Grands Boulevards lag, nahe von Montmartre. Wie es für Paris ganz typisch ist, war das Apartment sehr klein mit einem Bett im Zwischengeschoss. Für uns war der Platz mehr als ausreichend, da man eh den ganzen Tag unterwegs ist und wir nur ein Bett zum schlafen gebraucht haben. Das Bett im Zwischengeschoss fand ich richtig gemütlich und kuschlig. Der einzige Kritikpunkt an der Unterkunft war, dass es teilweise sehr laut war. Die Wohnung war recht hellhörig und direkt neben dem Hauseingang. Mitten in der Nacht und früh am Morgen wurde die Tür ständig auf und zu gerissen und hat jedesmal einen lauten Schlag getan. Wer aber keinen empfindlichen Schlaf hat (oder nichts gegen Ohrstöpsel hat), sollte sich daran nicht weiter stören.

Reisebericht Paris Montmartre Die Leiter führt hoch ins Zwischengeschoss zum Bett

Siehe auch:
Teil 2 meines Paris Reiseberichts: Am Rive Droite (Champs-Élysées, Quartier des Halles, Marais)
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten

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