Odenwald 4 – die Burgenstraße entlang am Neckartal

In meinem letzten Bericht meiner Odenwald-Odyssee treibt es mich in den Süden, entlang der Burgenstraße ins Neckartal: natürlich erwarten uns hier Burgen, Fachwerkhäuser, tolle Wanderwege und das alles mit großartiger Aussicht entlang des Neckars…

Die Burgenstraße ist eine Route, die beim Mannheimer Schloss beginnt und sich durch das Neckartal bis nach Bayreuth schlängelt – somit hat die Straße eine Reiselänge von 770 km. Sie wurde 1954 als Arbeitsgemeinschaft gegründet und 2000 in einen Verein umgewandelt. Bis Ende 2017 ging die Burgenstraße noch bis Prag – diese Zusammenarbeit wurde aber zum 01.01.2018 eingestellt. Neben der Autoroute gibt es auch Fernradwege, die auf den Nebenstraßen verlaufen. Und natürlich kann man auch ausgiebig Wandern gehen. Hier befinden wir uns im Odenwald von Baden-Württemberg. 

Von Heidelberg aus kann man eine bestimmt sehr schöne Bootstour zu Neckargemünd und Neckarsteinach machen. 

Neckargemünd – Historische Altstadt und Ortsteil Dilsburg mit toller Burganlage

Unsere Tour beginnt in Neckargemünd – eine kleine Stadt etwa 10 km von Heidelberg entfernt. Die Stadt verteilt sich auf beiden Flussseiten. Die historische Altstadt findet man auf der südlichen Seite des Neckars und während eines kleinen Spaziergangs kann man die Geschichte der Stadt gut erkunden. Mein Rundgang beginnt am Stadttor – eine Toranlage, die zu Ehren des Kurfürsten Karl-Theodor von den Bürgern errichtet wurde. Nahe davon befindet sich der Menzer Park mit der Villa Menzer, welche 1892 erbaut wurde. Sie war das Wohnhaus von Julius Menzer – einem Weingroßhändler, der als erstes griechischen Wein nach Deutschland importiert haben soll. Später war er der griechische Konsul und Reichstagsabgeordneter. Ihm gehörte auch die griechische Weinstube „Zur Stadt Athen“, wo er die erste griechische Weinstube des Landes einrichtete.

Reisebericht Odenwald Das Stadttor – es gibt eine lateinische Inschrift: „Nicht zur Sicherheit der Stadt, sondern zum Ruhme des Kurfürsten
Karl-Theodor von der Pfalz wurde das Tor erbaut; dem Pfälzer wie dem Fremden heilig; wird es die Jahre überdauern“

Reisebericht Odenwald Die Villa Menzer im Grünen

Reisebericht OdenwaldDie Weinstube befand sich im ehem. Traufenhaus aus dem 17/18 Jhd und war das älteste Studentenlokal in der Umgebung

Der Kirchturm der Katholische Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk ist bereits von weitem zu sehen – sie wurde 1894 errichtet. Der Innenraum der Pfarrkirche wurde zu ihrem 100. Geburtstag neu renoviert und der Chorraum neugestaltet. Direkt davor befindet sich der gemütliche Marktplatz – der zentrale Platz der Altstadt mit Wochenmärkten Mittwochs und Samstags. Parallel dazu kann man durch die Kleppergasse – der Name lässt sich vermutlich von „Kleine Gasse“ ableiten – eine wirkliche schmale Gasse, da im 18. Jhd die Stadtmauer größtenteils abgebrochen wurde und so schmale Fachwerkhäuser an die Kleppergasse gesetzt wurden. 

Reisebericht Odenwald Die St. Johannes Nepomuk am Marktplatz – total gemütlich mit vielen Sitzgelegenheiten

Reisebericht Odenwald Der Marktplatz ist umgeben von alten Fachwerkhäusern

Reisebericht Odenwald hautnah dabei – die Kleppergasse 

Einen tollen Blick vom Ufer des Neckars kann man auf Christians Restaurant werfen. Das Restaurant befindet sich in dem ehem. Knappenkeller, dessen Grundmauern aus dem 13. Jhd. waren und wo Rittermahle stattfanden. Nachdem es 2003 zusammen mit dem Hotel „Ritter“ abbrannte, tat sich lange hier nichts, bis 2016 hier schließlich wieder ein Restaurant einzog. Unweit davon entfernt steht die Evangelische St. Ulrichskirche – die 1520 errichtete Kirche wurde auf den Grundmauern einer Vorgängerkirche aus dem 12/13 Jhd errichtet.

Reisebericht Odenwald Direkt am Neckar: Christians Restaurant

Reisebericht Odenwald Die St. Ulrichkirche war dem Schutzpatron der Fischer und Schiffer geweiht

Im Stadtgarten befinden sich die Reste der Grundmauer der Burg Reichenstein aus dem 13. Jhd. Sie wurde bereits im 15. Jhd aufgegeben und als Steinbruch benutzt.

Reisebericht Odenwald

Der historische Ortsteil Dilsburg liegt außerhalb von Neckargemünd und lädt zu einem Spaziergang ein. Oben auf dem Hügel steht die mittelalterliche Bergfeste, von wo man einen schönen Blick auf das Umland hat. Nachdem der Neckar als Verkehrsweg entdeckt wurde, folgte 1150-1200 der Bau der Burg. Im 30-jährigen Krieg zählte sie zu den heiß umkämpften Festungsanlagen und wurde von dem bayerische Feldherr Tilly besetzt. Sie wurde befreit und wieder besetzt – trotz der dieser Kämpfe blieb die Burganlage immer unzerstört. 1822 wird die Burg zum Steinbruch erklärt. Im Laufe der Jahre hatte sie andere Verwendungszwecke: sie war eine Arrestzelle für Heidelberger Studenten und wurde später auch als Staatsgefängnis genutzt. Die Burganlage mit einer tollen Burgmauer kann für 2 € besichtigt werden. Beeindruckend müssen auch die 80 m langen Stollengänge sein die im Zuge einer Führung besichtigt werden können (Mai – Oktober an Sonn- und Feiertagen um 15 Uhr).

Reisebericht Odenwald Das ehemalige Stadttor der Burgfeste?

Reisebericht Odenwald Auf dem Weg zur Burg wird einem nicht langweilig – man passiert stimmungsvolle Gässchen

Reisebericht Odenwald Die Burg thront auf dem Hügel… 

Reisebericht Odenwald … und vom Aussichtsturm hat man eine sehr schöne Aussicht: hier mit der Evangelische Kirche

Neckarsteinach – die Vierburgenstadt am Neckar

Die nächste Ortschaft ist Neckarsteinach. Ihren Namen verdankt sie der Mündung des Odenwaldbaches Steinach in den Neckar und sie ist die südlichste Gemeinde Hessens. Über der Stadt thronen 4 Burgen, denen sie den Spitznamen „die Vierburgenstadt“ verdankt. An der 5km langen Uferpromenade Neckarlauer kann man gemütlich am an Neckarsteinach und dem Neckar entlang spazieren.

Reisebericht Odenwald Mit Blick auf 3 der 4 Burgen – ein Suchbild

Die historische Altstadt hat 3 Brunnen zu bieten: Treidlerbrunnen – wo damals bis zur Einführung der Kettenschifffahrt 1878 das Auswechseln der Pferde statt fand, die kleine Schiffe flussaufwärts gezogen haben, der Schifferbrunnen, der aus 5 übereinander gesetzten Schiffsschrauben besteht und der Kirchenbrunnen aus dem Jahre 1790 der aus graugrünem Sandstein erbaut wurde.

Reisebericht Odenwald Der Schiffsbrunnen wurde 1997 vom traditionsreichen Schifferverein gestiftet

Mit dem Titel „das schönste Haus der Vierburgenstadt“ schmückt sich das Restaurant zum Ambtmann – ein historisches Fachwerkhaus von 1587. 1930 ging das Haus an die Stadt über und wurde bis 1942 als Jugendherberge für junge Wanderer genutzt. 1979 wird das stark heruntergewirtschaftete Gebäude von einem Gastronomen gekauft, der es unter strengsten Auflagen des Denkmalschutzamtes sanierte.

Reisebericht Odenwald Seit 1981 wird das Fachwerkhaus als Restaurant genutzt

Sich gegenüber liegend befinden sich zwei Kirchen der Stadt: die Evangelische Kirche Neckarsteinach – eine spätgotische Kirche von 1483. Sie ist die erste Kirche der Stadt (wenn man den Vorbau aus dem 9/10. Jhd mitzählt) – und die Katholische Herz-Jesu-Kirche – eine Kirche im Neobarockstil von 1906-1908. Der Hauptaltar stammt ursprünglich aus der Kirche St. Stephan in Mainz von 1750. 

Reisebericht Odenwald Die Evangelische Kirche Neckarsteinach mit dem Kirchenbrunnen

Reisebericht Odenwald Links die Herz-Jesu-Kirche mit Blick die Straße hinuntern auf den Ambtmann 

Bei einem kleinen Spaziergang oberhalb von Neckarsteinach, kann man die Burgen erkunden. Die Vorderburg befindet sich in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden. Sie wurde vermutlich zusammen mit der Stadtmauer um 1142 errichtet und ist damit die älteste der Burgen. Hier lebte einst der Minnesänger Bligger von Steinach, der von manchen als der Verfasser der Nibelungenlieds vermutet wird. Die Mittelburg, die 1200 erbaut und 1551 im Stile der Renaissance und 1835 im neogotischen Stil umgebaut wurde. Auch diese Burg befindet sich im Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden. Die Hinterburg wurde gegen 1220/1230 errichtet und ist öffentlich zugänglich. Bei dem Bau hatte man sich finanziell übernommen und so wurde sie erst 1344 fertiggestellt. Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde sie stark beschädigt. Zu guter letzt die Burg Schadeck – auch Schwalbennest genannt – die 1335 auf einem Felssporn errichtet wurde. Mit dem Bau begann man unrechtmäßig, denn das Grundstück wurde erst nach Fertigstellung der Burg käuflich erworben.

Reisebericht Odenwald Leider kann man die Vorderburg (der rechte kleine Zipfel, der zwischen den Bäumen hervor guckt) nur von weitem betrachten

Reisebericht Odenwald Die Silhouette der Mittelburg wirkt am Neckartal fremdartig und erinnert an wiederaufgebaute Burgen aus dem Mittel-Rhein

Reisebericht Odenwald Die Hinterburg ist schön überwachsen und lädt zum erkunden ein

Reisebericht Odenwald Vom dem Bergfried hat man eine tolle Aussicht auf das umliegende Tal

Reisebericht Odenwald Das Schwalbennest wurde wahrscheinlich schon im späten 15 Jhd zur Ruine

Reisebericht Odenwald Hier sind eigentlich nur noch die Grundmauernund ein kleiner Turm übrig

Hirschhorn (Neckar) – die Perle am Neckartals

Ein weiteres Städtchen – auch noch in Hessen – ist Hirschhorn – die Perle des Neckartals. Hier findet man in der historischen Altstadt viele putzige kleine Gassen und Treppchen, die neben kleinen Wohnhäusern mit liebevoll dekorierten Eingängen entlang führen. Das verleiht dem kleinen Ort fast einen südländichen flair. Die ehem. Stadtmauer ist noch fast vollständig erhalten und schmiegt sich um den Ortskern.

Reisebericht Odenwald Ein Blick auf Hirschhorn

Reisebericht Odenwald putzige Gassen führen auf und ab

Mein erster Stop ist die Ersheimer Kapelle im Stadtteil Ersheim – erstmals 773 urkundlich erwähnt und damit die älteste der Hirschorner Kirchen. Sie beherbergt mittelalterliche Grabmäler der Hirschhorner Ritter, Pfarrern, Altaristen und Bürgern aus dem 14-17. Jhd. und sie ist die – eine ganz besondere Aufgabe – mit 23 Fledermausarten die größte Fortpflanzungskolonie Hessens.

Reisebericht Odenwald

Reisebericht Odenwald

Die Staustufe Hirschhorn verbindet beide Flussseiten miteinander. Sie wurde 1933 errichtet und zuvor war nur eine Überquerung mit einer kleinen Fähre möglich. Von der Brücke aus hat man eine schöne Aussicht auf Hirschorn.

Reisebericht Odenwald Die Staustufe vom Schloss aus

Der blaue Turm ist ein Batterieturm der zur Stadtbefestigung gehört. Man nimmt an, dass sein Name von den den Farben der Signalfahnen stammt.

Reisebericht Odenwald

Reisebericht Odenwald An der Stadtmauer gibt es ein paar lustige Häuser zu entdecken

In der historischen Altstadt kann man zahlreiche alte Fachwerkhäuser bewundern. Am ruhigen Marktplatz befindet sich die Marktkirche Zur Unbefleckten Empfängis Mariae. Sie wurde als evangelische alternative zu der Klosterkirche 1628-30 errichtet.

Reisebericht Odenwald Ein schön dekoriertes Lokal!

Reisebericht Odenwald Die Kirche am Marktplatz – wobei dieser hier eher unspektakulär ist

Folgt man dem Weg bergauf kommt man zur Klosterkirche Mariae Verkündigung. Es wurde um 1400 von den Herren vom Hirschhorn zwischen Burg und Stadt errichtet. Anfang des 19. Jhd verfiel sie und wurde 1840 zum Teilabbruch freigegeben. Ab 1886 wurde sie wieder hergestellt. Heute finden einzelne Gottesdienste statt – es finden aber auch Konzerte statt.

Reisebericht Odenwald Süße Gassen auf dem Weg zum Kloster 

Reisebericht Odenwald Die Klosterkirche Mariae Verkündigung

Reisebericht Odenwald Über den Dächern von Hirschhorn

Oberhalb der Stadt thront das Schloss Hirschhorn – welches um 1250 errichtet wurde. Sie wurde im 14-15. Jhd weiter ausgebaut, auch mit Feuerwaffen. Das machte sie zu der militärisch modernsten Burg im Neckartal. Im 16-17. Jhd wurde sie zu einem Renaissanceschloss ausgebaut. Nach dem Tod des letzten Ritters 1632 verfiel die Anlage. Ab 1884 wurden Maßnahmen zum Erhalt der Anlage getroffen. Heute gibt es hier ein Schlosshotel, eine Burgkapelle und es finden regelmäßige Veranstaltungen statt.

Reisebericht Odenwald Diese Burg ist auch z.T. überwachsen – sehr schön

Reisebericht OdenwaldEin Stück Renaissanceschloss 

Reisebericht Odenwald Hier gibt es sogar einige Ziegen!

Burg Eberbach – alte Burgenanlage mitten im Wald

Eine sehr schöne Ruinenanlage ist die Burg Eberbach – sie besteht aus drei Burgen: die Vorder-, Mittel- und Hinterburg. Da es keine schriftlichen Quellen gibt, tippt man bei der Errichtung der Burg auf das 12. Jhd – 13. Jhd. Vermutlich war der Bauherr Graf Konrad von Eberbach und aufgrund seines frühen Todes wurde die Anlage nie völlig fertiggestellt. Bereits im 15. Jhd wurde die Burg – nach Erbstreitereien und Verpachtung – dem Verfall überlassen.

Die Burg ist ein schönes Ausflugsziel – sie liegt verlassen im Wald umwachsen von Pflanzen und Bäumen. Sie ist öffentlich zugänglich und kann jederzeit besichtigt werden. Vom Burgweg in der Stadt kann man auf die Burg wandern (ca 1,5 km mit 139 Höhenmeter)

Reisebericht Odenwald Neckartal Der Weg führt einen direkt zur Mittelburg und mit dem Anblick wird man empfangen

Reisebericht Odenwald Neckartal

Reisebericht Odenwald Neckartal Die Vorderburg ist der älteste Teil der Burganlage

Reisebericht Odenwald Neckartal Die Brücke führt zur Hinterburg

Katzenbuckel – der größte Berg des Odenwalds

Eine schöne Wanderung kann man am Katzenbuckel machen – der höchste Berg des Odenwalds ist ein erloschener Vulkan. Der Weg führt einen vorbei am kleinen Steinbruchsee, am Weg der Kristalle – ein Lehrpfad mit Infotafeln rum um die Entstehung des Katzenbuckels und Kristalle in der Region – und schließlich der Aussichtsturm. Der 18m hohe Turm von 1820 kann kostenfrei bestiegen werden und von oben hat man natürlich eine schöne Aussicht auf die Region. Wer eine große Wanderung machen möchte guckt mal hier, oder für eine etwas kompaktere hier. Nahe des Steinbruchsees gibt es eine leckere Turmschenke.

Reisebericht Odenwald Neckartal Der Katzenbuckel – sieht erstmal gar nicht so hoch aus

Reisebericht Odenwald Neckartal Der Steinbruchsee – klein und fein!

Reisebericht Odenwald Neckartal Der Aussichtsturm ragt mitten im Wald empor…

Reisebericht Odenwald Neckartal … und überzeugt mit einer tollen Aussicht

Reisebericht Odenwald Neckartal Tolle Wanderwege finden man hier auch – Wald und Wiesen

Zwingenberg (Baden) – Eine Wanderung zu einem Schloss und einer Schlucht

Zwingenberg (Baden) ist eine kleine Ortschaft mit 700 Einwohnern, direkt am Neckartal. Die Stadt hat ein paar hübsche Fachwerkhäuser zu bieten, aber die eigentliche Sehenswürdigkeit der Stadt ist das Schloss Zwingenberg. Am besten parkt man am Bahnhof Zwingenberg und wandert von dort aus zu dem Schloss. Es befindet sich im Privatbesitz und kann nur im Zuge einer Führung besichtigt werden – doch auch schon von draußen ist das Schloss sehenswert. Im Juli/August finden hier immer die Schlossfestspiele statt.

Reisebericht Odenwald Neckartal Das Schloss Zwingenberg am Neckartal

Reisebericht Odenwald Neckartal Hat fast was Märchenhaftes

Reisebericht Odenwald Neckartal Blick auf Zwingenberg mit der Neckarbrücke

Ein weiteres Highlight (was super von dem Schloss aus bewandert werden kann) ist die direkt danebenliegende Wolfsschlucht. Eine romantische, kleine Schlucht, die von einem Wanderweg umgeben ist. Die Wanderwege sind schmal, überwuchert und führen mal neben der Schlucht, mal direkt durch die Schlucht, direkt am kleinen Bachlauf entlang. Diese Schlucht hat eine wirklich tolle Atmosphäre und empfehlenswert für Wanderbegeisterte. Festes Schuhwerk ist allerdings nötig, er ist als apliner Klettersteig ausgewiesen und sollte an/nach starken Regentagen nicht bewandert werden.

Reisebericht Odenwald Neckartal So viel grün in der Wolfsschlucht

Reisebericht Odenwald Neckartal

Für die Wanderung von Zwingenberg, am Schloss entlang zur Wolfsschlucht eignet sich diese Route.

Die Minneburg – romantische Burgruine am Neckartal

Bei Neckargerach liegt – auf einem Hügel – die Minneburg. Lt. einer Sage, verdankt die Burg ihren Name der Minna von Horneck, die mit einem Grafen verheiratet wurde. Sie flüchtete aber in eine Höhle, da sie in den Ritter Edelmut von Ehrenberg verliebt war und seine Rückkehr vom Kreuzzug erwartete. Als er schließlich zurück kam, lag sie bereits im sterben. Er versprach ihr am Totenbett die Errichtung einer Burg in Erinnerung an ihre Liebe.

Die Ruine ist öffentlich zugänglich und kann jederzeit besichtigt werden. Vom Parkplatz am Fluss kann man eine kurze, knackige Wanderung auf den Hügel unternehmen (je nach Weg ca 2 km mit ca 150 Höhenmeter

Reisebericht Odenwald Neckartal

Durch die Margarethenschlucht

Noch eine weitere Perle für Wanderfreunde finden wir bei Neckargerach. Unsere 15km Wanderung führt uns von dem beschaulichen Erholungsort Neckargerach aus in den Naturparks Neckartal-Odenwald. Der Weg ist recht Abwechslungreich von Feldwegen, zu asphaltierte Wege, aber auch schön durch den Wald. Unser Hauptziel dieser Wanderung ist schnell erreicht: eine weitere Schlucht – die Margarethenschlucht. Die ca 300m lange Schlucht bietet einem auf etwa 110 Höhenmeter 8 Wasserfallstufen – damit ist er der höchste Wasserfall im Odenwald, aber gehört auch zu den höchsten Wasserfällen Deutschlands! Ausgeschildert ist der Wanderweg auch als „apliner Klettersteig“ – festes Schuhwerk und Trittsicherheit sind hier unbedingt notwendig!

Der schmale Weg schlängelt sich durch die Schlucht, entlang kantigen Sandsteinmassiven, aber auch friedlicher Naturschauspiele. Das Gebirgsbächlein in der Mitte, umgeben von knorrigen Wurzeln, Sträuchern, Moos, aber auch Echsen und Vogelgezwitscher. Durch den dichten Wald kann man auch ein schönes Spiel zwischen Licht und Schatten bewundern.

Reisebericht Odenwald Neckartal

Reisebericht Odenwald Neckartal

Unser Wanderweg führte uns noch nach Binau entlang am Neckar. Dabei statten wir der Burg Dauchstein einen Besuch ab – eine Burg, die um 1030 als Zollburg für die Schifffahrt genutzt wurde und sich seit 1999 in Privatbesitzt einer Burgensammlerin befindet. Auf dem Weg zurück nach Neckargerach überqueren wir noch die Schleuse Guttenbach. Wer sich für die nicht ganz unanstrengende Wanderung interessiert, kann hier vorbei schauen – ansonsten kann man die Wanderung nach der Margarethenschlucht natürlich auch abkürzen. 

Reisebericht Odenwald Neckartal Die Burg Dauchstein mitten im verlassenen Wald

Reisebericht Odenwald Neckartal die Schleuse Guttenbach – wer die Wanderung abkürzen möchte kann von der Margarethenschlucht aus auch direkt hier her wandern

So. An dieser Stelle endet meine Odenwald-Odyssee für dieses Mal. Mir hat es großen Spaß gemacht neue und bereits bekannte – nahe aber auch auch weiter entfernte Ziele – zu entdecken. Was mir wieder beweist: schönes muss nicht immer weit weg sein! Natürlich gibt es noch so viele weitere tolle Ziele im Odenwald und meine Entdeckungstour ist hier definitiv noch nicht abgeschlossen. Fortsetzung folgt…

Hab ich irgendwas grandioses vergessen, was hier unbedingt noch hin gehört oder habt ihr irgendwelche Tipps für tolle Ausflüge für mich? Schreibt mir gern – ich freue mich über jeden Vorschlag.

Siehe auch:
Teil 1 meines Odenwald-Specials: der vordere Odenwald
Teil 2 meines Odenwald-Specials: die historischen Altstädte von Michelstadt & Erbach
Teil 3 meines Odenwald-Specials: Die Bergstraße – Wein und Burgen
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten

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