Norwegen 09: ungeplant nach Oslo

Unser letztes Ziel in Norwegen war also Oslo. Ungeplant erkundeten wir die Hauptstadt Norwegens…

Von Trondheim nach Oslo

Wir starteten an diesem Morgen von Trondheim aus. Das war einer der wenigen Tage, wo das Wetter etwas wechselhaft war – aber die Aussicht war trotzdem noch großartig. Wir entschieden uns für die E6 Richtung Süden, diese führte uns am Dovrefjell–Sunndalsfjella und Rondane-Nationalpark vorbei. 

Reisebericht Norwegen Oslo

Reisebericht Norwegen Oslo

Nach einem langen Tag kamen wir nach 555 km in Olso an.

Oslo – die Hauptstadt Norwegens – hieß von 1624 – 1924 Christiania/ Kristiania. Nach einem großen Brand wurde die Stadt um einen Kilometer verlegt – näher an die Festung Akershus heran, die den Brand überstanden hatte – und in diesem Zuge wurde sie umbenannt. Trotz Verbot wurde die ursprüngliche Gegend der Stadt – besonders von Armen, die sich das teure Leben in der Stadt nicht leisten konnten – wieder besiedelt.

Nachdem Norwegen seine Unabhängigkeit 1924 zurück gewann, wurde die Stadt nach 300 Jahren wieder zurück in Oslo umbenannt. Sie trägt außerdem den Kosenamen „Tigerstaden“ (Tigerstadt), da sie nach einem Gedicht von Bjørnstjerne Bjørnson den Ruf hatte unbarmherzig und gefährlich zu sein. Tigerskulpturen in der Stadt erinnern an den Namen.

Sie ist mit 975.744 der größte Ballungsraum Norwegens – fast ein Drittel der Bevölkerung lebt in dem Großraum von Oslo. 2006 hat sie die Stadt Tokyo als teuerste Stadt der Welt abgelöst.

Unsere Unterkunft in Oslo

Wir hatten uns wieder über AirBnB eine Wohnung gesucht. Diese lag nahe am Zentrum und wir waren schnell in die Stadt gelaufen. Die Einrichtung war sehr schön und wir hatten alles was wir brauchten. 

Reisebericht Norwegen Oslo

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Was gibt es in Oslo zu sehen?

An unserem letzten richtigen Tag in Norwegen wollten wir noch ein wenig Oslo erkunden. Ursprünglich war es nicht geplant gewesen, dass wir auch Oslo besuchen würden. Da wir aber mit allem zeitlich so hervorragend voran gekommen waren und wir die Fähre von Oslo aus zurück nach Deutschland nehmen wollten, hatte es sich gerade zu angeboten vorher auch in Oslo halt zu machen. So schnappten wir uns einen Stadtplan und schauten uns das näher an…

Das Zentrum

Im Oslo Konserthus (Oslo Konzerthaus) finden einige der wichtigsten Kultur- und Musikveranstaltungen des Landes statt. Die Munkedamsveien Straße hat generell ein paar hübsche Häuser zu bieten und sie brachte uns von unserer Unterkunft direkt zum Schloss.

Reisebericht Norwegen Oslo

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Reisebericht Norwegen Oslo Die Norweger mögen es offenbar gern lang und dünn :)

Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Olso ist natürlich das Köngelige Slott (Königliches Schloss Oslo) mit dem Slottsparken (Schlosspark). Das Schloss dient als Residenz des Königs und zu Verwaltungszwecken, aber  auch als Gästehaus für besondere Gäste. Es wurde zwischen 1824-48 erbaut und gegen 13.30 Uhr kann im Sommer wohl täglich die Wachablösung beobachten. Von ende Juni bis mitte August kann man wohl eine 1-stündige Führung machen.

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Der Schlosspark hat eine größe von 22 Hektar und hier kann man ein paar lustige Figuren und Statuen bewundern.

Reisebericht Norwegen Oslo große Pilzartige Gebilde :)

Über die Karl Johans Gate kommt man ins Stadtzentrum. Hier gibt es auch einen schönen Fußgängerweg. 

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Hier findet man lauter Geschäfte und Cafes zum schlendern und bummeln. 

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Wir kommen an dem Nationaltheatret (Nationaltheater) vorbei. Es wurde 1899 eröffnet und ist das größte Sprechtheater Norwegens. Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz. 

Ein Brand zerstörte 1980 das Bühnenhaus. Es brach während einer Vorstellung aus. Das Publikum blieb zunächst noch sitzen, da es annahm, dass in einer anderen Gebäude eine Brandübung statt fand. Es wurde niemand verletzt, aber die Vorführungen mussten bis zur Wiedereröffnung 1985 in einem Zelt und einem kleineren Haus stattfinden.

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Vor dem Gebäude findet man ein paar Statuen, wie z.B. die von den Dramatikern Bjørnstjerne Bjørnson und Henrik Ibsen. Die übereinander gestapelten kreisförmigen Fundamente der Statuen nennt die Bevölkerung btw. Oslos Käsesockel.

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Als nächstes erreichen wir das Stortinget (Parlamentsgebäude). Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1866 und ist der Sitz der Nationalsversammlung. Das Wort „Storting“ bedeutet Großversammlung auf norwegisch. 

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Die Oslo Domkirke (Domkirche von Oslo) ist die größte Kirche Oslos und war der dritte Kathedralbau in Oslo. Der erste wurde im 12 Jhd errichtet und nach dem großen Brand 1624 wurde das Zentrum der Stadt verlagert und es musste ein neuer Bau her: 1632-1639 wurde ein neuer Dom gebaut und der alte verfiel mit der Zeit. Die neue Kirche brannte Ende des 17 Jhd auch ab und so wurde 1694-1697 die heutige Kathedrale errichtet. 

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Das Brannvakten sieht auf den ersten Blick vielleicht aus wie eine Kirche – ist aber ein Brandschutzgebäude. Es wurde 1854-1856 erbaut, nachdem ein weiterer Brand großen Schaden angerichtet hatte. Vom Turm aus hatte man einen guten Blick über die Stadt und lange Wasserschläuche konnten dort getrocknen werden.

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Direkt neben der Brannvakten befindet sich die Basarene – eine ehemalige Markthalle. Sie wurde 1840-1859 erbaut. Früher befand sich hier nur eine einfache Fleischerbude, da anfang des 19. Jhd aber die Nachfrage nach Lebensmitteln immer weiter anstieg wurde die Markthalle gebaut, die für 50 Läden platz hatte. Da die Nachfrage weiterstieg wurde der markt auf den nahegelegenen Youngstorget-Platz verlegt. 

Es gab Pläne die Markthalle abzureißen um ein Börsengbeäude zu bauen. Dies stieß aber auf Proteste und so wurde das Gebäude 1927 unter Denkmalschutz gestellt. Die Anlage verfiel über die Jahre und wurde 1960 renoviert. Heute gibt es hier wieder Restaurants und Geschäfte. 

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Im Hintergrund sieht man die Central Station von Olso. Auf dem Platz davor gibt es ein wildes treiben mit Rummel und Restaurants. 

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Das ist das Knus nazismen Denkmal –  es soll an die Osvald Gruppe erinnern, die 1941-1944 die deutsche Besatzungung in Norwegen sabotierten. Das Denkmal stellt ein Hakenkreuz dar, das von dem Hammer zerschlagen wird.

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Die Lichtfontaine – sie besteht aus dreieckigen Platten, die am Abend das Licht der Scheinwerfer reflektiert. Sie befindet sich am St. Olavs Platz. 

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Die lustigen Gestalten haben wir am Nordraaks Square entdeckt.

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Ein wenig außerhalb vom Zentrum liegt die Uranienborg Church. Sie wurde 1886 eingeweiht und war damals die teuerste Kirche die erbaut wurde.

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Am Hafen

Der Hafen befindet sich im Zentrum der Stadt und gehört natürlich zu den größen Häfen Norwegens. Der Hafen wurde 1735 gegründet und die Hafen-Betreibergesellschaft – heute Oslo Havn KF – gehört zu den ältesten noch existierenden Unternehmen Norwegens. Heute ist der Hafen nicht nur wichtig für Export/Improt und die Fähren – auf der Hafenpromenade gibt es viele möglichkeiten für Shopping, gutes Essen und Kultur.

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Reisebericht Norwegen Oslo Auch hier liegt eine Fähre vor Anker…

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Das Nobel Peace Center (Nobel-Friedenszentrum) wurde 2005 eröffnet. Die Stiftung wurde anlässlich der 100-jährigen internationalen Souveränität Norwegens gegründet. Sie informiert rund um den Friedensnobelpreis und setzt sich für den Frieden ein. 

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Das Rådhus (Rathaus) ist ein dominates Gebäude, direkt am Hafen. Es ist eines der Wahrzeichens Oslo und steht für die norwegischen Unabhängigkeit – direkt nach der unabhängigkeit 1905 von Schweden sollte dies mit einem Gebäude gefeiert werden. Es dauerte allerdings bis 1931 bis der Bau in Auftrag gegeben werden konnte. Büros wurden bereits seit 1939 genutzt, aber offiziell eingeweiht wurde es erst 1950 – da sich alles durch den zweiten Weltkrieg verzögerte. Hier wird auch jährlich der Friedensnobelpreis vergeben.

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Auf der anderen Seite des Hafens befindet sich die Festning Akershus (Festung Akershus). Es ist nicht klar, wann die Festung erbaut wurde – man geht vom Zeitraum 1287 – 1300 aus. Aber schon davor soll an dieser Stelle eine Wehranlage gestanden haben. Die Festung wurde 9 mal belagert und während des Zweiten Weltkriegs wurde sie von den Deutschen besetzt. Außerdem wurde sie als Landesgefängnis genutzt. 1814, mit der Union mit Schweden, wurde die Festung stillgelegt. Die Räume werden seitdem von der norwegischen Regierung zu Repräsentationszwecken genutzt.

Die Außenanlage der Festung  gehört aber heute noch zum norwegischen Militär  – sie ist aber auch als Parkanlage für die Öffentlichkeit geöffnet. In den Museen kann man etwas über die Militärgeschichte Norwegens erfahren.

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Reisebericht Norwegen Oslo Der Kollege tut so als wäre er ein Segelschiff :-)

Der Blick von der Festung auf den Hafen kann sich sehen lassen… 

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Nicht zu übersehen ist außerdem das Operahuset (Opernhaus). Es wurde 2008 als neues Opernhaus in Oslo gentutz – aber schon bereits 1998 bestanden Pläne für ein neues Gebäude, dass aus Beton und Glas bestehen sollte. Man nahm das Opernhaus aus Sydney als Vorbild, dieses direkt am Hafen entstehen zu lassen. Die Grundsteinlegung erfolgte bereits 2004 und das Design ist einem treibenden Eisberg nachempfunden. Es besitzt 3 Bühnen – die größte hat 1358 Sitzplätze. 

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Auch die Skulptur Hun ligger ist einer aufgetürmten Eismasse nach empfunden. 

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Reisebericht Norwegen Oslo Diese Fassade sieht ein wenig aus wie Blindenschrift

Reisebericht Norwegen Oslo Hier wird überall fleißig gebaut

Die Fassade des Gebäudes besteht zu etwa 90% aus weißem Carrara-Marmor. Der Einsatz war sehr umstritten, denn bereits vor Eröffnung war ein großteil des Materials gelb verfärbt. 

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Der Skulpturen-Park

Die Vigelandsanlegget (Vigeland-Anlage) befindet sich im Westen der Stadt. Im Skulptuuripark (Skulpturenpark) befinden sich 212 etwas eigenwillige Skultpuren aus Stein und Bronze. Sie sind zwischen 1907 und 1942 entstanden und symbolisieren den Kreislauf des Lebens – die Entwicklung vom Embryo bis ins hohe Alter. Der Park selbst entstand zwischen 1923 und 1943.

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Bei dem guten Wetter ist der Park sehr überlaufen. 

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Touristen – soweit das Auge sehen kann… 

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Hier sehen wir den Monolitten – die 17m hohe Säule besteht aus 121 Figuren, die von weiteren 36 Figuren umgeben ist. 

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Dieser Bengel ist ein besonders beliebtes Motiv, der Sinnataggen. Aus irgendeinem Grund werden seine Hände und Füße gern von Touristen gerubbelt, weswegen sie verfärbt ist. 

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Fazit Oslo

Ich war sehr gespannt ob wir mit Oslo eine gräßere Stadt von Norwegen zu erkunden hätten – aber auch die Hauptstadt entpuppte sich als nicht allzugroß und man hat das Zentrum schnell gesehen.  Wer interessier ist, hat auch hier unzählige Museen und Kunstgallerien die besichtigt werden können. Direkt vor der Tür findet man den Hafen mit dem Oslofjord, ansonsten ist die Stadt umgeben von Wäldern – so kommt auch die Natur nicht zu kurz. Insgesamt ist Oslo eine gemütliche Großstadt (und ja, das schrieb ich bereits über andere Norwegische Städte – aber es trifft hier einfach zu) mit einer guten Mischung aus Kultur, Stadtleben, Entspannung und Natur. Mir hat Oslo sehr gut gefallen und ist definitiv einen besuch wert.

Mit der Fähre zurück nach Deutschland

Am nächsten Tag hieß es dann entgültig zurück nach Deutschland. Wir hatten uns für eine Abkürzung auf dem Seeweg entschieden und verzichteten so auf einen Tag den Rädern durch Dänemark. Die Fähre war etwa 20 Stunden unterwegs und wir hatten eine einfache Kabine für die Nacht gebucht. Unterwegs waren wir mit Color Line. 

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Einen setzen Blick auf den Hafen und unseren letzten Fjord. 

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Reisebericht Norwegen Oslo Hier wollen noch einige rein…

Das Schiff selbst war auch sehr beeindruckend. Es war die erste Fähre in dieser Größenordnung und ich war überrascht was man hier alles finden kann. Restaurants, massenweise Geschäfte, Bars, ein Kasino etc. Alles etwas größer und eleganter als auf der Fähre auf dem Hinweg. 

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Wer eine etwas bessere Kabine mit Innen-Fenster hat, kann hier auf die Einkaufsstraße gucken. Diese passte ihr Licht an die entsprechende Uhrzeit an. 

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Wir verlassen das Land durch den Oslofjord – er gehört mit seinen 118km zu den größten Fjorden Norwegens. Im Sommer ist der Fjord ein beliebtes Reiseziel, da Touren zu den div. Inseln führen. Man kann hier auch tauchen,angeln und segeln.

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Reisebericht Norwegen Oslo Zum Abschied gab es nochmal gutes Wetter!

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Unsere Kabine war nicht groß aber völlig ausreichend. Rechts oben wäre noch ein Bett gewesen, das man hätte ausklappen können. 

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Wir erreichten Kiel am Morgen und nach einer letzten langen Fahrt kamen wir wohlbehalten im Rhein-Main-Gebiet an. 

Fazit Norwegen

Hiermit sind wir bei meinem letzten Reisebericht zu unserem Road-Trip durch Norwegen angekommen. Ich denke die Berichte sprechen für sich, dass Norwegen einfach nur genial war! Das Land ist so groß und vielfältig und perfekt für einen Road-Trip geeignet. Die Landschaft ist der Hammer und wird nie langweilig. Die Mischung aus Meer, Fjorden, Bergen und Tälern ist einfach großartig und es macht Spaß zu sehen, wie die Landschaft sich verändert.

Es ist zugegeben nicht ganz günstig, aber wenn man etwas sparen möchte, findet man hier auch Mittel und Wege. Wir hatten außerdem mega Glück mit dem Wetter – was nicht selbstverständlich ist und wir haben viele andere Reisende getroffen, bei denen es viel häufiger geregnet hat. Aber davon darf man sich im Zweifel auch nicht den Spaß verderben lassen: einfach die wasserdichten Klamotten einpacken – das ist es wert!

Siehe auch:
Teil 8 meines Norwegen Reiseberichts: Trondheim – kleine Stadt mit großem Dom
Übersichtskarte mit allen genannten Punken und Route