Norwegen 03: Bergen – das Tor zu den Fjorden

Mit Bergen erreichten wir die zweitgrößte Stadt Norwegens. Sie ist von sieben Hügeln umgeben und wird auch das Tor zu den Fjorden genannt. Die Stadt ist mit 248 Regentagen im Jahr die regenreichste Stadt Europas! Wenn hier mal die Sonne scheint wird alles stehen und liegen gelassen um sie richtig würdigen zu können – so erzählte man mir mal.

Im 12. Jhd war sie die Krönungsstadt – wurde aber später von Trondheim abgelöst. Bis 1880 war sie die größte Stadt und der wichtigste Hafens Norwegens. 1916 vernichtete ein Großbrand auch hier viele der Holzhäuser. Im 19. Jhd war Bergen ein Lepra Zentrum, wo der Arzt Gerhard Armaur Hansen 1873 den Erreger entdeckte. Das älteste Lepra-Spital aus dem 15. Jhd befindet sich hier und ist heute ein Lepramuseum.

Von Stavanger nach Bergen

Zeitig verließen wir an diesem Morgen Stavanger. Bei der Route kann man nicht viel falsch machen – einfach der E39 folgen. Auf dem Weg liegen zwei Fähren – inklusive diesen haben wir ca 5 Std für die Fahrt gebraucht. Das Wetter ist noch etwas grau, aber trotzdem sind wir hier schon von der wunderschönen Landschafts Norwegens gepackt.

Reisebericht Norwegen Bergen

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Reisebericht Norwegen Bergen Dunkle Regenwolken und blauer Himmel in einem

Unsere Unterkunft in Bergen

Dann waren wir also angekommen. Über AirBnB haben wir ein 3-Zimmer Apartment gebucht. Die Wohnung war wirklich großartig und das Bett mega gemütlich. Sie ist nicht ganz zentral – aber innerhalb von 10-15 min sind wir ins Zentrum gelaufen. Diese Unterkunft kann ich uneingeschränkt empfehlen!

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Reisebericht Norwegen Bergen Die Aussicht vom Balkon konnte sich sehen lassen

Sightseeing in Bergen

Der Tag hatte Wettertechnisch etwas mürrisch begonnen und da es ja so viel in Bergen regnen soll, hatten wir mit nichts anderem gerechnet. Aber wie durch ein Wunder kam die Sonne raus und wir konnten Bergen bei dem schönsten Wetter besichtigen.

Wir überquerten die Brücke über die die 555 führt um zum Zentrum zu gelangen. Von hier hatten wir schon einen spektakulären Blick auf den Hafen.

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Wir kommen über die Universitetet i Bergen (Universtität Bergen)in das Stadtzentrum. Sie wurde 1946 gegründet und ist nach Oslo und Trondheim die größte Universität Norwegens.

Reisebericht Norwegen Bergen Naja.. nicht die Universität, aber der Platz davor

Hier sehen wir die Grieghallen (Grieghalle) – eine Konzerthalle. Sie wurde 1978 fertiggstellt und wird seitdem auch als Probesall für das Philharmonische Orchesters Bergens genutzt. Benannt wurde sie nach Edvard Grieg, der 1880 der Leiter des Orchesters war. Es gibt hier auch ein Tonstudio (Grieghallen Lydstudio), dass bei norwegischen Black-Metal-Bands sehr beliebt ist.

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Der Byparken ist ein Park im Zentrum der Stadt. Er gilt als der erste öffentliche Park der Stadt. Nachdem bei einem Brand in 1855 die Region abbrannte, wurde der Platz angelegt.

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Direkt gegenüber befindet sich auch die Kunsthall (Kunsthalle). Sie gehört zu den größten norwegischen Einrichtungen für internationale Kunst mit jährlich über 200 Veranstaltungen und Ausstellungen.

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Von hier hat man einen großartigen Blick auf den Stadtteil Skansemyren und seinen putzigen Häuschen

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Hier sehen wir Claus Fasting – er war ein im 18 Jhd wichtiger norwegischer Redakteur und Autor.

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Auf der Torgallmenningen Allee findet man diese interessante Skulptur. Der Platz ist einer der wichtigsten Treffpunkte der Stadt. Er wurde erbaut nachdem ein schlimmer Brand die ganze Straße verwüstete. 

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Und schließlich kommen wir zum Hafen. Er gehört zu den geschäftigsten Seehäfens Europas und ist der 2. größte Norwegens. Hier findet man das Hanseviertel Bryggen – früher auch Tyskebryggen (Deutsche Brücke) genannt. 1343 wurde hier eine Hanseniederlassung eröffnet – da man damals dort aber kein Hansemitglied war, wurde dieses der Hansestadt Lübek zugeordnet. Zu dieser Zeit bestand die Stadtbevölkerung zu einem Viertel aus Deutschen.

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Reisebericht Norwegen Bergen Zwar standen die dunklen Wolken schon wieder in den Startlöschern, aber sie blieben in der Ferne und abbekommen haben wir nichts

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Natürlich kommt man hier auch nicht am Torget i Bergen – dem Fischmarkt vorbei. Er ist tagsüber geöffnet (in den Sommermonaten sogar bis spät in den Abend hinein). Hier findet man neben Fischen und Meeresfrüchten aber auch Obst und Gemüse. Früher war es wohl noch ein richtiger Fischmarkt mit frisch gefangenen Fischen von Fischern – heute ist es eher eine Touristenattraktion und die angebotenen Lebensmittel sind sehr teuer.

Wir haben uns trotzdem ein Lachs-Brötchen gegönnt und es war sehr lecker.

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Deutsch und Norwegisch?
Schnell ist uns aufgefallen, dass es eine gewisse, nicht zu leugnende, Gemeinsamkeit zwischen der deutschen und norwegischen Sprache gibt. Viele Wörter werden ähnlich geschrieben und man versteht sie direkt, auch wenn man kein norwegisch spricht. Gefühlt ist norwegisch eine Mischung aus deutsch und englisch, z.B. Haus = hus, wichtig = viktig. Zunächst scheint die norwegische Sprache ein wenig kryptisch, aber bei genauerem hinsehen lässt sich das ein oder andere doch noch ohne allzugroßen Aufwand identifizieren.

Die Bergenhus Fortress (Festung Bergenhus) ist eine der ältesten Festungen Norwegens. Die ältesten Teile stammen noch aus dem 12 Jhd. Das Gelände ist weitläufig und neben den alten Gebäuden gibt es auch ein wenig Grünanlage. Der großteil der Festung wurde bei einer Explosion im Jahre 1944 zerstört. Die Anlage wurde aber so originalgetreu wie möglich wieder aufgebaut. Ansonsten findet man auf dem Gelände (Festinghus) auch noch ein Museum mit einer Ausstellung zum Thema Kriegszeit (Waffen, Uniformen etc.)

Hier sehen wir den Rosenkrantztårnet (Rosenkrantz Tower) – er wurde 1270 errichtet. Früher residierte hier der König Eirik Magnusson bis er 1299 starb. Später befand sich im Keller ein Kerker der bis zum 18 Jhd genutzt wurde.

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Die Marienkirche wurde 1130 nach dem Vorbild des Speyer Doms erbaut. Früher wurde sie auch Deutsche Kirche genannt. Während des zweiten Weltkriegs wurden die Deutschen aber so unbeliebt, dass der Name geändert wurde. Sie wurde damals von den Hansekaufleuten genutzt. Da die meisten der Kaufleute aus Deutschland kamen, wurden die Predigten bis 1868 auf deutsch gehalten.

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Den Nationale Scene (Die nationale Bühne) ist das älteste Theater Norwegens. Es wurde 1850 gegründet – aber bereits 1863 wieder geschlossen. 1876 wurde es Dank einer Stifung wieder eröffnet und das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz. Vor dem Gebäude findet man interessante Statuen einiger Dramatiker.

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Die Johanneskirken (Johanneskirche) wurde 1984 nach einem Architekturwettbewerb erbaut. Der Kirchturm hat eine höhe von 61m und die Glocke stammt aus Deutschland. Jeden Tag um 12 Uhr erklingt hier ein 5 minütiges Glockenspiel. Da die Kirche von fast überall in Bergen zu sehen ist, ist sie ein hilfreicher Orientierungspunkt und so kann man sich nur schwer in Bergen verirren.

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Hier sehen wir das KODE 1 Kunstmuseum, wo man sich Sammlungen zu Kunst und Möbeln von den bekanntesten Künstlern Norwegens ansehen kann.

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Für uns war der Bergen Rundgang damit beendet. Was noch sehr spektakulär sein soll, ist die Wanderung/Fahrt zum Berg Fløyen. Das haben wir zeitlich nicht mehr geschafft, aber von dort soll man eine großartige Sicht auf die Stadt haben. Wer nicht wandern möchte, kann die “Fløibanen” Bahn nehmen (90NOK hin und zurück). Ein schöner Ausflug soll die Fahrt mit der Bahn rauf und eine Wanderung zu Fuß runter sein (ca 45 Min)

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Fazit Bergen

Bergen ist eine sehr hübsche Stadt, in der man eine schöne Tagestour machen kann (ggf. mit einer Verlängerungen wenn man noch das ein oder andere Museum besichtigen möchte). Wenn man das Glück hat, ein wenig Sonne genießen zu dürfen, ist die Stadt sehr farbenfroh und ein Spaziergang an der Werft von Bryggen grandios (aber sicherlich auch bei Regen).

Siehe auch:
Teil 2 meines Norwegen Reiseberichts: Angekommen in Stavanger
Teil 4 meines Norwegen Reiseberichts: Vom Nærøyfjord bis Jotunheimen
Übersichtskarte mit allen genannten Punken und Route