Nepal 4 – Paragliding in Pokhara

Unsere Reise führte uns nach Pokhara. Wir haben uns die chillige Stadt angesehen, einen grandiosen Sonnenaufgang über dem Himalaya Gebirge bewundert und ich habe meine Höhenangst überwunden um paragliden zu gehen!

Unterwegs nach Pokhara

Heute hieß es wieder Sachen packen und den Chitwan NP verlassen. Nach einem leckeren Frühstück habe ich es mir wieder in unserem Bus gemütlich gemacht und mich ganz den Landschaften hingegeben. Unser Weg führte uns in das etwa 180km entfernte Pokhara. Unterwegs haben wir ein paar Fotostops gemacht – die Landschaften waren einfach grandios. Mehrere Stunden ging es entlang des Flusses Trishuli. 

Unser erster Stop war zwar kein Fotostop – eher ein kleiner Stop im Supermarkt – in Bharatpur, aber auch hier gab es ein paar tolle Motive!

Reisebericht Nepal PokharaHupen verboten? Interessiert das irgendwen? Eher nicht ;-)

Reisebericht Nepal PokharaDie Hauptstraße in Bharatpur

Ein Stop entlang des Trishuli führte uns zu einer grandiosen Fußgängerbrücke – solche haben wir auf den Strecken mehrere gesehen. 

Reisebericht Nepal PokharaIch kann mich nur immer wieder wiederholen: die Landschaft ist einfach fabulös!

Reisebericht Nepal PokharaDiese Hängeseilbrücke erinnerte mich sehr an die Brücke in Geierlay

Reisebericht Nepal PokharaBerge in Nepal

Auf etwa der Hälfte der Strecke – nahe von Kantar – haben wir einen längeren Stop gemacht. Am Marsyangdi River hatten wir ein bisschen Zeit um uns was zu snacken zu holen. Ich war noch versorgt und konnte mich so ganz auf die tollen Fotomotive konzentrieren. Hier blühen auf Feldern hübsche gelbe Blumen, der türkisfarbene Fluss schlängelt sich entlang der Straße und Ziegen hüpfen über die Wiesen. Bevor ich nochmal erwähne, wie toll die Landschaften sind (jetzt habe ich es doch…) lasse ich ein paar Fotos sprechen: 

Reisebericht Nepal PokharaGrüne Felder mit hübschen Blumen und majestätischen Bergen

Reisebericht Nepal PokharaDer Marsyangdi River und eine weitere Hängeseilbrücke

Reisebericht Nepal PokharaIdyllisches Landleben

Reisebericht Nepal PokharaNoch mehr Fluss und Berge…

Reisebericht Nepal Pokhara… und Felder…

Reisebericht Nepal Pokhara…Schmetterlinge… 

Reisebericht Nepal Pokhara… und ultra süße Zicklein, die sorglos über die Wiesen hüpften

Reisebericht Nepal Pokhara

Reisebericht Nepal PokharaDiese Feuerlösch-Kits konnte man an vielen Tankstellen sehen

Ein Besuch bei Sasane

Schließlich sind wir in Pokhara angekommen. Unser erster Stop war die Organisation Sasane, die 2008 gegründet wurde um Frauen zu unterstützen, die Überlebende des Menschenhandels sind. Da Nepal so arm ist, bleibt vielen nur der Ausweg ins Ausland. Während Männer meistens als Arbeitsmigranten ins Ausland gehen, versuchen Frauen Arbeit in Privathaushalten oder Restaurants finden. Leider geraten Frauen – gerade minderjährige Mädchen – dabei häufig in die Fänge von Menschenhändler, die sie dann z.B. in ein Bordell nach Indien oder China verkaufen – häufig werden sie auch von eigenen Angehörigen direkt verkauft. 

Werden solche Mädchen/Frauen aus den Bordellen gerettet, sind sie meistens in ihrem Zuhause nicht mehr erwünscht, da sie entehrt sind. Die Organisation Sasane nimmt sich dieser an und versucht ihnen u.a. mit einer Ausbildung oder Schulungen ein neues Leben zu ermöglichen. In Pokhara, aber auch in Kathmandu, kann man Sasane besuchen. Für uns wurde hier ein Mittagessen zubereitet. Einige der jungen Frauen haben sich zu uns gesellt, sie haben uns etwas über ihr Leben bei Sasane erzählt und allgemeines zu Nepal. Nach dem Essen durften wir selbst Hand anlegen: man zeigte uns wie wir Momos selbst machen. Unsere sahen vielleicht etwas verkrüppelt aus, aber deswegen haben sie nicht weniger gut geschmeckt. 

Reisebericht Nepal PokharaWir machen unsere eigenen Momos: kleine Teigtaschen aus Nudelteig

Reisebericht Nepal PokharaWir haben verschiedene Formen ausprobiert – nicht so schön wie man es gewohnt ist, aber trotzdem lecker

Nach einem kurzen Vortrag über die Organisation und was sie bewirkt, hatten wir die Möglichkeit einige Kleinigkeiten zu kaufen um die Frauen zu unterstützen. Neben Armbändern und einem Kochbuch, gab es auch einen Roman zu kaufen, der anhand verschiedenen Erfahrungsberichten zu einer Geschichte wurde (die deutsche Version: „Verkauft“ von Patricia McCormick, ISBN 9783596852437) – dieses Buch habe ich mir mitgenommen und es noch während der Reise verschlungen. Für mich ein absolut unvorstellbares, grausames Schicksal, dass leider so viele Frauen tagtäglich in Nepal erleiden müssen. 

Angekommen in Pokhara

Von Sasane aus ging es dann weiter nach Pokhara rein. Die Stadt ist neben Kathmandu die zweitgrößte Stadt des Landes und geografisch gesehen liegt sie etwa genau in der Mitte des Landes. Pokhara selbst hat nicht so viele erbaute Sehenswürdigkeiten zu bieten, aber das gleicht sie durch die tolle Landschaft aus. Die Stadt liegt am südlichen Teil des Himalaya Gebirges und von hier aus hat man eine tolle Sicht auf die schneebedeckten Gipfel des Hauptkamm des Himalaya. Aus diesem Grund wurde sie auch schnell zu einem beliebten Ausgangspunkt für Trekking-Touren. 

Reisebericht Nepal PokharaDie Lakeside Road von Pokhara

Reisebericht Nepal PokharaWer die Wahl hat, hat die Qual – Pokhara hat viele Hotels

Ich habe Pokhara als sehr idyllisch empfunden. Die Stadt ist entspannt, modern und hier hat sich eine gute touristische Infrastruktur gebildet, die sich (zumindest nach meinem Empfinden) nicht negativ auf die Stadt ausgewirkt hat. Nachdem wir uns kurz akklimatisiert haben, ziehen wir nochmal los. Entlang der Lakeside Road befindet sich der touristische Teil der Stadt. Es ist schon irgendwie auch ein kleines Hippie Städtchen, mit zahlreichen Restaurants, Bars und Geschäften, mit bunten Schildern und einem gemütlichen See mit vielen kleinen bunten Booten. Wer sich noch ein paar Souvenirs besorgen möchte, ist genau hier an der richtigen Stelle. Tatsächlich fand ich das shoppen hier am enspanntesten, da es hier viele kleine Geschäfte gibt, wo die Verkäufer sich nicht mega aufdringlich auf einen gestürzt haben.  

Reisebericht Nepal PokharaAn diesem Abend suchen wir uns nur noch ein gemütliches Restaurant … 

Reisebericht Nepal Pokhara… und verziehen uns dann ins Bettchen

Ein Sonnenaufgang über Sarangkot 

Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen: um 5 Uhr klingelt der Wecker. Heute wollten wir uns den Sonnenaufgang in Sarangkot über dem Himalaya Gebirge ansehen. Sarangkot war ursprünglich eine eigene Stadt, die aber 2014 in Pokhara eingegliedert wurde. Sie liegt auf einem Vorberg des Annapurna – daher hat einen grandiosen Blick auf die Berge und die Stadt Pokhara. Mit einem Taxi fahren wir bis zum Sunset Point – die letzten Meter müssen wir laufen. Der Eintritt kostet 60 NPR (ca 45 Cent). Oben befindet sich eine kleine Plattform mit natürlich idealem Blick auf die Berge. Da wir eine der ersten sind, suchen wir uns direkt einen Platz an der Ecke in der Richtung, in der die Sonne aufgehen wird. So haben wir den besten Platz zum Fotos schießen. Dann heißt es erstmal warten. Der Platz wird nach und nach immer voller – gut, dass wir so früh gekommen sind. Es ist recht frisch um die Uhrzeit, aber wir starren weiterhin gebannt auf den Horizont. Gegen 6.40 Uhr sind dann endlich die ersten Strahlen am Horizont zusehen und die Bergspitzen des Himalaya werden in ein wunderschönes Licht getaucht. 

Reisebericht Nepal PokharaPokhara ist noch von Dunkelheit umgeben…

Reisebericht Nepal PokharaLangsam verfärbt sich der Himmel immer mehr

Gebannt beobachten wir dieses grandiose Naturschauspiel und ich kann gar nicht aufhören Fotos zu machen (das Aussortieren war eine Qual, haha). Das frühe Aufstehen hat sich definitiv gelohnt und der Sonnenaufgang war wirklich sehr schön! Wie so oft, lasse ich einfach ein paar Bilder sprechen: 

Reisebericht Nepal PokharaDiese Farben! 

Reisebericht Nepal Pokhara

Besonders fällt uns der Machapuchare auf, er ist ein 6997m hohe Berg der zum Annapurna-Massiv gehört. Übersetzt bedeutet sein Name „Fischschwanz“, da das Gebirge von Westen aus wohl eine gewisse Ähnlichkeit mit einem solchen haben soll. Der Gipfel gilt als der Sitz des „Buddhas des grenzenlosen Lichts“ und ist damit heilig. 

Reisebericht Nepal PokharaDer Gipfel des Machapuchare

Reisebericht Nepal Pokhara

Reisebericht Nepal PokharaInzwischen ist die Sonne fleißig am aufgehen

Reisebericht Nepal Pokhara

Reisebericht Nepal Pokhara

Reisebericht Nepal PokharaWas für eine tolle Landschaft!

Schweren Herzens reißen wir uns von diesem grandiosen Farbenspiel schließlich irgendwann los und ziehen zurück ins Hotel. 

Paragliding in Pokhara

Für mich sollte es an diesem Tag nochmal richtig aufregend werden. Gegen Mittag sollte es zum Paragliding gehen! Wer mich kennt weiß, dass ich ähäm …ein wenig Höhenangst habe (ein wenig mehr). Von meinem (nicht mehr ganz so) jugendlichen Leichtsinn angetrieben, dachte ich, es wäre doch eine witzige Idee, mich da etwas aus meiner Komfortzone zu bringen, in dem ich genau so etwas mache. Als ich diesen Entschluss fasste, lag der Urlaub noch in weiter ferner und ich fand das gar nicht schlimm. 

Als der Tag dann aber gekommen war, verfluchte ich mich dafür. Von dem Sonnenaufgang ging es erstmal zurück ins Hotel, wo ich noch ein paar Stunden totschlagen musste, bis es soweit war. Ich wurde immer nervöser und die Zeit kroch vor sich hin. Schließlich war es dann soweit und ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Das Paragliding-Team, welches uns am Hotel abholte, erklärte uns direkt, dass das Wetter an diesem Tag etwas schwierig war. Der Flug könnte trotzdem statt finden, aber wir könnten nicht so hoch fliegen. Dann geht es los. Der kleine Bus fährt und fährt und der Berg von dem wir starten sollten, wurde immer höher und höher. Mir wird ganz anders zu mute. Wieso tue ich mir das an? 

Reisebericht Nepal Pokhara Paraglider in der Luft über Pokhara

Irgendwann kommen wir dann auch oben an. Wir kriegen eine kurze Anweisung – mein Pilot war der liebe Igor. Ich überlege noch, ob ich nicht einfach die Flucht ergreifen soll, aber wie sollte ich mit diese Schande gekniffen zu haben weiterleben?! Also lasse ich die kurze Anweisung über mich ergehen. Ich werde an meinen Piloten angeschnallt (überprüfe mehrfach, aber das ganze auch wirklich fest ist und hält). Dann müssen wir auf einen Windstoß warten. Zuerst laufen wir langsam los, dann rennen wir auf einen gruseligen Abgrund zu (der nicht direkt ein Abgrund war, aber aus der Perspektive sah es wie einer aus…) und plötzlich sind wir in der Luft ….. 

Reisebericht Nepal Pokhara letzte Vorbereitungen vor dem Start

… und ich war hin und weg! Die Höhenangst war vergessen und ich betrachte einfach nur die grandiose Landschaft. Praktisch lautlos gleiten wir majestätisch durch die Luft! Ich kriege den GoPro Stick an die Hand, denn wir können von unterwegs auch Fotos machen, aber ich vergesse ihn eigentlich direkt wieder, weil ich so mit der Landschaft beschäftigt war. Und wer hätte das gedacht: der Flug war natürlich viel zu schnell wieder rum! Ich hätte noch länger fliegen können! Schließlich landen wir wohlbehalten. Meine Knie zittern etwas, aber ich bin begeistert! Das war so grandios! Igor war ein großartiger und sehr geduldiger Pilot. Ich bin mega happy, dass ich es geschafft habe und bin sogar ein bisschen stolz auf mich. Auch wenn ich vorher steif und fest behauptet habe, das ich so etwas niemals wieder machen werde, mmh… mal sehen ob sich irgendwo nochmal die Gelegenheit ergibt.  

Reisebericht Nepal PokharaUff! Ich habe es geschafft! Ich bin in der Luft

Reisebericht Nepal PokharaVon dem Berg segeln wir gemütlich wieder zur Stadt herunter

Reisebericht Nepal PokharaWeee! Ich werde voraussichtlich nicht sterben!

Reisebericht Nepal PokharaWir starten den Landeanflug

Nach der Landung kriegen wir noch die Fotos auf unser Smartphone übertragen und wir werden zurück ins Hotel gebracht. Mega!

Am Phewa See

Am Nachmittag ging es dann nochmal an den Phewa See, für den Pokhara so bekannt ist. In dem Tal gibt es mehrere Seen, wobei der Phewa der größte ist und auch der zweitgrößte des Landes. Der See hat eine länge von 4,6km und eine breite von 2km. Er ist ungefähr durchschnittlich 8m tief, wobei die tiefste Stelle 19m sind. In der Mitte des Sees befindet sich eine kleine Tempelinsel, die mit einem Boot erreicht werden kann. An der Uferzone war das Bauen ursprünglich verboten, trotzdem bildete sich hier nach und nach die Touristenmeile.  

Reisebericht Nepal PokharaBei uns war es nicht so sonnig, daher kamen die bunten Boote nicht so raus…

Reisebericht Nepal Pokhara.. aber schön ist es trotzdem!

Reisebericht Nepal Pokhara

Reisebericht Nepal PokharaBunte Bötchen mit der Tempelinsel 

Reisebericht Nepal Pokhara

Wer sich noch etwas fit halten möchte, kann den See umrunden, hier gibt es einen kleinen Laufpfad. Wer etwas wandern gehen möchte, kann sich überlegen, zur World Peace Pagoda zu wandern. Die buddhistische Pagode thront etwa 1.113m über Pokhara  und ist eine von über 80 erbauten Weltfrieden Pagoden der Welt. Sie wurden von einem japanischen Mönch nach dem Zweiten Weltkrieg erbaut und soll den Frieden unter allen Glaubensrichtungen fördern. Die Aussicht von da oben muss grandios sein – wir hatten leider keine Zeit, diese zu besichtigen. Ein weiteres tolles Ausflugsziel rund um Pohkara sollen auch die Devi’s-Falls sein, die an dem Fluss Pardi Khola, der dem Phewa See entspringt, liegen. 

Reisebericht Nepal Pokhara

Damit endete unser Aufenthalt in Pokhara. Mir hat es hier sehr gut gefallen und ich wäre gern noch etwas länger geblieben, aber für uns ging es weiter in die Haupstadt Kathmandu. 

Siehe auch:
Teil 3 meines Nepal Reiseberichts: Im Chitwan Nationalpark
Teil 5 meines Nepal Reiseberichts: Die Hauptstadt Kathmandu
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten und Route
Hinweis: Alle genannten Unterkünften/Touren/Restaurants/etc. habe ich selbst gebucht und bezahlt. Dies sind lediglich Empfehlungen bzw. Erfahrungsberichte meinerseits und es erfolgte keine Zusammenarbeit mit einer Firma. Ich wurde für die Verlinkung/Werbung nicht bezahlt. Ich bin ein privater Blog und verdiene damit keinerlei Geld. Ich habe einfach nur Spaß am bloggen und reisen und teile dies mit der Welt :-)

Habt ihr noch Fragen? Schreibt mir gern - die Antwort kann aber evtl. ein bisschen dauern ;-) Seid mir nicht böse