Nepal 2 – Lumbini | Der Geburtsort des Buddhismus

An unserem ersten Tag in Nepal ging es zu dem Geburtsort des Buddhismus: Lumbini. Dort besuchten wir den Mayadevi-Tempel…

Auf nach Lumbini

An diesem Morgen müssen wir nicht so früh aufstehen und ich habe hervorragend geschlafen. Ausgeruht besteigen wir unseren Bus und es heißt wieder Landschaften bestaunen. Unser erstes Ziel in Nepal ist der nur etwa 25 km entfernte kleine Ort Lumbini, der eigentlich inzwischen Rummindai heißt, aber unter dem neuen Namen kaum bekannt ist. Auch wenn die Ortschaft nicht weit entfernt ist, dauert es fast eine Stunde, bis wir dort angekommen sind. Die Straßen sind staubig und einfach, es gibt Baustellen und viele weitere Verkehrsteilnehmer. 

Reisebericht Nepal LumbiniDer Tinaau River

Schließlich erreichen wir die kleine Ortschaft. Die Stadt selbst ist nicht besonders spannend und hat nichts zu bieten – außer eben der Geburtsstätte. Da wir nicht so viel Zeit haben, lassen wir die Stadt links liegen und gehen direkt weiter Richtung Mayadevi-Tempel. 

Der Geburtsort des Buddhismus

Wir schreiten durch ein großes Tor und gehen noch einige Minuten. Für Buddhisten ist dieser Ort ein wichtiger Wallfahrtsort und jährlich reisen Millionen von Gläubigen (und Touristen) hierher um diesen heiligen Ort zu besuchen. Alles soll um rund 563 v. Chr. begonnen haben, als die schwangere Maya Devi – sie gehörte zu einem alten Adelgeschlecht in Nordindien, welche die regierenden Fürsten des alten Staates Kapilavastu waren – auf der Reise zu ihrem Elternhaus war, um dort zu entbinden. Bis dorthin schaffte sie es aber nicht und gebar ihr Kind – so sagt man, mit einer Hand am Salbaum stehend – mitten im grünen Parks Lumbinis. Siddhartha Gautama wurde geboren – besser bekannt als Buddha. Die Mutter verstarb kurz nach seiner Geburt. 

Reisebericht Nepal Lumbini

Mit 29 Jahren verließ Siddhartha sein bisher sorgloses Leben im Palast. Bei seinen Wanderungen in der Umgebung sah er die Realität des Lebens und das Leiden der Menschen. Er begann das Leben eines Asketen zu führen und verbrachte 6 Jahre im Tal des Ganges, doch fand er dort keine Ruhe. Er begann die Suche nach seinem eigenen Weg. Man sagt, dass er sich in einer Vollmondnacht von Hass, Begierde und Unwissenheit befreite und zum Buddha erwachte.

Er hielt bei dem heutigen Sarnath seine erste Lehre (mehr dazu in meinem Varanasi Reisebericht) und verkündete die 4 Wahrheiten. Die 5 anwesenden Asketen – seine früheren Gefährten – wurden zu den ersten Mitglieder der buddhistischen Gemeinschaft. Die 4 Wahrheiten sind die Grundlage der buddhistischen Lehre (Da ist die edle Wahrheit über das Leiden; die edle Wahrheit über die Ursache des Leidens; die edle Wahrheit über die Beendigung des Leidens; und die edle Wahrheit über den Pfad der Ausübung, der zur Beendigung des Leidens führt). Siddhartha lehrte 45 Jahre land seine Weisheiten. Mit einem Alter von 80 Jahren verstarb er.

Reisebericht Nepal LumbiniDie Fünf Silas – die grundlegenden Übungsregeln des Edlen Achtfachen Pfades (Rechte Rede, Handlung und Lebensweise) und werden als Gegenstand der Achtsamkeit im täglichen Verhalten verstanden

Wir erreichen den Mayadevi Tempel, – welcher nach der Mutter Siddhartha Gautama benannt wurde – das ganz in weiß und quadratische Gebäude sieht zunächst etwas unspektakulär aus. Im Inneren (keine Fotos erlaubt) weist eine Steinplatte auf den genauen Geburtsort Buddhas hin. 1896 wurde der Ort archäologisch wiederentdeckt. 2013 entdeckten Archäologen hier die Reste eines Baumschreins/Tempels aus der Zeit des Buddhas, auf welchem der heutige Tempel erbaut wurde. Er wird als das älteste bekannte Heiligtum Buddhas angesehen. 

Reisebericht Nepal LumbiniDer Mayadevi Tempel

Hinter dem Tempel befindet sich der heilige Garten, eine große Parkanlage, mit zahlreichen gewaltigen Bäumen, die mit unzähligen Gebetsflaggen geschmückt sind. Generell hat das Gelände wunderschöne Gärten. Die Weite der Anlage ist faszinierend. Um den gewaltigen Bodhi-Baum sitzen zahlreiche in orangefarbenen Gewänder gekleidete Mönche, aber auch zahlreiche andere Gläubige, die beten. Diese Bäume gelten als Symbol des Buddhas, da er unter einem solchen die Erleuchtung gefunden haben soll. Der Ort wird von Buddhisten und Hindus gleichermaßen verehrt, da Siddhartha Gautama auch ein indischer Fürst war. 

Reisebericht Nepal LumbiniBetende Menschen unter dem Bodhi-Baum

Reisebericht Nepal LumbiniZahlreiche Gebetsflaggen in allen Größen und Formen

Reisebericht Nepal LumbiniAuf dem Gelände befinden sich Reste ehm. Stupas

Die Atmosphäre hier ist einzigartig, friedlich und andachtsvoll. In der Vollmond an Siddhartha Gautama Geburtstag wird hier – und in vielen buddhistischen Ländern – das Vesakh-Fest gefeiert. Er ist der höchste buddhistische Feiertag, an dem seiner Geburt, sein Erwachen und sein Eingangs in das Nirvana gedacht wird. An diesem Tag kommen zahlreiche Gläubige an diesem Ort um zu beten. 

Reisebericht Nepal LumbiniBetende Gläubige 

Reisebericht Nepal LumbiniHier befindet sich auch der heiligen Teich Puskarni , der von putzigen Schildkröten bewohnt wird

Einer der frühen Pilger war der indische Herrscher Ashoka, der als grausam galt. Später konvertierte er zum Buddhismus. Hier ließ er eine Ashoka-Säule errichten, die mit Edikten versehen wurde. Als diese Akosha-Edikte werden 33 Texte bezeichnet, die der Kaiser im 3 Jhd v. Chr. an frei stehenden Säulen, aber auch Felsen und Höhlenwänden, in seinem ganzen Reich anbrachte. 

Reisebericht Nepal LumbiniDie 6,50 m hohe Ashoka-Säule

Die zahlreichen Gebetsflaggen, die man in Nepal sehen kann, tragen 5 Farben, die die 5 Elemente Luft (grün), Wasser (blau), Erde (gelb), Feuer (rot) und Äther (weiß) darstellen. 

Reisebericht Nepal Lumbini

Reisebericht Nepal Lumbini

Reisebericht Nepal Lumbini

Für uns heißt es weiterziehen, da wir an diesem Tag noch den etwa 100km entfernten Chitwan Nationalpark erreichen müssen. Wer etwas mehr Zeit hat, kann sich noch die zahlreichen Tempel aus verschiedenen Ländern im Friedenspark ansehen. Übrigens ist der Besuch des Tempel kostenfrei. Lediglich wer mit z.B. einer Spiegelreflexkamera Fotos machen möchte, muss ein Foto-Ticket für 2$ kaufen. Seit 1997 gehört Lumbini zu den UNESCO-Stätte des Weltkulturerbes. 

Reisebericht Nepal LumbiniEin buddhistischer Tempel 

Reisebericht Nepal Lumbini

Reisebericht Nepal LumbiniÖffentliche Toiletten gibt es hier auch ;-)

Reisebericht Nepal LumbiniDie Wege sind von hübschen Pflanzen und viel Grün gesäumt

Reisebericht Nepal LumbiniLeider können wir die anderen Tempel nicht besuchen – wir erhaschen nur einen Blick auf ein paar der hübschen Gebäude

Damit ging unser Besuch in Lumbini leider schon zu ende und wir machten uns auf den Weg in den Chitwan Nationalpark. 

Siehe auch:
Teil 1 meines Nepal Reiseberichts: Angekommen in Nepal
Teil 3 meines Nepal Reiseberichts: Im Chitwan Nationalpark
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten und Route
Hinweis: Alle genannten Unterkünften/Touren/Restaurants/etc. habe ich selbst gebucht und bezahlt. Dies sind lediglich Empfehlungen bzw. Erfahrungsberichte meinerseits und es erfolgte keine Zusammenarbeit mit einer Firma. Ich wurde für die Verlinkung/Werbung nicht bezahlt. Ich bin ein privater Blog und verdiene damit keinerlei Geld. Ich habe einfach nur Spaß am bloggen und reisen und teile dies mit der Welt :-)

Habt ihr noch Fragen? Schreibt mir gern - die Antwort kann aber evtl. ein bisschen dauern ;-) Seid mir nicht böse