Meine 10 Highlights aus Venedig

Im April bin ich endlich für ein verlängertes Wochenende nach Venedig gekommen. Ich wollte die italienische Stadt schon so lange besuchen, aber ich gebe zu: ich habe mich immer ein wenig davor gedrückt. Denn ihr Ruf eilt ihr Voraus: es ist hier richtig voll und teuer. Ich habe mich jetzt mal getraut und kann sagen: die Stadt mir ihren zahlreichen Kanälen ist ein Kunstwerk für sich! 

Meine Highlights aus Venedig

Venedig hat ein einmaliges kulturelles Erbe mit zahlreichen Palästen, Museen und Kirchen entlang des Canale Grande. Über 417 Brücken (wovon sich rund 72 in Privatbesitz befinden!) sind die 3000 malerischen kleinen Gassen und Straßen miteinander verbunden und ermöglichen es die rund 150 Kanäle zu überqueren. Absolut besonders ist, dass die Altstadt eine riesige Fußgängerzone ist. Sie ist über eine 3 km lange Brücke mit dem Festland verbunden. Mit Ausnahme eines kleines Teils am Ende der Brücke, gibt es keinerlei Fahrzeuge auf der Insel (sogar Radfahren ist verboten!). Das gibt der Stadt etwas zeitloses. 

Der einmalige Canal Grande

Eine der Top Sehenswürdigkeit Venedigs ist natürlich der Canal Grande – die Pracht-Wasserstraße. Über 4 km schlängelt sie sich vom Bahnhof bis zum Markusplatz und die alten Häuser, die den Canal umgeben, sind wunderschön und es gibt so viel zu entdecken! Sehr beliebt ist eine Fahrt mit der Gondel, allerdings waren mir diese zu teuer. Mit der Linie 1 und 2 der Vaporettos (Öffentliche Verkehrsmittel) kann man ebenfalls sehr bequem und deutlich günstiger dieselbe Aussicht genießen (und wenn man eher früher unterwegs ist, gibt es sogar einen Sitzplatz ganz vorne). 

Am Canal befindet sich auch die berühmte Rialtobrücke. Sie war über 250 Jahre lang der einzige Übergang über den Kanal und verband damals wie heute die Stadtteile San Polo und San Marco. Sie ist ganz hübsch, aber mich hat sie ehrlich gesagt nicht so beeindruckt.

Reisebericht Venedig

Venezianische Geschichte am Markusplatz

Außerdem darf man auch keinen Fall einen Besuch am Markusplatz auslassen. Der 175m lange und 82m breite Platz ist geprägt durch die bekannten und einmaligen Sehenswürdigkeiten wie den Markusdom oder den Dogenpalast. Hier beginnt auch der Canal Grande. Neben Venezianern und Touristen findet man hier auch unzählige Tauben – aber Achtung! Das Füttern der gefiederten Bewohner ist verboten – wer sich nicht daran hält, muss mit einer Strafe von 500 € rechnen. 

Reisebericht VenedigEin klassisches Motiv kann man am Markusplatz zur Flussseite hin machen

Am Markusplatz befindet sich natürlich auch der weltbekannte Markusdom! Die Kirche, wie wir sie heute kennen, stammt aus dem 11. Jhd. Der Vorbau wurde 976 durch ein Feuer zerstört, welches auch den Dogenpalast und zahlreiche weitere Gebäude im Zentrum schwer beschädigt hatte. Sie ist die wichtigste Kirche Venedigs und fällt besonders durch ihre 5 gigantische Kuppeln auf. Im Inneren (keine Fotos erlaubt) beeindruckt die Kirche durch ihre vielen Details aus Gold und zahlreichen Mosaiken, die die christliche Heilsgeschichte darstellen. Man sollte unbedingt auch einen Blick nach oben auf die Decke werfen.

Die Kirche selbst ist kostenfrei zu besichtigen und die Schlange meistens lang. Natürlich kann man verschiedene Führungen oder Tickets ohne anstehen buchen. Ich wollte dafür kein Ticket buchen und bin einfach Donnerstag kurz vor Schluß hingegangen und habe etwa 2 Min angestanden. Das kommt natürlich immer stark drauf an, wann man genau da ist und wie viel los ist. Im Inneren der Kirche kann man auch das Sankt-Markus-Museum (5 €), das Altarbild Pala d’oro (2 €) und die Schatzkammer (3 €) besichtigen. 

Reisebericht VenedigWer den Markusplatz ohne Menschen fotografieren möchte kommt am besten sehr früh morgens

Direkt neben dem Markusdom befindet sich der Dogenpalast. Ein Doge war das Staatsoberhaupt in Venedig und der Dogenpalast war früher die Residenz dieses Dogen. Hier kam auch der Rat und die Regierung zusammen. Insgesamt lebten und regierten hier 120 Dogen. Das Innere des Palast ist ein Labyrinth aus Sälen, Geheimgängen, Kerkern und Amtsstuben. Schon alleine das Äußere mit den vielen Details des Palastes ist einmalig. Im Inneren kann man einige bedeutende Kunstwerke besichtigen. Sehr bekannt ist auch die Seufzerbrücke. Sie verbindet den Palast mit dem neuen Gefängnis, welches im 17. Jhd errichtet wurde. Die Romantik verlieh der Brücke ihren Namen. Man sagt, dass der Verhaftete dem Tageslicht hinterherseufzte, während er über die Brücke in seine Zelle gebracht wurde.

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Wer den Markusplatz gern mal von oben sehen möchte, sollte den Markusturm besichtigen. Vom fast 100m hohen Glockenturm des Markusdom hat man eine grandiose Sicht auf die Stadt. Das höchste Bauwerk Venedigs wurde im 10 Jhd errichtet. 1902 stürzte der Turm nach einem Blitzschlag ein – wurde aber bis 1912 originalgetreu wieder aufgebaut. Die Treppen wurden später durch einen Aufzug ersetzt, der einen komfortabel in die Höhe transportiert. Der Eintritt kostet stolze 12 € – das ist zwar alles andere als Preiswert, aber die Aussicht ist schon genial! Auch hier gilt einen guten Moment abpassen, wo nicht so viel los ist (ich habe vielleicht 10 Minuten angestanden, Samstag Abend kurz vor Schluss). 

Reisebericht VenedigDunkle Wolken über dem Markusplatz

Die wunderschöne Santa Maria Salute

Absolut sehenswert ist die Santa Maria della Salute – oder kurz von den Einheimischen nur Salute genannt. Sie ist eine Votivkirche, die als Bitte um Beendigung der Pest 1630 erbaut wurde. Die Kirche kann kostenfrei besichtigt werden. Im Inneren gibt es einen alten Mamorboden und beim Hochaltar Skultpuren, die u.a. darstellt, wie die Pest von einem Putto verjagt wird. 

Am Ende des Canal Grande macht sie eine richtig tolle Figur zusammen mit dem Punta della Dogana an der Spitze, welches wie ein Schiffsbug aussieht. Im Punta della Dogana befindet sich heute das Museum für Moderne Kunst. Früher befand sich hier die Zollstelle. Auf dem kleinen Turm ganz an der Spitze befinden sich zwei Atlas Figuren, die gemeinsam eine vergoldete Erdkugel mit einer Figur der Göttin Fortuna stemmen. Die Göttin dreht sich im Wind und spiegelt den Reichtum Venedigs wieder. 

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Ein gemütlicher Spaziergang auf Giudecca

Im Süden der Altstadt befindet sich die langgezogenen Inselgruppe Giudecca. Sie kann innerhalb von wenigen Minuten von der Hauptinsel Venedigs mit den öffentlichen Vaporettos erreicht werden. Sie hat einige gemütliche Cafes und Restaurants und ist bei Studenten sehr beliebt. Einmal die Promenande entlang des Wassers zu spazieren, gilt als einer der schönsten Spaziergänge in Venedig. Man hat eine grandiose Aussicht auf die Lagune und kann unzählige putzige Boote beobachten.

Reisebericht VenedigEs ist mehr los, wenn es nicht gerade regnet

Die traumhafte Aussicht vom Glockenturm der San Giorgi Maggiore 

Man sollte auch nicht verpassen, einen Stop auf der kleinen Nachbarinsel Giorgio Maggiore zu machen und die San Giorgio Maggiore-Kirche zu besichtigen. Die Insel ist mit einer Größe von 490m Länge und 320m Breite sehr überschaubar. Tatsächlich hat sie nur 11 ständige Bewohner – alle männlich und im Kloster lebend. In der Basilika aus dem 16. Jhd ist besonders erwähnenswert das aus kostbarem Holz angefertigten Chorgestühl, welches heute als große Handwerkskunst gilt. Der Kirche selbst kann kostenfrei besichtigt werden. Der Kirchturm kostet rund 6 €. Mit einem Aufzug geht es zu der Aussichtsplattform, von wo man eine sagenhafte Aussicht auf die Stadt hat. Tatsächlich ist es hier auch deutlicher ruhiger und die Schlange ist deutlich kürzer als am Markusturm. 

Reisebericht VenedigDie Insel Giorgio Maggiore

Die (kostenlose) Aussicht auf den Canal Grande – Fondaco dei Tedeschi

Eine weitere tolle Möglich für eine grandiose und kostenlose Aussicht auf den Canal Grande ist das Luxus Kaufhaus Fondaco dei Tedeschi. Direkt neben der Rialtobrücke steht dieses imposante Gebäude, das früher als Handelsstation dient. Auf der 4. Etage gibt es eine Terrasse mit der grandiosen Aussicht – kostenlos. Zur gewünschten Uhrzeit kann man auf der Website eine Reservierung machen um langes anstehen zu vermeiden. 

Reisebericht VenedigDer Canal Grande von oben

Das Jüdisches Viertel

Im Nordosten der Stadt befindet sich das jüdische Viertel, auch genannt Ghetto. Im Mittelalter stieg die Anzahl der Juden in Venedig stark an. Ihnen wurde dieses Gebiet zugewiesen und es entstand das erste Ghetto Europas. Bis 1797 durften die Juden nur in diesem Viertel lebten – so waren die Verhältnisse recht beengt. Napoleon öffnete dann das Viertel. Heute kann man hier durch zahlreiche Kanäle mit hübschen Häusern schlendern und im Gegensatz zum Zentrum ist es hier deutlich ruhiger. 

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Die kunterbunte Insel Burano

Auch hübsch sind die Inseln in der Lagune. Insgesamt gibt es rund 120 Inseln, wovon viele aber nicht bewohnt sind (nur 11 um genau zu sein) und nicht alle (einfach) zu besichtigen sind.  Die Insel Burano ist auf jeden Fall einen besuch wert. Sie liegt etwas weiter nördlich in der Lagune und kann in ca 40 Minuten von Venedig aus erreicht werden. Hier leben etwa 3.000 Menschen und ist eine der kleineren (bewohnten) Inseln. Bekannt ist sie für ihre Spitzenartikel (Textilien) und ihre knallbunten Häuschen. Die Insel hat sich ein wenig ihre Einfachheit erhalten – sie hat den Charme eines Fischerdörfchens, allerdings war sie bei mir (trotz Nebensaison) schon sehr überlaufen. 

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Die Insel der Glasbläser Murano

Die Insel Murano besteht aus 7 kleineren Inseln und es leben etwa 6.000 Menschen auf ihr. Sie ist das Zentrum der venezianischen Glasbläser. Die Glaskunst aus Burano ist in der ganzen Welt bekannt und beliebt. Die Technik wurde innerhalb der Familien weitergegeben und wie ein Augapfel behütet. Heute gibt es noch etwa 45 produzierende Betriebe. Sie ist neben Venedig die wichtigste Inseln der Lagune. Sehr interessant ist bestimmt eine Glasvorführung in einer Glasfabrik. Hier kann man einem Glasbläser-Meister bei der Herstellung eines Kunstwerks zusehen.

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Die ruhige Insel Torcello

Die am weitesten von Venedig entfernte (bewohnte) Insel ist Torcello. Sie ist seit dem 10. Jhd bewohnt und früher hatte sie – je nach Zeit – zwischen 5.000 bis 30.000 Einwohnern. Heute sind es nur noch etwa 25 Menschen! Die Sehenswürdigkeiten sind überschaubar – trotzdem fand ich die Insel sehr sehenswert und es war auch angenehm ruhig. Verpassen sollte man nicht den Ponte del Diavolo, den Platz am Ende der Straße mit dem Museo di Torcello und – wenn man schöne Aussichten mag, den Glockenturm der Basilica di Santa Maria Assunta

Reisebericht Venedig

Ein weiteres schönes Ausflugsziel soll Lido di Venezia sein. Diese Insel habe ich zwar nicht mehr geschafft, habe aber häufig gelesen, dass sie auch sehr sehenswert ist. Sie ist die die bevorzugte Sommerresidenz der venezianischen Familien und man findet hier herrliche Sandstrände und prachtvolle Villen.

Venedig als Stadt ist eine einmalige Location mit so unglaublichen vielen, tollen Fotomotiven. Hier sollte man sich wirklich mal durch die kleinen Gassen treiben lassen und einfach ein wenig entdecken. Diese Stadt ist einmalig! Während man an den weniger populären Sehenswürdigkeiten oder zu früher Stunde vielleicht etwas Ruhe genießen kann, ist es sonst aber überall wirklich sehr voll, obwohl ich im April da war. Ich würde jedem Empfehlen der flexibel mit der Reisezeit ist, die Hauptsaison zu meiden und unter der Woche anzureisen.

Hier habe ich im Detail über mein verlängertes Wochenende berichtet: