Meine 10 Highlights aus Athen

Mich hat es im Februar für 4 Tage in die griechische Hauptstadt Athen verschlagen. Die Metropole stand schon so lange auf meiner Liste und endlich hat es geklappt. Im Februar ist es nicht nur schön ruhig, das Wetter ist auch noch sehr angenehm und außerdem ist es günstiger wie im Sommer! 

Meine Highlights aus Athen

In Athen gibt es richtig, richtig viel zu sehen! Ich hab mein bestes getan, so viel wie möglich zu besuchen und die Stadt zu erkunden. Es hat mir dort richtig gut gefallen: Kultur, archäologische Stätten (ich war schon immer begeistert gewesen von der griechischen Mythologie/Geschichte), leckeres Essen, freundliche Leute und eine traumhafte Landschaft zwischen Bergen und dem Meer! Hier stelle ich euch mal meine Highlights vor, aber natürlich gibt es noch so viel mehr Sehenswertes in der Stadt. 

Die Akropolis – das Must-see in Athen

Die Akropolis liegt im Herzen von Athen. Sie thront beeindruckend über der Stadt und prägt das Stadtbild wie kein anderes Gebäude in Athen. Der Eintritt ist mit 20 € nicht ganz günstig (evtl. lohnt sich hier das  Kombiticket für 30 € (Im Winter ½ Eintrittspreise)). Wenn man von der Akropolis spricht, denkt man direkt immer an die archäologische Stätte in Athen. Aber eine Akropolis ist eigentlich nur die Bezeichnung für eine antike Stadtfestung in Griechenland (altgriechisch für „die Oberstadt“) – wovon es div. im Land gibt. Die Akropolis in Athen ist aber die bekannteste von allen. Besiedelt war der flache 156m hohe Felsen bereits in der Steinzeit. In ihrer Geschichte war sie mal ein Königssitz, mal Göttersitz – sie diente als Glaubensstätte für die Götter, aber auch als Darstellung des Reichtums. Die  Gebäude, wie wir sie heute kennen wurden zwischen 464 v. Chr. und 406 v. Chr. erbaut, nachdem die Perser diesen Stadtteil zerstört hatten und die Akropolis völlig neu gestaltet wurde.

Reisebericht Athen

Das Gelände ist wirklich riesig und man sollte ich ausreichend Zeit einplanen, um alles in Ruhe besichtigen zu können. Natürlich sollte man möglichst zu Beginn der Öffnungszeiten dort aufschlagen, bevor die Busse mit Touristen angerollt kommen. Außerdem sollte man sich unbedingt etwas Wasser mitbringen – abgesehen von einem kleinen Kiosk gibt es hier keine Möglichkeiten etwas zu kaufen (Alkohol, essen und rauchen ist hier nicht erlaubt). Auf dem Gelände gibt es nicht viel Schatten, also auch den Sonnenschutz nicht vergessen.

Reisebericht Athen Besonders bekannt ist die Akropolis für den Tempel Erechtheion, dessen Dach von 6 Frauenfiguren – den Karyatiden – getragen wird. 

Lykabettus-Hügel – ein toller Blick über die Stadt

Der Lykabettus-Hügel ist eine 277m hohe Erhebung mitten in der Stadt der über eine Treppe oder eine Seilbahn (Station Odós Aristíppou) erreicht werden kann. Ich gönne mir den anstrengenden Aufstieg über die Treppen und komme bei den locker 30° (im Februar!) und strahlendem Sonnenschein ordentlich ins schwitzen. Oben angekommen habe ich aber eine grandiose Aussicht auf die ganze Stadt! Eine Legende besagt, dass Athene diesen Berg nach Athen gebracht hat, als Schutzwall für die Akropolis. Oben gibt es eine Aussichtsterrasse mit der kleinen Sankt-Georgs-Kapelle. Außerdem gibt es noch ein gehobenes Restaurant.

Reisebericht Athen Ein Blick auf den Lykabettus-Hügel

Reisebericht Athen tolle Aussicht, tolle Atmosphäre – zum Sonnenuntergang soll es hier auch grandios sein

Das Stadtviertel Plaka – die Altstadt von Athen

Auch wenn jeder sie besucht und es vermutlich im Sommer auch richtig voll ist: man kommt um die Altstadt Athens Plaka nicht herum! In dem ältesten Stadtteil Athens stehen die Grundmauern vieler Häuser vermutlich noch auf antiken Fassaden. Seit dem frühen 19. Jhd ist dieses Viertel als Tavernenviertel bei allen Schichten gleich beliebt. Heute ist es zwar mehr zu einem Touristenviertel mit Souvenirläden geworden, aber es macht trotzdem Spaß durch die Straßen zu schlendern und den Charme dieses Viertels zu genießen. Woher der Name kommt weiß man nicht genau, aber evtl. lässt er sich von „pliak Athena“ (altes Athen) ableiten.

Reisebericht Athen

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Das Stadtviertel Anafiotika – ein wenig Charme von der Insel Anafi

Direkt neben Plaka befindet sich das kleine Stadtviertel Anafiotika – direkt im Nordosthang der Akropolis. Entstanden ist es überwiegend durch die Bauhandwerker aus dem 19. Jhd die von der Insel Anafi nach Athen kamen. Das kann man gut erkennen, denn es ist im Stil eines Inseldorfs gebaut worden, mit weißen Terassendachhäuschen, ummauerten Gärten und marmorgepflasterten kleinen Wegen. Die Bauern und Steinmetze machten sich damals ein Gesetz zu nutzen, das besagte, man darf hier auch ohne Baugenehmigung bauen, wenn am ersten Bautag schon das Dach steht – dementsprechend klein sind die Hütten geworden. Da es nie eine Baugenehmigung gab, wurde das Viertel geduldet. Die Behörden starten auch immer wieder Versuche die Siedlung abreißen zu lassen, aber bisher erfolglos. Zu sehr schätzen die Athener ihr kleines Viertel als historisches Stadtviertel.

Reisebericht Athen Diese  absolut putzige Gasse ist gerade mal 1m breit und führt zwischen kleinen Wohnhäusern entlang

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Syntagma Platz mit Wachablösung am Grabmal des unbekannten Soldaten

Natürlich habe ich auch den Syntagma Platz besucht. Der Platz wurde 1837 angelegt und ursprünglich war er von vielen Kaffeehäusern umgeben, die ihre Tische auf den Platz stellten. Während der griechischen Finanzkrise wurden hier häufig Demonstrationen abgehalten und es fanden Krawalle statt, die dem Platz Berühmtheit einbrachten.

Direkt am Syntagma-Platz befindet sich der Sitz des griechischen Parlaments im alten königlichen Schloss. Vor dem Gebäude befindet sich das Grabmal des unbekannten Soldaten. Das Denkmal wurde am 25. März 1923 eingeweiht für gefallene Soldaten, die man nicht identifizieren konnte – der Tag der griechischen Unabhängigkeit. An den Seiten befindet sich Auszüge aus der Grabrede des Perikles. Das Grabmal wird durch Evzonen in traditioneller Tracht bewacht. Zu jeder Stunde findet ein Wachwechsel statt. Jeden Sonntag um 11 Uhr findet die große Wachablösung der Evzonen untermalt von der Militärkapelle statt – die ehemalige königliche Garde – in Form einer großen Parade statt. Die traditioneller Tracht wird Fustanella genannt. Sie wurde von den griechischen Revolutionären getragen, die 1821 – 1830 im Unabhängigkeitskrieg gegen die Türken kämpften. Der weiße Rock hat 400 Falten, die für die Jahre der türkischen Herrschaft steht. Wer das Glück hat Sonntags hier sein zu können und es sehen möchte, sollte zeitig kommen um noch einen guten Platz ergattern zu können.

Reisebericht Athen Das Parlament wurde 1836 bis 1842  von dem Deutschen Architekten Friedrich von Gärtner errichtet

Reisebericht AthenDie Wachablösung vor dem Grabmal des unbekannten Soldaten

Archäologische Stätten: Kerameikos, Griechische Agora, Olympieion uvm.

Natürlich gibt es in der Stadt zahllose archäologische Stätten, die besichtigt werden können. Wer hier interessiert ist, sollte sich überlegen, das Kombiticket für 30 € (Im Winter ½ Eintrittspreise) zu kaufen. Es ist 5 Tage gültig und beinhaltet den Eintritt zu div. Stätten, wie die Akropolis, das Kerameikos, die Agora und das Olympieion. Sparfüchse können hier aber auch Geld sparen, da man div. dieser Stätten auch gut von außen sehen können. Zu meinem Highlights gehörten:

Das Kerameikos ist zwar auch ein Stadtteil von Athen, aber auch eine Ausgrabungsstätte: der bedeutendste antike Friedhofs Athen. Der Name leitet sich von Kermaik ab, denn hier gab es in der Antike jede menge Töpferwerkstätten. Ursprünglich lag der Friedhof außerhalb der Stadtmauern. Man kann über das Gelände stiefeln und sich einige hübsche Statuen ansehen. Viele Funde um das 3. Jhd herum kann man aber auch in dem kleinen Museum am Eingang bewundern.

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Die Griechische Agora war ein Versammlungsplatz für Heeres-, Gerichts- und Volksversammlungen der freien Bürger. Zuvor muss dieser Platz schon als Friedhof genutzt worden sein, denn man fand hier zahlreiche Gräber aus der Bronzezeit. Später dann als Wohnstätte. Scheinbar muss aber der Bevölkerungsrückgang so stark zurück gegangen sein, dass die verlassenen Häuser als Steinbrüche verwendet wurden. Ab 600 v.Chr. begann man dann die Agora als öffentlichen Platz zu nutzen. 

Auf dem Gelände findet man noch die Stoa des Attalos – eine riesige rekonstruierte Wandelhalle. Ursprünglich stand hier schon ein Gebäude aus dem 2. Jhd v. Chr., welche aber in 267 zerstört wurde. Die Rekonstruktion wurde 1952 – 1956 wieder errichtet. Heute befindet sich im Inneren ein Museum mit ausgestellten Funden von Ausgrabungen auf diesem Gelände. Ebenfalls auf dem Gelände befindet sich der Tempel des Hephaisteion. Der 449 v. Chr. errichtete Tempel gehört zu den besterhaltenen Griechenlands. Lange glaubte man, dass die Gebeine des Helden Theseus hier begraben liegen, weswegen der Tempel auch unter dem Namen Theseion/ Theseum bekannt ist. In der Region befanden sich damals viele Handwerker, die Metall verarbeitet haben – daher wurde er auch Hephaistos, dem Gott der Metallkünstler/Kunstschmiede – geweiht.

Reisebericht Athen Ein Blick auf den Tempel des Hephaisteion vom Gelände aus

Das Olympieion – auch Tempel des Olympischen Zeus genannt. Der etwa im 6. Jhd v. Chr. begonnene Tempel war einst der größte im antiken Griechenland. Der Bau begann wohl unter den Tyrannis des Peisistratos – als diese allerdings gestürzt wurden, blieb der Bau unvollendet. Baumaterial wurde anderweitig verwendet – was sehr ungewöhnlich war für diese Zeit. Vermutlich wurde der Tempel eher als Denkmal an die Tyrannenherrschaft gesehen und nicht als Tempel für Zeus. Der Tempel wurde erst 131/132 n. Chr. unter der Kaiser Hadrian nach dem ursprünglichen Plan vollendet. Man geht davon aus, dass der Tempel durch ein Erdbeben im Mittelalter zerstört wurde – genauere Informationen gibt es aber dazu nicht. Die Ruinen wurden dann als Steinbruch genutzt.

Reisebericht Athen Ein beeindruckendes Bauwerk – auch wenn nicht mehr viel übrig ist

Filopappou Hügel – wandern und erkunden in der Stadt

Auf dem Filopappou Hügel kann man richtig viel Zeit verbringen und einige Stätten und Denkmäler suchen und erkunden. Wie z.B. die Sternwarte auf dem Nymphenhügel. Die Vorführungen des Doridis-Teleskops im Kuppelbau mussten eingestellt werden – sie verloren gegen den Smog der Stadt. Oder auch die Pnyx: Hier fanden ab dem 6. Jhd v. Chr. die Volksversammlungen in Athen statt. Sie gilt als Wiege der Demokratie. Zunächst saßen die Leute auf dem Boden, dann schaffte man Holzbänke für 5.000 Menschen. Die Sitzgelegenheiten mussten später auf für 13.500  Menschen erweitert werden. Um 330 v. Chr. wurde der Platz aufgegeben, als die Versammlungen ins Dionysostheater verlegt wurden. Der 147m hohe Philopappushügel, bildet mit der Pnyx eine Hügelkette. Er war in der Antike als Musenhügel bekannt, denn die Griechen glaubten damals, dass hier die Musen lebten. Auf der Spitze des Hügels befindet sich das weithin sichtbare 12m hohe Philopapposmonument. Das zwischen 114 – 119 n Chr. errichte Denkmal wurde zu Ehren des Gaius Iulius Antiochus Epiphanes Philopappus aufgestellt. Er war ein syrischen Prinz und Wohltäter der Stadt der ins Exil gegangen war.

Reisebericht Athen Das Philopapposmonument

Reisebericht Athen Das Gefängnis des Sokrates: Man sagt, hier musste Sokrates nach seiner Verurteilung die letzten Stunde bis zu seinem Tod verbringen. 

Die Athener Triologie am Panepistimiou

Da ich ein Fan von schönen Gebäuden bin, kam ich natürlich an der Athener Triologie nicht vorbei. Hierbei handelt es sich um 3 öffentliche Gebäude an der Metro Haltestellte Panepistimiou. Die Gebäude wurden durch private Spenden finanziert und dabei handelt es sich um die Universität, die Akademie und die Nationalbibliothek. Sie wurden im Stil der griechischen antike errichtet. 

Die Universität wurde von 1839 – 1842 errichtet. Sie war das erste Projekt das begonnen wurde. 1960 ist die Universität auf den neuen Campus Ilissia umgezogen – dieses Hauptgebäude wird aber trotzdem noch genutzt. Die Akademie wurde 1856 errichtet. Bereits 1824 bemühte man sich um die Gründung einer Akademie, die aber erst 1926 tatsächlich erst offiziell gegründet werden konnte. Die Nationalbibliothek ist das letzte Gebäude das von 1885 – 1891 entstand. Bereits 1824 forderte Jacob Mayer eine zentrale Nationalbibliothek, die zunächst provisorisch in einem Waisenhaus der Insel Aegina untergebracht war. Ende 1830 hatte man 1018 Bücher gesammelt, die 1834 nach Athen umgezogen. Heute befindet sich die Nationalbibliothek im Gebäude des Kulturzentrums in Paleo Faliro. 

Reisebericht Athen Die Universität

Reisebericht Athen Im Vordergrund der Nationalbibliothek sehen wir die Statue des bedeutenden griechischen Bildhauers Georgios Bonanos von Panayis Vagliano, einem Mäzen der Bibliothek

Der historische Hafen Piräus

Piräus ist eine eigenständige Stadt, gilt aber als historischer Hafen von Athen. Die Stadt befindet sich auf einer Halbinsel, die vom Meer umgeben ist. Der zentrale Hafen ist mit 18,7 Mio Passagieren jährlich der größte Passagierhafen Europas und der drittgrößte der Welt. Der Name Piräus lässt sich von „Peiraieus“ und „peraieús“ ableiten, was Fährmann bzw. „hinüberbringen“ bedeutet, was sich wohl auf die Fährdienste zwischen Piräus und Phaleron bedeutet.

Erreicht werden kann der Hafen bequem über die Athener U-Bahn M1. Hat man den zentralen Hafen – von wo aus die großen Kreuzfahrtschiffe starten – erstmal verlassen, ist Piräus weniger touristisch, z.B. werden griechische Texte/Schilder nicht nochmal zusätzlich in lateinische Schrift übersetzt. Man kann hier gemütlich an langen Strandpromenaden spazieren gehen und das türkisblaue Wasser genießen, putzige weiße griechische Gebäude betrachten und kleine Häfen mit kleinen Bötchen beobachten. Ein schönes Ausflugsziel wenn man in seinen Städtetripp noch ein wenig Südsee-Feeling packen möchte. 

Reisebericht Athen Piräus eine putzige Kapelle mit Sicht auf die gegenüberliegende Insel Egina

Reisebericht Athen Piräus Türkises Meer, Palmen und Berge im Hintergrund – wie schön!

Ein Tagesausflug zum Orakel von Delphi

Delphi ist ca 180 km von Athen entfernt und perfekt geeignet für einen Tagesausflug. Vom Zentrum aus ging es für ca 3 Std. durch die schöne Landschaft von Griechenland nach Delphi.

Der Aufstieg um diesen Ort ist ab dem 8. Jhd v. Chr. durch Funde dokumentiert. Der Ort wurde von den Pytho – einem damaligen Kult – bewohnt und geführt.  Bevor es zu einer Weissagung kam, musste es ein Omen geben: z.B. besprenkelte ein Priester eine Ziege mit Wasser – blieb sie ruhig, gab das Orakel keine Auskunft und der Fragende musste einen Monat später wieder kommen. Zuckte die Ziege zusammen, wurde sie als Tieropfer geschlachtet und das Orakel gab Auskunft. Das Orakel atmete vermutlich aus einer Erdspalte berauschende Dämpfe ein, welche sie in trance versetzte. Nur besondere Klienten bekamen ausführliche Antworten – die Ärmeren bekamen nur Ja oder Nein Antworten. Hierfür griff das Orakel in einen Sack mit schwarzen (Nein) und weißen (Ja) Bohnen. Das Ende kam durch den christlichen Kaiser Theodosius, der 391 n. Chr, als er alle Orakelstätten verbot. 

Neben dem Tempel der Athena Pronaia, kann man hier die Heilige Straße entlang spazieren, die sich 300 Höhenmeter von unten nach oben an den Gebäuden entlang schlängelt und dabei die alten Schätze wie das Athener Schatzhaus, den Tempel des Apollon und das Theater entdecken. Der Eintritt kostet 6 € oder als Kombiticket zusammen mit dem nahe gelegenen Museum 9 €. 

Reisebericht Athen Man muss sich vorstellen, wie das damals ausgesehen haben muss!

Reisebericht Athen Der Tempel der Athena Pronaia kann sogar kostenfrei besichtigt werden

Gefühlt machen die Meisten Ihren Griechenland Urlaub auf den ägäischen Inseln – dabei muss sich das Festland überhaupt nicht hinter den Inseln verstecken. Athen ist eine so großartige Stadt, die richtig viel zu bieten hat und auch das Landesinnere hat so viel tolle Landschaften. Ich werde definitiv wieder kommen!