Mainz – Die liebenswerte Stadt am Rhein

Zur Abwechslung wollte ich mal eine mir durchaus bekannte Stadt erkunden: und zwar Mainz! Die Stadt römischen Ursprungs hat eine über 2000-jährige lange Geschichte, die mich mir schon länger mal näher ansehen wollte!

Über Mainz

Alles begann vor über 2000 Jahren, als an dieser Stelle ein römisches Militärlager für rund 12.000 Soldaten errichtet wurde: Mogontiacum. Benannt nach dem keltischen Gott Mogon. Auch heute tauchen immer wieder Überreste aus der Vergangenheit bei z.B. Bauarbeiten auf. Nach Abzug der Soldaten lebte hier die romanisierte Bevölkerung weiter. Im 18. Jhd wurde Mainz zum Sitz des Bischofs und als „Zentralort des Reiches“ bezeichnet. Die Stadt wurde zu einem kirchlichen Zentrum und zahlreiche Klöster haben sich nieder gelassen. So konnten viele Stifte und Pfarrkirchen gegründet werden. Im Laufe der Jahre wurden viele davon wieder zerstört, aber auch heute noch prägen die kirchlichen Gebäude das Stadtbild. 

Reisebericht MainzHübsche Details am Haupttor einer Kirche

Von 1797 bis 1814 gehörte Mainz offiziell zu Frankreich und war als Zweitresidenz für Napoleon vorgesehen. Mit seiner Niederlage endete aber auch die Herrschaft der Franzosen in Mainz. Während der nationalsozialistische Herrschaft hat Mainz sehr gelitten. Die 1000-jährige jüdische Gemeinde wurde praktisch ausgelöscht und die Luftangriffe legte die Stadt in Schutt und Asche. Seit 1946 – mit Gründung des Bundeslands – ist sie die Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz. 

Bekannt und beliebt in Mainz sind die Mainzelmännchen. Die Trickfiguren von ZDF basieren auf den Heinzelmännchen. Hier kann man nicht nur Souvenirs von Ihnen kaufen, sondern sie auch ein einigen Ampeln entdecken. 

Reisebericht MainzBei manchen Ampeln in Mainz haben die Mainzelmännchen das sagen

Aufmerksame Augen werden bemerken, dass manche Straßenschilder blau und andere rot sind! Seit 1853 sind die Farben abhängig von der Lage zum Rhein: verlaufen sie senkrecht zum Rhein sind sie rot. Verlaufen sie parallel zum Rhein sind sie blau. Kleine Straßen – insbesondere  wenn sie weiter weg sind vom Rhein – sind blau. 

Reisebericht MainzIn Mainz weiß man immer wie man sich zum Rhein befindet – Anhand der Straßennamen

Eine äußerst praktische Angelegenheit sind die Miet-Räder, die es in zahlreichen Station in der Stadt zum ausleihen gibt. Schnell kommt man so von A nach B. Die schlechte Nachricht ist, dass dies leider nur was für Einheimische ist, denn man braucht eine Kundenkarten um diese benutzen zu können. (Update: aus zuverlässiger Quelle habe ich erfahren, dass man die Fahrräder inzwischen auch per App mieten kann und das geht dann auch für Besucher, Juhu!)

Reisebericht MainzEinheimische kommen in Mainz schnell und bequem voran – mit dem Miet-Rad

Ein Tag in Mainz – quer durch die Altstadt

Mainz war für mich immer schon präsent gewesen. Regelmäßig ging es zum shoppen oder auch Abends zum Weggehen in die Stadt in der Pfalz. Und wie das meistens bei solchen Städten ist, habe ich nie genau geguckt, was es hier eigentlich alles zu sehen gibt. Da eine Kollegin von mir in Mainz lebt, habe ich sie mal dazu verpflichtet, mir in einem Tag „ihre Stadt“ zu zeigen. Natürlich darf da gutes Essen auch nicht fehlen!

Vom Hauptbahnhof ist man in ein paar Minuten zur Römerpassage gelaufen. Dort findet man das Isis- und Mater Magna-Heiligtum (ab 10 Uhr, Eintritt ist kostenlos, Spenden sind sehr gern gesehen). Während der Bauarbeiten für die Passage entdeckte man 1999 dieses Heiligtum aus dem 1. Jhd aus der Zeit der Römer. Damals befand es sich wohl in reger Benutzung, während gegen Ende des 3. Jhd die Kultur kaum noch betrieben wurde und es aufgegeben wurde. Unterhalb des Heiligtums entdeckte man sogar noch einen noch 700 Jahre älteren Bestattungsplatz mit einigen Frauengräbern (680-650 v. Chr.). Zunächst sollte es zugunsten der Passage geräumt werden, allerdings protestierte die Bevölkerung und so wurde es nur um ein paar Meter versetzt. Heute kann man sich hier ein wenig über das damalige Leben informieren und Fundstücke betrachten. 

Reisebericht MainzHübsch in Szene gesetzt – das Isis- und Mater Magna-Heiligtum

Reisebericht MainzFundstücke aus der damaligen Zeit

Als nächstes geht es an den Markt- und Liebfrauenplatz. Hier befindet sich auch der Mainzer Dom. Ursprünglich war der Bau der Kirche eher unnötig, er sollte aber den Status des Erzbischofs repräsentieren und Mainz damit zum „zweiten Rom“ werden. 975 wurde der Grundstein gelegt und als Vorbild diente der St. Peters Dom in Rom. Sieben mal hat der Dom im Laufe der Jahre gebrannt, wie z.B. 1009 wurde er durch einen Brand zerstört. Erst 1036 konnte der Dom wieder genutzt werden. im 18. Jhd wurden feuersichere Steindächer eingebaut und auch die Sturmspitze aus Holz wurde durch eine aus Stein ersetzt. 

Reisebericht MainzEin Bischof im Wind

Reisebericht MainzDer Mainzer Dom ist von innen sehr hübsch, aber auch sehr dunkel

Reisebericht MainzHübsche Details im Dom

Reisebericht Mainz

Unsere Magen knurren auch schon und es geht zu einem typischen Mainzer Frühstück: Jeden Samstag – während des Wochenmarktes – gibt es hier auch das Marktfrühstück. Eine kleine Tradition in Mainz. Hier kann man leckere Weine von Mainzer Winzern probieren und dazu gibt es Brötchen mit Fleischwurst vom Metzger. Genannt wird das ganze Weck, Worscht & Woi (Immer von 9-16 Uhr von März bis November). Das kann man sich zum mitnehmen einpacken oder gemütlich auf dem Platz genießen. Mehr information dazu gibt es hier

Reisebericht MainzDer Wochenmarkt vor dem Mainzer Dom

Reisebericht MainzWeck, Worscht & Woi in Mainz – sehr lecker wars!

Auf dem Marktplatz befindet sich auch der Marktbrunnen von 1526. Er ist einer der ersten architektonisch ausgeformten Zierbrunnen der Renaissance und gehört zu den bedeutendsten seiner Art. Anlass war das glückliche Ende des Deutschen Bauernkrieges und er war damals eine wichtige Wasserquelle der Innenstadt. Den Zweiten Weltkrieg überstand der Brunnen ohne größere Schäden, da er zu dieser Zeit eingemauert wurde. 

Reisebericht MainzHübscher Renaissance Brunnen am Marktplatz

Reisebericht Mainz

Rund um den Dom gibt es noch zwei Sehenswerte Säulen. Die Heunensäule besteht aus Sandstein mit einem Bronzesockel an dem sich verschiedene Kopfbedeckungen aus der Mainzer Geschichte befindet. Die 6,4m hohe und 16 Tonne schwere Säule  war ursprünglich für den Wiederaufbau nach dem Brand 1009 gedacht. Der Baumeister hatte sich dann aber wohl doch noch anders entschieden. Insgesamt gab es wohl 42 dieser Säulen, die im Laufe der Jahre aber abhanden gekommen waren. Im 18. Jhd waren es nur noch 14 und 1960 waren nur noch 8 bekannt. Die noch bekannten Säulen befinden sich heute an unterschiedlichen Stellen: neben Mainz steht noch eine in Nürnberg und eine in München.

Reisebericht MainzEs gibt ein einziges Teil an einer Kopfbedeckung die beweglich ist…

Reisebericht Mainz … wer findet sie?

Die zweite Säule ist die Nagelsäule, die während des Ersten Weltkriegs errichtet wurde. Sie entstant im Rahmen einer deutschen Propaganda- und Spendenaktion als Kriegsnagelung und wurde 1916 eingeweiht. Auf den zahlreichen Plaketten sind alle damaligen Institutionen, Verbände, Vereine und größere Firmen aus Mainz verewigt worden. Die Säule besteht aus Eichenstämmen, in die jeder Spender einen Nagel schlagen durfte. Das Geld der Spenden kam auch der Kriegskinderfürsorge und dem Verein für Ferienkolonien zugute.

Reisebericht Mainz Die Nagelsäule am Liebfrauenplatz

Reisebericht Mainz Viele Nägel und viele Details

Ebenfalls am Liebfrauenplatz befindet sich das Gutenberg Museum. Denn einer der berühmtesten Mainzer ist Johannes Gutenberg – der Erfinder des Drucks mit beweglichen Lettern. Er druckte u.a. in Mainz zwischen 1452 und 1455 über 180 Bibeln. 1455 machte er Konkurs und verlor seine Werkstatt – offenbar war Finanzen nicht sein Ding und seine Erfindung brachte ihm keine Reichtümer ein. In dem Museum kann man mehrere Ausgaben seiner Bibel bewundern. Das Museum wurde 1900 anlässlich seines 500. Geburtstages gegründet. Nicht weit entfernt am Gutenbergplatz befindet sich auch das Gutenberg-Denkmal von von 1837

Reisebericht Mainz Das Gutenberg-Museum

Reisebericht Mainz Ein Denkmal für Johannes Gutenberg

Die Gaststätte Specht ist die älteste Gaststätte in Mainz und hat seit 1557 durchgehend geöffnet!

Reisebericht Mainz Die Steuererhebung belegt das Alter der Gaststätte!

Das bürgerliche mittelalterliche Mainz ist geprägt von engen Gassen und hübschen Fachwerkhäusern. Das sieht man dem heutigen Mainz noch immer an. Hübsche Häuser kann man am Kirchgarten sehen – einem Platz mit Fachwerkbebauung. Sowie am Haus zum Aschaffenberg – ein 1450 errichtetes Gebäude, welches das älteste bekannte Fachwerkhaus in Mainz ist.

Reisebericht MainzDer Kirschgarten mit dem Haus zum Aschaffenberg in der Mitte

Reisebericht Mainz Hübsche Details an Fachwerk

Reisebericht MainzAuch hübsch: das Weinhaus Zum Spiegel

Reisebericht Mainz Der Kirschgarten mit Blick auf den Mainzer Dom

Wir befinden uns in der Augustinerstraße – eine der am häufigsten frequentierten Straße in Mainz. Die 270m lange Fußgängerzone erhielt ihren Namen dank des vom Augustinerorden hier errichteten Klosters. Hier befindet sich auch heute noch die Augustinerkirche. Sie wurde 1768 bis 1771 errichtet und ersetzte eine gotische Kirche von 1260. 1805 wurde das Kloster aufgehoben und sie wurde zur Seminarkirche. Den Zweiten Weltkrieg hat sie ohne Zerstörungen überstanden.

Reisebericht Mainz Die Fassade der Augustinerkirche

Reisebericht Mainz Das Innere ist im Rokoko-Stil errichtet und wirklich beeindruckend

Reisebericht MainzDas 1772 von Johann Paptist Enderle erschaffene Deckengemälde

Am Schillerplatz befindet sich der Fastnachtsbrunnen. Er ist das Denkmal der närrischen Jahreszeit und wurde 1967 fertiggestellt. Er ist 9m hoch und enthält mehr als 200 bronzene Figuren und Allegorien. Mit dabei sind Vater Rhein, der Mönch, der Narr mit seinen Attributen, der Mann mit dem Brett vorm Kopf, die Katze, Till Eulenspiegel etc etc.

Reisebericht Mainz Jede Menge Details am Fastnachtsbrunnen

Eine ganz hübsche Aussicht hat man von der Kupferbergterrasse

Reisebericht MainzDie Kupferbergterrasse lugt zwischen den Häusern hervor

Reisebericht MainzÜber die Treppen kommt man hoch zu der Terasse

Reisebericht MainzDas Reiterstandbild des Heiligen Martin

Reisebericht MainzDie Aussicht auf Mainz ist ganz hübsch

Um die Ecke befindet sich das Restaurant Kupferberg Terrassen – ein etwas höherpreisiges Restaurant mit sehr gutem Essen. Hier steht auch der Alexanderturm, der auf dem (Privat) Gelände der Kupferberg-Sektkellerei steht. Der Stadtturm aus dem 15. Jhd steht auf dem Fundament der römischen Stadtmauer. Er gehört mit dem Holzturm und dem Eisenturm zu den noch drei existierenden Stadttürmen der ehemaligen Stadtmauer. 

Reisebericht Mainz

Es geht weiter zum Gautor. Im Mittelalter stellte sie die wichtigste Verbindung von der Stadt ins Umland dar (Gau – mittelhochdeutsch für Landschaft/Umland). Ende des 19. Jhd wurde das Tor nur noch als Verkehrshindernis betrachtet und so wurde es abgebaut und der Graben zugeschüttet. Die Mainzer Bevölkerung protestierte – was das Tor vor der Zerstörung bewahrte. Es wurde zunächst am heutigen Frauenlob-Gymnasiums wieder errichtet. 1998 wurde das Tor schließlich wieder an seiner ursprünglichen Stelle aufgebaut. 

Reisebericht MainzDas Gautor wurde 1670 errichtet

Unweit vom Gautor befindet sich die Kirche St. Stephan. Sie wurde 990 auf der höchsten Erhebung der Stadt errichtet. 1857 explodierte in unmittelbarer nähe ein Pulverturm, wodurch ein Großteil der Barocken Innenausstattung verloren ging. Außerdem wurde sie im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und wurde danach nur zum Teil wieder restauriert. Ich finde, die Kirche macht von außen nicht besonders viel her – aber sehr schön sind die Fenster. Sie wurden 1978 gestaltet und sie leuchten in verschiedenen Blautönen. Dargestellt werden verschiedene biblische Gestalten und sie sollte ein Beitrag zur jüdisch-deutschen Aussöhnung verstanden werden. 

Reisebericht MainzDie Fenster verpassen der Kirche ein schönes blaues Licht

Reisebericht Mainz

Weiter geht es zur Zitadelle. 1329 gab es die Zitadelle noch nicht und der Bereich war nicht innerhalb der Stadtmauer, sondern nur leicht umwallt. Dadurch entstand eine Lücke in der Mauer, was ein Risiko für die Stadt bedeutete. 1620-29 wurde hier die Schweickardsburg errichtet, welche die Lücke schloss. 1655 wurde die Burg von einer 5-eckigen Bauanlage zu der 4-eckigen Zitadelle umgebaut. Früher gab es hier auch ein Kloster, welches aber während der Belagerung durch die Franzosen zerstört wurde. Seitdem wurde die Zitadelle nur noch militärisch genutzt. Während des Zweiten Weltkriegs war hier z.B. ein Gefangenenlager. Heute gehört sie zu der Stadt Mainz und beherbergt div. Ämter.

Reisebericht Mainz Einer der Eingänge in die Zitadelle

Reisebericht Mainz

Reisebericht Mainz Die Zitadelle in Kleinformat?

Verlässt man die Zitadelle im Osten kann man bald das römische Theater entdecken. Es hat einen Durchmesser von 116m und eine Bühnenbreite von 42m – womit es das größte römische Bühnentheater nördlich der Alpen war. Es bot für rund 10.000 Menschen platz. Wahrscheinlich wurden im 4. Jhd Steine von dem Theater für die Stadtmauer verwendet und nach und nach wurde das Theater nicht mehr benutzt. Im 6. Jhd wurde es als Katakomben für Bestattungen benutzt und die letzte Erwähnung konnte man aus dem 11. Jhd finden. Zum ersten Mal wurden Mauerreste 1884 beim Bau der Eisenbahn ersetzt. Damals war schon bekannt, dass es hier einst ein Theater gegeben haben soll, aber man hatte den Fund nicht mit diesem in Verbindung gebracht. 1914 wurden es wieder bei Kanalarbeiten entdeckt und man erkannte es auch als dieses Theater, aber wegen dem Ersten Weltkrieg passiert nichts weiter und es geriet wieder in Vergessenheit. Erst 1998 wurde es wieder entdeckt und konnte dann dank Spenden ausgegraben werden.

Reisebericht Mainz Derzeit wird versucht es wieder für eine Benutztung zu restaurieren

Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zum Stadtpark. Er gehört zu einem der zwei größeren Gärten in Mainz und ist herrlich grün. Früher gab es hier ein Lustschloss, welches aber während der Belagerung 1793 zerstört wurde. Dabei wurde auch der Garten verwüstet. Hier wurde 1803 der Schinnerhannes hingerichtet. 1819-1825 wurde der Garten dann wieder hergerichtet und neu gestaltet. Jetzt gibt es auf dem Geländer ein Vogelhaus mit Lese- und Ruhehof, eine Herkules Statue, einen Torso für den Flussgott Rhenus, einen Rosengarten und noch mehr. Ein schöner Platz für ein Päuschen im Grünen. Hier findet auch regelmäßig der Weinmarkt statt – dann ist hier alles voller Stände und man kann leckere weine probieren. Mehr Infos dazu hier

Reisebericht MainzWunderbar grün und mit lauter bunten Blumen: der Stadtpark

Reisebericht MainzEs scheint zwar keine Sonne, aber zumindest die Blumen werden sich über den Regen freuen

Am Rheinufer entlang

In ein paar Minuten ist man vom Stadtpark zum Rhein-Ufer gelaufen. An der Promenade sollte man unbedingt entlang laufen, wenn man schon in Mainz ist. Hier sehen wir die Südbrücke und auch die Mainzspitze. Hier fließt der Main in den Rhein.

Reisebericht Mainz Die Zug-Brücke Südbrücke

Reisebericht MainzAm Rhein wird auch gern Wassersport betrieben

Reisebericht MainzMainz hat auch einen kleinen Hafen, der des Yacht-Club Mainz e.V.

Wir verspüren ein kleines Hungerchen, aber bis zum Abendessen ist es noch recht lang. Wir nutzen die Gelegenheit einer der zahlreichen kleinen Weinstuben am Rhein zu besuchen und genehmigen uns einen typischen Mainzer Snack: Meenzer Spundekäs mit Brezelchen. Gibt es in fast allen Weinstuben, aber auch Biergärten. Tolle Locations am Rhein sind z.B. der Mole Biergarten, aber auch the Big Easy. Vom letzteren hat man eine sehr schöne Aussicht auf den Rhein!

Reisebericht Mainz Zum Spundekäs gibts natürlich auch einen Mainzer Wein

Reisebericht Mainz Am Main gibt es viele gemütliche Gelegenheiten für eine Pause

Wie weiter oben schon erwähnt stehen in Mainz noch drei Stadttürme der ehem. Stadtmauer. Dazu gehört auch Holzturm. Ursprünglich Wachturm und Stadttor diente er später als Gefängnis. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er schwer beschädtigt und 1961 originalgetreu rekonstruiert. Heute befinden sich hier verschiedene Vereine und Initiativen. 

Reisebericht MainzDer Holzturm wirkt mit seinen weißen Äußeren gar nicht so mittelalterlich

Ein eher umstrittenes Gebäude in Main ist das Rathaus. Es wurde von 1970 – 1974 errichtet, da Mainz schon seit 1462 kein richtiges Rathaus mehr hatte. Man tagte mal hier mal da. Mainz hatte div. Pläne, welche aber vorher nie verwirklicht wurden. Neben den eher traditionellen Gebäude wie dem Kurfürstlichem Schloss und dem Staatskanzlei ist dieses ein … mh, sagen wir ein sehr charakterstarkes Gebäude. 

Reisebericht MainzDas Rathaus neben dem Dom

Sehr bekannt in Mainz ist die Theodor-Heuss-Brücke. Sie besteht aus 5 Fachwerkbögen und wurde 1885 errichtet um Mainz mit dem rechtsrheinischen Kastel zu verbinden. Zunächst mussten alle Passanten ein Brückengeld von 4 Pfenning zahlen. Es gab sogar eine Gebühr für Schweine und Ziegen (je ein Pfenning) – Schüler widerrum waren befreit. Diese Gebühr sollte zunächst nur für die nächsten 3 Jahre erhoben werden, wurde aber schließlich 27 Jahre lang berechnet. Erst 1912 wurde die Gebühr abgeschafft. Die Theodor-Heuss-Brücke gilt als eine der wichtigsten und schönsten Brücken über den Rhein.

Reisebericht Mainz Dunkle Wolken über der Theodor-Heuss-Brücke

Reisebericht MainzDer Mainzstrand ist eine gechillte Locationen – wobei Insider berichten, dass es auf der anderen Rheinseite schöner ist. Dort kann man der Sonne viel besser beim Untergehen zusehen

Reisebericht MainzHübsche Details auf der Theodor-Heuss-Brücke

Auf der anderen Rehinseite befindet sich Mainz-Kastel – welches offiziell eigentlich zu Wiesbaden und damit zu Hessen gehört. Wobei viele Mainz-Kasteller sich eher Mainz zugehörig fühlen. Bis vor dem Zweiten Weltkriegt gehört Kastel auch noch zu Mainz. Nach dem Krieg wurde der Vorort auf Anordnung der amerikanischen Besatzungsmacht der Stadt Wiesbaden übergeben, da Mainz zu der französischen Besatzungszone gehörte und Kastel der amerikanischen. Auch hier begann alles mit den Römern um 11. V. Chr, als sie hier das Castellum Mattiacorum errichtete. Im Mittelalter wurde die Stadt mehrmals niedergebrannt und hatte keine wichtige Rolle.

An das ehemalige Castellum Mattiacorum erinnert heute das Museum Castellum. Im 1990 eröffnete Museum findet man Sammlungen und Ausstellungen zu der Geschichte des über 2.000 Jahre alten Kastells. Über das Jahr verteilt finden hier auch immer wieder Vorträge, Sonderausstellungen aber auch Konzerte statt. Mehr informationen dazu hier.

Reisebericht MainzDas Museum Castellum mit dem Strandschiff (Restaurant)

Reisebericht MainzDas Museum Castellum

Reisebericht Mainz

Reisebericht MainzUnter der Theodor-Heuss-Brücke entlang

Einmal unter der Theodor-Heuss-Brücke durch, lohnt es sich ein Blick in die nahe gelegene Unterführung zu werfen. Rund um den Kasteler Bahnhof werden die grauen Wände plötzlich bunt. In dieser Graffiti-Unterführung darf jeder – unter Einhaltung bestimmter Regeln – ganz legal die Wände besprühen. Jedesmal wenn ich in dieser Gegend bin, schaue ich mal vorbei, was sich hier getan hat und ich habe hier schon das ein oder andere Kunstwerk entdeckt!

Reisebericht MainzHier kann man schon wahre Kunstwerke bestaunen

Reisebericht MainzJedesmal wenn ich hier bin sieht die Unterführung anders aus 

Es geht wieder zurück über die Theodor-Heuss-Brücke auf die Mainz Seite. Jetzt statten wir dem Kurfürstliches Schloss einen Besuch ab. Das 75 lange von der Spätrenaissance geprägte Gebäude ist an der Rheinfront überhaupt nicht zu übersehen. Es wurde 1627-1752 – mitten während des Dreißigjährigen Kriegs  – errichtet , da das vorherige Schloss den Ansprüchen nicht mehr genügte. Es diente allerdings nur kurze Zeit als Schloss. Nach dem Untergang des Kurfürstentums 1806 wurde es anschließend als Zollmagazin und -behörde, Kaserne und Lazarett genutzt. Später als Stadtbibliothek, Gemäldegalerie, Altertumsmuseum und das Römisch-Germanische Zentralmuseum. Letzteres ist als einziges übrig geblieben. 1942 brannte das Schloss nieder, welches bereits 1948 wieder hergestellt wurde. Seit 1990 hat es auch wieder seinen originalen roten Anstrich, weswegen es auch gern „rotes Schloss“ genannt wird. 

Reisebericht MainzNicht zu übersehen – das Kurfürstliches Schloss am Rhein

Reisebericht MainzMit einem wunderschönen Eingangstor

Reisebericht MainzAuch das Innere ist schön errichtet worden

Direkt nebendran befindet sich der Landtag Rheinland-Pfalz. Es wurde 944 von Erzbischof Friedrich von Lothringen erbaut und 1784 wurde hier ein Neubau errichtet. 

Reisebericht MainzVon außen ist der Landtag ganz hübsch – ansonsten gibt es hier nicht so viel zu sehen

Als letzter Sightseeingspunkt geht es in die Kirche St. Peter. Wie auch schon die Augustinerkirche beeindruckt sie durch ihre reiche Rokokoausstattung im Inneren. Damit zählt sie zu den bedeutendsten Barockbauten in Mainz. Die ursprüngliche Kirche befand sich außerhalb der Stadtmauer und wurde während des Dreißigjährigen Krieg zerstört (1631). Damals wurde sienicht wieder neu aufgebaut. Erst 1749 wurde sie an der heutigen Stelle wieder neu errichtet. 1945 erlitt die Kirche während des Luftangriffs, während dem Mainz fast vollständig zerstört wurde, schwere Schäden. Danach wurde sie zunächst nur notdürfitg wieder hergerichtet. Erst 1959 erfolgte der Wiederaufbau. Von 1973 bis 1989 wurde die Kirche ständig renoviert – in diesem Zuge entstanden auch die Deckenfresken anhand alter Fotografien neu.

Reisebericht MainzRokoko in Pastell 

Reisebericht MainzLeider nur eine Nachbildung – trotzdem beeindruckend: die Deckenbemalung der Kirche

Reisebericht MainzGlaskronleuchter in der Kirche

Gutes Essen in einer Weinstube

Damit war unser Rundgang in Mainz beendet. Zum Abschluss mussten wir uns natürlich noch ein leckeres Abendessen in einer der zahlreichen Weinstuben gönnen. Unsere Wahl fiel auf das Weinhaus Michel – aber die Auswahl an guten Stuben ist riesig. Eine vorherige Reservierung wird allerdings bei den meisten empfohlen. Wir haben es uns hier mit guten Essen und leckerem Wein richtig gut gehen lassen. Besonders herzallerliebst ist die Karte, die in zauberhaftem „määnzerisch“ geschrieben ist und mit putzigen Zitaten dekoriert ist. So gab es für mich ein „Cordon Bleu vunn de Wutz mit Schinke unn Käs – dodezu Bratkardoffele unn Salädsche“. Wirklich sehr lecker!

Reisebericht MainzHübsch dekoriert und lecker: das Weinhaus Michel

Trotz des nicht ganz so tollen Wetters hatten wir einen erfolgreichen Tag in Mainz. Wer jetzt noch Lust und Laune hat, kann den Abend mit einem (weiteren) Wein am Rheinufer ausklingen lassen. Bei schönem Wetter eigentlich ein Muss! Fazit: Mainz ist definitiv einen Besuch wert!

Reisebericht MainzDa bleibt nur zu sagen: Prost!

Essen in Mainz – weitere Tipps

Hier noch ein paar weitere Empfehlungen meiner Kollegin für gutes Essen in Mainz: 

Red Chilli Thai – Familiengeführtes Restaurant mit hausgemachten Currypasten und alles frisch zubereitet (bester Thai in Mainz)
Wilma Wunder – Cafe im Hipsterstyle, mit einer ganz gemütlichen Atmosphäre und leckeres, frisches Essen mit regionalen Zutaten
Al Cortile Italiener – Sehr guter Italiener mit echter Holzofenpizza – etwas schicker, aber auch etwas teurer
Al Angelo Italiener (Augustinerstraße 8, 55116 Mainz) – Sehr guter Italiener mit entspannter Atmosphäre 
Schrebergarten Vegetarisches Restaurant (Kurfürstenstraße 9, 55118 Mainz) – Mit einer kleinen, aber leckeren vegetarischen Karte
Domo Koreanisches Restaurant – Mit leckerem Dolsotbibimbab, aber auch das Sushi ist super!
Niko Niko Thai Japanisches Restaurant – Sehr leckeres Sushi (a la Carte)
Weinstube Bacchus Weinlokale – Eine super gemütliche, kleine, traditionelle Weinstube 
Hof Ehrenfels Weinlokal –  Ein etwas größeres Weinlokal, welches sich aber trotzdem seine urig Atmosphäre erhalten hat
Burgerladen Burger – Hier gibt es – wie man fast erraten kann – leckere Burger!
Big Easy Burger Barbecues Cajun Gerichte – Leckeres Essen mit einer sehr schönen Aussicht auf den Rhein

Die Römersteine

In Mainz Bretzenheim gibt es noch ein Ziel für Römer-Fans. Hier stehen die Römersteine – sie sind die Überreste einer ehm. Römischen Wasserleitung/Aquädukt.

Reisebericht WiesbadenDie Römersteine entlang des Weges

Um etwa 70. Chr. wurde eine steinerne Wasserleitung für das damalige römsiche Mainz gebaut. Unklar ist, ob es die erste Leitung war oder ob es bereits einen Vorgängerbau aus Holz gab. Das Aquädukt hatte vermutlich eine Gesamtlänge von 9km, wobei man 2008 nur 3,8km zweifelsfrei nachweisen konnte. An der höchsten Stelle soll es eine Höhe von 25m gehabt haben, was es zu dem höchsten Aquädukt nördlich der Alpen machte. Heute sind noch die Überreste von 69 Pfeilern sichtbar.

Reisebericht Wiesbaden

Reisebericht WiesbadenWer Glück hat, kriegt auch noch Schafe und Gänse zu Gesicht… 

Reisebericht Wiesbaden… bei mir war es wohl aber etwas zu warm und der Schatten war spannender

Siehe auch:
Teil 2 von meinem Mainz/Wiesbaden Reisebericht: Wiesbaden – Fahrradtour zum Kloster Eberbach
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten

Hinweis: Alle genannten Unterkünften/Touren/Restaurants/etc. habe ich selbst gebucht und bezahlt. Dies sind lediglich Empfehlungen bzw. Erfahrungsberichte meinerseits und es erfolgte keine Zusammenarbeit mit einer Firma. Ich wurde für die Verlinkung/Werbung nicht bezahlt. Ich bin ein privater Blog und verdiene damit keinerlei Geld. Ich habe einfach nur Spaß am bloggen und reisen und teile dies mit der Welt :-)