La Palma 4 – die große Caldera Wanderung

Die nächste Wanderung auf La Palma sollte uns auf die Caldera der Insel bringen – in den Nationalpark Caldera de Taburiente. Hier erwarten uns sagenhafte Aussichten und ein farbiger Wasserfall! 

Mit dem Taxi zum Mirador de Los Brecitos

Wieder begann der Morgen recht zeitig. Für heute hatten wir die große Caldera Wanderung auf dem Plan. Da diese Wanderung keine direkte Rundwanderung ist (kann man auch als diese machen, aber dann ist die Tour sehr lang mit sehr vielen Höhenmetern!), haben wir einen Service in Anspruch genommen, der auf La Palma ganz normal ist: Unser Auto stellten wir auf dem Parkplatz in dem Barranco de Las Angustias (was übersetzt btw. „Schlucht der Todesängste“ bedeutet) ab. Hier wartete bereits ein Taxi Fahrer darauf, Wanderer einzusammeln und gegen ein Entgelt an den Start der Wanderung zu kutschieren. 

Da der Preis hier pro Auto berechnet wird, warteten wir noch auf ein weiteres Wanderpärchen und dann ging die kurze Fahrt zum Mirador de Los Brecitos auch schon los. Ich empfehle ein zeitiges erscheinen am besten vor 9 Uhr. Wahrscheinlich kommt jeder mit dem Taxi nach oben, aber wenn es einem vor der Nase weg fährt oder schon voll ist, kann es zu längeren Wartezeiten kommen, was sehr ärgerlich ist. 

Die große Caldera Wanderung

Kilometer: 13,15 km
Wir haben gebraucht: 4:40 Std (inkl. Pausen und Fotostops)
Aufstieg: 195m, Abstieg 1.302m
(gemessen mit einer Tracking App)

Achtung: Einige Wanderungen erfordern Trittsicherheit und Schwindelfreiheit und sind nicht für jede Wetterlage geeignet. Bitte informiert euch vor Beginn der Wanderung, ob dieser Wanderweg etwas für euch ist.

Wir wurden direkt mit einer sagenhaften Aussicht begrüßt. Das Wetter war sehr angenehm – es war zwar sehr sonnig, aber der Großteil der Wanderwege war waldig und daher schattig. Hier hatten wir diesmal nur einen sehr sanften Aufstieg – es ging eigentlich nur bergab – und daher war diese Wanderung nicht anstrengend.

Reisebericht La Palma

Reisebericht La Palma

Der Nationalpark Caldera de Taburiente hat einen Durchmesser von ca 8 km und erstreckt sich über die Kraterähnliche Calderavertiefung in der Mitte der Insel. Der höchste Punkt des Kraters liegt bei 2.426 m über dem Meeresspiegel, der außerdem auch der höchste Punkt der Insel ist. Entstanden ist das ganze vor Millionen Jahren durch mehrere Vulkanausbrüche.

Reisebericht La Palma

Reisebericht La Palma Die Kraterspitzen mit einem Hauch von Wolken

Reisebericht La Palma

Reisebericht La Palma

Reisebericht La Palma

An einigen Stellen auf diesem Trail mussten Flüsse überquert werden. Da es hier meistens keine Brücken gibt, hilft nur von Stein zu stein hüpfen oder waten. Bei uns war der Wasserstand überall sehr niedrig, weswegen das für uns überhaupt kein Problem war. Wenn es aber häufiger geregnet hat, muss man sich hier vermutlich auf nasse Füße einstellen. Wenn es sehr viel geregnet hat oder gar tut, sollte man von dieser Wanderung absehen, da diese dann auch lebensgefährlich werden kann. 

Reisebericht La Palma

Reisebericht La Palma

Reisebericht La Palma

Reisebericht La Palma

Reisebericht La Palma

Wir kommen am Roque Idafe vorbei – eine knapp 100m hohe Felsnadel aus Basalt. Für die Ureinwohner hatte der Stein eine besondere Bedeutung: er wurde als Stütze zwischen Erde und Himmel betrachtet und es wurden Tiefopfer dargebracht, damit er nicht einstürzte. 

Reisebericht La Palma

Reisebericht La Palma

Reisebericht La Palma

Cascada de Los Colores – der farbige Wasserfall

Wir kommen zum Highlight der Wanderung: die Cascada de Colores. Schilder weisen bereits darauf hin und bald sehen wir das gelb gefärbte Wasser, das sich in einem Rinnsal durch das sonst leer Flussbett schlängelt. Wir haben Glück, bei uns ist der Wasserstand nach wie vor niedrig und die Wanderung zu dem Wasserfall (man muss hier einen kleinen Umweg, abseits des normalen Weges machen um zum Wasserfall zu gelangen) ist kein Problem. Wenn der Wasserstand höher ist, kann dies wohl aber auch deutlich abenteuerlicher werden.

Reisebericht La Palma

Reisebericht La Palma

Das Wasser ist so stark eingefärbt, da das Gestein in diesem Bereich sehr eisenhaltig ist.

Reisebericht La Palma Sieht nicht so dramatisch aus, aber die Farbe konnte ganz schön hartnäckig auf den Klamotten sein

Angekommen am „Wasserfall der Farben“ – hier sind manche Stellen auch mit Moos bewachsen – wodurch neben dem gelb/orange noch grüne Farben hinzukommen.

Reisebericht La Palma

Man kann die Cascada de Los Colores natürlich auch vom Parkplatz direkt ansteuern – auf dem letzten Part dieses Trails kamen uns einige Wanderer entgegen, die nach dem Wasserfall gefragt haben. Das würde ich allerdings als anstrengender einschätzen (da man natürlich auf dem Hinweg fast nur bergauf muss). Wer nur mal „kurz“ vorbei schauen will, sollte aber trotzdem unbedingt ausreichend Zeit einplanen. Empfehlen tue ich aber die ganze Tour – trotz der Taxifahrt. 

Endspurt – durch eine felsige Landschaft

Auf dem letzten Part der Wanderung geht es überwiegend am Flussbett entlang und durch steinige Landschaften. Die Landschaft bleibt großartig.

Reisebericht La Palma

Reisebericht La Palma Ein Baum krallt sich an einem Felsen fest…

Reisebericht La Palma Durch Algen grün gefärbtes Wasser

Reisebericht La Palma

Reisebericht La Palma

Reisebericht La Palma große, sagenhafte Felsen!

Reisebericht La Palma

Reisebericht La Palma

Reisebericht La Palma Unsere Maskottchen für diese Wanderung

Bald ist es geschafft: hinter dieser Biegung befindet sich wieder der Parkplatz, wo unser Auto auf uns wartet! 

Reisebericht La Palma

Die Wanderung ist geschafft und wir sehr zufrieden. Die große Caldera Wanderung ist ein wunderschöner Weg und mit dem Cascada de Los Colores hat man auch noch ein „Sightseeing“ Objekt auf dem Weg der sich sehr lohnt. Wenn das Wetter hält, einer der schönsten Wanderwege auf La Palma!

Roque de los Muchachos – Sterne gucken oder Wolken?

An einem Abend sind wir noch zum Roque de los Muchachos gefahren – der höchste Punkt auf der Caldera mit 2.426m. Von hier aus soll man einen grandiosen Ausblick haben und bei guter Sicht auch die Nachbarinseln wie z.B. Teneriffa sehen können. Da man von La Palma aus wunderbar die Sterne beobachten kann, steuerten wir den Aussichtspunkt etwas später am Tag an, da wir gelesen hatten, dass man da wunderbar die Sterne gucken kann und es dort sogar ein Observatorium gibt.

Als wir dort ankamen, war es allerdings so stark bewölkt, dass man nicht viel sehen konnte und außerdem gab es unterhalb des Aussichtspunkt am Observatorium eine Schranke, die eine halbe Std später herunter gelassen werden sollte. Das war uns nicht ganz geheuer, daher haben wir uns nur kurz umgesehen und sind dann wieder abgezogen. Fazit: Zum Sterne gucken lieber einen der anderen unzählichen Plätze suchen und den (sicherlich) grandios Ausblick lieber am Tag genießen!

Reisebericht La Palma die MAGIC Telescopes, wie im Nebel!

Reisebericht La Palma Es gab zwar keine Sterne für uns, aber dafür einen großartig farbigen Himmel! 

Das Klima auf la Palma

Das Wetter auf La Palma ist so eine Sachen – so richtig kalt wird es da dank dem Golfstrom nicht wirklich und regnet tut es auch eher seltener. Bei der Buchung seiner Unterkunft muss man allerdings aufpassen: Generell kann man sagen, dass es auf der Westseite der Insel immer sonniger und trockener ist, als auf der östlichen Seite. Das kommt daher, dass auf der Insel ein Gebirge einmal quer von Norden nach Süden verläuft und einer Wetterscheide bildet. So bleiben die Wolken vom Ostpasat hier hängen. Wer also lieber Sonne möchte, sucht sich im Westen eine Unterkunft.  Vorsicht ist hier bei höheren Wanderwegen geboten (z.B. bei der Ruta de los Volcanes), hier können schnell mal fiese Wolken aufziehen, auch wenn es „auf dem Boden“ Sonnenschein gibt.

In den höher gelegenen Ortschaften kann es auch schon im Frühjahr und Herbst mal richtig frisch werden – hier also darauf achten, dass die Unterkunft ggf. eine Heizung hat.

Siehe auch:
Teil 3 meines LaPalmas Reiseberichts: Eine Bootstour ab Tazacorte & der Nordwesten
Teil 5 meines LaPalmas Reiseberichts: ein Spaziergang durch Santa Cruz & Fuencaliente
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten

Hinweis: Generell gilt - falls nicht anders von mir markiert: Links sind von mir freiwillig eingefügte Links von Produkten die ich besitze/benutze (ggf. ist das Nachfolge Produkt verlinkt, falls meine Version nicht mehr erhältlich ist) oder Unterkünften/Touren/Restaurants etc. die ich besucht habe. Dies ist lediglich eine Empfehlung meinerseits und es erfolgte keine Zusammenarbeit mit einer Firma. Ich wurde für die Verlinkung/Werbung nicht bezahlt.

* Affiliate-Link: Hier werde ich bei einem Kauf durch eine kleine Provision für meine Arbeit unterstützt. Für dich entstehen keine Mehrkosten :-)