La Palma 2 – die Schmugglerbucht Prois de Candelaria bei Tijarafe

Unsere erste Wanderung sollte uns zu der ehemaligen Schmugglerbucht bei Tijarafe führen. Für uns war diese Wanderung definitiv die härteste – aber die Aussicht war es wert!

An diesem Morgen ging es zeitig los. Nach einem, kleinen stärkenden Frühstück setzten wir uns in unser Auto und fuhren in Richtung des nicht weitentfernten Tijarafes.

Mirador de El Time

Auf dem Weg mussten wir aber noch einen Zwischenstop machen. Als wir den Barranco de las Angustias hoch fuhren, war die Aussicht auf das Tal einfach nur großartig. Für einen Fotostop bietet sich hier der Mirador de El Time ein. Der Parkplatz gehört zu einer kleinen Bar – hier gibt es ein paar Getränke und Snacks. Nichts besonderes, aber der Anblick ist atemberaubend.

Reisebericht La Palma Tijarafe

Über La Palma

Gegen 1493 eroberten die Spanier die Insel von den Ureinwohnern, den Guanchen. Diese hatten sich lange u.a. nur mit Steinen bewaffnet den Spaniern widersetzt. Auf der Insel kann man an ein paar wenigen Stellen heute noch Felszeichnungen der Guanchen besichten (z.B. hier und hier). Nach der Eroberung nutzten die Spanier die Insel als Exportbasis für z.B. den Kolonialhandel. Dies war mehr oder weniger Erfolgreich und die Bevölkerung von La Palma war im Laufe der Jahrhunderte immer wieder gezwungen nach Südamerika (Venezuela oder Kuba) auszuwandern. Erst nachdem Spanien der EU beitrat und der Tourismus zu blühen begann, konnte die Insel so gestärkt werden, dass die Wirtschaftslage La Palmas stabil blieb.

Ab dem 16. Jhd fand man auf der Insel immer mehr sogenannte „Zuckerbarone“ – Kaufleute, die aus Europa nach la Palma kamen. Sie brachten viel Geld mit und so wurden hübsche Herrenhäuser und Kirchen gebaut. Dadurch wurde die Insel aber auch ein begehrtes Ziel für Piraten, mit denen sich die Bevölkerung lange rum schlagen mussten.

Die Auswanderer nach Südamerika kamen manchmal wieder und brachten neue Einflüsse und Ideen mit. Außerdem machten die schweren Lebensbedingungen durch Vulkanausbrüche, Wasserknappheiten und Unwetter die Bevölkerung anfällig für den Glauben an Heilige: Religiöse Feste werden heute noch auf La Palma ausgiebig gefeiert. Die reichen Kaufleute erkämpften sich bereits vor 1773 besondere Rechte. Auch im Thema Krankenversorgung waren sie Ihrem Mutterland weit voraus.

Heute lebt die Insel überwiegend von den Bananenplantagen und natürlich dem Tourismus. 

Tijarafe

Tijarafe ist ein überschaubares Örtchen, nahe der westlichen Küste, wo das Land steil abfällt. In dieser Region kann man wunderbar wandern gehen und man wird auch noch mit grandiosen Aussichten belohnt. 

Reisebericht La Palma Tijarafe

Wir gönnen uns einen kurzen Spaziergang durch das Dorf und machen halt auf dem Platz vor der Kirche Parroquía de Nuestra Señora de Candelaria. Hier stehen ein paar beeindruckende große Bäume. 

Reisebericht La Palma Tijarafe

Reisebericht La Palma Tijarafe

Reisebericht La Palma Tijarafe Die Casa de La Décima: Mal mehr, mal weniger Tür … :-D

Die Schmugglerbucht Wanderung

Kilometer: 9,8 km
Wir haben gebraucht: 7 Std (inkl. Pausen und Fotostops)
Aufstieg: 954m, Abstieg 992m
(gemessen mit einer Tracking App)

Achtung: Einige Wanderungen erfordern Trittsicherheit und Schwindelfreiheit und sind nicht für jede Wetterlage geeignet. Bitte informiert euch vor Beginn der Wanderung, ob dieser Wanderweg etwas für euch ist.

Ausgangspunkt für unsere Wanderung war also Tijarafe. Geparkt haben wir an der Camino Lomo Felipe, nahe einer kleinen Kirche mit Friedhof.  Etwas östlich davon geht der Weg von der LP-1 von der Straße runter und die Wanderung kann beginnen.

Reisebericht La Palma Tijarafe

Es geht durch den Barranco del Jurado Richtung Küste. Abgesehen von großen Wasserkanälen hat man den Eindruck, diese Schlucht ist von Menschen völlig unberührt. Der Weg der noch kommt bleibt abwechslungsreich: es geht bergaufund bergab, er führt kleinen Häuschen vorbei, durch Schluchten, auch mal an der Straße entlang und dann erreicht man schließlich die Küste.

Reisebericht La Palma Tijarafe Sagenhafte Aussichten erwarteten uns auf diesem Trail!

Reisebericht La Palma Tijarafe

Wir erreichen den Mirador del Barranco del Jurado und von da an geht es Steil bergab zum Meer.

Reisebericht La Palma Tijarafe hier lassen sich gut die steilen und zick-zack artigen Wanderwege, die uns noch erwarteten, ausmachen

Reisebericht La Palma Tijarafe Bananen! Auf dieser Insel dreht sich alles um Bananen

Reisebericht La Palma Tijarafe

Reisebericht La Palma Tijarafe

Nach dem sehr steilen Abstieg erreichen wir eine kleine Bucht, in der Einheimische einfache Barracken errichtet haben. Hierher flüchten Sie wohl an den Wochenenden, wenn es im Sommer zu warm ist. Von hier aus konnten wir auch schon einen Blick auf die „Cueva Bonita“ – die hübsche Höhle – werfen. Hier (Coming Soon) haben wir eine Bootstour unternommen, die uns in die Höhle bringen sollte.

Reisebericht La Palma Tijarafe

Reisebericht La Palma Tijarafe

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Da wir nun ganz unten waren, ging es nur noch bergauf und damit begann der erste fiese Teil des Trails. Die Sonne knallt erbarmungslos auf uns nieder und wir kommen richtig ins schwitzen. 

Reisebericht La Palma Tijarafe

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Diese Hürde war geschafft und es kam wieder ein angenehmer Part: es ging auf einer Betonstraße wieder abwärts.

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Reisebericht La Palma Tijarafe Wohin diese Tür wohl führt? :-)

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Reisebericht La Palma Tijarafe ein geheimnisvoller Eingang… 

Der Weg führt uns zu einer kleinen Bucht direkt am Meer und schließlich erreichen wir das Highlight dieser Wanderung, den Prois de Candelaria auch Cueva Candelaria genannt: die ehemalige Piratenbucht! Heute stehen hier ein paar kleine Hütten, die von Einheimischen am Wochenende genutzt werden. Bei uns ist die Bucht (bis auf ein paar einzelnde andere Wanderer) verlassen und wir schlendern zwischen den kleinen Behausungen durch die Bucht.

Btw. wer sich nicht die ganze Tour zumuten möchte, kann auch bis zum nahe gelegenen Parkplatz fahren.

Reisebericht La Palma Tijarafe Die Prois de Candelaria vom Wasser aus

Reisebericht La Palma Tijarafe

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Reisebericht La Palma Tijarafe Unser Tagesmaskottichen an diesem Tag: ein kleiner aufdringlicher, verschmuster Kater

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Der angenehme Part war schnell geschafft und jetzt kam die eigentliche Hürde. Der letzte Part dieser Wanderschaft führte uns über einen Aufstieg von fast 700m zurück nach Tijarafe. Inzwischen war es nach Mittag und die Sonne knallte so richtig auf uns runter. Auf diesem Trail empfehlen wir im Sommer auf jeden Fall ausreichend Wasser! Wir haben diesen Part etwas unterschätzt und mussten uns das letzte Stück quälen, weil uns das Wasser ausgegangen ist und es richtig heftig für uns wurde. Wie Zombies sind wir in Tijarafe eingefallen und haben die erste Lokalität überfallen, die wir entdecken konnten.  

Reisebericht La Palma Tijarafe

Wir haben es aber geschafft und ich fand, die Aussichten war es auf jeden Fall wert! Anstrengender, aber super schöner Wanderweg! 

Wanderführer für La Palma

Da sowohl meine Freundin, als auch ich einen Wanderführer dabei hatten und ich mir noch einen weiteren ausleihen konnte, hatte ich drei Bücher, die ich vergleichen konnte: 

Reisebericht La Palma Tijarafe

Generell fand ich es sehr gut einen Wanderführer dabei zu haben, auch wenn es sicherlich auch ohne geht. Die Wege, die wir genommen haben, waren alle auch vor Ort ausgeschildert, aber an der ein oder anderen Stelle musste man auch mal suchen und da ist es schön, wenn man das nochmal nachschlagen kann. Außerdem hilft der Wanderführer vorab bei der Auswahl der Routen und natürlich den Schwierigkeitsgraden oder Besonderheiten auf der Strecke. 

Am besten hat mir die Kombination aus zwei Wanderführern gefallen: im Michael Müller Verlag waren die Routen wirklich sehr detailliert beschrieben, sowohl Details wie Höhenmeter, Dauer einzelner Abschnitte und die Möglichkeiten der Anfahrt. Ein bisschen Blabla zur Insel gab es auch. Wenn ich mich für einen entscheiden müsste, würde ich diesen nehmen, wenn meine Priorität auf den Wanderungen liegt. Eine gute Ergänzung ist der Know-How Verlag. Hier fehlten für meinen Geschmack Details zu den Routen, dafür war hier mehr allgemeine Informationen zur Insel, zu den Ortschaften und Tipps, welche Plätze sehenswert sind enthalten. 

Der Rother Verlag kann mit deutlich mehr Routen punkten, allerdings fand ich diese teilweise nicht so gut beschrieben und eher unübersichtlich. Das Buch selbst war auch nicht so robust wie die anderen, wodurch es schnell etwas zerstört aussieht. Dieses Buch habe ich fast gar nicht genutzt. 

 Wer keinen Wanderführer zur Hand hat, kann auch einen Blick bei Outdooractive auf die Route werfen. 

Siehe auch:
Teil 1 meines LaPalmas Reiseberichts: die Isla Verde | Puerto Naos & Los Llanos
Teil 3 meines LaPalmas Reiseberichts: Eine Bootstour ab Tazacorte & der Nordwesten
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten

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