Island 11 – In der Hauptstadt: Reykjavik

Natürlich konnte ich nicht nach und durch Island fahren ohne Reykjavik einen besuch abzustatten. An einem Tag habe ich mir angesehen was die Hauptstadt zu bieten hat. Spontan verschlug es mich dann auch noch zu einer Bootstour, denn eine „Sehenswürdigkeit“ Islands hatte ich noch nicht abhaken können….

Ein Vorgeschmack auf Reykjavik

Da ich bereits am Vortag in Reykjavik übernachtet hatte, habe ich auf dem Weg zu meiner Unterkunft bereits einen kurzen Stop gemacht, da das Ziel etwas außerhalb liegt und daher nicht so gut zu Fuß zu erreichen war. Und zwar Perlan – der Warmwasserspeicher – einer der Wahrzeichen der Stadt. Die weithin sichtbare Glaskuppel hat seit 1991 6 Tanks, wovon 5 rund 20 Mio Tonnen 85° heißes Wasser für die Haushalte Reykjaviks speichert. In dem 6ten Tank befindet sich das Museum der Naturwunder mit einigen interessanten Attraktionen, wie dem einzigen Indoor Eistunnel der Welt (3990 ISK, ca 29 €) oder eine Nordlichter-Show (4490 ISK, ca 33 €). Für den kleinen Geldbeutel gibt es eine Aussichtsplattform, von der man auf ganz Reykjavik blicken kann (490 ISK, ca 4 €). Tickets kann man auch vorab, z.B. hier* und hier* kaufen. 

Reisebericht Island ReykjavikPerlan bedeutet übersetzt Perle

Reisebericht Island ReykjavikDas Museum ist auch von innen sehr schön!

Reisebericht Island ReykjavikVon der Aussichtsplattform hat man eine schöne Aussicht!

Angekommen!

Danach ging es weiter zu meiner Unterkunft. Übernachtet habe ich im Kex Hostel*, dass im Zentrum der Stadt, am Meer gelegen liegt. Übernachtet habe ich in einem Frauen-Mehrbettzimmer mit geteiltem Badezimmer auf dem Gang. Es gab eine große, gemütliche Küche, aber auch einen Bar, in der Live-Musik gespielt wird, die nicht nur für Gäste eine beliebte Anlaufstelle ist. Zwar wird die Live-Musik nicht die ganze Nacht hindurch gespielt, aber wer eher einen ruhigen Abend verbringen möchte, sollte sich evtl. nach einer anderen Unterkunft umsehen. Wer allerdings auch ein bisschen feiern möchte, ist hier genau richtig. Es gibt ein paar öffentliche Parkplätze direkt vor dem Hostel, die allerdings kostenpflichtig sind – tatsächlich fand ich das Parken für die Hauptstadt im Zentrum allerdings recht preiswert. 

Reisebericht Island ReykjavikDas Kex Hostel macht von außen nicht so viel her…

Reisebericht Island Reykjavik.. aber die Einrichtung wurde mit viel Liebe ausgewählt! 

Reisebericht Island ReykjavikDie Mehrbettzimmer sind sehr einfach, aber ausreichend

Übernachtet habe ich hier zwei Nächte, da ich mir einen Tag zum Sightseeing genehmigt habe. Nach der vielen Autofahrerei, fand ich es auch sehr angenehm einen Tag Pause einzulegen. Den Abend habe ich mit einem gemütlichen Spaziergang am Meer ausklingen lassen. 

Reisebericht Island ReykjavikSchöne Aussicht auf die Skyline von Reykjavik

In der nähe von meiner Unterkunft waren noch zwei Sehenswürdigkeiten, die ich mir angesehen habe. Einmal die Schiffsskulptur Sonnenschiff – genannt Sólfar. Sie erinnert an ein stilisiertes Wikingerschiff und gehört zu den beliebtesten Fotomotiven Reykjaviks. Der Künstler Jón Gunnar Árnasons hatte die Skultpur als die Ode an die Sonne errichtet. Sie wurde 1986 anlässig des 200-jährigen Jubiläums der Stadt Reykjavík errichtet. 

Reisebericht Island ReykjavikDie Skulptur Sólfar streckt sich gerade zu der Sonne entgegen

Folgt man dem Meer noch etwas Richtung Osten, kann man das Höfði sehen. Dieses kleine, weiße Haus, das mitten auf einer Wiese steht erlange 1909 weltberühmtheit. Hier trafen sich damals Mikhail Gorbatschow und Ronald Reagan zu Abrüstungsverhandlungen, die das Ende des kalten Krieges einläuteten. Heute ist es unbewohnt, aber wir wären nicht auf Island, wenn das alles wäre. Hier und da werden seltsame Geschehnisse und Bewegungen wahrgenommen. Natürlich handelt es sich hierbei auch um ein Spukhaus!

Reisebericht Island ReykjavikDas Häuschen wirkt neben der modernen Skyline von Reykjavik fast ein wenig verloren

Über Reykjavik

Die Stadt Reykjavik liegt knapp 270 Kilometer nördlich des Polarkreises. Sie ist die größte des Landes, denn knapp 40% der Gesamtbevölkerung lebt in der nördlichsten Hauptstadt der Welt. Als erster dauerhafter Besiedler dieser Bucht gilt Ingólfur Arnarson – er warf, wie es in Norwegen üblich war, Planken ins Meer und folgte Ihnen. Dort wo sie angeschwemmt werden, lässt man sich nieder, unabhängig von den Bedingungen. Tatsächlich war die Region um die Bucht Faxaflói aber eine gute Wahl.

Obwohl die erste Siedlung noch aus dem 9.Jhd stammt, ist Reykjavik noch eine junge Stadt, denn erst 1786 wurde ihr das Stadtrecht verliehen. Damals lebten hier rund 200 Menschen. Zur Entwicklung der Stadt hat Skúli Magnusson erheblich beigetragen. Trotzdem war Reykjavik noch ein verschlafenes Dörfchen. Während der Besetzung der Briten und Amerikaner im Zweiten Weltkrieg wurde die Hauptstadt plötzlich ins 20 Jhd. befördert. Auch wenn Reykjavik mit seinen inzwischen rund 123.246 Einwohnern kein Dörfchen mehr ist – irgendwie… ist es manchmal doch noch ein Dorf…. aber eins mit Charme!

Zimtschnecken und Wahrzeichen

Am nächsten Morgen startete ich, um Reykjavik zu erkunden. Ich hatte von einer Bäckerei gehört, die unglaublich leckere Zimtschnecken verkaufen sollte. Glücklicherweise war diese gar nicht so weit weg und so startete mein Tag mit einer ofenfrischen und warmen Zimtschnecke von der Brauð & Co-Bäckerei! 

Reisebericht Island ReykjavikDas Gebäude ist farbenfroh und nicht zu übersehen und die Schnecke war einfach köstlich!

Ich werfe beim vorbei laufen eine kurzen Blick in die Straße Laugavegur. Sie ist die Haupteinkaufsstraße in der Innenstadt – hier findet man aber auch zahlreiche Cafes, Restaurants und Bars.

Reisebericht Island ReykjavikWer ein wenig shoppen möchte, ist auf der Straße Laugavegur genau richtig

Reisebericht Island ReykjavikHier ist auf jeden Fall immer etwas los!

Mein erstes richtiges Ziel an diesem Morgen war der Hügel Skólavörðuholt, wo die berühmte Hallgrimskirche auf mich wartete. Sie ist die isländische Staatskirche und das größte Kirchengebäude auf der Insel. Man kann sie fast von überall in der Hauptstadt aus sehen. Der Bau gegann zwar bereits 1945, aber so richtig vollendet wurde die Kirche erst 1986. Beim Entwurf versuchte man Motive der isländischen Landschaft mit einzubinden, so sollen die vielen Säulen an Baaltsäulen und die Farbe der Kirche an die Gletscher erinnern. Von den 75m hohen Turm hat man bestimmt eine tolle Aussicht auf die ganze Region. Für 600 ISK kann man mit einem Aufzug nach oben steigen. Bei mir war der Turm leider geschlossen.

Reisebericht Island ReykjavikSehr beeindruckend – die Hallgrimskirche 

Vor der Kirche kann man eine Statue von Leif Eriksson sehen. Er soll auf dem Weg nach Grönland vom Kurs abgekommen sein und bereits um das Jahr 1000 herum Amerika entdeckt haben. Die Statue war ein Geschenk der Vereinigten Staaten. 

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Direkt am Platz befindet sich auch das Einar Jónsson Museum. Er gilt als erster Bildhauer, der auch über Island hinaus öffentlich bekannt wurde. Er reiste und arbeitete in verschiedenen Ländern, wie Dänemark, Deutschland, Italien und den USA. Als er zurück nach Island kam, macht er dem Land einige großzügige Schenkungen, die heute in diesem Museum zu sehen sind. Das Museum kostet 600 ISK Eintritt (ca 4,5 €). Wer sich dafür nicht so richtig interessiert, kann aber trotzdem einen Blick in den Skulpturengarten werfen – dieser ist nämlich kostenfrei.

Reisebericht Island ReykjavikDas Museum mit der irgendwie immer präsenten Hallgrimskirche 

Reisebericht Island ReykjavikIm Garten kann man so einige interessante Skulpturen entdecken

Rund um den See Tjörnin

Als nächstes ging es weiter zum See Tjörnin. Er gehört zu den bekanntesten und beliebtestens Attraktionen Reykjaviks und ist auch eines der Wahrzeichen der Stadt. Der See befindet sich im Zentrum der Stadt und besteht aus zwei Teilen, die durch eine Brücke getrennt werden. Einheimische sowie Touristen kommen gern hier her, um ein wenig Natur zu genießen. Während im Sommer die zahlreichen Bänke zum verweilen und Sonnenbaden einladen, kann man im Winter Schlittschuh laufen. Der See ist relativ Flach und wurde deswegen Tjörnin (Übersetzt: Teich) genannt. Er ist ein Lebensraum für über 40 verschiedene Vogelarten, die eigentlich insbesondere im Sommer nicht gefüttert werden sollen. Trotzdem trägt Tjörnin einen Spitzenamen: stærsta brauðsúpa í heimi (die größte Brotsuppe der Welt).

Reisebericht Island ReykjavikEin sehr idyllischer und gemütlicher Ort

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Reisebericht Island ReykjavikHübsche Häuschen am Rand – Reykjavik erweckt manchmal den Eindruck nicht eine Hauptstadt zu sein, sondern ein gemütliches Dörfchen

In Reykjavik gibt es zahlreichen Skulpturen und Statuen. Wer sich für diese Interessiert kann sich einen Skulpturenführer im Kunstmuseums Reykjavik besorgen.

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Tjörnin ist umgeben von zahlreichen Sehenswürdigkeiten, wie z.B. dem Rathaus. Es steht auf einer Plattform und erweckt dabei den Eindruck, es wäre direkt auf dem Wasser gebaut. Ein Rathaus sollte bereits ab 1786 errichtet werden, aber es dauerte tatsächlich bis 1992 bis ein Rathaus gebaut und einweiht werden konnte. Für Besucher ist das Cafe sehr hübsch, das direkt am See liegt. Ansonsten findet man im Inneren div. Kunstwerke und ein 3D Modell Islands.

Reisebericht Island ReykjavikAls würde das Rathaus aus dem Wasser schwimmen

Direkt vor dem Rathaus befindet sich die Statur des namenlosen Bürokraten. Ursprünglich stand die in 1973 erstellte Statur in einem Hinterhof, wurde dann aber umgesetzt. Der Felsblock steht als Metapher für die Last des Alltags und die gesichtslosen Beamten, die von den Menschen nicht als Individuum wahrgenommen werden.

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Hinter dem Rathaus befindet sich der Platz Austurvöllur. Er ist ein beliebter Versammplungsplatz der Einwohner und hat auch einige Cafes, Restaurants und Bars zu bieten. Da sich hier auch das isländische Parlament befindet, wird er auch gern als Ort für Proteste und Demonstrationen genutzt. In der Mitte des Platzes befindet sich eine Statue von Jón Sigurðsson, der sich für die Unabhängigkeit Islands gegenüber Dänemarks einsetzte und als Nationalheld gilt.

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Am Austurvöllur befinden sich zwei wichtige Gebäude: Einmal das Alþingishúsið, das Parlament. Eigentlich war die Fertigstellung für 1874 geplant – 1000 Jahre nach der Besiedlung Islands -, aber aus finanziellen Gründen klappt es nicht und man stritt sich lange über den richtigen Standort. Errichtet wurde das Gebäude dann von 1879 – 1881. Über den jeweils zwei äußeren oberen Fenstern kann man die 4 Landvaettir aus der nordischen Mythologie sehen. Die Sage erzählt, dass ein Adler den Norden Islands bewacht, der Westen von einem gewaltigen Ochse, ein Drache die Ostfjorde und die Halbinsel Reykjanes von einem Riesen bewacht wird. Wer sich jetzt fragt, was mit dem Süden ist: der muss nicht bewacht werden, das übernimmt schon die gefährliche Brandung.

Reisebericht Island ReykjavikDie Krone auf dem Dach ist dem damaligen dänischen König gewidmet worden

Das zweite wichtige Gebäude ist der Dom von Reykjavik. Normalerweise ist so ein Dom ja gewaltig und prächtig – hier in Reykjavik ist er eher klein und … wie eine typische isländische Kirche eben. Der Vorbau wurde 1796 geweiht und damals passten noch alle Bewohner der Stadt hinein! Er wurde aber später abgerissen und – auch ein wenig größer, dank der wachsenden Bevölkerung – bis 1847 neu errichtet. Neben Gottesdiensten finden hier auch Feiern nach der Präsidentenwahl und bei Bischofsernennungen, aber auch Konzerte statt.

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Nach dem Schlenker geht es wieder zurück zum See. Hier befindet sich eine weitere Kirche – die Freikirche von Reykjavik, die Fríkirkja. Das Gebäude fällt besonders durch seine grünen Dächer auf. Ursprünglich wurde es in 1901 im gotischen Stil errichtet und bis 1940 zu dem heutigen Erscheinungsbild umgebaut. Daneben befindet sich die National Gallery of Iceland. Das Kunstmuseum enthält eine Sammlung berühmter isländischer Künstler und traditionelle Kunst.

Reisebericht Island ReykjavikDie zwei Gebäude machen auf jeden Fall eine schöne Figur

Ein Stück weiter liegt sich der Hallargarður-Park. In dem Park befindet sich mehrere Skulpturen von verschiedenen isländischen Künstlern. Das Gebäude im Hintergrund (Fríkirkjuvegur 11) wurde 1908 erbaut. Obwohl es damals in Reykjavik noch kein Strom- oder Wasserversorgungsunternehmen gab, wurde es bereits mit Wasserleitungen und elektrischen Leitungen ausgestattet.

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Hier befindet sich auch die Menntaskólinn í Reykjavík – das ehemals größte Bauwerk von Reykjavik. Das Gymnasium wurde 1056 am Bischofssitz in Skálholt als Lateinschule gegründet – und ist somit die älteste Bildungseinrichtung Islands. 1786 wurde die Schule dann nach Reykjavik verlegt. Von 1845-81 war es der Versammlungsort des Parlaments – heute wird das Gebäude wieder als Schule genutzt.

Reisebericht Island ReykjavikDas Gebäude ist übrigens auch auf den isländischen 500-Kronen-Banknote abgebildet

Ein weiterer Stop, der irgendwie typisch isländisch ist (irgendwie..) ist das Punk Museum. Immerhin hatte Reykjavik mal einen Bürgermeister, der Punk war. Es wurde 2016 eröffnet und befindet sich in einer ehemaligen öffentlichen Toilette. Hier sieht man Fotos, Plakate, Instrumente, Kleidung und verschiedenste Erinnerungsstücke der Punkszene aus den 80-90er Jahren Islands.

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Reisebericht Island Reykjavik Einer der berühmtesten Isländer blickt vom Hügeln Arnarhóll Richtung Hafen: Ingólfur Arnarson.
Er gilt als erster Siedler Islands.

Wer mich kennt oder schon etwas länger verfolgt, weiß, dass ich Friedhöfe ja schon ganz gern mag. Wenn sie schön sind. Der Friedhof in Reykjavik ist auch für nicht Friedhof-Liebhaber einen Besuch wert: Hólavallagarður erinnert fast an einen kleinen verwunschenen Wald, da die Bäume und Sträucher wild wachsen und irgendwie eine ganz eigene Atmosphäre hat. Das älteste Grab stammt aus dem Jahre 1838. Hier sind viele bekannte und historische wichtige Persönlichkeiten begraben.

Reisebericht Island ReykjavikHier wachsen über 200 verschiedene Pflanzenarten

Reisebericht Island ReykjavikGräber gibt es hier aber auch

Reisebericht Island ReykjavikDie Bäume wachsen hier so dicht, dass man kaum das Ende siehe kann – obwohl der Friedhof nicht so groß ist

Ich entferne mich etwas von dem Tjörnin und gehe einen kleinen Hügel hinauf zur Landakotskirkja. Diese Kirche ist eine Kathedrale, die mit ihrem neogotischen Stil in Island nicht unbedingt typisch ist – für mich zumindest. Nach dem Ersten Weltkrieg wuchs der Wunsch nach einer größeren katholischen Kirche. Als sie 1929 geweiht wurde, war sie die größte des Landes.

Reisebericht Island ReykjavikAuch hier sollen die vielen, kleinen Säulen an Basaltsäulen erinnern

Reisebericht Island ReykjavikMöchte jemand die Glocken erklingen lassen?

Island hat schon verrückte Sehenswürdigkeiten: Der Stein Grjótagata wäre gar nicht so spannend, wenn man sich nicht erzählen würde, dass es den Zorn der hier lebenden Elfen erzürnen würde, wenn man ihn fotografiert. Vermutlich wurde die Geschichte von den Besitzern des nahe gelegenen Wohnhauses in die Welt gesetzt, in der Hoffnung, dass sie dann ihre Ruhe hätten. Das hat wohl nicht so ganz funktioniert. Naja, ich bin weder erzürnten Elfen, noch erzürnten Einwohnern begegnet. 

Reisebericht Island ReykjavikEr sieht aber schon ganz prächtig aus, dieser Elfenstein

Reisebericht Island ReykjavikReykjavik: so bunt und so putzig!

Reisebericht Island ReykjavikEin typisches Häuschen in Island

Dieser Platz ist nicht besonders spektakulär, aber ich wollte die Skulptur des Skúli Magnússon nicht völlig unkommentiert lassen. Er gilt als „Vater Reykjaviks“, da er sich für die wirtschaftliche Entwicklung in Island eingesetzt hatte. Er sorgte für die Gründung von Firmen und den Bau von Brücken und Wegen. Da es allerdings kein Portrait von ihm mehr gibt, entspringt die Skulptur der Fantasie des Künstlers. 

Reisebericht Island ReykjavikDer Platz/Sockel unter ihm ist beheizt, so dass er auch bei Schnee trockene Füße behält. 

Richtung Hafen Miðbakki

Mein Weg führte mich weiter Richtung Norden – Richtung des Hafens Miðbakki. Die 3 wichtigsten Häfen in Reykjavik sind Skarfabakki, Miðbakki und Sundabakki. Während Skarfabakki und Sundabakki eher östlich und außerhalb des Zentrums liegen und hier die großen Schiffe – Kreuzfahrtschiffe z.B. – anlegen, liegt der alte Hafen Miðbakki sehr zentral und kann bequem zu Fuß erreicht werden. Hier legen kleine Schiffe an, was ihn mit seiner zentralen Lage perfekt für Touristenbootstouren macht.

Auf dem Weg dorthin, habe ich noch ein paar interessante Flecken passiert. Wie z.B. die Häuser an der Aðalstræti 16 und 10. Die Hausnummer 16 (The Settlement Exhibition) gilt als das älteste Wohnhaus Reykjaviks. Hier sollen die ersten Siedler gewohnt haben.. Im Inneren befindet sich eine Ausstellung über die Siedler, der einen guten Eindruck von den ersten Siedler und deren Leben vermitteln soll. Das dunkle Holzhaus von Aðalstræti 10 soll noch von 1762 stammen. Hierdrin befindet sich eine Ausstellung über die Entstehung der Stadt und über die Zeit von Magnusson.

Reisebericht Island ReykjavikDie Mauerreste des Aðalstræti 16 sollen noch aus der Zeit der ersten Siedler stammen

Reisebericht Island ReykjavikEin hübsches kleines Haus aus tollem dunklen Holz

Ich komme am Ingólfur Square vorbei. Der Platz wurde nach dem ersten Siedler Ingolfur Arnarson benannt. Dieser warf ja zwei Planken ins Meer, die in hier her führten. Auf dem Platz stehen 3m hohe Basaltsäulen, die an diese Planken erinnern sollen. Manchmal kommt auch künstlich erzeugter Rauch aus den Säulen. Im Winter findet auf diesem Platz auch der Weihnachtsmarkt statt.

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Ein weiteres hübsches Haus auf dem Weg zum Hafen ist das Restaurant Reykjavík. Dabei handelt es sich um ein gelbes Pierhaus von 1836. Es war lange eines der wichtigsten Gebäude Reykjaviks und wurde als Lagerhaus, Poststation und Willkommensstation für Seeleute genutzt. 1888 begann man die ersten Hausnummern zu verteilen und dieses Haus bekam als erste Hausnummer die 2. 

Reisebericht Island ReykjavikWie der Name verrät, kann man hier auch essen gehen

Ein Gebäude was man um den Hafen herum nicht übersehen wird ist das Konzerthaus Harpa. Das 2011 errichtete Gebäude war zunächst wegen seiner hohen Baukosten bei der Bevölkerung umstritten. Heute ist es aber eines der neues Wahrzeichen der Stadt. Es gilt als Symbol für isländische Kunst und Wirtschaftskraft und ist ein bedeutender Ort für kulturelle Veranstaltungen in Island. Der Name bedeutet Harfe und die Glasfassade des 43m hohen Gebäudes erstrahlt im Sonnenlicht in den unterschiedlichsten Farben.

Reisebericht Island Reykjavik„Die Harfe“ vom Hafen aus

Reisebericht Island ReykjavikDie Glasfassade im Detail

Damit bin ich jetzt auch am Hafen angekommen. Hier tummeln sich viele kleine Boote, aber es gibt auch zahlreiche Restaurants und Tourenanbieter.

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Die Sonne strahlt und es ist angenehm warm – Zeit für ein Eis! Von dem leckeren Eis von Valdís hatte ich schon viel gutes gehört und habe hier zugeschlagen. Das Eis stammt aus eigener Herstellung und es gibt exotische Sorten (für uns zumindest) wie Lakritzeis. Das musste ich natürlich direkt probieren. Dazu gab es noch eine Kugel Mývatn – das hat glücklicherweise sehr viel besser geschmeckt, als es dort gerochen hat: Minze mit Schokolade.

Reisebericht Island ReykjavikDas Eis war nicht ganz günstig, aber die Portion auf jeden Fall fair! 

Puffin Boot Tour

Eine Sache, die man in Island gesehen haben sollte (zumindest im Sommer) sind die Papageitaucher (oder auch Puffins). Diese putzigen und tollpatschig (wirkenden) Vögelchen kommen zu Millionen jedes Jahr von Mitte/Ende April bis zum späten August auf die Insel um zu brüten. Sonst verbringen sie die restliche Zeit auf dem Meer. Normalerweise kann man sie an div. Plätzen in freier Wildbahn beobachten (z.B. beim Kap Dyrhólaey nahe von Vik, oder auf der Vestmannaeyjar-Insel, von Husavik/Akurey werden auch zahlreiche Bootstouren angeboten) – sie nisten an Klippen und Felswänden. Ich hatte gehofft am Kap Dyrhólaey welche zu sehen, allerdings war bei mir das Wetter so schlecht, das daraus nichts geworden ist. So hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt noch keine gesehen und das konnte ich so nicht stehen lassen. Also habe ich recht spontan im Hafen noch eine Puffin-Tour gebucht.

Reisebericht Island ReykjavikSchöne Aussichten auf der Puffin Bootstour

Die putzigen Tierchen können bis zu einer Minute unter Wasser bleiben und dabei 60m tief tauchen! In der Luft haben sie mich eher an Fledermäuse erinnert. Sie sind mit 90km/h richtig flott unterwegs – was es manchmal gar nicht so einfach gemacht hat sie zu fotografieren. Ich habe dann aber doch noch ein paar Glückstreffer machen können.

Reisebericht Island ReykjavikLeider zählen die Puffins seit 2015 zu den gefährdeten Arten

Reisebericht Island Reykjavik

Reisebericht Island Reykjavik

Reisebericht Island Reykjavik

Dieser kleine Kollegen hatte es Probleme mit dem Starten. Dafür suchte er sich eine etwas erhöhte Position und versuchte es mehrfach – stürzte aber erstmal immer wieder ab. Irgendwann hat er sich dann Unterstützung mitgebracht und dann hat es endlich geklappt!

Reisebericht Island Reykjavik

Reisebericht Island ReykjavikVom Meer aus hat man auch eine schöne Sicht auf die Skyline von Reykjavik

Wer auch eine Puffin-Tour machen möchte, kann grundsätzlich spontan eine am Hafen buchen. Wer in der Hauptsaison auf Nummer sicher gehen will, sollte den Platz aber möglicherweise vorab buchen, z.B. hier*. 

Streetart in Reykjavik

Wenn man durch die Straßen Reykjaviks schlendert, werden einem hier und da wunderbare Kunstwerke an manchen Hauswänden auffallen. Street Art ist inzwischen in der isländischen Hauptstadt zur Stadtkultur geworden und sowohl bei Einheimischen, als auch Besuchern bliebt. Die meisten entstanden in autorisierter Zusammenarbeit. So richtig in fahrt gekommen ist es durch das Iceland Airwaves-Musikfestival, wo um 2015 und 2016 rum Künstler und Musiker zusammen gebracht wurden um „Wall Poetry“ zu schaffen.

Reisebericht Island ReykjavikZu finden an: Laugavegur 23

Reisebericht Island Reykjavik Zu finden an: Ægisgata 9

Reisebericht Island Reykjavik Zu finden an: Hverfisgata 4

Reisebericht Island Reykjavik Zu finden an: Laugavegur 161

Siehe auch:
Teil 9 meines Islands Reiseberichts: Die Halbinsel Reykjanes
Teil 11 meines Islands Reiseberichts: Island kompakt: Der Golden Circle
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten und Route
Sehr hilfreich beim Planen der Reise und beim schreiben der Berichte war der Reiseführer Stefan Loose Island*.

 

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