Island 1 – Im Land von Eis und Feuer

Wasserfälle, Geysire, majestätische Berge und endlose Landschaften: das ist Island. Für 12 Tage war ich auf der nordischen Insel mit dem Auto unterwegs. Ein Roadtrip und ein kleines Abenteuer.

Auf nach Island

Wie lange wollte ich diese Reise schon unternehmen! Und endlich war es soweit (den ersten Versuch startete ich 2011!). Es sollte der klassische Trip werden: einmal die Ringstraße entlang. Bzw. habe ich mich an der Ringstraße orientiert, aber hier und da einen Abstecher gemacht, denn viel Highlights liegen nicht direkt an der Straße Nr. 1. Unterwegs war ich mit einem normalen Auto (also kein 4×4 Jeep). Die meisten meiner Ziele lagen in der Nähe der Straßen, aber ich habe immer dafür gesorgt, das hier und da eine Wanderung mit dabei ist, damit auch die Bewegung nicht zu kurz kommt.

Gereist bin ich in der Vorsaison und zwar im Mai. Das Wetter war etwas wechselhaft und ich hatte einige Tage mit Regen, Wolken und Nebel, aber es hätte wohl schlimmer sein können. An den top Highlights war es schon recht voll, aber trotzdem insgesamt noch angenehm. In der Hauptsaison bezahlt man gern für Unterkünfte und Mietwagen das doppelte. 

Reisebericht Island

Zeit für ein paar Fakten:

  • Hauptstadt: Reykjavik
  • Sprache: Isländisch
  • Einwohner: 353.070
  • Währung: Isländische Krone (ISK)
  • Strom: F (kein Adapter nötig)
  • Trinkgeld: wird nicht erwartet, aber natürlich trotzdem gern gesehen
  • Zeitumstellung: GMT (- 2 Std zu Deutschland)
  • Beste Reisezeit: kommt drauf an was man vor hat, für einen Roadtrip eignet sich eher der Sommer, da viele Straßen im Winter gesperrt sind. Wobei die Hauptsaison (Juni-August) sehr voll und teuer sein soll. Die Vor-/Nachsaison (April + Mai und September) ist günstiger und es ist weniger los, dafür ist das Wetter unberechenbarer
Reisebericht Island

Vorbereitung

Ich habe die Tour komplett selbst geplant und gebucht. Alle Unterkünfte und den Mietwagen habe ich bereits etwa ein Dreivierteljahr vorher gebucht. Da bekommt man (noch) ganz gute Preise. Das wird auch immer wieder empfohlen das frühzeitig zu machen. Ich habe aber auch schon von jemandem gehört, dass er spontan vor Ort die Unterkünfte gebucht hat. Das Risiko würde ich in der Hauptsaison allerdings nicht eingehen. Viele der Unterkünfte hatten während meiner Reisezeit (Mai) aber auch noch Zimmer frei. An den beliebten Spots war es aber auch schon oft komplett ausgebucht.

Unterwegs war ich alleine und habe ein paar Mehrbettzimmer gebucht, auch ein paar Einzelzimmer erwischt, aber am häufigsten Doppelzimmer. Meistens waren es Hostels und Guesthouses – alle mit einem Badezimmer, das man sich noch mit anderen Gästen geteilt hat. Nicht immer, aber hier und da gab es ein kleines, einfaches Frühstück. Fast immer hätte man ein Frühstück dazu buchen können. Preislich lag ich da zwischen 28 € (Mehrbettzimmer) und 110 € (Doppelzimmer). Die meisten haben sich so im Bereich 60-80 € pro Übernachtung eingependelt.

Reisebericht Island Island macht auch bei nicht so schönem Wetter eine tolle Figur

Da ich in 12 Tagen das Land umrundet haben wollte, habe ich tägliche Routen von 80km bis 370km geplant. Ich habe mir meine Touren auch recht voll gepackt. Hier und da hätte ich mir etwas mehr Zeit gewünscht (naja, eigentlich überall), aber irgendwo muss man kompromisse schließen, weil es einfach so viel zu sehen und zu entdecken gibt. Im Mai ist es kaum dunkel geworden, so konnte ich im Zweifel früh los ziehen/lange Unterwegs sein. Wichtig ist aber, dass man mehr Zeit einplant, als z.B. Google Maps für die Strecke vorschlägt. Nicht alle Straßen haben eine optimale Beschaffenheit und manchmal kann man nicht so schnell fahren, wie man gern möchte. 

Angekommen in Island

Ich bin aus Frankfurt aus gestartet und der Flug dauert etwa 3 1/2 Std. Mein Flug hatte etwa eine Stunde Verspätung. In Island angekommen, gab es auch noch eine ewig lange Schlange bei dem Mietwagen Stand, weswegen ich deutlich später los kam, als eigentlich erhofft. An dem Tag ging dann nicht mehr viel – aber darauf war ich vorbereitet und hatte mir nicht wirklich etwas vorgenommen. Am besten plant man für den Tag keine all zulange Strecke ein.

Reisebericht Island Wunderschöne Wasserfälle gibt es in Island zu genüge!

Autofahren in Island 1 – In der Theorie

Wenn man – wie ich und viele andere – einen Roadtrip in Island macht, sollte man sich vorher über ein paar Sachen informieren. Das Autofahren in Island ist (oder kann) etwas anders (sein), als man es vielleicht von Zuhause gewohnt ist. Ich würde mich als sichere Autofahrerin bezeichnen, allerdings habe ich weniger Erfahrungen mit extremeren Straßenbedingungen. 

Der normale Führerschein reicht aus, um Island per Auto zu erkunden. Ich würde bei Versicherungen auf Nummer sicher gehen und lieber mehr dazu buchen, denn es kann gut sein, dass man das auch brauchen wird. Aber ich buche da auch generell lieber etwas mehr mit, als später dann in die Röhre zu gucken (Natürlich habe ich nichts davon gebraucht, aber sicher ist sicher!). Das muss aber jeder für sich wissen. Hier gibt es auch die sogenannte „Sand & Asche„-Versicherung, die man nur vor Ort buchen kann (also nicht über den Online-Anbieter). Hier scheiden sich etwas die Geister. Die einen sagen, dass ist totaler Blödsinn und nur Geldmacherei, die anderen sagen es macht schon Sinn. Die Versicherung ist dafür da, – wie der Name schon sagt – wenn Stürme über die Insel fegen und der dabei aufgewirbelte Sand/Asche den Lack des Autos zerkratzt. Das ist in der normalen (Vollkasko) Versicherung nicht enthalten. Schnell könnte das recht teuer werden. Ich hab diese Versicherung abgeschlossen (ich gehe halt lieber auf Nummer sicher, sonst wäre ich bei jeder Windböhe vermutlich nervös geworden), aber natürlich habe ich auch diese nicht gebraucht. Kostenpunkt: ca 130 € extra. Lt. Autovermietung macht es Sinn, diese eher zu buchen, wenn man sich im Süden der Insel aufhält.

Reisebericht Island Mein Auto! Wir hatten nicht so den perfekten Start, aber vermissen tue ich es inzwischen doch :-)

Ich habe mir kein Navi mit dazu gebucht, sondern meine ganz normale Navigator App benutzt. GPS hatte ich immer ohne Probleme und die App hat soweit auch prima funktioniert (bis auf ein paar Einschränkungen, aber da möchte ich an dieser Stelle nicht spoilern). Die Geschwindigkeitsbegrenzung liegen übrigends bei 90km/h für asphaltierte Straßen, 80km/h für Schotterstraßen und 50km/h für innerorts – außer natürlich es ist anders angegeben.

Generell macht es Sinn sich regelmäßig über ein paar Sachen zu informieren. Dafür gibt es auch entsprechende Websiten. Das wären:

  • Straßenbedingungen auf www.road.is 
  • Wetter auf www.vedur.is (gibt es auch als App – wobei ich zugeben muss, dass meine normale Wetter.com App tatsächlich irgendwie präsziser war…)
  • Reisewarnung auf www.safetravel.is

Reisebericht Island Unterwegs auf Islands Straßen

Alle Punkten und meine Route (teilweise stimmt sie nicht ganz mit meiner tatsächlichen überein, da Google Maps hier und da etwas gezickt hat und nicht so wollte wie ich) findet ihr auf meiner Übersichtskarte.

Fortsetzung folgt in Bericht Teil 2 ….

Erste Station: die Kálfatjarnarkirkja

Durch die Verspätung war der Tag eigentlich schon recht vor angestrichen. Ich musste mich auch noch ein wenig akklimatisieren. Ich war keine 20 km unterwegs, da blinkte der Boardcomputer des Autos auf und brachte eine Meldung, dass der Öl Service gemacht werden müsste. Ich kenne mich von der technischen Seite mit Autos nicht so gut aus, um hab direkt Schnappatmung bekommen. Was tue ich jetzt? Muss ich das beachten? Der Trip hat doch gerade erst angefangen?

Das hat mir keine Ruhe gelassen. Da es außerdem schon recht spät war, konnte ich natürlich auch niemanden von der Autovermietung mehr erreichen. Pah…. Das Wetter war auch nicht so prickelnd, aber wollte trotzdem noch irgendwas sehen und so machte ich einen kleinen Stop an der Kálfatjarnarkirkja. Sie ist von 1893 und gehört zu den ältesten Kirchen und größten Holzkirchen des Landes. Umgeben ist sie von einem riesigen Golfplatz.

Reisebericht Island

Eine Nacht in Hafnarfjordur

Danach ging es weiter zu meiner ersten Unterkunft. Übernachtet habe ich im Vibrant Iceland Hostel* in einem 6-er Schlafsaal. Das Hostel hat geteilte Bäder, eine Küche und einen großen Ess-/Aufenthalsbereich. Hübsch dekoriert ist es hier auch noch. Die Räume waren offen und es gab keine Möglichkeit etwas wegzuschließen (bzw. es gab wohl eine Möglichkeit, aber die hat extra gekostet). Die Betten haben mir sehr gut gefallen, da alle einen eigenen Vorhang hatten und man sich so seine eigene kleine „Kammer“ schaffen konnte. Fand ich super – sollte es immer in so Schlafsälen geben!

Reisebericht Island Das Vibrant Iceland Hostel macht von außen nicht so viel her…

Reisebericht Island … dafür mehr von innen!

Reisebericht Island Und die Vorhänge-Bett-Kammern fand ich mega!

In Hafnarfjordur gibt es ansonsten nicht viel her. Es gibt einen kleinen botanischen Garten Hellisgerði (in dem Elfen leben sollen) und ein Heimatsmuseum. Beliebt ist die Ortschaft besonders für ihre Nähe zu Reykjavik und dem Flughafen.

Hier habe ich also meine erste Nacht in Island verbracht. Dank des Autos mit ein wenig Magengrummeln, was der nächste Tag wohl bringen würde…

Siehe auch:
Teil 2 meines Islands Reiseberichts: Durch den Hvalfjörður nach Borgarnes
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten und Route

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