Indien 4 – Die rosarote Stadt Jaipur

Unser nächstes Ziel war die rosarote Stadt Jaipur – die gar nicht so rosarot ist, wie sie eigentlich klingt. In Jaipur geht es wieder etwas turbulenter zu. An 1 1/2 Tagen haben wir uns angesehen was die Stadt so zu bieten hat …

Auf nach Jaipur

Vom Bahnhof in Ajmer ging es mit dem Zug auf dem direkten Wege nach Jaipur. Da dies unsere kürzeste Strecke mit dem Zug war, „gönnten“ wir uns hier den „Local“-Zug (Non AC Chair Car). Die Sitze sind sehr einfach und beengt, dafür ist die Fahrt sehr günstig. Wer möchte, kann sich hier vorab einen Sitzplatz reservieren, sonst kann es sein, dass man keinen mehr abbekommt, denn diese Züge können sehr überfüllt sein (bei uns ging es zum Glück) und viele müssen stehen. Für das Ein- und Aussteigen hat man knapp 5 Minuten Zeit, in denen sich alle rein und raus quetschen. Wer gewohnt ist, erst zu warten bis alle ausgestiegen sind, schaut evtl. in die Röhre. Hier kämpft jeder um sein eigenes Vorankommen. Die Taschen können auf der Gepäckablage oberhalb oder unter den Sitzen verstaut werden. 

Reisebericht Indien JaipurMit diesen Fenstern ist man hautnah dabei

Da dieser Zug keine Klimaanlage besitzt, wurden viele Ventilatoren an den Decken befestigt. Sehr kreativ! Besonders gut gefallen haben mir die Fenster, die einfach komplett offen sind, bis auf ein paar horizontale Stangen zur Sicherheit. Da ist man dann richtig hautnah mit dabei, sowohl bei der grandiosen Aussicht, aber auch bei Gerüchen und Sand, der einem fast durchgängig ins Gesicht geweht wird. Wer dadrauf gar keine Lust hat, kann das Fenster auch komplett schließen. Ich habe mich aber sehr über die Landschaften gefreut und unsere 3-Stündige Reise ging sehr schnell um. Fazit: Für 3 Std. überhaupt kein Problem und ein Erlebnis für sich. Lange Strecken sollte man aber evtl. – je nach Sitzfleisch – nicht mit diesem Zug fahren.

Reisebericht Indien Jaipur

Seit wir Delhi verlassen haben, sind wir im nordindischer Bundesstaat Rajasthan unterwegs. Viele Paläste und Festungen erinnern an die zahlreichen Königreiche der Vergangenheit. Jaipur ist die Hauptstadt des Bundesstaates. Sie trägt den Spitznamen the Pink City oder die rosarote Stadt. Sie gehört mit Delhi und Agra zu dem sogenannten touristischen Goldenen Dreieck und belegt nach den beiden anderen Städten den dritten Platz der meistbesuchtesten Städte Indiens. Jaipur fasziniert durch einzigartige Bauwerke wie das Amber Fort und der Palast der Winde, ansonsten gilt die Stadt noch als Wirtschaftszentrum und als wichtiger Verkehrsknotenpunkt der Region. Aber auch kulturell kommt man auf seine kosten: Theater, Kinos und Museen hat die Stadt auch zu bieten.

Die Stadt wurde 1727 als neue Hauptstadt des Fürstenstaates Jaipur gegründet. Seit 1956 ist sie die Hauptstadt von Rajasthan und hat inzwischen über 3 Millionen Einwohner. Warum trägt die Stadt den Spitznamen Pink City, wo die Hausfassaden eher ocker-orange gefärbten sind, aber nicht pink?! 1876 besuchte der Prince of Wales Albert Eduard die Stadt. Der Maharadscha beschloss die Stadt zu seinen Ehren neu anzustreichen und zwar in rosarot – die traditionelle Farbe der Gastlichkeit. Unser Guide erzählte uns, dass die Farbe am Anfang tatsächlich rosaroter war, aber als am nächsten Morgen die Sonne auf die frisch gestrichenen Fassaden strahlte, verfärbten diese sich und wurden eher zu ocker-orange. Ein bisschen wie in der Geschichte des Kaisers neue Kleider wurde dieses ocker-orange dann als rosarot bezeichnet, weil der Maharadscha es so verkündet hatte.

Angekommen in unser Hotel

Übernachtet haben wir in Jaipur im Hotel Bissau, ein ehm. Palast, der im Jahre 1787 errichtet wurde. 1919 wurde es zu einem Gästehaus umgebaut und 1965 wurde es zu einem Hotel. Heute ist es das älteste historische Hotel in Jaipur. Die Zimmer sind sehr schick und traditionell eingerichtet. In der Lounge und Bibliothek kann man alte Bücher, Trophäen, Gegenstände und alte Königsportraits bewundern. Ansonsten verfügt das Hotel über ein Cafe, einen Swimmingpool und eins, zwei kleine Shops mit Souvenirs und Kleidungen. 

Dies war eins der besseren Hotels während unserer Reise. Mich hat der historische Charme überzeugt und mir hat es hier sehr gut gefallen – mal was anderes!

Reisebericht Indien JaipurDie Betten haben etwas gewackelt, aber sonst haben wir uns gefühlt wie kleine Maharadschas ;-)

Reisebericht Indien Jaipur

Dann sind wir los gezogen, um die Stadt zu erkunden…

Die Altstadt von Jaipur

Nach dem ruhigen Pushkar waren wir in Jaipur wieder im typischen indischen-hektischen Leben zurück. Hier sind die Straßen verstopft, zahlreiche Tuk-Tuks sind auf den Straßen unterwegs, es gibt viele aufdringliche Händler und Bettler. Wir waren keine 5 Minuten unterwegs als unser Guide stehen blieb um uns etwas zu erklären. Ruck zuck standen die ersten Händler, selbsternannte Guides und Bettler um uns herum. Das war etwas gruselig, zumal wir von einem Mann – der evtl. unter Drogen stand ? – noch einige Zeit verfolgt wurden.

Reisebericht Indien JaipurWir betreten die Altstadt durch eines der Stadttore

Reisebericht Indien JaipurEin typischer kleiner Laden in der Altstadt von Jaipur

Reisebericht Indien Jaipur

Die Altstadt hat sich bis heute kaum verändert. Sie ist von einer 6km langen Stadtmauer umgeben, die mit ihren Zinnen und Stadttoren ein schönes Bild ergibt. 2019 wurde sie in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen und steht unter Denkmalschutz. Hier gibt es auch die wesentlichen Sehenswürdigkeiten von Jaipur zu sehen. Wir schlendern zunächst ein wenig über die Märkte und unser Guide erklärt uns einiges zu den angebotenen Waren. Überall gibt es Gewürze zu kaufen, Obst, indische Köstlichkeiten, Saris und auch Nippes.

Reisebericht IndienDas alltägliche Leben in Jaipur

Wir kommen in eine Ecke, wo frisches Chilli-Pulver hergestellt wird. Wir halten uns die Hände vor Nase und Mund, trotzdem können wir spüren wie das frische Pulver in der Luft in den Augen und den Atemwegen brennt. 

Reisebericht Indien JaipurHier gibt es auch eine menge Chilli-Schoten

Reisebericht Indien Jaipur

In vielen Geschäften in Indien sehen wir kleine quadratische Päckchen hängen. Auf den ersten Blick sehen sie aus wie Kondome. Wir können uns aber nicht vorstellen, dass in Indien überall an jeder Ecke massenweise Kondome verkauft werden. Unser Guide klärt uns auf: in den kleinen Päckchen ist Tabak, welcher gern von Männern und Tuk-Tuk/Taxi-Fahrern gekauft wird. 

Reisebericht Indien JaipurKeine Kondome, nur Tabak – überall kann man die kleinen quadratischen Päckchen kaufen

Reisebericht Indien JaipurEine der zentralen Marktstraße 

Wir schlendern weiter über den Tripolia Bazar, der zentrale Basar/Markt und kommen zum Chhoti Chaupar, was übersetzt etwa „kleiner Platz“ bedeutet. Er gehört zu den wichtigen Plätzen in Jaipur. Gesäumt ist er von zahlreichen kleinen Läden. Hier mache ich ein paar Shopping Besorgungen und packe mir u.a. Gewürze, aber auch guten indischen Chai-Tee für zuhause ein. Jaipur möchte das Verkehrsaufkommen weiter dezimieren – denn die Verkehrsinfrastruktur ist überlastet. Bereits 2015 ist eine U-Bahn Strecke in Betrieb genommen worden. Jaipur arbeitet an einer Erweiterung und eine neue Linie sollte im März 2020 – kurz nach unserem Besuch – in betrieb genommen werden.

Reisebericht Indien Jaipur

Im Hintergrund (siehe Bild unten, oben mittig) sehen wir das berühmte Minarett Iswari Minar Swarga Sal oder auch Isar laat. Dieses wurde 1749 von dem Sohn des Stadtgründers errichtet, nachdem die Schlacht von Rajamahal gewonnen war. Der 35m hohe Turm kann bestiegen werden und bietet einen schönen Panoramablick auf die Stadt. Es ist das höchste Gebäude der Altstadt. 

Reisebericht Indien JaipurDer Platz Chhoti Chaupar

Reisebericht Indien Jaipur

Der Palast der Winde

Zu den Sehenswürdigkeiten in der Altstadt gehört Jantar Mantar – eine Sammlung von astronomischen Architekturinstrumenten, die vom Stadtgründer gebaut wurden – und der Stadtpalast mit einem Museum. Diese beiden haben wir nicht besucht, dafür das Hawa Mahal, der Palast der Winde. Dieses außergewöhnliches Bauwerk ist ein Teil des riesigen Stadtpalastes. Hier kann man den verschwenderischen Lebensstil des damaligen Maharadschas sehen. Es wurde 1799 errichtet und gehört zu den Hauptsehenswürdigkeiten Indiens. 

Reisebericht Indien JaipurDer Palast der Winde – wirklich außergewöhnlich

Sinn und Zweck dieses Gebäudes und der zahlreichen Fenster war, dass dieses für die vielen Haremsdamen des Maharadschas errichtet wurde. So konnten die Damen einen Blick auf das Geschehen der Stadt werfen, z.B. auf die pompösen Festumzüge die u.a. an religiösen Festtagen veranstaltet wurden – ohne selbst gesehen zu werden. Das Gebäude hat 5. Stockwerke und die Hauptfassade zur Straße hin enthält 93 kunstvoll gestaltete Fenster. Der Name – Palast des Windes – kommt daher, dass die Fenster eine ständige, kühlende Luftzirkulation gewährleistet.

Reisebericht Indien Jaipur

Natürlich kann man den Palast auch von Innen besichtigen, allerdings soll sich hinter der hübschen Fassade nicht viel spannendes verbergen, also haben wir uns das Eintrittsgeld gespart.

Reisebericht Indien JaipurAch ja, Affen gibt es in Jaipur natürlich auch zahlreiche

Lassis & Boolywood in Indien

Eine Spezialität in jaipurs sind die Lassis. Sie sollen hier zu den besten des Landes gehören und da ich Lassis liebe, musste ich natürlich auch welche probieren. Mit welche der besten soll man bei Lassiwala bekommen – Läden mit diesem Namen gibt es wohl einige, das Original findet man in der MI Road in der nähe des Raj Mandir Kinos. Das besondere an diesem Lassi ist, dass diese nicht – wie häufig in Restaurants – einfach nur aus dem Kühlschrank geholt werden, sondern durchgängig gerührt werden – so oder so ähnlich erklärte es uns zumindest unser Guide. Serviert werden die Lassis in einem „Bhar“ – einem Tonbecher. Der Becher wird danach weggeschmissen, was mir in der Seele weh getan hat, aber der Ton wird wohl später wiederverwendet. Insgesamt hat er mir hervorragend geschmeckt! 

Reisebericht Indien JaipurNom nom! Ich liebe Lassis!

Nachdem wir uns mit dem Lassi ein wenig gestärkt haben, ging es weiter zum Raj Mandir Kino. Was wäre eine Reise durch Indien ohne einen Bollywood Film? Ich hatte ehrlich gesagt noch nie einen Bollywood Film gesehen und war auch ein wenig skeptisch ob ich mir wirklich einen Film auf indisch ansehen möchte (ohneUntertitel), habe mich aber dann dazu breittreten lassen. Gehört ja doch irgendwie dazu, oder? 

Reisebericht Indien JaipurDas Raj Mandir Kino von außen …. 

Indien gehört zu den produktivste Filmindustrien weltweit und die Inder sind begeisterte Kinogänger. So ruhig wie bei uns geht es im Kinosaal hier nicht zu: während des Films wird geklatscht, gejubelt und lautstark kommentiert, aber auch Unterhaltungen werden ganz normal geführt und ein weinendes Baby hat auch noch niemanden am Kinobesuch gehindert – das bringt man einfach mit. Das Raj Mandir Kino ist das berühmteste Kino Rajasthans und wurde 1976 eröffnet. Es erlangte u.a. wegen seiner Größe und opulenten Innenausstattung Bekanntheit, aber auch da hier schon zahlreiche Premieren der Indischen Filmindustrie gefeiert wurden. 

Reisebericht Indien Jaipur … und von Innen – schon sehr schick!

Bei uns lief die Premiere zu Shubh Mangal Zyada Saavdhan. Da die Tickets i.d.R. immer ausverkauft sind, macht es Sinn diese vorab zu reservieren. Mir hat das Kino sehr gut gefallen, aber auch der Film war ganz witzig und das wichtigste hat man auch so verstanden. Insgesamt ein kleines Erlebnis und in Jaipur wohl ein Pflichtbesuch! 

Danach hieß es für uns zurück ins Hotel und den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Das Fort Amber

Am nächsten Morgen ging es für uns zum Fort Amber. Dieses liegt etwa 11km außerhalb des Stadtkerns und thront auf einem kleinen Berg. Früher war Amber ein eigenständiger kleiner Ort, der heute aber zur Stadt Jaipur gehört. Das Fort wurde 1590 von dem damaligen Feldheer des Großmoguls Akbars errichten lassen. Sein Enkel ließ dieses später auch noch weiter ausbauen. Beide sollen auch als Erbauer des Königspalastes gelten. An diesem Morgen ist es etwas neblig und die Festung wird davon eingehüllt. 

Reisebericht Indien JaipurDas Fort Amber umgeben von ein wenig Nebel

Reisebericht Indien Jaipur

Wir sind gerade angekommen, als ein Zug Leute an uns vorbei läuft. Alle sind ausgelassen und feiern. Wir erfahren, dass an diesem Tag das hinduistisches Festival Maha Shivaratri statt findet. Es ist dem Gott Shiva gewidmet und findet immer am 14. Tag des Monats Phalguna statt (Februar oder März). Das Fest dauert – obwohl es zu den wichtigsten des Hinduismus gehört – nur einen Tag. Man vergleiche das mit dem Holi Festival, welches 16 Tage dauert. Eins steht fest: feiern können die Inder. Recht häufig sieht man irgendwo eine feiernde Menschenmassen auf den Straßen – oft für Hochzeiten – die alles aufhalten.

Reisebericht Indien JaipurDie Menschen feiern das Maha Shivaratri 

Aber wir sind hier für das Fort Ambert. Es ist von einer langen Mauer umgeben, welche ein wenig an die chinesische Mauer erinnert. Wir werden nach dem kurzen Fotostop von unseren Taxi bis zum Fort nach oben gefahren. Unterwegs sind wir wieder mit Women on Wheels, die ich bereits in meinem Delhi Beitrag erwähnt hatte. Die Organisation ist auch in Jaipur unterwegs und sie haben uns wieder sicher von A nach B gebracht. Sehr populär ist es wohl auch, auf einem Elefanten vom unteren Bereich der Stadt zur Festung zu gelangen. Hier haben wir aber bereits mehrfach gehört, dass man dies lieber nicht buchen sollte, da die Tiere nicht gut behandelt werden. Es wird um die Abschaffung der Elefantentransporte gekämpft. 

Reisebericht Indien JaipurDie Festung aus Marmor und Sandstein präsentiert sich als wehrhafte Festung

Reisebericht Indien JaipurViele Touristen erreichen die Festung mit einem Elefanten durch das Suraj Pol, das Sonnentor

Reisebericht Indien Jaipur

Was von außen wie eine Festung aussieht, ist von Innen prunkvoll ausgestattet und erinnert eher an einen alten Palast. Das Fort beinhaltet zahlreiche Pavillons, Innenhöfe, Treppenaufgänge und aufwendig gestaltete Fassaden. Wir befinden uns zunächst im Innenhof, wo wir uns ein wenig umschauen können und die (zugegeben etwas neblige) Aussicht auf die Hügel und die Stadt bewundern können. 

Reisebericht Indien JaipurDer Innenhof – hier betreten wir das Fort Amber

Reisebericht Indien JaipurWelch ein pompöser Treppenaufgang…

Reisebericht Indien JaipurDas hat schon ein bisschen was von der chinesischen Mauer, oder?

Das Fort wurde damals aus zum Schutz und aus strategischen Gründen erbaut. Amber war lange Zeit die Hauptstadt der Kachchwaha-Dynastie gewesen und so wurde ein Fort benötigt. Geschaffen wurde eine außergewöhnliche Festung mit sehr viel Liebe zum Detail, die sich heute entdecken lassen und die ihre Besucher ein wenig in die damalige Zeit zurückversetzt. 

Reisebericht Indien JaipurDie Festung und Teile der Stadt Amber

Wir erklimmen die große Haupttreppe und kommen zu dem nächsten Bereich, wie dem Shila-Devi Tempel, der zu Ehren der Göttin Kali errichtet wurde. Diese Göttin gilt als besonders blutrünstig und hier wurden früher zahlreiche Ziegen zur Besänftigung der Göttin geopfert. Für uns geht es weiter durch das Tor Ganesh Pol, welches ein sehr prächtig ist. Zahlreiche Details und feine Steinarbeit wurde hier vereinigt und es zählt nicht ohne Grund zu den beliebtesten Fotomotiven von Amber. Das Bildnis des Elefanten Gottes Ganesha ziert den Zentralbogen des Tores und hat diesem auch seinen Namen verliehen. Von hier aus kommen wir zum Garten Aram Bagh, dem Lustgarten des Forts. Hier befinden wir uns nun im Privatbereich des Herrschers. 

Reisebericht Indien JaipurHübsche Details an jeder Ecke

Reisebericht Indien JaipurDas prächtige Tor Ganesh Pol

Reisebericht Indien JaipurDer hübsche Lustgarten Aram Bagh

Der Höhepunkt des Besuches ist wohl der Spiegelsaal (Sheesh Mahal). Hier wurden zahlreiche Spiegel eingearbeitet und es ist nicht verwunderlich, dass sich hier die Touristen stapeln. Die Wände, aber die ganze Decke, wurden mit Ornamenten, kleinen und größen Spiegeln und Einsätzen aus Glas geschmückt. Der Spiegelsaal befindet sich in den Räumlichkeiten, die früher als private Audienzhalle diente. Erst bei Dunkelheit und Kerzenlicht kommt die eigentliche Pracht zur Geltung. Da es bei uns weder dunkel ist, noch hatten wir eine Kerze dabei, helfen wir uns mit unseren Handylichtern aus und können erahnen, wie prächtig es hier gewesen sein musste. 

Reisebericht Indien JaipurSo viele Details! So schön!

Reisebericht Indien JaipurIn den zahlreichen Spiegeln kann man auch gutes Fotos schießen ;-)

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Von hier aus ging es weiter zum zentralen Innenhof des Palastes in dessen Mitte sich der Baradari Pavillion mit zahlreichen schicken Säulen befindet. Hier befindet sich der älteste Teil der Palastbefestigung und es gibt zahlreiche Gänge zu entdecken. Es gibt auch einige Balkone, die einem einen schönen Blick auf das Gesamtbild gewähren. Viele der Räume wurden von den Königsmüttern und Gemahlinnen als Treffpunkt benutzt. 

Reisebericht Indien JaipurDer Baradari Pavillion

Reisebericht Indien JaipurWer noch Lust und Laune hat, kann hier durch die vielen Gänge streifen und das Amber Fort ein wenig selbst erkunden

Reisebericht Indien Jaipur

Das Amber Fort ist auf jeden Fall einen besuch wert! Der Eintritt kostet für Ausländer 500 INR (ca 6 Euro). Ich habe schon häufig gelesen, dass Angestellte sich ein Trinkgeld dazu verdienen möchten und gegen eine zusätzliche Gebühr Besucher in nicht öffentliche Bereiche führen – wobei das Problem hier wie so oft ist, dass die zusätzliche Gebühr häufig erst im Nachhinein erwähnt wird. Wir hatten für unsere Tour einen zusätzlichen Guide, der uns viel über das Fort erzählen konnte. 

Reisebericht Indien Jaipur

Reisebericht Indien Jaipur

Reisebericht Indien JaipurAffen gibt es natürlich auch hier!

Von hier aus verlassen wir das Fort und kommen zurück zu der Stadt Amber, von wo aus es wieder zurück nach Jaipur geht. Auf dem Rückweg machen wir einen kurzen Stop am Jal Mahal, dem Wasserpalast. Dieser wurde als Sommerresidenz für die Herrscherfamilie errichtet und befindet sich in dem künstlich aufgestauten Man Sagar Lake. Während der See bereits 1610 erstellt wurde, kam der Palast erst 1750 hinzu. Der See füllt sich während der sommerlichen Monsum-Regenfälle. Inmitten der Trockenperiode ist der See nicht besonders gefüllt. Der Palast diente auch als Jagdschloss für die alljährlich stattfindende Entenjagd. Gegen Ende des 18. Jhd wurde der Palast vergrößert und verschönert. Das Unterschoss war wegen des wechselnden Wasserstand nicht wirklich nutzbar, so erfolgte der Zugang über eine Treppe an der Außenwand. Wir haben nur einen kurzen Fotostop gemacht – allerdings kann der Palast auch via Touristenboote angefahren und besichtigt werden. 

Reisebericht Indien JaipurDer Palast sieht schon recht majestätisch aus, oder?

Wer noch mehr Sehenswürdigkeiten entdecken möchte, kann sich noch den Galta Ji Tempel (Affen Tempel) und/oder das Nahargarh Fort ansehen.

Handwerksarbeiten in Jaipur

Jaipur kann nicht nur mit schönen Sehenswürdigkeiten dienen, Jaipur ist auch bekannt für seine kunstvolle Steinmetz- und Emaillierarbeiten und für handbedruckte Stoffe. Nicht nur Touristen, auch viele Einheimische, kommen hier her um einzukaufen. Natürlich wollten wir uns das näher ansehen und haben zunächst ein Stoffgeschäft besucht. Hier haben wir eine kurze Einführung über den Stoffdruck erhalten und durften auch ein kleines Stück Stoff selbst bedrucken. Anschließend haben wir eine Führung in das Geschäft bekommen, wo wir vorhandene Stücke wie Schals, Kissenbezüge, luftige Hosen und alles mögliche andere kaufen konnten oder welche für uns aus einer riesigen Auswahl an Stoffen angefertigt wurden, falls es das gewünschte Stück nicht in der passenden Farbe oder Größe gab. Diese wurden ein paar Stunden später in unser Hotel geliefert. Die Preise waren dafür schon ordentlich. Leider weiß ich nicht mehr, wo genau sich dieser Laden befindet, aber es gibt sicherlich mehrere solcher Läden in Jaipur.

Reisebericht Indien JaipurVerschiedene Farben für das bedrucken von Stoffen

Reisebericht Indien JaipurWir durften auch selbst Hand anlegen und mit unterschiedlichen Farben ein Stück Stoff bedrucken

Danach ging es noch in ein Schmuckgeschäft, wo wir die Möglichkeit hatten einen Blick auf die Verarbeitung von Edelsteinen zu werfen. Denn auch der Goldschmuck mit Edelsteinintarsien ist eine Spezialität Jaipurs. Leider weiß ich auch hier den Namen des Geschäftes nicht mehr. 

Reisebericht Indien JaipurHier werden Edelsteine zu ihrer vollendeten Form geschliffen

Unser letzter Abend in Jaipur

Unseren letzten Abend in Jaipur haben wir gemütlich mit einem Essen ausklingen lassen. Dafür ging es in das Restaurant Dagla, wo wir auf einer großen Terrasse mit zahlreichen Lichterketten nicht nur eine Aussicht auf Jaipur von oben hatten, sondern auch gutes Essen genießen konnten. Also… lt. den anderen war das Essen gut. Mir war es (ihr könnt es schon nicht mehr hören, jaja) zu scharf. Für mich gab es Palak Panner – Spinat mit Frischkäse und dazu Reis. Ich hatte gehofft, der Frischkäse würde dem Essen ein wenig die Schärfe nehmen, aber leider wurde ich enttäuscht (vielleicht wäre es ohne den Frischkäse nur noch schärfer gewesen, haha…).

Reisebericht IndienSchöne Aussichten auf Jaipur bei Nacht

Reisebericht Indien JaipurPalak Panner – nicht schlecht, aber für mich leider zu scharf

Damit verließen wir Jaipur wieder. Am nächsten Tag ging es für uns weiter zum nächsten Ziel: Agra!

Siehe auch:
Teil 3 meines Indien Reiseberichts: Die heilige Stadt Pushkar
Teil 5 meines Indien Reiseberichts: Das Taj Mahal in Āgra
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten und Route
Hinweis: Alle genannten Unterkünften/Touren/Restaurants/etc. habe ich selbst gebucht und bezahlt. Dies sind lediglich Empfehlungen bzw. Erfahrungsberichte meinerseits und es erfolgte keine Zusammenarbeit mit einer Firma. Ich wurde für die Verlinkung/Werbung nicht bezahlt. Ich bin ein privater Blog und verdiene damit keinerlei Geld. Ich habe einfach nur Spaß am bloggen und reisen und teile dies mit der Welt :-)

Habt ihr noch Fragen? Schreibt mir gern - die Antwort kann aber evtl. ein bisschen dauern ;-) Seid mir nicht böse