Indien 2 – Die Hauptstadt Delhi

Meine Indien Reise sollte also in der Hauptstadt Delhi beginnen. Hier hatte ich 2 Tage Zeit mir die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten anzusehen, bevor meine Rundreise beginnen sollte…

Angekommen in Delhi

In meinem vorherigen Beitrag hatte ich ja bereits geschrieben, dass es mich Anfang des Jahres nach Indien und auch Nepal verschlagen hatte (und für alle, die sich das fragen sollten: ich bin Anfang März von meiner Reise zurück gekommen und hatte saumäßiges Glück, dass ich dementsprechend von Corona-Problemen während der Reise verschont geblieben bin). Nachdem ich die Immigration erfolgreich hinter mich gebracht habe, hieß es zunächst für mich ins Hotel fahren. Hier ein wenig uneigennützige Werbung am Rande: Als Fahrservice habe ich Women on Wheels gewählt, ein Unternehmen, das Ausbildungs- und Arbeitsplätze für Frauen schafft, um diesen bessere Chancen im Leben zu ermöglichen. Das fand ich super und wollte ich gern unterstützen. Das hat alles wunderbar funktioniert und ich war sehr zufrieden. Der Fahrstil war interessant, aber mit einer der harmlosesten, den ich auf meiner Reise erlebt habe.

In meinem Hotel angekommen, habe ich mir zunächst eine halbe Stunde ankommen gegönnt, bevor es für mich los gehen sollte. Meine Reisegruppe würde ich erst in zwei Tagen treffen und ich muss gestehen, ich war etwas nervös, wie ich mich alleine in Indien wohl schlagen würde. Für den nächsten Tag, hatte ich einen Fahrer gebucht, der mich durch ganz Delhi fahren sollte, da die Sehenswürdigkeiten doch teilweise recht weit auseinander liegen und ich mir diesen Luxus gegönnt habe. Da das Rote Fort allerdings am nächsten Tag geschlossen war und ich das gern sehen wollte, dachte ich mir, dass ich dann wohl doch nochmal alleine los muss. Abgesehen davon, hatte ich nach meiner Ankunft noch einen halben Tag frei und irgendwas musste ich mit dieser Zeit ja auch schließlich noch was anfangen. Also Augen zu und ab ins Getümmel!

Reisebericht Indien Delhi

Aber zunächst einmal etwas zu Delhi. Wie bereits erwähnt ist sie die Hauptstadt (oder genauer gesagt New-Delhi) des Landes und auch die größte Stadt Indiens. Die größte Stadt Indiens heißt in Zahlen das dort fast 28,5 Mio Menschen leben! Wow, das ist eine Menge! (Übrigens, nach Tokio die zweitgrößte Stadt der Welt) Und sie ist eine richtige Großstadt: Laut, dreckig, unglaublich viel Verkehr und Menschen, und natürlich wird überall gehupt. Wer glaubt, dass es im modernen Delhi keine Kühe mehr auf der Straße zu sehen gibt, irrt. Wie sie im normalen Verkehr überleben, ist mir allerdings ein Rätsel.  Dank der tausendjährigen Geschichte hat die Stadt aber auch einige wirklich hübsche Sehenswürdigkeiten. 

Reisebericht Indien DelhiNoch keine 28 Mio Leute, aber für mich erstmal eindeutig genug…

Aufgeteilt wird die Stadt in verschiedene Bereich, wie z.B. Old-Delhi im Norden. Etwas moderner geht es in New-Delhi zu, wo man auch z.b. die Parlamentsgebäude antrifft. Wohlhabender geht es in South-Delhi zu. Lange Rede, kurzer Sinn: ich wollte etwas entdecken…

Das Rote Fort

Und dafür sollte es für mich ins Rote Fort gehen. Zunächst war ich etwas unschlüssig, wie ich dorthin kommen sollte. Taxi wollte ich nicht (ich kann einfach nicht handeln und finde das so mega unangenehm, haha) – Metro wäre eine Möglichkeit. Entschieden hatte ich mich dann aber doch für ein Uber, da ich im Hotel noch Internet hatte und es das ganze irgendwie einfacher machte. Bezahlen wollte ich eigentlich direkt mit Karte über die App, das ging aber irgendwie nicht. Also bin ich mit meinen großen Banknoten in das Uber eingestiegen und habe direkt höflich gefragt, ob der Fahrer denn wechseln kann. Kann er nicht. Ok. Er ist dann aber doch erstmal los gefahren und ich hatte mein erstes richtiges Erlebnis auf Delhis Straßen. Es wird los gedüst. Verkehrsregeln – ich bin mir nicht sicher, ob die irgendwer beachtet. Gefühlt hunderte Autos/Roller/Motorräder/Rikschas/Wasesdasonstnochgibt versuchen sich in die kleinste noch bestehende Lücke im Straßenverkehr zu quetschen, frei nach dem Motto: wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Alle machen durch hupen auf sich aufmerksam. Anschnallgurte gab es natürlich auch nicht. Sehr faszinierend fand ich allerdings, dass das System tatsächlich irgendwie zu funktionieren schien, denn ich habe kaum Unfälle gesehen. Der Verkehr schien wie ein wilder Fluss zu sein und das Wasser (aka die Verkehrsteilnehmer) bahnen sich irgendwie ihren Weg. Sehr poetisch. 

Reisebericht Indien DelhiDas wunderschöne Rote Fort war einen besuch wert!

Zurück zum Roten Fort, oder auch Lal Qila. Nachdem wir angekommen waren, hatten wir das Geld-Wechsel Problem. Kein wirkliches für unseren (vermutlich geübten) Uber Fahrer. Er bittet einen Rikscha Fahrer für mich zu wechseln. Das Uber war dann also bezahlt und ich hatte beim Aussteigen dann natürlich den Rikscha Fahrer an der Backe, der mich gern irgendwo hin fahren wollte (und das, wo ich mein Ziel doch gerade erst erreicht hatte!). Zum Glück war ich da wo ich hinwollte und konnte mich so recht schnell verdrücken, auch wenn das gar nicht so einfach war, wie man meinen sollte. 

Reisebericht Indien DelhiDas Rote Fort – gebaut aus rötlichem Sandstein

Das Eintrittsticket hatte ich bereits über das Internet vorab gebucht und bezahlt (550 Rupien, ca 7 €). So erspart man sich die Schlange beim Ticketschalter. Ich habe es in Indien sehr häufig gesehen, dass es einen Schalter für die Tickets gab und dann einen Einlass. Wer sich direkt an den Einlass stellt, weil man denkt, dort gibt es auch die Tickets, darf sich evtl. dann zweimal anstellen – also besser vorher abchecken. Die Schlange für den Einlass war sehr lang, aber es ging sehr schnell. Hatte man die erste Runde überwunden, gab es verschiedene Kontrollpunkte für Frauen und Männer, und dann für Einheimische und Ausländer. Die Tickets für Einheimische sind generell günstiger, da die Touri-Preise für die meisten Einheimischen zu teuer wären. Dafür wurde man mit einem „Ausländer-Ticket“ i.d.R. bevorzugt bedient (was mir teilweise aber auch sehr unangenehm war, da z.B. trotz praktisch nicht vorhandener Warteschlange Einheimische zurück gestellt wurden, damit ich als Tourist vor ihnen hindurch schreiten durfte, wah…). 

Was ist das Rote Fort? Es ist eine Festungs- und Palastanlage und wurde zwischen 1639-1648 erbaut. Den Namen hat es dank der roten Farbe der Festungsmauern aus Sandstein erhalten. Der Großmogul Shah Jahan ließ das Fort als kaiserliche Residenz errichten. Damals war Shahjahanabad – das heutige Old-Delhi – die neu gegründete Hauptstadt gewesen. Im Laufe der Jahre wurde Delhi von der persischen Armee (1737) und der afghanischen Armee (1761) erobert und geplündert. 1858 – nach dem Indischen Aufstand – wurde das Fort von der britischen Armee besetzt und das gesamte Mobiliar der Residenz wurde entwendet. Dabei wurden auch einige Pavillons und Gärten zerstört um eine Garnison zu errichten. Von 1947 bis 2003 übernahm die indische Armee wieder das Fort. Heute ist es für Besucher geöffnet und gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten des Landes. 

Reisebericht Indien DelhiNach passieren des Eingangstores führt der Weg durch eine überwölbte Basarstraße Chatta Chowk mit vielen kleinen Verkaufsständen

Reisebericht Indien DelhiDie Blumenranken waren früher teilweise mit Gold bezogen – das muss prächtig ausgesehen haben!

Reisebericht Indien DelhiHier gibt es auch ein paar grüne Gärten

Das Fort ist von einer 2,4km langen Mauer umgeben und dessen Graben wurde früher mit Wasser aus dem Fluß Yamuna gespeist, welcher inzwischen ausgetrocknet ist. Hat man den Eingangsbereich passiert, liegt die große Fort-Anlage mit vielen unterschiedlichen Gebäuden vor einem und kann frei besichtigt werden. Der Blick fällt auf das Naqqarkhana, in dem der Kaiser früher seine Gäste empfangen hat. Übersetzt bedeutet der Name „Trommelhaus“, was sich vermutlich darauf bezieht, dass hier Musikanten für Kaiser und Gäste spielten. 

Reisebericht Indien DelhiDas Naqqarkhana

Als nächstes kam ich zur öffentlichen Audienzhalle, dem Diwan-i Am. Dieser Pavillion wird von prächtigen Sandsteinsäulen getragen. Eine weitere Audienzhalle – diesmal die private des Kaisers – , das Diwan-i Kha kann besichtigt werden. Es besteht aus weißem Mamor. Hier stand früher der goldene Pfauenthron, der von der persischen Armee entwendet wurde uns bis heute als verschollen gilt. Ein Nachbau befindet sich in der Sammlung des Nationalen Juwelenmuseums im Iran. Ein weiteres hübsches Gebäude ist die kleine Perlenmoschee Moti Masjid. 

Reisebericht Indien DelhiDer Erbauer des Forts Mogulkaiser Shah Jahan ließ ebenfalls das Taj Mahal erbauen

Reisebericht Indien DelhiZu den Besuchern des Forts gehören auch zahlreiche Eichhörnchen

Reisebericht Indien DelhiHübsche Arbeiten aus Marmor

Es gibt noch zahlreiche weite hübsche Paläste und Pavillons, wie z.B. das Khas Mahal oder das Mumtaz Mahal, die auf dem Gelände verstreut sind. Man kann die Pracht der damaligen Kaiserzeit noch deutlich erkennen. Leider sind viele Bereiche der Anlage verfallen und vernachlässigt worden. Andere Teile des Geländes werden noch vom Militär genutzt und sind nicht öffentlich zugängig. Mir hat das Rote Fort sehr gut gefallen. Wer eine Besichtigung plant, sollte etwas Zeit mitbringen, da das (öffentliche) Gelände sehr groß ist und man sich Zeit zur Erkundung nehmen sollte. Zum Roten Fort gehört auch ein Museum, für welches man ein extra Ticket benötigt. 

Reisebericht Indien DelhiManche arbeiten mit dem was sie haben

Reisebericht Indien DelhiDie Festungsmauern, die an manchen Stellen bis zu 34m hoch ist

Mit der Metro durch Delhi

So. Das Rote Fort war besichtigt, was bedeutete, ich musste mich wieder dem Getümmel auf Delhis Straßen stellen. Auf der anderen Straßenseite der Fort Anlage beginnt ein Gewusel aus kleinen Straßen mit Märkten. Ich überlegte zunächst, ob ich mir das näher ansehen wollte, aber die Händler und Rikscha Fahrer, die im Begriff waren, sich auf mich zu stürzen hielten mich davon ab. Ich beschloss, ein wenig zu laufen und dann mit der Metro zurück in mein Hotel zu fahren. Ich folgte der Hauptstraße bis zur Haltestelle „Jama Masjid“. 

Zuvor machte ich einen kurzen Abstecher über den Nahar Patrdi Meena Bazar. Die Waren interessierten mich weniger, aber ich wollte noch etwas Delhi Luft schnuppern, bevor ich mich der Metro stellen wollte und da sich niemand auf mich stürzte versuchte ich mein Glück. Die Straße war voll gestopft mit Menschen und Verkaufsständen. Hier ging es sehr hektisch zu und das Vorankommen konnte auch richtig anstregend sein. Neben Früchten und zubereiteten Speisen gab es Getränkestände, Elektroartikel, Schuhe und Bekleidung. Auf mich wirkte es authentisch und überhaupt nicht touristisch. Viele Einheimische starrten mich an – zunächst dachte ich, es liegt daran, dass sich wenige Touristen hier her verirren und auch wenn das vielleicht stimmen mag, wird man eigentlich überall angestarrt. Irgendwann gewöhnt man sich dran – in diesem Augenblick war ich aber noch ganz frisch unterwegs und fand es sehr unangenehm.  

Reisebericht Indien Delhi

Nach meinem kurzen Rundgang über den Markt verdrückte ich mich in die Metro Station. Eine Übersicht über die verschiedenen Stationen gibt es hier. Ich musste einmal Umsteigen, ansonsten fand ich, dass das ziemlich einfach aussah. Das Ticket war auch schnell gekauft – an einem Automaten konnte ich meine Endhaltestelle eingeben und das errechnete automatisch meinen Preis. Als Ticket gab es eine kleine Plastikmünze, die man sowohl für den Ein- als auch für den Ausgang benutzten musste. 

ich fand meine erste Bahn und kam ohne Probleme an der Station an, wo ich umsteigen musste. Eingestiegen bin ich in ein normales Abteil, da es nicht zu voll war. Es gibt aber auch extra Wagen, die für Frauen reserviert sind (diese Wagen sind i.d.R. ganz am Anfang oder ganz am Ende. Der Bahnsteig ist gekennzeichnet). Als ich schon dachte, das ganze wird ein Kinderspiel wurde ich eines besseren belehrt. Ich fasse mich mal kurz: irgendwie habe ich es geschafft meine Plastikmünze zu verlieren, weswegen ich nicht mehr weiter kam. Ich sprach einen Mitarbeiter am Schalter an, der mich relativ schnell wieder abwimmelte – ich hatte den Eindruck, er wollte sich nicht mit mir befassen. Also suchte ich einen weiteren Mitarbeiter, der mich dann gegen eine Gebühr für die verlorene Münze raus lies. 

Draußen habe ich mir dann eine neue Münze zugelegt und suchte meine Station, wo es dann weitergehen sollte. Ein Schild zur Station führte nach draußen. Gefunden habe ich dort aber nichts (vermutlich habe ich es übersehen ?) und so lief ich etwas verwirrt zu der nächsten Metro Station, die mir auf Google Maps angezeigt wurde. Diese war über 1km entfernt und ich lief und lief und lief. Bis ich dort ankam. Dann gab es Probleme mit meiner neuen Münze, wo mir wieder ein Mitarbeiter helfen musste, da sie nicht funktionierte und schließlich saß ich in der Metro zurück ins Hotel. Tatsächlich war ich danach etwas gestresst und habe mein Hotelzimmer an diesem Tag nicht mehr verlassen, haha.

Unterwegs in Delhi

Am nächsten Tag stand meine gebuchte Tagestour an und ich war froh, dass ich nicht wieder Metro fahren musste. Diese Tour beinhaltete den Fahrer und sämtliche Kosten rund um das Auto für den ganzen Tag. Eintritte waren nicht inklusive, da ich mir die Sehenswürdigkeiten alleine angesehen habe. Gebucht habe ich das ganze mit India Private Driver und zwar diese Tour – diese bieten aber auch zahlreiche Mehrtagesreisen an. Ich habe 3.500 INR (ca 45 Euro) für den Tag bezahlt. Der Fahrer hat mich pünktlich abgeholt und auch das Auto war sehr gut erhalten. Es gab sogar Anschnallgurte! Er war sehr nett und im Auto haben wir auch ein wenig Smalltalk gehalten. Auch wenn er kein Guide war, konnte er mir trotzdem auch Fragen zu den Sehenswürdigkeiten beantworten. Ich war insgesamt sehr zufrieden. 

Die Moschee Jama Masjid

Unsere Tour begann an der größten Moschee Indiens, der Jama Masjid. Sie befindet sich in der Altstadt von Delhi und liegt auf einer Erhebung. Es gibt drei Treppen, von denen man aus unterschiedlichen Richtungen die Mosche „erklimmen“ kann. Der östliche Eingang mit dem größten Tor war damals dem Mogulkaiser vorbehalten. 

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Sie wurde im 17. Jhd errichtet und 5.000 Handwerker waren am Bau beteiligt. Das Gebäude wird von 2 Minaretten flankiert und 3 weißen Zwiebelkuppeln geziert, welche aus Marmor bestehen. Die Gebetshalle wird von 260 Säulen gestützt und ist – wie es so üblich ist – nach Westen Richtung Mekka ausgerichtet. Auf dem quadratischen Innenhof finden mehr als 25.000 Gläubige platz. In der Mitte befindet sich ein für die im Koran vorgeschriebene Reinigung Wasserbecken. Mit dem Bau der Moschee wollte sich der Mogulkaiser Shah Jahan wohl selbst verherrlichen, was sich an vielen Inschriften an der Vorderseite des Gebäudes erkennen lässt. Die Moschee wird auch Freitagsmoschee genannt, da in ihr das Freitagsgebet und die -predigt gehalten wird. 

Reisebericht Indien Delhi

Reisebericht Indien DelhiDer Innenhof mit seinem großen Wasserbecken

Das linke Minarett lässt sich gegen eine zusätzliche Gebühr von (100 INR / ca 1,20 Euro) besteigen. Der Turm wird über eine kleine, dunkle Treppe erklummen und von oben hat man eine prächtige Aussicht auf den Innenhof und die Stadt. Leider sind die Fenster vergittert, was das Fotografieren schwer macht. 

Reisebericht Indien Delhi Die Aussicht vom Minarett auf die Moschee und Delhi

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Am Eingang muss man seine Schuhe ausziehen. Der Eintritt ist zwar prinzipiell kostenfrei, aber man bezahlt eine Fotogebühr von 300INR ( ca 3,70 Euro) sobald man eine Kamera dabei hat (auch Handy). 

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Das Einkaufsviertel Chandni Chowk 

Die Moschee liegt neben dem Einkaufsviertel Chandni Chowk, welches sich großer Beliebtheit erfreut. Gern werden Touristen in Rikschas gesetzt, die dann eine kleine Tour durch die Straßen machen können. Ich wurde gefragt, ob ich dies auch machen möchte (war nicht im Tourpreis mit inbegriffen) und ich dachte mir: ja, warum nicht. Mein Fahrer besorgte mir eine Rikscha und schon ging es los. Das Viertel liegt im Herzen der Altstadt und die Gassen sind auf verschiedene Märkte aufgeteilt, z.B. für Gewürze, Bücher, Obst, Schmuck und natürlich Saris. Beim vorbei fahren erkunde ich mit meinen Augen kleine und verwinkelte Gassen. Manchmal wird es so voll, das die Rikschas kaum vorbei passen. 

Reisebericht Indien Delhi

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Besonders populär ist der Gewürzmarkt, der zu den größten Asiens gehört und sich in der Khari Baoli Road befindet. Ich fand den Ausflug sehr spannend, allerdings würde ich ihn nicht nochmal mit einer Rikscha machen und lieber auf eigene Faust erkunden. Die Route war nicht verkehrt, aber gerade gegen Ende versuchte der Rikscha-Fahrer mich in ein paar Läden abzusetzen und war verärgert, als ich dort nicht rein wollte (ich habe gehört dass sie Provision bekommen, wenn man dort etwas kauft – ich weiß allerdings nicht ob das stimmt). 

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Die Gedenkstätte Raj Ghat

Zurück bei meinem Auto angekommen, ging es zur nächsten Sehenswürdigkeit, die Gedenkstätte Raj Ghat. Sie soll an Gandhi erinnern, dessen Leichnam an dieser Stelle 1948 eingeäschert worden war. Der indische Rechtsanwalt, aber auch Publizist, Morallehrer, Asket und Pazifist wurde zum Anführer der indischen Unabhängigkeitsbewegung und wurde zum Symbolfigur des gewaltfreien Widerstandes. Die Gedenkstätte befindet sich umgeben von einer Grünanlage und viele der Wege werden von Blumen gesäumt. Ein Weg (um eintreten zu können zieht man wieder die Schuhe aus) führt zu einer schwarzen Marmorplatte mit einer ewigen Flamme. 

Reisebericht Indien DelhiDie Gedenkstätte für Gandhi umgeben von vielen hübschen Blumen

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Reisebericht Indien DelhiHier und da findet man auch Zitate von Gandhi

Insgesamt ein hübscher Stop für Gandhi Interessierte. Ansonsten gibt es nicht so viel zu sehen – hat man also nicht so viel Zeit und ist auch kein großer Gandhi-Fan kann man diesen Spot beruhigt überspringen. Der Eintritt ist kostenfrei.

Der Akshardham-Tempel & Lotus Tempel

Leider hatten an diesem Tag zwei Sachen geschlossen, die ich mir gern ansehen wollte – da die zwei Gebäude aber auch schon von außen ein Hingucker sind, hab ich mich mit Fotostops zufrieden gegeben. Das wäre einmal der Akshardham-Tempel, der wirklich sehr imposant aussieht. Dieser Hindu-Tempel ist dem Leben und den Werken von Swaminarayan gewidmet. Er war der Begründer einer Form des Hinduismus. Der Tempel muss sowohl von außen, als auch von innen sehr beeindruckend sein. Soweit ich weiß ist der Eintritt kostenfrei, man darf aber keinerlei Kameras und Handys mit rein nehmen. Diese können aber abgegeben werden. Übersetzt steht Akshardham für „Behausung des allmächtigen Lord Swaminarayan“. Der zweite Tempel ist der Lotus Tempel, der optisch an eine Lotusblume erinnern soll. Der 1986 eröffnete Tempel ist der zweitjüngste der weltweit acht kontinentalen Bahai-Tempel. Auch hier wäre der Eintritt frei. 

Reisebericht Indien DelhiDer wunderschöne Akshardham Tempel – so zumindest ohne Menschen auf dem Bild

Reisebericht Indien DelhiDer sehr hübsche Lotus Tempel – erinnert ein bisschen an das Opernhaus in Sydney

Qutb Minar

Weiter ging es für mich zum Qutb Minar – ein Sieges- und Wachturm sowie ein Minarett und Ruinen weiterer Gebäude. Die Gebäude, die sich auf diesem Gelände befinden stammen noch aus der Anfangszeit moslemischen Herrschaft in Indien. Qutb Minar wird die riesige Siegessäule genannt, die Ende des 12. oder Anfang des 13. Jdh errichtet wurde – eine exakte Bauzeit ist nicht bekannt. Das 72,5m hohe Minarett steht inzwischen ein wenig schief – sozusagen der schiefe Turm von Delhi -, aber bisher besteht keine Gefahr. Früher konnte der Turm bestiegen werden, dies hat sich allerdings geändert, nachdem 1981 bei einem Stromausfall eine Massenpanik ausbrach und dabei 45 Menschen ums Leben gekommen sind. Er zählt du den höchsten Turmbauten der islamischen Welt.

Reisebericht Indien DelhiDas Minarett Qutb Minar

Der Sieges- und Wachturm Alai Minar steht recht klobig, – wie ein Stumpf aus Ziegeln – umgeben von einer Grünfläche. Der Bau dieses Turms wurde erst nach dem Minarett begonnen und sollte doppelt so hoch werden wie dieser. Er sollte an die vielen gewonnenen Schlachten des damaligen Sultans Alauddin Khilji erinnern. Nach seinem Tod wurde der Bau allerdings eingestellt und der Turm blieb unvollendet. 

Reisebericht Indien DelhiDer Siegesturm hat es nur auf eine Höhe von 24,5m gebracht

Auf dem Gelände befindet sich außerdem noch die Quwwat-ul-Islam-Moschee, die zu den frühesten „erhaltenen“ Moscheebauten im Norden Indiens gehört. Die Gebäude der Moschee sind größtenteils zerstört oder sind nur noch Ruinen. Trotzdem kann man hier und da noch die typischen prächtigen Details und Muster entdecken. Besonders beeindruckend fand ich den Säulengang, der aus übereinandergestellten Teilstücken von Hindu-Säulen besteht.

Reisebericht Indien DelhiTypische Details, wie man sie aus Moscheen kennt, sind erhalten geblieben

Reisebericht Indien Delhi

Reisebericht Indien Delhi

Hier gab es einiges zu entdecken. Leider gab es kaum Infoschilder – wer also mehr über diesen Ort erfahren möchte, nimmt sich Vorort einen Guide oder schnappt sich ein Audio Guide. Der Eintritt war mit 600 INR (ca 7,5 Euro) nicht ganz günstig, wer sich aber für alte Ruinen interessiert, wird hier sicherlich auf seine Kosten kommen. 

Reisebericht Indien Delhi

Die Lodi-Gärten

In Delhi gibt es zwei größere und populäre Gärten. Einen davon wollte ich mir ansehen und meine Wahl fiel auf die Lodi-Gärten. In der 360.000 m² große Parkanlage gibt es auch einige hübsche und alte Mausoleen aus dem 15. und 16. Jhd zu entdecken – umgeben von jede menge grün und Pflanzen. Die Gartenanlage ist sehr gepflegt und wird von vielen Indern auch gern als Ort für Spaziergänge und Picknicks genutzt. Der Park ist auf jeden Fall eine willkommene Abwechslung von der lauten und hektischen Stadt. Der Eintritt ist kostenfrei.

Reisebericht Indien DelhiWunderbar grün und ruhig – der Lodi Garten

Reisebericht Indien DelhiDas Bara Gumbad 

Reisebericht Indien DelhiDas Grabmonument Sheesh-Gumbad

Ein weiterer Garten ist The Garden of Five Senses, den ich allerdings nicht besucht habe. Dieser soll aber auch sehr schön sein. 

Das Humayun-Mausoleum

Der letzte Stop auf meiner Tagestour war das Humayun-Mausoleum. Hierbei handelt es sich um den Grabbau von Nasiruddin Muhammad Humayun, der Indien von 1530 bis 1540 und nochmals von 1555 bis 1556 regierte. Neben der Hauptgrabstätte Humayuns befinden sich hier noch andere Grabmonumente. Der Bau wurde in den 1560er Jahren begonnen und die Fertigstellung dauerte 8 Jahre. Auftraggeberin war Haji Begum, die Witwe Humayuns.

Zunächst einmal habe ich mir das Grabmal des Isa Khan Niazi angesehen. Er war ein Adeliger am Hofe von Sher Shah Suri. Das Grabmal wurde noch zu seinen Lebzeiten (um 1547) errichtet, bevor das Humayun-Mausoleum erbaut wurde. Das achteckige Grabmal ist mit glasierten Fliesen und Gitterfenstern verziert und verfügt über eine Veranda. Gegenüber des Grabes befindet sich eine kleine Moschee, die zeitgleich mit dem Grab errichtet wurde.

Reisebericht Indien DelhiDas Grabmal des Isa Khan Niazi

Reisebericht Indien DelhiVögel gibt es in Delhi zahlreich, u.a. auch viele Adler! 

Von dort aus ging es dann zum Humayun-Mausoleum. Es wurde 2003 restauriert, sodass das Wasser wieder durch die Kanäle der Gärten fließen kann. Das Mausoleum besteht aus grob behauenen Bruchsteinen, die in der Region schwierig zu finden sind und daher aus Abrissbauten entnommen wurden oder von weither angeliefert werden mussten. Die große Hauptkuppel wurde aus weißem Marmor gefertigt. Auf der erhöhten Plattform steht der zentrale Grabbau, der auch besichtigt werden kann. Es gehört zu den prächtigsten historischen Bauwerken in Delhi. 

Reisebericht Indien DelhiDas Humayun-Mausoleum

Reisebericht Indien DelhiGräber im Inneren des Mausoleums

Um das Mausoleum befindet sich ein großer Garten, der einige schmalen Wasserkanälen hat und an den im Koran beschriebenen Paradiesgarten erinnern soll. Die zentralen Wege liegen im Gegensatz zu der Parkanlage etwas erhöht, was nicht nur Tiere abhalten soll, sondern auch während der Monsumzeit sehr praktisch ist. Der Eintritt kostet 600 INR. 

Reisebericht Indien DelhiDer königlichen Barbier scheint besonders geachtet worden zu sein – er hat sein eigenes Grab bekommen

Mit diesem Besuch endete meine Tagestour und der Fahrer brachte mich wieder zurück ins Hotel. Am nächsten Tag hat meine Rundreise offiziell begonnen und ab da an war ich dann nicht mehr alleine unterwegs. An einem Nachmittag haben wir uns dann noch folgende Sehenswürdigkeiten angesehen:

Connaught Place & das Rashtrapati Bhavan

Wir stoppten am Connaught Place – ein Geschäfts- und Finanzzentrum, dessen Kolonnadengebäude einen Straßenring säumen. Hier findet man Kinos, Bars, Restaurants und zahlreiche Geschäfte. Für uns ging es weiter zum Rashtrapati Bhavan – das Haus des Presidenten. Es ist der Amtsitz und die Residenz des indischen Staatspräsidenten. Das Gebäude umfasst 340 Zimmer auf 4 Stockwerken. Das Gebäude wurde zwischen 1912 und 1929 errichtet und hat zwei Flügel: einer für den Vizekönig und einer für die Gäste. Das Gebäude kann teilweise besichtigt werden – am Tag unseres Besuches war es geschlossen.

Reisebericht Indien DelhiHübsches Gebäude – auch wenn wir es nur von außen gesehen haben

Reisebericht Indien DelhiHübsche Kuppeln und putzige kleine Schiffchen am Finanzministerium 

Reisebericht Indien DelhiNeben zahlreichen Adlern gibt es auch diese süßen Kerlchen in Delhi zu sehen

Am India Gate

Natürlich durfte auch ein Besuch am India Gate nicht fehlen. Dieser Triumphbogen von 1921 hatte das Arc de Triomphe aus Paris zum Vorbild. Es soll an die indischen Toten des Ersten Weltkriegs erinnern. In den 40m hohe Triumphbogen wurden 90.000 Namen von indischen und britischen Kriegstoten eingraviert. Dazu kommen noch 3.000 Namen von Gefallenen vom Krieg 1919 mit Afghanistan und weitere vom Bangladesch-Krieg 1971. 

Reisebericht Indien DelhiBlick auf das India Gate über die Rajpath-Straße

Reisebericht Indien DelhiAm India Gate ist einiges los

Sehr gut hat mir hier gefallen, dass neben einigen Touristen auch sehr viele Einheimische hier ihre Zeit verbringen. Natürlich gibt es hier auch zahlreiche Verkäufer, die ihr Glück versuchen. Trotzdem ein schöner öffentlicher Platz mit einer menge buntem Treiben und viel Leben. 

Reisebericht Indien Delhi

Sri Laxmi Narayan Mandir

Unser letzter Besuch in Delhi führte uns zu dem Tempel Sri Laxmi Narayan Mandir. Der Tempel wurde zu Ehren des Gottes Vishnu und seiner Gemahlin Lakshmi errichtet und er gehört zu den bedeutendsten Hindu-Tempel in Dehli. Er wurde von 1933 bis 1939 errichtet. Er ist größtenteils dem Laxminarayan (Manifestation von Vishnu in der hinduistischen Religion) gewidmet. Der Tempel kann kostenfrei besichtigt werden, allerdings ist das Fotografieren verboten und Kameras, sowie Handys dürfen nicht mit rein (können in einem Spind eingeschlossen werden).

Reisebericht Indien DelhiDer Sri Laxmi Narayan Mandir von außen

Reisebericht Indien DelhiHübsche Elefanten Deko um den Tempel herum

Essen in Delhi

Nachdem unsere Delhi Runde beendet war, ging es auch nochmal zum gemütlichen Abendessen. Ich frage den Guide was er mir an unscharfem Essen empfehlen kann und meine Wahl fiel dann auf Malai Kofta –  Knödel in einer Soße mit Brotfladen. Meine Hoffnung, mich durch das Essen von Indien durch probieren zu können, ist mit meinem ersten Bissen gestorben, denn für mich war es definitiv zu scharf (und das, wo es als nicht scharfes Essen galt) … Dafür war mein Lassi hervorragend gewesen. 

Reisebericht Indien

Damit endeten meine ersten aufregenden Tage in Delhi und ich war sehr gespannt was in Indien noch auf mich warten würde…. 

Siehe auch:
Teil 1 meines Indien Reiseberichts: Durch den Norden Indiens bis nach Kathmandu
Teil 3 meines Indien Reiseberichts: Die heilige Stadt Pushkar
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten und Route
Hinweis: Alle genannten Unterkünften/Touren/Restaurants/etc. habe ich selbst gebucht und bezahlt. Dies sind lediglich Empfehlungen bzw. Erfahrungsberichte meinerseits und es erfolgte keine Zusammenarbeit mit einer Firma. Ich wurde für die Verlinkung/Werbung nicht bezahlt. Ich bin ein privater Blog und verdiene damit keinerlei Geld. Ich habe einfach nur Spaß am bloggen und reisen und teile dies mit der Welt :-)

Habt ihr noch Fragen? Schreibt mir gern - die Antwort kann aber evtl. ein bisschen dauern ;-) Seid mir nicht böse