Elsaß 3 – Von Riquewihr, über Kaysersberg nach Colmar

An diesem Tag ging es für uns weiter Richtung Süden, durch drei malerische Städte mit hübschen Gässchen, historischen Fachwerkhäusern und vielen, vielen Blumen. Von Riquewihr bis nach Colmar. Alle 3 irgendwie recht ähnlich, aber trotzdem hat jedes Städtchen seinen ganz eigenen Flair…

Riquewihr – Kopfsteinpflaster, Fachwerkhäusern und Weinhandlungen 

Schweren Herzens verließen wir das hübsche Dörfchen Ribeauvillé um uns weiter auf unserer Route durch das Elsaß zu arbeiten. Unser nächstes Ziel war Riquewihr – eines der schönsten Dörfer Frankreichs. Irgendwie behauptet das ja (fast) jedes Dorf im Elsaß von sich. Hier findet man aber auch wieder ein typisches elsässisches Dorf, mit mittelalterlichem Flair und historischer Altstadt, umgeben von Weinbergen. Also, schön ist es hier definitiv. Entstanden ist die Ortschaft aus dem Weingut eines fränkischer Grundbesitzer aus dem 8. Jhd. Der ursprüngliche Name war „Richo Villa“, der sich später zu Riquewihr weiterentwickelte. Während des Pariser Abkommen 1796 wurde Riquewihr in Frankreich angegliedert – davor gehörte es den Herzöge von Württemberg-Montbéliard. Im 16. Jhd hat es die Stadt dank des Weinanbaus und Handels zu Wohlstand gebracht.

Als erstes kommen wir an dem Hotel de Ville (Rathaus) vorbei oder besser gesagt hindurch. Das ursprüngliche alte Rathaus wurde 1798 abgerissen. Dieses lag zentral in der Stadtmitte. 1809 wurde das aktuelle Rathaus am Rand der Stadtmauer, am „Porte Basse“ (Unteres Stadttor) errichtet.

Reisebericht Elsass Colmar

Wir betreten den Stadtkern und werden direkt von zahlreichen historischen Fachwerkhäusern begrüßt. Ein Haus fällt mir besonders auf, der sogenannte „Wolkenkratzer“. Unter dessen Dach sind zwei getrennte Einzelgebäude vereint worden. Mit seinen 5 Stockwerken und seine Höhe von 25m ist das Gebäude von 1561 das höchste Fachwerkhaus im Elsaß.

Reisebericht Elsass ColmarDer „Wolkenkratzer“ sieht zum Glück nicht aus wie ein Wolkenkratzer

Reisebericht Elsass ColmarMalerische Gässchen mit hübschen Fachwerkhäusern

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Auf den schmalen Gassen spazieren wir durch die Stadt und kommen bei der Rue des Trois Églises an. An dieser Stelle soll es mal 3 Kirchen gegeben haben. Eine Kirche ist noch übrig: die Pfarrkirche aus dem 12. Jhd wurde zwar in der Mitte des 19. Jhds durch eine protestantische Kirche ersetzt, aber sie steht noch. Die zweite Kirche, die Pilgerkirche Notre-Dame, wurde 1337 errichtet um ein Heiligenbild aufzunehmen, welches Wunder bewirken sollte. Nach der Einführung der Reformation wurde sie in ein Pfarrhaus umgewandelt. Als letztes haben wir noch die Kirche Saint-Erard, die Anfang des 14. Jhd errichtet wurde. Sie war mit dem ehm. Krankenhaus verbunden, welches an die Kirche angrenzte. Nach der Einführung der Reformation wurde auch diese Kirche umgebaut, und zwar zu einer Knabenschule. Inzwischen sind Teile der alten Gebäude zu Wohnhäuser geworden – trotzdem kann man auch heute noch die gotischen Kirchenfenster bewundern.

Reisebericht Elsass ColmarDer Kirchturm der protestantischen Kirche – die bis heute überlebt hat

Reisebericht Elsass ColmarMitte links kann man ganz gut die Überreste der ehm. Kirchenfenster sehen

Reisebericht Elsass ColmarAuch hier kann man noch die Überreste einer Kirche erahnen

Zwischen der Hausnummern 14 und 16 kann man durch einen schmalen Gang aus dem Stadtkern schlüpfen und die Stadtmauer von außen bewundern.

Reisebericht Elsass ColmarRiquewihr macht auch von draußen was her

Reisebericht Elsass ColmarAuch hier wurde nicht vergessen mit Blumen zu dekorieren

Wir schlüpfen wieder in die Stadt hinein und folgen weiter der Hauptstrasse, der Rue du Général de Gaulle. Wir passieren weitere, sehr hübsche Fachwerkhäuser, die häufig auch noch ein spannendes Detail oder auch eine Geschichte mit sich bringt.

Reisebericht Elsass ColmarMit Blumen wird im Elsaß nicht gegeizt

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Reisebericht Elsass ColmarManchen Häusern werden nicht von den typischen Bewohner bewohnt

Wir sind fast am Ende der Ortschaft angekommen, da warten nochmal ein paar spannende Gebäude auf uns. Einmal das Féerie de Noël – das Lebkuchenhaus, wo man das ganze Jahr über weihnachtlich shoppen gehen kann, – und Le Medieval, ein Restaurant, das auch ganz gut sein soll. Für uns war es für etwas zu Essen noch zu früh. Bereits von weitem zu sehen, war auch der Dolder, ein mittelalterliche Torturm und das Wahrzeichen der Stadt. Der 25m hohe Dolder hat gleich 3 Aufgaben: Glockenturm, Wachturm und oberes Stadttor. Er wurde 1291 zusammen mit der ersten Befestigungsmauer errichtet. Direkt nebendran befindet sich die Fontaine de la Sinne. Der 1560 errichtete Brunnen wurde von den Bewohnern für den Weinbau benutzt.

Reisebericht Elsass ColmarWer noch weihnachtliche Dekoration im Sommer braucht, ist hier richtig

Reisebericht Elsass ColmarDer Dolder soll ja eine „düstere Aussenfassade“ habe – wobei ich sie überhaupt nicht düster finde

Reisebericht Elsass ColmarDie Fontaine de la Sinne trägt das Wappen der Herren von Horbourg und das Wappen von Riquewihr

Reisebericht Elsass ColmarDurch den Dolder kann man durch die erste Stadtmauer schlüpfen

Läuft man noch durch eine schmale Gasse, direkt vor dem Dolder, kommt man zum Diebsturm. Dieser 18m hohe Turm wurde 1291 errichtet und im 15. Jhd umgebaut. Im Inneren wurden Diebe und Angeklagte in der Folterkammer (die heute noch besichtigt werden kann) „zum Sprechen gebracht“ und im Kerker eingesperrt. Heute befindet sich hier das Museum der Stadt.

Reisebericht Elsass ColmarDer Diebesturm hat von außen eine 5-eckige und von innen eine quadratische Form

Hat man den Dolder passiert, kommt man nach wenigen Metern zur zweiten Stadtmauer. Hier befindet sich ein weiterer Turm und zwar der Hoher Turm. Er wurde Ende des 13. Jhd errichtet und noch mal zusätzlich vergrößert, als die Verteidigungsanlagen gegen 1500 verstärkt wurden. Hier befindet man sich wieder außerhalb des Stadtkerns und außerhalb de Stadtmauern.

Reisebericht Elsass ColmarAußerhalb der Stadtmauern von Riquewihr 

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Reisebericht Elsass ColmarDie Stadtmauer sieht auch von Außen ganz gut aus 

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Hier haben wir auch die Gelegenheit genutzt uns eine weitere, beliebte Spezialität aus dem Elsaß zu besorgen: Einen Kugelhopf. Dabei handelt es sich um einen klassischen Hefetopfkuchen in einer Gugelhupfform. Diesen gibt es in süß mit Mandeln und Rosinen und in salzig mit Speck. In Riquewihr gab es einige Geschäfte, die typische Mitbringsel und Leckereien aus dem Elsaß verkaufen – wer noch etwas braucht, kann hier zuschlagen.

Reisebericht Elsass ColmarEin sehr leckerer und fluffiger Kugelhopf

Kaysersberg – so malerisch, so schön!

Von Riquewihr aus ging es in das nicht einmal 10km entfernte Kaysersberg. Aufgrund der strategisch vorteilhaften Position (man kann hier gut den Verkehr zwischen dem Ober-Elsaß und Lothringen kontrollieren), wurde Kaysersberg bereits zu römischer Zeit vom Militär besetzt. Im 13. Jhd wurde eine Festung erbaut und die Blütezeit der Ortschaft begann. 1293 wurde sie zur Kaiserstadt des Heiligen Kaiserreiches ernannt. Hart zurück stecken musste die Stadt nach dem Dreißigjähriger Krieg, nachdem die Region durch den Durchmarsch der Armeen viele Zerstörungen hinnehmen musste. Kaysersberg kann sich aber wieder aufrappeln und gewinnt in der zweiten Hälfte des 17. Jhd wieder. Uns präsentierte sich die Ortschaft sehr malerisch, mit beeindruckenden Gebäuden, kleinen Cafes und dem Fluss Weiss, der sich wunderbar in das Stadtbild einbringt.

Reisebericht Elsass ColmarEin weiteres Storchennest auf der Tour Défensive

Reisebericht Elsass ColmarKaysersberg und der Fluss Weiss – sehr malerisch

Zielstrebig ging es für uns in die Rue du Général de Gaulle – die Hauptstraße der Ortschaft. Zunächst machen wir einen Stop am Kirchplatz, wo wir gleich mehrere sehr hübsche Sachen entdecken. Vor einem liebevoll dekorierten und gepflegtem Haus steht die Fontaine Constantin. Der Brunnen wurde 1521 errichtet und steht inzwischen unter Denkmalschutz. Er zeigt eine lebensgrosse Statue des Kaisers Konstantin aus dem 16. Jhd. Haus und Brunnen ergeben ein sehr schönes Bild. An der anderen Ecke des Platzes entdecken wir das Haus der Boulangerie Pâtisserie Loewert auf. Es wurde 1739 errichtet und fällt besonders durch seinen kleinen Turm und das Bild der Jungfrau.

Reisebericht Elsass ColmarWas für ein tolles Bild: Fachwerk mit der Fontaine Constantin

Reisebericht Elsass ColmarDie Boulangerie Pâtisserie Loewert soll auch sehr leckeres Gebäck verkaufen

Reisebericht Elsass ColmarDer Kaisers Konstantin

Reisebericht Elsass ColmarÜber zu wenig Grün kann sich hier glaube ich niemand beschweren

Daneben befindet sich die Eglise Kaysersberg.Die Kirche wurde etappenweise zwischen dem 12. und 15. Jhd errichtet. Der auffällige Turm wurde zwischen 1826 – 1829 im neoromanischen Stil ergänzt. Im Inneren steht eine große Kreuzigungsgruppe aus dem 16. Jhd.

Reisebericht Elsass ColmarDer hübsche Glockenturm der Eglise Kaysersberg

Reisebericht Elsass ColmarDie Kirche vom Kirchplatz aus

Reisebericht Elsass ColmarDie Kreuzigungsgruppe im Inneren der Kirche

Noch eins weiter befindet sich das Hôtel de Ville de Kaysersberg. Das ehm. Rathaus wurde zwischen 1604 und 1605 im Renaissancestil errichtet. Im Inneren finden häufig Ausstellungen statt. Außerdem kann man bis in den kleinen Innenhof schlendern, der auch nochmal ganz hübsch mit Blumen und Wandzeichnungen in Szene gesetzt wird.

Reisebericht Elsass ColmarDas ehm. Hôtel de Ville de Kaysersberg

Reisebericht Elsass ColmarDie Fassade sieht auch nicht schlecht aus

Reisebericht Elsass ColmarDer dekorative Innenhof

Wir schlendern die Rue du Général de Gaulle weiter in Nordöstlicher Richtung. Auch wenn Kaysersberg nicht so viele Sightseeing-Attracktionen zu bieten hat, hat die Ortschaft wirklich ihren ganz eigenen Charme und ist einfach wunderschön. Zu einem weiteren kleinen Highlight kommt es an der Weissbrücke. Die Brücke wurde 1514 aus rotem Sandstein gebaut. Gesäumt wird die Brücke von (ja, ich wiederhole mich, aber noch mehr) hübschen Fachwerkhäusern und viel Grün. Gegenüber fällt eine Kapelle auf, die früher mal zu einem Kloster gehört hat.

Reisebericht Elsass ColmarAn der Weissbrücke

Reisebericht Elsass ColmarDie ehm. Kapelle fügt sich wunderbar in das Umfeld ein

Reisebericht Elsass ColmarKaysersberg ist wirklich sehr malerisch

Reisebericht Elsass ColmarFachwerkhäuser so weit das Auge reicht

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Wir wollen noch die Burg, die über der Stadt thront, besuchen. Dafür verlassen wir das Zentrum der Altstadt über die Rue des Forgerons, die auch nochmal eine sehr Stimmungsvolle Straße ist. Man schreitet durch einen kleinen Rundbogen und hat das Gefühl, das Mittelalter verlassen zu haben. Wendet man sich jetzt nochmal kurz nach links, kann man über eine Brücke einen hübschen Ausblick auf den Fluss und die Fachwerkhäuser erhaschen. Ansonsten geht es weiter, bis rechts ein kleiner Weg nach oben führt.

Reisebericht Elsass ColmarDas Tor ins Mittelalter

Reisebericht Elsass ColmarHübsche Details: Wappen zieren eine Fassade

Reisebericht Elsass ColmarNochmal einen Blick auf den Fluss werfen: es ist einfach zu schön! 

Dann geht es bergauf zur Burg Kaysersberg. Es ist nicht besonders weit und der Aufstieg ist schnell geschafft. Die ehm. Burg wurde zwischen dem 13. und 16. Jhd errichtet und damals konnte man mit ihr das ganze Tal überblicken. Wenn man schon hier ist, sollte man es nicht verpassen, auch den Aussichtsturm zu besteigen. Von hier hat man eine grandiose Aussicht auf die Berge und die Stadt.

Reisebericht Elsass ColmarVon der Burg sind heute überwiegend nur noch Maurreste übrig…

Reisebericht Elsass Colmar… der Turm kann allerdings noch bestiegen werden

Reisebericht Elsass ColmarUnd die Aussicht macht wirklich was her

Reisebericht Elsass ColmarKaysersberg und seine Berge

Reisebericht Elsass ColmarMauerreste der Burg

Reisebericht Elsass ColmarWeinberge gibt es hier natürlich auch

Reisebericht Elsass ColmarÜber den Dächern von Kaysersberg

Colmar – ein bisschen Venedig im Elsaß

Von Kaysersberg ging es direkt weiter nach Colmar – unserem letzten Stop für diesen Tag. Colmar ist nach Straßburg und Mülhausen die drittgrößte Stadt und einer der beliebtesten Ziele im Elsaß. Auch hier ist das Stadtbild von Kopfsteinpflasterstraßen und Fachwerkhäusern geprägt. Hier war es während unserer Elsaß Reise am touristischsten und vollsten, aber trotzdem ging Colmars Flair nicht verloren. Die Stadt – die zwar keine Kleinstadt mehr ist, aber sich trotzdem noch ihren Kleinstadt-Charme erhalten hat – ist definitiv ein Ort für Tagträumer. Wie aus einem Märchen entsprungen, kann man hier durch verwinkelte Gässchen oder auch entlang des Flusses La Lauch schlendern, und dabei wunderschöne mittelalterliche Bauten entdecken. In der „Hauptstadt“ der elsässischen Weinstraße kann man definitiv auch einen ganzen Tag oder länger verbringen. Erwähnt wurde Colmar das erste mal 823 als Columbarium.

Ein wenig „amerikanischen Flair“ kann man etwas außerhalb des Zentrums erleben. Hier steht nämlich eine Freiheitsstatue. Die 12m hohe Statue wurde zur Gedenkfeier des 100 jährigen Todestages von Auguste Bartholdi aufgestellt. Der aus Colmar stammende Künstler war der Schöpfer der originalen Freiheitsstatue, die man aus New York kennt. Wer mehr über Bartholdi und seine Kunst wissen möchte, kann einen Blick in das Musée Bartholdi werfen. Das Museum befindet sich im damaligen Geburtshaus und hier kann man einige seiner beeindruckende Werke bewundern.

Reisebericht Elsass ColmarZwar nicht auf der Liberty Island, aber zumindest auf einer Verkehrsinsel

Zwischen uns und dem Zentrum liegt der Champ de Mars, eine öffentliche Parkanlage. Also sehen wir uns das mal genauer an. Früher befand sich hier eine öffentliche Promenade, die hauptsächlich für militärische Übungen der Nationalgarde oder auch für öffentliche Zeremonien benutzt wurde. 1793 wurde sie in Champ de Mars umbenannt und 193 Linden wurden angepflanzt. In der Mitte befindet sich ein Brunnen mit der Statue des Admirals Armand Joseph Bruat. Am nördlichen Teil des Parks befindet sich der Place Rapp, der seit 1808 ein abgetrennter Vorplatz von der Parkanlage ist. Hier steht das größte Karussellsalon Europas.

Reisebericht Elsass ColmarDer Brunnen mit der Statue des Admirals Armand Joseph Bruat

Reisebericht Elsass ColmarDer Karussellsalon zwischen dem Park Champ de Mars und der Place Rapp

Reisebericht Elsass ColmarDie Place Rapp mit Blick auf die Münsterkirche

Wir machen einen Stop am Roesselmann Brunnen. Dieser wurde in Andenken an Vogt Jean Roesselmann errichtet, den ersten Helden Colmars! Er verteidigte 1262 Colmar siegreich gegen die Ausbeute des Bischofs von Straßburg und verlor dabei sein Leben. Wie auch die Freiheitsstatur, ist auch diese Figur von Bartholdi geschaffen worden.

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Danach erreichen wir das Viertel Petite Venise – eines DER Highlights in Colmar.  Der Fluss Lauch schlängelt sich durch die Stadt, die Gebäude schmiegen sich bis an das Ufer heran und man kann durch hübsche, schmale Gassen schlendern. Es gibt viele, kleine (und auch größere) Brücken und gemütliche Cafes und Restaurants. Üppig ist alles mit Blumen geschmückt – wie wir es schon aus dem Elsaß kennen. Das ganze verpassen Colmar einen Venedigen-Touch. Ganz klar ist: dieses Viertel ist das meist fotografierteste in Colmar.

Reisebericht Elsass ColmarUnser Rundgang durch Petite Venise beginnt an der Promenade En Barque

Reisebericht Elsass ColmarEinen weiteren hübschen Aussichtspunkt gibt es in der Straße Rue Turenne

Reisebericht Elsass ColmarHier findet man ein Fotomotiv nach dem anderen

Reisebericht Elsass ColmarMan könnte meinen, ich mag solche Schilder :-)

Folgt man der Rue de la Poissonnerie kommt man nach wenigen Minuten zum Quai de la Poissonnerie. Hier lebte ein Großteil der Fischer der Stadt. Die gefangenen Fischer wurden z.T. als Essen gelagert, aber auch auf dem Fischmarkt verkauft. Leider zerstörte 1706 ein großes Feuer mehr als vierzig Häuser in der umliegenden Häuser. Zwischen 1978 bis 1981 wurden umfangreiche Restaurierungsarbeiten durchgeführt um das Fachwerk vieler Häuser zu erhalten. Heute präsentiert sich diese Straße mit zahlreichen, wirklich hübschen Fachwerkhäusern und ist definitiv einen Besuch wert.

Reisebericht Elsass ColmarHier haben sich die Fachwerkhäuser farblich auf die Blüten der Bäume abgestimmt

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Hier befindet sich auch die Markthalle. Rund 20 Händler verkaufen frische Produkte aus der Region: Von Obst und Gemüse, zu Käse, Gebäck, Fisch und Fleisch. Die Halle wurde 1865 errichtet und hat im Laufe der Jahre mehrere Zwecken gedient, bis sie schließlich wieder als Verkaufshalle genutzt wurde. Für uns war es Zeit für eine Pause und da wir einen Tisch auf der La Terrasse Du Marche ergattern könnten, haben wir uns hier erstmal etwas zu Essen gegönnt. Es gab leckere Flammkuchen (Ja, schon wieder. Es ist aber auch zu lecker)! Dieses Restaurant ist schon recht touristisch, aber dafür war das Essen lecker und es ging auch recht fix.

Reisebericht Elsass ColmarDie Markthalle am Quai de la Poissonnerie

Reisebericht Elsass ColmarHier findet man sehr viele gute und frische lokale Produkte

Reisebericht Elsass ColmarDiesmal gab es für mich Flammkuchen mit Munster-Käse

Reisebericht Elsass ColmarGesättigt pilgern wir weiter Richtung des Viertels Aux Tanneurs de Colmar

Am Zollplatz werfen wir einen Blick auf die Schwendi Fountain. Der Brunnen trägt die Statue von Lazarus Schwendi, welcher auch von Bartholdi geschaffen wurde. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Brunnen zerstört und einige Jahre später wieder aufgebaut. Die Figur des Schwendi hält eine Weinrebe in der Hand, da er damals aus seinen Kriegszügen in Ungarn eine Weinpflanze mitbrachte, die später zu einer der bekanntesten Weine im Elsaß wurde. Der Name „Tokay“ ist zwar in Ungarn geschützt und daher darf sich der elsässische Wein nicht so nennen, sondern „Pinot Gris“ – aber er schmeckt genauso wie der ungarische.

Reisebericht Elsass ColmarHier wird mit einer Weinpflanze gewedelt

Reisebericht Elsass ColmarDer Zollplatz

Auf einer Seite des Zollplatzes befindet sich Le Koifhus, das Altes Kaufhaus. Es wurde 1480 als Zollamt errichtet und ist heute das älteste Gebäude der Stadt. Im EG wurden Waren gelagert und Im- und Exporte besteuert. Ab 1534 tagten hier die Abgeordneten der zehn Reichsstädte des Elsass und das Alte Kaufhaus wurde zum Tagungsort für Gericht und Ratsversammlungen.

Reisebericht Elsass ColmarDie glasierten Ziegel sind ein Mitbringsel von den Kreuzzügen 

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Beim Vorbeilaufen werfen wir einen Blick auf den Place du 2 Février. Dieser grüne Platz wurde nach der Schlacht „Poche de Colmar“ benannt. Am 2. Februar wurde die Stadt befreit.

Reisebericht Elsass ColmarDer Platz mit dem alten Krankenhaus im Hintergrund

Wir schlendern weiter durch die Straßen Colmars und entdecken einen hübschen Platz und ein hübsches Fachwerkhaus nach dem anderen. 

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Dabei kommen wir auch an der Maison Pfister vorbei. Das 1537 errichtete Gebäude fällt besonders durch seinen Eckerker, das über zwei Etagen gebaut wurde, auf. In Auftrag gegeben wurde es von dem Hutmachers Ludwig Scherer, der sein Vermögen durch den Handel mit Silber machte. Neben dem Eckerke gibt es hier noch die Holzgalerie, das achteckige Türmchen und ein Mauerband, welches biblische und weltliche Szenen zeigt zu bewundern. Benannt wurde es nach der Familie, die hier zwischen 1841 – 1892 wohnte.

Reisebericht Elsass ColmarAufgrund seiner Besonderheiten ist das Haus zu einem Symbol des alten Colmars geworden

Weiter geht es zu dem Martinsmünster – die Hauptkirche Colmars. Aufgrund ihrer Größe wird sie auch gern als Kathedrale bezeichnet, obwohl ihre Wurzeln eigentlich bei einer Pfarrkirche liegen. Während der Französischen Revolution wurde sie kurzzeitig die Kathedrale eines Bistums. Errichtet wurde die Kirche von 1234 – 1365, wobei der Glockenturm nach einem Brand 1572 neu errichtet wurde. Besonders auffallend sind die bunt glasierten Ziegeln auf dem Dach und die Kirchenfenster aus dem frühen 20. Jhd.

Reisebericht Elsass ColmarDie Kirche ist eines der bedeutenden gotischen Bauwerke im Département Haut-Rhin

Reisebericht Elsass ColmarViele Details an der Außenfassade 

Reisebericht Elsass ColmarDas Innere wurde durch die Französische Revolution stark beschädigt

Reisebericht Elsass ColmarIn Colmar ist es so grün, sogar in der Kirche gibt es Pflanzen

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Nicht weit entfernt befindet sich die Dominikanerkirche. Sie ist – nach dem Martinsmünster – die zweitgrößte und zweitbedeutendste Kirche Colmars. Sie wurde von 1289 bis 1346 errichtet und gehörte zu einem 1277 gegründeten Dominikanerklosters. Im Inneren befindet sich die bekannte Malerei „Madonna im Rosenhag“, die 1973 hier aufgestellt wurde nachdem es aus dem Martinsmünster gestohlen wurde.

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Weiter geht es zur Maison des Tétes, das „Kopfhaus“. Es wurde 1609 für den damaligen Bürgermeister Anton Burger errichtet. Burger ließ das Haus seines Vaters abreißen und es an dieser Stelle aufbauen. Den Namen verdankt das Haus den zahlreichen Köpfen, die sich an der Fassade befinden – wenn auch erst seit 1974. 1698 wurde das Haus von Burgers Erben verkauft und hat einige Besitzer gesehen, bis es 1898 zu einem Restaurant wurde.

Reisebericht Elsass ColmarBartholdi hat sich auch hier verewigt – die Figur auf der Giebelspitze ist von ihm

Reisebericht Elsass Colmar2015 zog hier ein Gourmetrestaurant ein

Abgeschlossen haben wir unsere Sightseeing Runde mit einem Stop beim Musée Unterlinden. Im ehm. Dominikanerinnenkloster St. Johannis befinden sich heute ein Kunstmuseum mit einer großen Sammlung von dem Neolithikum bis hin zur Gegenwart. Das ehm. Kloster wurde in der ersten Hälfte des 13. Jhd errichtet und während der Französischen Revolution aufgelöst und ein Großteil der Gebäude abgerissen. Seit 1853 befindet sich ein Museum in den Räumlichkeiten.

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Mit dem Boot durch Colmar

Man war wohl nicht in Colmar, wenn man keine Bootstour gemacht hat. Da mir diese in Venedig zu teuer gewesen waren, hab ich sie einfach im kleinen Venedig von Colmar nachgeholt. Mit etwa 6 € war sie auch deutlich günstiger. Normalerweise starten die Boote an der Promenade En Barque, bei uns war diese Haltestelle allerdings geschlossen und wir sind bei der Markthalle eingestiegen. Für rund 30 Min schippert das Boot gemütlich über La Lauch und präsentiert Colmar nochmal aus einer anderen Perspektive.

Reisebericht Elsass ColmarEine Bootstour in Colmar bietet den Füßen eine angenehme Pause zwischendurch

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Reisebericht Elsass ColmarMit dem Boot haben wir noch ein paar Ecken gesehen, die wir zu Fuß nicht sehen konnten

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Übernachtet in Colmar

Übernachtet haben wir etwas außerhalb des Zentrums in der Nähe des Bahnhofs im Hôtel Colmar Gare (P’tit Dej-Hotel). Wie typisch für mich, ist das Hotel sehr einfach und wenig spektakulär, hat aber alles was man für eine Übernachtung benötigt. In 10-15 Minuten ist man bis in das Zentrum gelaufen. Wir waren insgesamt sehr zufrieden und konnten uns nicht beklagen.

Reisebericht Elsass ColmarEinfach, aber völlig ausreichend und sauber

Siehe auch:
Teil 2 meines Elsaß Reiseberichts: Entlang der Route des Vins
Teil 4 meines Elsaß Reiseberichts: Burgen und Aussichten bis nach Mühlhausen (Coming Soon)
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten und Route

Hinweis: Alle genannten Unterkünften/Touren/Restaurants/etc. habe ich selbst gebucht und bezahlt. Dies sind lediglich Empfehlungen bzw. Erfahrungsberichte meinerseits und es erfolgte keine Zusammenarbeit mit einer Firma. Ich wurde für die Verlinkung/Werbung nicht bezahlt. Ich bin ein privater Blog und verdiene damit keinerlei Geld. Ich habe einfach nur Spaß am bloggen und reisen und teile dies mit der Welt :-)