Ein Tag in der Rheinmetropole Köln

Köln – die größte Stadt Nordrhein-Westfalens. Die einen sagen: eine wunderschöne Stadt, die anderen behaupten genau das Gegenteil. Ich wollte mir meine eigene Meinung bilden und so ging es für einen Tag in die Hauptstadt des Karnevals…

Auf nach Köln!

Vor einigen Jahren war ich schon mal für einen Tag in Köln gewesen. Allerdings habe ich damals nicht viel von der Stadt selbst gesehen. Da ich herausfinden wollte, was Köln als Stadt so zu bieten hat, habe ich mir ein Ticket bei der Deutschen Bahn besorgt und bin mit dem Zug dort hin gefahren. Die viertgrößte Stadt Deutschlands ist natürlich besonders für den Kölner Dom bekannt. Sie hat aber – neben zahlreichen Sehenswürdigkeiten wie romanischen Kirchen, Denkmälern, urigen Gassen und Brunnen – auch ein großes kulturelles Angebot.

50 n. Chr. wurde die heutige Karnevalshochburg von dem römischen Kaiser Claudius von einer Siedlung zur Stadt erhoben. Der Name lässt sich von ihrem lateinischen Namen „Colonia Claudia Ara Agrippinensium“ ableiten. Durch die Römer kam auch recht schnell das Christentum und Köln wurde Europas Bischofssitz. Die günstige Lage machten Köln zu einem wichtigen Handelsstandort. Das und die wachsende kirchliche Macht machten Köln auch überregional zu einem wichtigen Standort. Die 2000 Jahre auf die Kölns Geschichte zurückblickt, lässt sich auch heute noch durch viele Relikte in der Stadt erleben.

Reisebericht KölnDer Kölner Dom – wohl die bekannteste Sehenswürdigkeit in Köln

Rund um den Kölner Dom

Angekommen bin ich am Hauptbahnhof. Direkt neben dem Bahnhof befindet sich der Kölner Dom, der alle Ankommenden zu begrüßen scheint. Das Wetter ist bescheiden und es regnet hier und da, aber das bin ich von diesem Jahr irgendwie schon gewohnt. Spoiler: Am Nachmittag kam dann auch noch ein wenig die Sonne raus. 

Der Dom, dessen Bauzeit um 1248 begonnen wurde, ist der Mittelpunkt der Stadt. 1520 wurden die Bauarbeiten für mehr als 300 Jahre unterbrochen. Auf einem der Turmstümpfe der gewaltigen Bauruine befand sich ein riesiger, hölzener Baukran, der lange Zeit als das Wahrzeichen von Köln galt. Nachdem mittelalterliche Kunst und Architektur wieder mehr Aufmerksamkeit bekam, begann man um 1823 wieder mit dem Weiterbau, bzw. nahm die Sanierung des bisherigen Baus bereits 20 Jahre in Anspruch. 1880 konnte der Dom schließlich vollendet werden. Mit seinen 157m hohen Türmen, war er damals das höchste Bauwerk der Welt. Heute gilt der Kölner Dom nach dem Ulmer Münster als zweithöchste Kirche Deutschlands und dritthöchstes Gotteshaus der Welt.

Reisebericht KölnWeithin ist der Dom Sichtbar – nicht ohne Grund ist er das Wahrzeichen von Köln!

Reisebericht KölnDer Dom gehört seit 1996 zum UNESCO Weltkulturerbe

Reisebericht KölnHübsche Details an der Außenfassade

Wer den Dom von Innen sehen möchte, muss eine kurze Kontrolle über sich ergehen lassen. Die Domschatzkammer ist separat zu besichtigen und kostet 6 € Eintritt. Während des Gottesdienstes ist eine Besichtigung nicht möglich. Wer sich vorab darüber informieren möchte, wirft einen Blick in die Öffnungszeiten

Reisebericht KölnDas Mittelschiff hat eine höhe von fast 44m!

Reisebericht KölnDer Agilolphusaltar, einer der größten und bedeutendsten Antwerpener Schnitzaltäre von 1520

Reisebericht KölnEine Figur des hl. Christophorus, trägt das Christuskind mit der Weltenkugel

Wer jetzt noch hoch hinaus möchte, kann sich noch auf zur Turmbesteigung machen. In ca 97m Höhe hat man vom Südturm eine tolle Aussicht auf die Rheinmetropole. 5 € kostet der Eintritt und 533 Treppenstufen müssen nach oben überwunden werden. Nach etwa 53m kommt man zu einer Aussichtsplattform zu der Glockenstube. Hier kann man verschiedene Glocken sehen, wie z.B. die bekannte die St. Petersglocke, die mit ihren 3,22m die größte frei schwingende Kirchenglocke der Welt ist. Geht es noch weiter nach oben kommt man zu einer Metalltreppe, die auf die Panoramaplattform führt. Die Aussicht ist wirklich sehr schön, aber leider nicht sehr Fotografen-freundlich, denn überall sind Gitter/Netze davor. Schade.

Reisebericht KölnDieses Foto stammt aus der Glockenstube – hier gab es zum Glück keine Gitter

Direkt auf dem Platz vor dem Haupteingang des Doms befindet sich die Kreuzblume. Die etwa 10m große Figur ist ein Modell der Domturmspitze und soll die unglaublichen Dimensionen der Kathedrale zeigen. Sie ist ein beliebter Treffpunkt für Kölner, aber auch z.B. Führungen.

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Direkt nebendran befindet sich auch das römische Nordtor. Wie der name schon erahnen lässt, wurde dieses Tor während der römischen Zeit aus Stein errichtet und gehörte damals zu den wichtigsten Zugängen in die Stadt. Wobei das Exemplar, welches wir heute hier sehen können nur eine Nachbildung von 1971 ist. Das Original des Mittelbogens befindet sich im Römisch Germanischen Museum.

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Reisebericht KölnTagsüber kann es um den Dom richtig voll werden!

Nicht weit entfernt ist es auch schon, das Römisch-Germanische Museum. Hier findet man allerlei archäologische Funde aus der Stadt und der Umgebung von der Altsteinzeit bis ins frühe Mittelalter. Passenderweise steht es auf den Grundmauern einer römischen Stadtvilla, dessen Mosaikboden man auch bewundern kann.

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Nebendran auch schon das nächste Museum, das Museum Ludwig. Hier dreht sich alles um die Kunst der Moderne seit Beginn des 20. Jhd. Neben der drittgrößten Picasso-Sammlung der Welt, findet man zahlreiche andere Kunstwerke im Pop-Art Siebdruck-Stil, aber auch aus dem Expressionismus und der Russischer Avantgarde. Das Museum basiert auf der Kunstsammlung des Politikers Josef Haubrich, der während der nationalsozialitischen Diktatur zahlreiche Kunstwerke rettete.

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Ich bekomme etwas hunger, denn das Frühstück im Zug ist etwas mager ausgefallen. Nicht weit vom Dom hatte ich aber schon was auf der Karte gesichtet, was auf meinem Programm stand. Dieser Weg führte mich am Heinzelmännchenbrunnen vorbei. Die Sage erzählt von den kleinen, fleißigen Helferlein, die den Bürgern in der Nacht lästige Arbeiten abnahmen. Der Brunnen wurde 1899 August Kopisch zu seinem hundersten Geburtstag gewidmet, von dem das Gedicht „Die Heinzelmännchen zu Cölln“ stammte.

Reisebericht KölnSchön bunt ist der Heinzelmännchenbrunnen auch noch!

Reisebericht KölnDie Heinzelmännchen bei der Arbeit?

Mein eigentliches Ziel war die Gaststätte FRÜH am Dom – ein uriges Restaurant mit toller Atmosphäre. Hier habe ich mir eine Kölner Spezialität gegönnt und zwar den Halven Hahn. Wer an ein halbes Hähnchen denkt, liegt komplett falsch. Hierbei handelt es sich um ein knusprig gebackenes Roggenbrötchen mit Butter, einer dicken Scheibe Gouda und Senf. Dazu gab es dann auch noch ein Kölsch.. Naja.. es war ja auch schon Mittag.

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Reisebericht KölnMein Halver Hahn – natürlich mit einem Kölsch

Ich komme an dem nächsten Museum vorbei, das Wallraf-Richartz Museum, kurz Wallrafianum. Es ist das älteste Museum der Stadt mit einer der größten klassischen Gemäldegalerie Deutschlands. Ferdinand Franz Wallraf hatte im 18. Jhd begonnen, mittelalterliche Kunst zu sammeln/retten, die der Kirche gestohlen wurde. Nach seinem Tod ging die Sammlung an die Stadt Köln.

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Am Rhein entlang

Ich schlendere durch die kleinen urigen Gassen Kölns und komme langsam Richtung Rhein. Der nächste Stop ist der Alter Markt, ein geschichtsträchtiger Platz in Köln mitten in der Altstadt. Während der Römerzeit lief hier noch ein Rheinarm entlang, daher war der Platz zu dieser Zeit noch eine Rheininsel. Auf der Höhe des Rathauses befand sich ein römischer Hafen. Im 3. Jhd bildete sich aber eine Sandbank und so musste der Hafen aufgegeben werden. Als der Boden eine Bebauung zuließ, entstant der Alte Markt Platz. Während des späten Mittelalters war er ein bevorzugter Wohnort der städtischen Führungsschicht. Während der Neuzeit verlor der Platz nach und nach an Bedeutung. Heute findet man hier zahlreiche Restaurants, Cafes und Kneipen. 

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Reisebericht KölnDas Jan von Werths-Denkmal. Während des Dreißigjährigen Kriegs war er ein Feldherr und ansonsten führte er ein abenteuerliches Leben im Rheinland

Am Alten Markt befindet sich auch der Rathausturm. Der reich verzierte Turm ist ein Renaissance-Vorbau, welcher 1407 – 1414 als Zeichen der Stadtherrschaft errichtet wurde. Mit seinen 61m höhen war er das erste „Kölner Hochhaus“. An der Fassade des Turms befindet sich eine Uhr mit ein Holzfigurenkopf darunter. Der Platzjabbek streckt zu jeder vollen Stunde die Zunge raus. Es ist zwar nicht historisch nachgewiesen, aber vermutlich diente er als Symbol für die Herrschaft durch die Zünfte und Gaffeln. Der Name setzt sich vermutlich aus dem kölscher Begriff „Jappe“ (den Mund aufreißen) und dem französischen „bec“ (Mund, Schnabel) zusammen.

Reisebericht KölnDas erste Hochhaus Kölns!

Reisebericht KölnDer Turm wird von etwa 130 Steinstatuen geschmückt

Reisebericht KölnDer Platzjabbek 

Weiter geht es zu der Benediktinerabtei Groß St. Martin – einer der 12 großen romanischen Kirchen der Kölner Innenstadt. Nach einem Brand entstand hier zwischen 1150 und 1250 der Bau der Kirche. Ursprünglich stand hier wohl mal eine Lagerhalle aus der römischen Zeit, auf deren Fundament die Kirche errichtet wurde. Der Zweiten Weltkrieg richtete erhebliche Schäden and er Kirche an, welche ab 1965 rekonstruiert wurden. Heute prägt der große Vierungsturm mit seinen 4 Ecktürmchen das heutige Stadtbild Kölns.

Reisebericht KölnEine Figur der Grablegungsgruppe wird seit dem Zweiten Weltkrieg vermisst

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Reisebericht KölnDie Figur des Schmerzensmann aus dem 16. Jhd

Heute prägt der große Vierungsturm mit seinen 4 Ecktürmchen das heutige Stadtbild Kölns. Einen besonders schönen Blick auf die Kirche hat man vom Fischmarkt aus. Hier fand bereits im frühen Mittelalter ein reger Fischhandel statt. Während in der Lintgasse Hering und Lachs angeboten wurde, war es an der Nordseite Salzfische. Am Alten Markt waren es frische Fluss- und Rheinfische. In der Mitte des 19. Jhd ging man dazu über, den Fisch nicht mehr auf der offenen Straße zu verkaufen und die Waren zogen nach und nach in Ladengeschäfte ein. Wie auch die Groß St. Martin, wurde ein Großteil der Altstadt während des Zweiten Weltkriegs zerstört. Viele der spitzgiebeligen Häuser wurden glücklicherweise aber nach dem Krieg im historischen Stil wieder aufgebaut. Heute wird der Platz von der Gastronomie genutzt.

Reisebericht KölnDie bunten Häuschen vorne und die Groß St. Martin im Hintergrund ergeben ein hübsches Bild

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In wenigen Schritten ist man von hier aus zum Rhein gelaufen. Hier legen zahlreiche Schiffe an und es gibt hier viele kleine Buden, die die Leute mit Kölsch und Essen versorgen. Von hier aus zieht es mich am Rhein entlang Richtung Süden.

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Läuft man ein wenig am Rhein entlang kommt man zum Schokoladenmuseum. An der Spitze der Halbinsel im Rheinauhafen gelegen sieht man auch gleich das Highlight des Museums: Der riesiger Schokoladenbrunnen, von dem auch gern genascht werden darf. Ansonsten hat das meistbesuchte Museums Köln jede Menge Infos rund um das Thema Schokolade – vom Anbau bis zur Produktion.

Reisebericht KölnHier sieht man den großen Schokoladenbrunnen – nom nom!

Reisebericht KölnBei dem Schokoladenmuseum wechsel ich auch mal die Seite und setze meinen Weg auf der Halbinsel fort

Ich komme am Deutsches Sport & Olympia Museum vorbei. Dieses Museum beschäftigt sich von römischen Gladiatoren bis zu Boxer und Rennfahrern. Kurz: alles mögliche rund um das Thema Sportgeschichte der vergangenen zweieinhalbtausend Jahre. Untergebracht wurde das Museum in einer alten Zollhalle.

Reisebericht KölnHier wird es sportlich!

Natürlich muss ich auch noch einen Blick auf den Rheinauhafen selbst werfen. Die ehem. Hafenanlage ist heute eine Flaniermeile mit Yachthafen und Nobelfirma. Die exklusive Lage zieht natürlich auch zahlreiche Firmen an. Ansonsten gibt es hier auch viele schicke Restaurants.

Reisebericht KölnEine hübsche Aussicht auf den kleinen Hafen

Es geht wieder zurück Richtung Stadt. Jetzt wollte ich mir den westlichen Teil des Zentrums genauer ansehen. Auf dem Weg dorthin mache ich noch einen kurzen Stopp bei dem Overstolzenhaus. Es wurde 1225 bis 1230 als Haus einer reichen Handelsfamilie errichtet. Es ist das einzig erhaltene romanische Patrizierhaus in Köln und soll das schönste in ganz Deutschland sein. Seit 1990 beherbergt es die Kunsthochschule für Medien und soll frei zugänglich sein. Bei mir war es leider geschlossen, aber im Inneren soll man eine romanische Wandmalerei, ein imposanten Treppengiebel und reich verzierte Fenster bewundern können.

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Entlang der Aacheneer Straße ins Belgische Viertel

Ich schlendere durch die Schildergasse. Sie ist Kölns beliebteste Shoppingmeilen und gehört zu den meistbesuchten Einkaufsstraßen in ganz Deutschland. Ich bin nicht so die Shopping-Queen, also ziehe ich nur durch. Wer aber in Köln etwas shoppen möchte, ist hier genau richtig. Natürlich verpasse ich es aber nicht, von der „Eistüte“ ein Foto zu machen.

Reisebericht KölnAuf dem Weg in die Schildergasse komme ich noch am Heumarkt mit dem Reiterstandbild Friedrich Wilhelm III vorbei 

Reisebericht KölnWilkommen in der Schildergasse

Reisebericht KölnJuhu! Das Wetter wird langsam besser

Als Fan von hübschen Gebäuden mit Geschichte, kam ich nicht umhin mir auch das Dufthaus 4711 anzusehen – das Haus zum berühmten Kölner Wasser. Alles ging wohl auf das Jahr 1792 zurück, als ein Mönch zu ihrer Hochzeit eine Rezeptur für ein geheimnisvolles Wunderwasser bekamen. Französische Soldaten schickten es während der französischen Belagerung in die Heimat und nannten es „Eau de Cologne“. Ihnen ist wohl auch der Name 4711 zu verdanken. Man sagt ein französische Stadkommandant befahl die Kölner Häuser durchzunummerieren und ein Soldat schrieb die Nummer an das Haus in der Glockengasse. 1810 verlangte die französische Besatzungsregierung die Herausgabe von allen Rezepturen für pharmazeutische Produkte. Ein cleverer Geschäftsmann verkaufte das Wasser ursprünglich als medizinisches Heilmittel. Aufgrund dieser Verordnung deklarierte er es aber um zu einem Duftwasser. Heute wird dieses Duftwasser in über 60 Länder exportiert.

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Nachdem ich die Schildergasse durchquert habe, kommt die nächste Kirche: St. Aposteln. Ursprünglich stand hier – damals noch außerhalb der Kölner Stadtmauern – ein altes Apostelkirchlein. 1021 wurde sie dann zu einer dreischiffige Basilika ausgebaut. 1198 zerstörte ein Brand Großteile der Kirche und erst bei dem Wiederaufbau bekam sie ihr heutiges Aussehen. Die Patrone der Kirche sind die 12 Apostel, die sich auch in den 12 Pfeilern wieder finden, auf denen die Kirche gegründet wurde.

Reisebericht KölnDie Kirche ist bereits von weitem zu sehen

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Das Hahnentor ist das ehem. Eingangstor vom Westen her in die Stadt. Die Römer hatten hier ursprünglich eine Straße gebaut, die nach Aachen und bisn ach Nordfrankreich führte. Das Tor gehört zu insgesamt 3 Torburgen, die nach der Niederreißung der Stadtmauer erhalten blieben. Wonach das Tor benannt wurde, ist nicht ganz eindeutig. Er könnte auf einen Hühnerhof hinweisen, da das Tor während der französischen Besetzung auch „Porte des coqs“ genannt wurde. Aus alten Quellen lässt sich entnehmen, dass der Name auf ein Wäldchen hinweist, das es an dieser Stelle mal gab. Als ich hier ankomme, ist gerade ein Krishna-Festival im vollen Gange.

Reisebericht KölnHeute hat eine Karnevalsgesellschaft ihren Sitz in der Torburg

Reisebericht KölnEin Chrisha-Festival? Nur für mich? Aaawwww… ach warte….Krishna…

Damit erreichte ich langsam das Belgische Viertel, das Szeneviertel Kölns. Benannt wurde das Viertel nach Belgien, da die Straßen nach belgischen Städten und Provinzen benannt wurden. Hier leben die kreativen Köpfe Kölns: Man findet hier einfallsreiche Boutiquen, Ateliers und Galerien. Künstler, Musiker und Designer, aber auch Verlage und Agenturen haben sind hier stark vertreten. Zunächst geht es noch über die Aachener Straße. Hier ist es international und bunt. Hier findet man kreative Läden, Street Art, Restaurants mit leckeren Essen und gemütliche Cafes.

Reisebericht KölnDie Aachener Straße ist ein lebhafter Ort

Reisebericht KölnStreet Art gibt es hier natürlich auch!

Die Sonne war nur kurz raus gekommen. Jetzt war es wieder wolkig-frisch, aber das konnte mich nicht davon abgehalten, dass Eis im Salon Schmitz zu probieren. Es soll zu dem besten Eis in der Stadt gehören. Für mich gab es Kokosnuss-Sorbet und Salted Caramel und ja: es war wirklich unglaublich lecker! Die Sorbets sind hier sogar alle vegan!

Reisebericht KölnIst lecker, sieht gut aus und eine Zahnarztpraxis ist auch direkt um die Ecke – wie praktisch

Reisebericht KölnHübsche Häuser um das Belgische Viertel herum…

Reisebericht Köln… und hübsche Läden! 

Bevor ich aber so richtig ins Belgische Viertel abtauche, mache ich noch einen kurzen Stop am Aachener Weiher und dem Hiroshima-Nagasaki-Park. Weiher und Park gehören zum Grünen Gürtel der Stadt und hier trifft sich der hippe Kölner zum sport machen, zum grillen und zum verweilen. In warmen Sommernächten wird es hier sehr voll und wer hier noch ein Plätzchen ergattern möchte, sollte nicht zu lange warten. Wer Glück hat, kann hier wohl auch mal eine Schildkröte sichten. Bei mir waren es zahlreiche Vögelchen mit Nachwuchs!

Reisebericht KölnDer Aachener Weiher – bei mir war das Wetter nicht das beste und so war auch nicht so viel los

Reisebericht KölnVögelchen gibt es hier zahlreiche zu sehen

Reisebericht KölnEin hübscher grüner Fleck inmitten der Stadt

Ich schlendere weiter durch das Belgische Viertel und komme schließlich zum Brüsseler Platz. Hier bietet sich einem ein hübscher Platz zum Verweilen, mit viel Grün. Man könnte sagen, eine kleine Oase mitten in der Innenstadt. Bei schönem Wetter treffen sich hier auch gern zahlreiche Menschen bis tief in die Nacht.

Reisebericht KölnEin hübscher Fleck in Köln: der Brüsseler Platz

Reisebericht KölnDie Sankt Michael-Kirche

Reisebericht KölnEin grüner Fleck in der sonst nicht ganz so grünen Stadt

Reisebericht KölnDer Blick auf den Brüsseler Platz aus der Maastrichter Str. aus

Hier musste ich noch einen kleinen Abstecher in die Markthalle machen. Denn hier gibt es einen Unverpackt Laden – da komme ich sogar auch etwas in Shopping-Laune. Ansonsten ist die gesamte Markthalle sehr hübsch eingerichtet und lädt zum stöbern und verweilen ein.

Reisebericht KölnDie Markthalle ist nicht nur ein Platz zum shoppen – auch zum verweilen

Reisebericht KölnDer schicke Unverpacktladen

Reisebericht KölnHübsche Details im Belgischen Viertel

Von weitem sieht man ihn bereits: den Colonius Fernsehturm. Oben gibt es eine Aussichtsplattform, von der man bestimmt eine grandiose Aussicht auf die Stadt hat – diese, und das Panorama Restaurant sind allerdings seit rund 20 Jahren geschlossen. Man denkt aber bereits über eine Wiedereröffnung des 266m hohen Turms nach – gehört er ja auch zu den Markenzeichen der Stadt.

Reisebericht KölnDer Colonius Fernsehturm vom Aachener Weiher aus

Römisches in der Altstadt

Ich verlasse das Belgische Viertel und es geht zurück in die Kölner Altstadt. Ich mache einen Stop bei den resten der mittelalterlichen Stadtmauer, welche um das Jahr 180 errichtet wurde. Mit einem Wall, Graben und einer Mauer von 7,5km länge war sie damals die größte mittelalterliche Stadtbefestigung des damaligen Römischen Reiches in Deutschland. Zu dieser Zeit hatte sie insgesamt 12 Torburgen und 52 Wehrtürme, sowie 12 weitere Tore am Rheinufer. Heute sind neben diesem Abschnitt am Gereonswall noch zwei weitere Mauerabschnitte erhalten (Karthäuserwall & Bottmühle).

Reisebericht Kölnein Stück mittelalterlichen Stadtmauer

Reisebericht KölnIn vielen Anlagen befinden sich heute Karnevalsgesellschaften, Museen und Bürgerzentren

Der nächste Stop ist wieder eine Kirche: St. Gereon. Wann sie errichtet wurde, ist nicht ganz geklärt. Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahre 839, aber Ausgrabungen belegen, dass zumindest die Grundform der Kirche bereits im 4. Jhd gestanden haben muss. Eine Legende erzählt, dass die römische Kaiserin Helena die Kirche über einen Blutbrunnen errichtet haben soll, in dem die Leichen von knapp 700 Soldaten liegen sollen. Diese hatten sich geweigert, alle Kölner Christine umzubringen – woraufhin sie und ihre Legionen hingerichtet wurden. Im Inneren beeindruckt die Kirche durch hübsche Fenster, Einrichtung, Verzierungen und Statuen.

Reisebericht KölnDie St. Gereon von Außen…

Reisebericht Köln… und von Innen

Reisebericht KölnDie Decke hat mir besonders gut gefallen

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Auf dem Weg zurück in die Innenstadt komme ich am Römerturm vorbei. Er wurde nach der Gründung der römischen Kolonie als ein Eckturm der Stadtmauer errichtet. Heute gehört der letzte der ehem. 19 Wachtürmen zu dem besterhaltenen Teil der ehem. Stadtbefestigung. Der 4,5m hohe Turm fällt durch seine sein hübsches Muster mit weißem Kalkstein auf.

Reisebericht KölnEin hübsches Muster am Römerturm 

Wir kommen zum nächsten römischen: der Römerbrunnen. Wobei so richtig römisch ist er eigentlich nicht. Er wurde erst 1915 errichtet. Während des Kriegs wurde er schwer beschädigt und so 1955 restauriert. Auf einer Säule über dem Brunnen thront eine Wölfin, die der Legende nach Romulus und Remus säugte, die dann die Stadtgründer Roms wurden.

Reisebericht KölnDer Römerbrunnen

Reisebericht KölnDer Wolf hat einen guten Blick auf den Kölner Dom

Über die Hohenzollernbrücke

Zurück in der Innenstadt bin ich wieder am Kölner Dom angekommen. Es geht weiter zu der Hohenzollernbrücke. An der Brücke thronen 4 Reiterstandbilder von Königen und Kaisern aus dem Hause Hohenzollern. Ursprünglich standen hier auch noch vier Türme, von denen allerdings nur die Sockel erhalten blieben.

Reisebericht KölnDas Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm II.

Reisebericht KölnDas Reiterstandbild Kaiser Wilhelm I.

Jetzt sollte es aber über die Hohenzollernbrücke gehen. Die bekannte Kölner Brücke wurde von 1907 bis 1911 errichtet und ersetzte die Dombrücke, die dem steigenden Verkehr nicht länger gewachsen war. Nach und nach ersetzte die Hohenzollern- die Dombrücke – unter laufendem Betrieb! Sie war während des Zweiten Weltkriegs die einzige, die nicht durch Bomben zerstört wurde, sondern von der Wehrmacht übernommen wurde. Sie sprengten die Brücke um die Alliierten die Rheinüberquerung zu erschweren. Als die Brücke wieder hergerichtet wurde, wurde nur die Bahnlinie und die Geh- und Radwege rekonstruiert.

Reisebericht KölnDie Brücke hat eine länge von fast 410m

Reisebericht KölnAn der Innenseite der Gehwege haben sich inzwischen zahlreiche Liebesschlösser angesammelt 

Reisebericht KölnVon der Brücke aus hat man auch einen hübschen Blick zurück auf die Innenstadt…

Reisebericht Köln… und natürlich auch auf den Dom!

Mein nächster Plan war eigentlich gewesen, mir Köln nochmal von oben von der KölnTriangle anzusehen und dann gemütlich am Rheinufer etwas zu essen und den Abend ausklingen zu lassen, bis meine Bahn wieder zurück fahren würde. Dummerweise hatte ich bei der Buchung der Bahntickets übersehen, dass an diesem Tag ein Fest in Köln statt findet. Zunächst hatte ich das weniger beachtet, da das Fest nicht direkt in der Innenstadt statt finden sollte, sondern an der Kölner Oper, aber spätestens hier machte es sich bemerkbar. Ich marschierte zur KölnTriangle, ein Bürogebäude mit einer Aussichtsplattform in der 29. Etage. Ich hatte mich schon mega auf die großartige Panoramaaussicht gefreut, allerdings stand ich dann vor einer verschlossenen Tür. Dank des festes hatte die Aussichtsplattform früher geschlossen. Na toll!

Reisebericht KölnDas KölnTriangle mit Kaiser Wilhelm I.

Reisebericht KölnVon da oben muss die Aussicht bestimmt grandios sein!

Schmollend zog ich weiter an das Rheinufer, wo es einige leckere Restaurants geben soll. Ich wollte mir eine Kleinigkeit holen und am Rheinufer platz nehmen – es hätte perfekt gepasst, da auch das Wetter gerade wieder etwas besser geworden ist. Aber auch das sollte nicht klappen, denn das gesamte Rheinufer war abgesperrt gewesen. Das mit dem Essen hat auch nicht geklappt, denn entweder die Restaurants waren geschlossen, voll oder haben mich nicht angesprochen.  Naja, so ist das manchmal. Ich bin dann über die Deutzer Brücke zurück, habe noch etwas die Aussicht genossen. In der Innenstadt habe ich mir unterwegs noch etwas zu Essen besorgt, bis es dann mit der Bahn wieder zurück ging.

Reisebericht KölnDas Rheinufer – wenn es nicht gerade abgesperrt ist, ein gemütlicher Platz zum Verweilen

Reisebericht KölnDie Hohenzollernbrücke in ihrer ganzen Pracht

Damit endete mein Tag in Köln und zufrieden ging es wieder zurück in die Heimat. Fazit: Köln ist einen Besuch wert – sei es als Tagestour, aber sicherlich auch mit Übernachtung! 

Übersichtskarte mit allen genannten Punkten

Hinweis: Alle genannten Unterkünften/Touren/Restaurants/etc. habe ich selbst gebucht und bezahlt. Dies sind lediglich Empfehlungen bzw. Erfahrungsberichte meinerseits und es erfolgte keine Zusammenarbeit mit einer Firma. Ich wurde für die Verlinkung/Werbung nicht bezahlt. Ich bin ein privater Blog und verdiene damit keinerlei Geld. Ich habe einfach nur Spaß am bloggen und reisen und teile dies mit der Welt :-)