Ein langes Wochenende im Harz Gebirge

Wir wollten die freien Tage an Ostern nutzen um uns etwas anzusehen. Zunächst war eine Motorradtour nach Österreich geplant. Dann doch lieber nach Trier… Dann war das Wetter nicht so optimal und wir entschieden uns am Vorabend spontan für einen Roattrip mit dem Auto ins Harz Gebirge…

Das machte das Wetter zwar nicht besser, aber wie sagt man so schön: es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. 2012 war ich schon mal für ein paar Tage im Harz gewesen – aber viel gesehen hatten wir damals nicht. Das Harz Gebirge ist das höchste in Norddeutschland. Man hat hier dichte Wälder, tiefe Täler mit wilden Flüssen und Stauseen. Ein Traum für Wanderer und andere Sportler.

Nach ein paar Stunden Autofahrt waren wir dann da. Die Tour war praktisch ungeplant. Unseren ersten Stopp machten wir in Duderstadt, weil wir durch gefahren sind und es ganz hübsch fanden. 

Duderstadt – ein Städtchen mit zahlreichen Fachwerkhäusern

Unser kleiner Rundgang begann an der Mauer vom Westerturm. Der letzte Turm der mittelalterlichen Stadtbesfestigung der Stadt. Er ist für seine gedrehte Turmspitze bekannt.

Harz Reisebericht Duderstadt

Von da aus ging es weiter zur Marktstraße, wo die St.-Servatius-Kirche trohnt. Der älteste Teil ist der Chor von etwa 1370. Die Kirche wurde dann im Laufe der Jahrhunderte erweitert.

Harz Reisebericht Duderstadt

Harz Reisebericht Duderstadt

Harz Reisebericht Duderstadt

Das rot-weiße Gebäude links ist das Rathaus.  Das heutige Gebäude wurde im 16. Jhd erbaut und steht heute unter Denkmalschutz. 

Harz Reisebericht Duderstadt

Wir folgten der Marktstraße bis zur St. Cyriakus Basilika – die Hauptkirche aus Duderstadt. Der älteste bekannte Bau an dieser Stelle stammt noch aus dem Jahre 950. Die heutige Kirche wurde gegen 1240 erbaut – aber natürlich im Laufe der Jahre auch immer wieder erweitert und umgebaut.

Harz Reisebericht Duderstadt

Harz Reisebericht Duderstadt

Harz Reisebericht Duderstadt

Harz Reisebericht Duderstadt

Harz Reisebericht Duderstadt

Harz Reisebericht Duderstadt

Harz Reisebericht Duderstadt

Die Einhornhöhle – mit dem seltsamsten Einhorn, das ich je gesehen habe

Wir hatten die Empfehlung bekommen, dass wir uns die Einhornhöhle bei Herzberg ansehen sollten. Der Eintritt hat uns 9 € gekostet – enthalten war hier die ca 45 min lange Führung und der Eintritt in das Musuem (das wir uns nicht angeguckt haben).

Die Höhle hat eine länge von ca 700m – etwa 300m werden im Rahmen der Führung besichtigt. Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahre 1541 – damals hieß sie noch Zwergenloch, Quergeloch oder Scharzfeldische Höhle. Später fand man Knochen die man einem Einhorn zuordnete  – dabei waren es wahrscheinlich Mammut Knochen, die völligst falsch zusammen gesetzt wurden – daher wurde die Höhle entsprechend umbenannt. Die „Einhorn-Knochen“ galten zu der Zeit als Heilmittel und man bezahlte für das Pulver einen hohen Preis. Gottfried Wilhelm Leibniz (Ja, der mit den Keksen) entwarf anhand der Knochen Funde ein Bild des Einhorns – das etwas.. naja.. absurd war :-)

Harz Reisebericht Einhornhöhle

Übernachtung und Osterfeuer in Bad Sachsa

Danach neigte sich der Tag langsam dem Ende zu und wir mussten noch nach einer Unterkunft gucken. Also befragten wir das Internet und kurz darauf hatten wir eine Ferienwohnung in Bad Sachsa gebucht. Da wir noch etwas Zeit hatten, bevor wir dort einfallen durften, sind wir noch in dem Ort im Restaurant Schwarzwerk essen gegangen. Es gab ein Kräuterschnitzel mit Gemüse und Kartoffeln – das wirklich hervorragend war. Dann durften wir in der Wohnung einfallen. 

Die Wohnung gehörte zur Ferienresidenz – Sachsensteinblick. Die Einrichtung war super und ausreichend. Es gab nur etwas wenig Klopapier   :kicher:   und wir mussten für Handtücher und Bettwäsche extra zahlen, was auf der Buchungsseite nicht angegeben war. 

Harz Reisebericht Bad Sachsa

Harz Reisebericht Bad Sachsa

Die Aussicht war auch ganz hübsch.

Harz Reisebericht Bad Sachsa

Nachdem wir uns dann häuslich eingerichtet hatten, entschlossen wir uns noch das örtliche Osterfeuer anzusehen. Wir waren etwas spät dran und liefen etwas abenteuerlich 3 km durch die Gegend, bis wir es dann endlich fanden. Es war gefühlt schon halb abgebrannt, aber trotzdem beeindruckend. Nach dem ein oder anderen Bier traten wir wieder die lange Heimreise an und fielen mehr oder wenigere müde ins Bett. 

Harz Reisebericht

Harz Reisebericht Bad Sachsa

Eine Wanderung zum Gänseschnabel bei Harztor

Am nächsten Tag haben wir zeitig unsere Sachen gepackt und sind wieder los gezogen. Zunächst eine kurze Wanderung zum Gänseschnabel bei Harztor. Der Wald war recht hübsch, aber zum Abschluss hat das Hightlight gefehlt – z.B. ein tolle Aussichtspunkt. Die Aussicht wäre sicher schön gewesen, aber es waren überall Bäume, die den Blick versperrt haben. Naja, für uns war es eine gemütliche Wanderung mit 6 km und ca 500 höhenmeter (geparkt bei Johann-Kleinspehn-Schanze 11 in Harztor, nahe der Neanderklinik). 

Harz Reisebericht

Harz Reisebericht

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Mit der Seilbahn zum Wurmberg

Es ging weiter nach Braunlage zum Wurmberg. Dort haben wir die Seilbahn genommen. Mit 13 € für die Berg- und Talbahn kein Schnäppchen, aber bezahlbar. Kurz darauf befanden wir uns also auf dem Berg. Er ist mit 970m der zweithöchste Berg im Harz. Im Winter wird hier fleißig Ski gefahren und sonst kann man hier viel wandern und auch mit dem Bike fahren. Oben befindet sich das höchst gelegene Gewässer Niedersachsens. Hier wurde ein kleiner See künstlich angelegt um Wasser für die künstliche Beschneiung der Skipisten zu speichern – ganz nett aussehen tut der bis zu 12m tiefe See auch noch.

Es war sehr windig und kalt – aber sobald die Sonne raus kam, war es mit dem kleinen Bergsee gerade zu idyllisch. Außerdem hatten wir auch einen schönen Blick auf den Brocken – auf den wir auch noch wollten. 

Harz Reisebericht Wurmberg

Harz Reisebericht Wurmberg

Ein kurzer Blick auf die Brockenbahn

Harz Reisebericht Wurmberg

Harz Reisebericht Wurmberg

Harz Reisebericht Wurmberg

Harz Reisebericht Wurmberg

Harz Reisebericht Wurmberg

Harz Reisebericht Wurmberg

Harz Reisebericht

Danach sollte also der Brocken folgen. Der Brocken ist mit 1.141m der höchste Berg im Norden Deutschlands. Er gehört zu den beliebestens Ausflugziele im Harz und bei gutem Wetter soll man eine grandiose Aussicht haben. Wir wollten zunächst mit der Brockenbahn hinauf fahren – eine ausschließlich mit Dampf betrliebene Lok. Optisch schon ein kleines Highlight. Diese war uns mit 41 € hin und zurück (für die letzte Station) allerdings zu teuer. Hin und her überlegt. Mit dem Auto kommt man selbst nicht hoch, da Naturschutzgebiet – die einzige alternative ist nur wandern und dafür war es schon etwas zu spät. 

Tief hinein in den Rabensteiner Stollen 

Also entschieden wir uns noch für eine Tour durch den Rabensteiner Stollen.  Hierbei handelt es sich um ein ehemaliges Bergwerk, wo früher Steinkohle abgebaut wurde. Die Qualität der Steinkohle war unterirdisch, daher wird es seit 1981 als Besucherbergwerk genutzt. 

Harz Reisebericht Rabensteiner Stollen

Harz Reisebericht Rabensteiner Stollen

Harz Reisebericht Rabensteiner Stollen

Harz Reisebericht Rabensteiner Stollen

Für die Führung haben wir 11 € pP bezahlt. Zunächst wurden wir mit einem kleinen Grubenzug 500m in den Berg hinein gefahren – von dort aus ging es dann zu Fuß weiter. Hier bekommt man ein wenig Geschichte erzählt, aber der Schwerpunkt liegt auf dem (Arbeits)Leben der Bergleute, die in diesem Bergwerk gearbeitet haben. Wir laufen durch schmale Gänge, dürfen Gerätschaften begutachten und auch eine kleine Runde Bergwerk-Fahrrad fahren. Ingesamt eine schöne Tour.

Harz Reisebericht Rabensteiner Stollen

Harz Reisebericht Rabensteiner Stollen

Harz Reisebericht Rabensteiner Stollen

Die Altstadt und Übernachtung in Wernigerode

Danach ging es nach Wernigerode. Dort hatten wir wieder eine Unterkunft für die Nacht gebucht . Aber zunächst haben wir die Altstadt ein wenig erkundet.

Wernigerode wird auch „die bunte Stadt am Harz“ genannt. Eine Sage erzählt, dass die Stadt von zwei Schwestern gegründet wurde. Aus Angst vor Feinden verschanzten sie sich im Westerntorturm – alles was sie zum Leben brauchten brachte man ihnen und es wurde über eine Seilwinde hoch gezogen. Irgendwann starben die Schwestern und ihre Leichen sollen im Turm verfault sein   :lol:   

Harz Reisebericht Wernigerode

Harz Reisebericht Wernigerode

Hier sehen wir das Rathaus am Marktplatz – es wurde um 1420 erbaut und ursprünglich „Spelhus“ genannt. Früher wurde es auch als Vernügungsstätte für Gauklerspiele und Hochzeiten genutzt. Heute kann man es innerhalb einer Führung besichtigen. Vor dem Rathaus kann man den Wohltäterbrunnen sehen – er soll an die Menschen erinnern, die an dem Wohl von Wernigerode beteiligt waren.

Harz Reisebericht Wernigerode

Harz Reisebericht Wernigerode

Harz Reisebericht Wernigerode

Harz Reisebericht Wernigerode

Harz Reisebericht Wernigerode

Harz Reisebericht Wernigerode

Ein kurzer Blick auf das Schloss Wernigerode – eine Renaissancefestung aus dem 16.Jhd

Harz Reisebericht Wernigerode

Nach einem kurzen Abendessen haben wir uns die Straßen noch bei Nacht angeschaut und einen kleinen Stop in einem Irish Pub gemacht. Danach ging es wieder nach Hause und müde ins Bett. 

Harz Reisebericht Wernigerode

Die Unterkunft (Ferienhaus Suda) war sehr hübsch und es fehlte an nichts (auch nicht an Klopapier  :mrgreen:

Harz Reisebericht Wernigerode

Harz Reisebericht Wernigerode

Wanderung zum Brocken –  der höchste Berg des Mittelgebirges Harz

Am nächsten Morgen sollte es wieder nach Hause gehen. Aber wir wollten uns noch was ansehen. Der Besitzer der Ferienwohnung sagte uns, dass eine Wanderung auf den Brocken nicht so lange dauern würde. Mit 7 km sollte es recht übersichtlich sein, also wollten wir das noch in Angriff nehmen. Immerhin muss man schonmal auf dem Brocken gewesen sein, wenn man in dieser Gegend unterwegs ist. 

Kurz darauf waren wir also in Schierke – von wo aus der Wanderweg starten sollte. Geparkt haben wir am Bahnhof – dort hat das parken 5 € gekostet. Bevor es zum Brocken gesehen sollte, statteten wir den Feuersteinklippe einen Besuch ab. Diese sind eine Felsformation und lagen praktisch auf dem Weg. 

Harz Reisebericht Brocken

Harz Reisebericht Brocken

Harz Reisebericht Brocken

Danach ging es auf die Wanderung zum Brocken. Der Weg war recht gemächlich mit einer nur leichten Steigerung. Das war fast zu einfach. Die Entfernungsangaben auf den Schildern war etwas durchwachsen und wir hatten zweifel an ihrer Richtigkeit. Nach etwa 5 km wurde es dann interessant. Wir kreuzen den letzten Teil des „Eckerlochs“ – hier überwindet man die letzten Höhenmeter bis zum Brocken. Der Weg führte mit Felsen überseht mitten durch den Wald – das war sehr cool, hübsch – aber auch richtig anstrengend. Die restlichen 2 km ging es dann recht Steil berg auf. Und dann waren wir schließlich da.  Mit etwa 7,5km und insgesamt 750 Höhenmeter ein guter Einstieg in den Tag. 

Harz Reisebericht Brocken

Harz Reisebericht Brocken

Harz Reisebericht Brocken

Harz Reisebericht Brocken

Harz Reisebericht Brocken

Etwas irritiert wurde uns eine Medaille überreicht. Was? Wie wo? Irgendein Radiosender hatte an diesem Tag ein Event mit irgendeinem Menschen aus den Charts und deswegen eine Aktion. Gut, ok. Uns interessierte das Event nicht, aber die Medaille haben wir genommen. Noch genialer: überall gab es Ostereier und Schokohasen. Da sagen wir natürlich auch nicht nein und die Ostereier waren ein guter Frühstück-Ersatz – den Frühstück hatte es bisher noch nicht gegeben.

Harz Reisebericht Brocken

Die Aussicht auf dem Berg war.. naja… sagen wir neblig. Aber der Weg ist ja das Ziel. 

Harz Reisebericht Brocken

Also in der kleinen Kantine (?) ein bisschen was gegessen und als es wieder raus ging, sah das Wetter schon ganz anders aus: Sonnenschein und auf einmal konnten wir auch etwas sehen.

Harz Reisebericht Brocken

Harz Reisebericht Brocken

Nur ein wenig windig war es noch. Wegen dem Event trudelten immer mehr Teenies und Mütter ein, also haben wir reißaus genommen und uns auf den Rückweg gemacht. So plötzlich wie der Sonnenschein gekommen war, verschwand er auch wieder. Gefolgt von dichtem Nebel. … und einem Schnee Chaos! 

Harz Reisebericht Brocken

Bei der Hälfte der Strecke war der Schnee auch schon wieder verschwunden und die Sonne dominierte wieder. An diesem Tag hatten wir gefühlt jede Wetterlage   :lol:  

Harz Reisebericht Brocken

Harz Reisebericht Brocken

Harz Reisebericht Brocken

Harz Reisebericht Brocken

Harz Reisebericht Brocken

Harz Reisebericht Brocken

Harz Reisebericht Brocken

Müde erreichten wir das Auto und wir machten uns auf dei Heim fahrt. Einige viele Stunden später kamen wir dann endlich zu hause an. Unser Wochenende war ein wenig chaotisch – aber gleichzeitig auch sehr großartig.