Durch die historische Altstadt in Büdingen

Ich hatte schon mehrfach von der historischen Altstadt mit mittelalterlischem Flair in Büdingen gehört. Nun war ich gerade in der Gegend und nutze die Gelegenheit einen Rundgang durch die Altstadt zu machen.

Die Altstadt ist voller alter Fachwerkhäuser, umgeben von gewaltigen Stadtmauern – die Stadt gehört zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Stadtanlagen in Europa. Hier kann man durch die Straßen bummeln und das Stadtleben genießen.

Die Altstadt von Büdingen

Meine Tour beginnt am Altstadt Parkplatz – hier parkt man Sonntags umsonst. Mein Weg führt mich direkt durch den Garten Kölsch. Eine kleine Oase der Ruhe zwischen den Stadtmauern. Edith Kölsch kümmerte sich mit Hingabe um ihn und brachte von ihren Reisen auch immer wieder exotische Pflanzen mit. Nach Ihrem Tod 1985 verwilderte der Garten zunächst, bis die Stadt 10 Jahre später den Garten wieder herrichten ließ. 

Reisebericht Büdingen

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Das Große Bollwerk ist der stärkste Turm der Stadtmauer – er wurde im 15 Jhd erbaut und diente zur Sicherung der verwundbarsten Stelle der Stadt.

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Die Vorstadt – außerhalb der Altstadt – macht auch einen guten Eindruck. Hier sollen sich damals im 18. Jhd Glaubensflüchtlinge aus anderen Gegenden angesiedelt haben. Die Fachwerkhäuser wurden im einheitlichen Stil erbaut.

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Über das Jerusalemer Tor kommt man von westen her in die Altstadt. Den Namen soll das Tor bekommen haben, da der Sohn des damaligen Grafens nach einer Pilgerreise aus Jerusalem den Entwurf des Tores mitgebracht hat. Es soll dem Schafstores in Jerusalem nachempfunden sein. Wirklich bestätigt ist diese Theorie allerdings nicht. Heute befindet sich hier das Sandrosen-Museum.

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Die Frösche (einen sieht man links unten) gehören zum heutigen Stadtbild von Büdingen. Es ist das Wappentier der Stadt. Man geht davon aus, dass der Stadtgraben im Mittelalter voller Frösche war.

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Der Marktplatz von Büdingen – hier ist man immer mitten im Geschehen. Als ich die Stadt besuchte, fand gerade ein Triathlon statt. Der Marktplatz war voller Stände – es gab Büdchen mit Essen und es wurde Musik gespielt. 

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Der Oberhof war ursprünglich ein Witwensitz für eine Gräfin. Es gilt als der älteste Renaissancebau in der Stadt. 1959 wurde das Gebäude an die Stadt verschenkt und heute kann man hier das Modellbau-Museum besuchen.

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Hier sehen wir das historische Rathaus (mitte). Es wurde 1458 an der Stelle erbaut, wo zuvor das alte Rathaus gestanden hat. Früher wurden an Markttagen im EG Waren angeboten, während das obere Stockwerk als Rathaus genutzt wurde. Seit 1968 wird es nicht mehr als Rathaus genutzt – heute befindet sich hier das Heuson-Museum.

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Am Ende der Straße sehen wir das Steinerne Haus. Es gilt als ältestes Haus der Stadt und wurde vollkommen aus Stein erbaut. Es war ursprünglich die Stadtresidenz eines Grafens.

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Die Marienkirche wird auch Liebfrauenkirche genannt. Sie wurde 1367 als hölzerne Kapelle errichtet. Bereits 1377 wurde sie durch einen Bau aus Stein ersetzt. Im 16. Jhd waren hier wohl die „Weisen Frauen“ aktiv – sie rieben von der geheiligten Stätte Staub ab und machten daraus Arzneien. Damals glaubte man, dass dieser Staub einen vor bösen Geistern schützt, wenn man ihn bei sich trägt.

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Das Schloss Büdingen

Der Höhepunkt des Stadtrundgangs macht natürlich das Schloss im Süden der Altstadt. Den Start hat an dieser Stelle eine Wasserburg aus dem 12 Jhd gemacht. Im Laufe der Jahre wurde daraus ein Schloss, das auch heute noch als Residenz der Fürstenfamilie dient. Die Vorburg ist frei zugänglich – die Innenräume können im Zuge einer Führung besichtigt werden. In dem Schloss findet man heute neben einem Hotel auch ein Restaurant, sowie ein Museum.

Bei meinem Besuch war der 25,8m hohe Turm leider eingepackt. 

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Eine Legende besagt, dass das Schloss ein Geschenk des Kaisers war. Dieser Kaiser wurde auf der Jagd von seiner Gesellschaft getrennt und traf dabei auf einen Köhler. Dieser wagte es nicht mit dem hohen Herrn zu sprechen und zeichnete den Weg mit seinen Fingern in den Schnee – die von seiner Arbeit mit der Kohle ganz schwarz waren. Diese Geschichte wird auch im Wappen dargestellt: Der (schneeweiße) Schild mit zwei schwarzen Streifen.

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Mitte Links sehen wir das Tor, welches vom Außen in den Innenhof führt. Eine Legende besagt, dass um Mitternacht, die steinernen Figuren die Seiten wechseln. Dies könnte aber nur von den Menschen beobachtet werden, die noch nie in ihrem Leben gelogen haben.

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Der Wilde Stein

Der letzte Punkt meiner Stadtbesichtigung führte mich etwas außerhalb der Altstadt zum Wilden Stein. Dabei handelt es sich um ein seltenes Steingebilde, das wohl vor etwa 19 millionen Jahren entstand. Man sagt, das es zu vorchristlicher Zeit ein Kultplatz war. Während der Hexenprozesse im 16/17. Jhd gaben mehrere Frauen, die der Hexerei angeklagt waren, zu sich auf dem Wilden Stein mit dem Teufel getroffen zu haben.

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Der Zugang zum Inneren ist seit 2014 gesperrt. Der hervorragende Blick auf die Altstadt ist aber geblieben. 

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Die historische Altstadt von Büdingen ist wirklich sehenswert. Wer noch nicht genug Programm für einen Tagesausflug hat, kann sich noch die nahe gelegene Keltenwelt ansehen.