Der Süden Afrikas – 14 – Zum Kap der Guten Hoffnung [Südafrika]

Wenn man in Kapstadt ist, sollte man nicht verpassen einen Tagesausflug zum Kap der Guten Hoffnung im Süden zu unternehmen. Würden wir sehen wie der Südatlantik auf den Indischen Ozean trifft? Und warum wird es auch Kap der Stürme genannt?

So. Da war er also nun. Nach 3 Wochen war endgültig der letzte Tag für mich in Afrika gekommen. Natürlich wollte ich diesen noch richtig nutzen und zwar um das Kap der Guten Hoffnung zu besuchen. Wir haben dafür eine Tour bei Day Trippers für 850 Rand gebucht, wer etwas flexibler und unabhängiger sein möchte mit der Zeit, kann aber auch über den Hop-On Hop-Off Bus dort hin gelangen. 

Wir wurden am Morgen von einem Bus in unserem Hostel abgeholt. Am Abend zuvor hatten wir die Tour gebucht und auch bereits per Kreditkarte bezahlt. 

Eine Bootstour bei Hout Bay

Unser erster Stop auf unserer Tour war der Hout Bay – ein Ortsteil von Kapstadt mit einer hübschen Bucht. Der ursprüngliche Name lautete „Hout-Bajken“ (kleine Holzbucht), weil die Siedler hier ihr Holz her bekamen. Was es hier aber auch gibt ist ein großes Fischvorkommen, dass seit Ende des 19. Jhd gern genutzt wird und Hout Bay zu einem der wichtigsten Orte für die südafrikanische Fischerei macht. Seit den 80er Jahren ist er auch als Touristenziel beliebt geworden – hier gibt es zahlreiche Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten. Sehr beliebt ist natürlich auch der Hafen, von wo man aus zu verschiedenen Bootstouren zur Robbeninsel Duiker Island starten kann.

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Morgendliches Licht am Hout Bay

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Viele, viele Schiffe…

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung und noch mehr Schiffe vor einer grandiosen Landschaft

Und genau auf diese Tour hatten wir es abgesehen. Die Fahrt war in dem Tagestourpreis nicht enthalten und kostete uns 75 Rand extra (Alternativ konnte man auch ein wenig am Hafen spazieren gehen, die Tour war optional). Wir waren etwa 45/50 Min unterwegs von denen wir etwa 20 Min zur Insel gebraucht haben (und natürlich auch 20 Min wieder zurück). Wer die Tour nur wegen den zahlreichen Seelöwen macht, wird vielleicht etwas enttäuscht sein, weil man nur etwa 10 min bei der Insel verbringt, allerdings ist die Aussicht so schön, dass die Löwen für mich nur ein Teil des Ausfluges waren (und tatsächlich habe ich Seelöwen in freier Natur bereits im Überfluss gesehen).

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Angekommen bei der Robbeninsel Duiker Island 

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Dramatische Wellen gibt es hier auch!

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung So ein Seelöwen Bulle kann etwa 30-40 Jahre alt und bis zu 2,5m groß werden!

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Auch die wunderschöne Landschaft macht die Tour empfehlenswert

Danach ging es für uns weiter nach Süden und zwar auf der Chapman’s Peak Drive. Diese Küstenstraße ist etwa 9 km lang und schlängelt sich über 114 Kurven am Meer entlang. Damit gehört sie zu den spektakulärsten Küstenstraßen der Welt. Folgt man dieser Straße kommt man irgendwann bei Chapman’s Peak an – ein spektakulärer 160m hoher Aussichtspunkt, von dem man einen grandiosen Blick über die Bucht hat.  1915 begann man mit diesem Projekt und zunächst schien es unmöglich zu sein. Die Arbeitsbedingungen waren z.T. lebensgefährlich, wegen der steilen Hänge und möglichen Erdrutschen. 7 Jahre später konnte die Straße dann für den Verkehr freigegeben werden. Trotzdem war die Fahrt auf ihr nicht ungefährlich und ist es auch heute nicht. Weil immer wieder Sanierungsarbeiten fällig werden kostet die Straße etwa 45 Rand Maut.

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Aber die Aussicht ist spektakulär

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Der Sentinel – der Hangberg am Ende des Hout Bay

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Einer der vielen wunderschönen Strände dieser Region

Pinguine am Boulders Beach!

Unser nächster Stop führte uns zum Boulders Beach – ein Strand bei Simons Town. Über diesen Stop habe ich mich besonders gefreut, denn hier kann man zahlreiche Brillenpingiuine beobachten. Pinguine in Afrika? Erwartet man erstmal nicht, aber es gibt sie: Auf 24 Inseln zwischen Namibia und Südost Südafrika haben sich die kleinen Kollegen angesiedelt. Auf dem Festland sind nur 3 Kolonien bekannt – eine von ihnen ist hier. Die Brillenpinguine ist auch die einzige in Afrika lebende Art, welche wegen ihrer eselartigen Laute auch als Jackass Pinguine bekannt ist. Über ein Besucherzentrum bekommt man Zugang zum Strand (allerdings nur über bestimmte Stege, damit die kleinen Pinguine von den Touristen nicht überrannt werden) und kann die etwa 3000 Pinguine beobachten.

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Wunderschön, der Boulders Beach

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Alles hat 1982 mit nur zwei ausgebrüteten Eiern begonnen…

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung … und heute kann man sie in so zahlreicher Menge beobachten

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Bei unserem Besuch gab es sogar zahlreiche Jungtiere, die besonders flauschig ausgesehen haben

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Die Brillenpinguine stehen seit Mai 2010 unter Naturschutz

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Hier haben wir ein paar Sonnenanbeter

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Ein Strand voller Pinguine

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Brütet er oder chillt er?

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Ich kann fliiiiegen!

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Was für eine Aussicht!

Eine Radtour auf der Kap-Halbinsel

Als nächstes machten wir einen kleinen Stop um eine Runde mit dem Fahrrad über die Kap-Halbinsel zu cruisen. Das scheint hier in der Region sehr populär zu sein, denn wir haben einige Busse gesehen, die einen Anhänger mit Fahrrädern dabei haben. Die Räder wurden auf uns angepasst und dann dürften wir unsere Runde drehen. Das war ganz lustig und die Aussicht war nach wie vor sehr schön, aber diesen Tourpunkt hätte man auch skippen können (gerade im Hinblick zu dem Aufwand die Räder auf uns anzupassen etc.). Am Buffelsfontein Visitors Centre endete unsere kleine Fahrradtour und es gab erstmal ein kleines, leckeres Picknick.

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Mit dem Fahrrad unterwegs

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Schöne Landschaften entlang der Straße

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung große, beeindruckende Bäume am Visitors Centre

Am Kap der Guten Hoffnung

Und dann ging es für uns zu unserem eigentlichen Ziel: das Kap der Guten Hoffnung! Das Kap ist bekannt für seine markanten, hohen und steilen Klippen und seinen kleinen Felsstrand. Es ist nicht, wie oft angenommen wird, der südlichste Punkt Afrikas – das wäre das Kap Agulhas – sondern der südwestlichste Punkt.  1488 entdeckte der portugiesischen Seefahrer Diaz das Kap als erster Europäer auf seinem Rückweg nach Norden. Er nannte es Kap der Stürme, weil es hier so stürmisch war. Ein Großteil der Felsenlandschaft befindet sich unter Wasser. Der Wind kann ein Schiff wieder zurück zur Küste drücken, wo es auf die Felsen auflaufen könnte. Hier sollen auch etwa 23 dokumentierte Schiffe auf dem Grund des Meeres liegen. Der portugisische König soll das Kap aber später umbenannt haben, weil bei diesem Namen niemand das Kap besuchen/anfahren hätte wollen. Damals vermutete man zurecht, dass man einen Seeweg nach Indien entdeckt hatte.

Zunächst besichtigten wir den alten Leuchtturm am Cape Point (oder Kap-Spitze) – welcher nicht mit dem Kap der Guten Hoffnung zu verwechseln ist. Der Cape Point befindet sich an der Südost Seite der Halbinsel. Hier kann man eine kleine Wanderung unternehmen, oder mit einer Seilbahn auf das 87 m hohe Kliff fahren. 

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Der alte Leuchtturm ragt stolz auf der Spitze eines Felsens…

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung … und von dort hat man einen mega Blick auf das restliche Kap und den Dias Beach

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Btw. gehört das Kap der Guten Hoffnung noch zum Nationalpark Tafelberg

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Hier findet einiges an Bewegung unter Wasser statt

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Paviane gibt es hier zu Hauf und wenn man nicht aufpasst klauen sie was nicht niet und nagelfest ist!

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung

Auf der Westseite des Kaps befindet sich nun das eigentliche Kap der Guten Hoffnung – ein Felsstrand mit dem berühmten „Cape of Good Hope“ Schild. Vom Leuchtturm kann man zum Felsenstrand wandern. Hier kann man die stürmischeren Wellen beobachten und wie sie sich an den Felsen brechen. Wer jetzt erwartet sehen zu können, wie sich der Atlantischer und Indischer Ozean dramatisch treffen und die Wellen aufeinander treffen, wird enttäuscht. Zwar trifft hier eine kalte atlantische und eine warme indische Meeresströmung aufeinander, aber wirklich viel zu sehen gibt es nicht.

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Die andere Seite des Felsens, den man vom Leuchtturm aus gesehen hat

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Bei vielen Felsen ragen nur die Spitzen unter der Wasseroberfläche hervor

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Dramatische Wellen die sich am Felsen brechen

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Und noch mehr Wellen-brechen-sich-an-Felsen-Fotos… 

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Ich hätte dem Schauspiel stundenlang zusehen können…

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Diese Kollegen dürfen hier auch nicht fehlen

Nachdem wir uns statt gesehen hatten, ging es für uns dann doch langsam wieder zurück nach Kapstadt. Am nächsten Tag sollte meine Reise dann enden und es ging wieder zurück nach Deutschland…

Reisebericht Südäfrika Kapstadt Kap der Guten Hoffnung Auf Wiedersehen Kap der Guten Hoffnung, Kapstadt und Afrika!

Fazit Afrika

Dieser Trip hat eine gefühlte Ewigkeit gedauert. Natürlich nicht weil es so furchtbar war, sondern weil wir so viel erlebt und so viel gesehen haben! Ich habe mich bereits auf der Reise riesig gefreut, zu hause die Bilder bearbeiten und sortieren zu können – so viele unglaublich tolle Motive waren dabei. Afrika – was für ein unglaubliches Land! Diese ganze Reise, mit den traumhaften Landschaften und den wilden Tieren, war einfach einmalig! Diese Farben! Diese Natur!

Das einzige, was mir nicht so gut gefallen hat, war die ewige Frage: Wohin darf ich gehen? Was darf ich dahin mitnehmen? Nehme ich meine Wertsachen lieber mit oder lasse ich sie in der Unterkunft? Oder ist es dort am Ende noch unsicherer als unterwegs? Diese Fragen gehören zu einem solchen Land dazu und natürlich weiß man das im Voraus. Ich mag es aber eigentlich total, einfach in der Gegend rum zu spazieren und irgendwas zu erkunden und da wird man (insbesondere in den Städten) ein bisschen eingeschränkt. Das trübt meine Begeisterung allerdings kaum und ich bin mir sicher: großartiges Afrika, ich werde wieder kommen! (Immerhin fehlen mir noch die Leoparden zu meinen Big Five :-)

Siehe auch:
Teil 13 meines Afrika Reiseberichts: Südafrika: Kapstadt [Südafrika]
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten

Hinweis: Alle genannten Unterkünften/Touren/Restaurants/etc. habe ich selbst gebucht und bezahlt. Dies sind lediglich Empfehlungen bzw. Erfahrungsberichte meinerseits und es erfolgte keine Zusammenarbeit mit einer Firma. Ich wurde für die Verlinkung/Werbung nicht bezahlt. Ich bin ein privater Blog und verdiene damit keinerlei Geld. Ich habe einfach nur Spaß am bloggen und reisen und teile dies mit der Welt :-)