Der Süden Afrikas – 13 – Kapstadt [Südafrika]

Fast sind wir am Ende unserer Reise angekommen. Die letzte Station unseres Trips führte uns in die Hafenstadt Kapstadt im Schatten des Tafelberges…

Angekommen in Kapstadt

Nach einem letzten Tag auf den Straße Afrikas, erreichten wir Kapstadt am frühen Nachmittag. Im Vorort Bloubergstrand machten wir einen kurzen Stop, um die Aussicht auf den Tafelberg zu genießen. Zugegeben, es war etwas diesig. Ich glaube, hier kann man auch mehr Zeit verbringen und vielleicht Abends gemütlich in einem Restaurant essen und die Aussicht bewundern. Für uns ging es aber direkt weiter in die Stadt.

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Den Namen hat der Vorort, weil der Tafelberg hier häufig bläulich aussieht

Kapstadt ist nach Johannesburg die größte Stadt Südafrikas. Sie ist benannt nach dem Kap der Guten Hoffnung, wird gelegentlich aber auch „Mother City“ genannt, da sie die erste Stadt war, die in der südafrikanischen Kolonialzeit gegründet wurde. Ursprünglich wurde die Region von den San und den Khoikhoi besiedelt. 1652 betrat der Niederländer van Riebeeck das Land und gründete eine Versorgungsstation für die Schiffe der Niederländischen Ostindien-Kompanie die nach Indien unterwegs waren. Im Laufe der Zeit wuchs die Station zu einem wichtigen Hafen heran und es wurden viele Sklaven aus anderen Region der Welt hergebracht. Nachdem die Ostindien-Kompanie Bankrott ging, war sie ein leichtes Ziel für die Briten, welche die Kolonie 1814 einnahm und damit auch die Sklaverei abschaffte.

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Wunderschönes Kapstadt

Ein Ausbruch der Beulenpest 1901 gab der damaligen Regierung den Vorwand, eine Rassentrennung einzuführen. Die farbige Bevölkerung wurde in spezielle Gebiete abgeschoben. Die Situation verschärfte sich 1948 weiter, als die National Party (Nationalistische Partei dieser Zeit) die Wahl gewann. Die Rechte der Farbigen wurden weiter beschnitten und es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. District Six war lange ein Viertel, dass von freigelassenen Sklaven und Immigranten bewohnt wurde, aber auch von Händlern und Künstlern. Lange war das Viertel der weißen Regierung ein Dorn im Auge, denn hier führte man ein buntes, quirliges Leben mit einer religiösen Mischung und vielen Jazzkneipen entlang den Straßen. Man hat es absichtlich verkommen lassen und 1966 dann zu Sanierungsgebiet erklärt. Die Bewohner wurden in extra gegründeten Townships abgeschoben. Wer mehr über dieses Thema erfahren möchte, ist vielleicht im District Six Museum genau richtig. 1986 begannen sich die Verhältnisse in den Armenviertel zu verbessern, nach dem weitere radikale Maßnahmen nicht zu dem gewünschten Erfolg führten.

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Schick und schnieke –  der Hafen an der Waterfront

1990 kündigte Nelson Mandela – nur wenige Std. nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis – den Beginn einer neuen Ära an. Seitdem hat sich Kapstadt sehr verändert. Wer sich für Nelson Mandela interessiert, sollte vielleicht Robben Island einen besuch abstatten. Dort wurde Mandela gefangen gehalten. Wer interessiert ist, sollte allerdings zeitig buchen, da es nur wenige Plätze pro Tag gibt.

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Robben Island vor Kapstadt

Eine Wanderung zum Lionshead anstatt zum Tafelberg

Kaum angekommen, ging es für uns direkt los. DIE Sehenswürdigkeit in Kapstadt ist natürlich der Tafelberg – das Wahrzeichen der Stadt. Sein höchster Punkt ist 1.087 m hoch und es gehört zu den sieben Weltwundern der Natur. Die Aussicht von oben auf die Stadt muss grandios sein! Allerdings bleiben hier auch gerne die Wolken hängen, was die Sicht trüben kann. Es gibt div. Wanderwege dort hoch, aber für die muss man schon (wenn man nicht wirklich unglaublich fit ist) einen ganzen Tag einplanen. Die sind wohl nicht ganz ohne. Natürlich fährt auch eine Seilbahn an die Spitze, allerdings war diese genau in der Zeit wo wir in Kapstadt waren, wegen Wartungsarbeiten geschlossen. Für eine Wanderung hatten wir nicht genug Zeit, also suchten wir nach einer Alternative. 

Empfohlen wurde uns der Lionshead. Der Lionshead ist ein weiterer Hausberge Kapstadt. Mit 669 m Höhe ist er zwar deutlich kleiner als der Tafelberg, aber trotzdem eine ordentliche Nummer. Seine Aussicht gilt allerdings als einer der schönsten in der Bucht, da er auch von der Stadt praktisch umgeben ist und man so – neben einer grandiosen Sicht auf den Tafelberg selbst – auch noch die ganze Stadt erblicken kann. Außerdem hat man hier weniger Wolken. Wer also, eine grandiose Aussicht über Kapstadt möchte, sollte unbedingt die – wenn auch nicht ganz einfache – Wanderung auf den Lionshead wagen. Wir haben ein bisschen mehr als 2 Std mit kurzen Pausen unterwegs und Fotostops an der Spitze gebraucht. Sehr beliebt ist es auch, diesen am Abend zu besteigen um den Sonnenuntergang und die beleuchtete Stadt zu beobachten.

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Die Wanderung beginnt und wir haben schon eine klasse Aussicht auf den Tafelberg

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Zunächst ist der Wanderweg schön übersichtlich und nicht allzu anstrengend…

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt … wir haben allerdings noch ein bisschen was vor uns

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Der Weg schlängelt sich um den Berg herum und immer wieder haben wir neue Ausblicke auf die Umgebung…

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt … und natürlich auf den wunderbaren Südatlantik

Wir hatten auch eine schöne Sicht auf den wohlhabenden Vorort Camp’s Bay. Im Hintergrund sieht man die gewaltige Bergkette die Zwölf Apostel. Die weißen Strände laden zum baden ein, aber Vorsicht: hier ist das Wasser selten wärmer als 16°. Während der Strand bei den Touristen unglaublich beliebt ist, wird er aber von den Einheimischen eher ignoriert. Ursprünglich war es Farbigen verboten, diesen Strand zu besuchen. Das scheinen die Kapstädter ihm nie ganz verziehen zu haben.

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt die Aussicht ist auf jeden Fall grandios

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Der Lionshead – so nah und doch noch so fern

Wer nicht alleine wandern gehen möchte, kann sich umsehen – es werden immer wieder Gruppentouren angeboten. Unser Hostel hat z.B. kostenlose gemeinsame Wanderungen angeboten. Tatsächlich sind wir recht unbedarft los gewandert. Am Anfang war es auch sehr entspannt, aber um so näher wir der Spitze kamen, um so mehr wurde die Wanderung zu einer kleiner Kletterpartie. Ich fand es stellenweise nicht ganz ohne (aber ich habe auch etwas Höhenangst). Wer sich das klettern nicht zutraut, muss aber nicht bis ganz oben wandern um eine tolle Aussicht zu haben. Ein muss sind aber auf jeden Fall gute Schuhe und eine ordentliche Tasche, die einem nicht im Weg ist.

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Endlich oben angekommen!

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Ein toller Blick von oben auf die Stadt

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Nochmal Camp’s Bay und das unendlich weite Meer

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Chrisha & der Tafelberg (noch ein bisschen rot im Gesicht!)

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Es kündigt sich ein Sonnenuntergang an

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Auf dem Rückweg sehen wir noch den Tafelberg, der von der untergehenden Sonne beleuchtet wird

Ein Spaziergang durch die Stadt

Natürlich haben wir uns dann auch noch ein paar Bereiche von der Stadt angeguckt. Ich fand Kapstadt tatsächlich etwas schwierig. Man merkt schon, dass man in einer afrikanischen Großstadt angekommen ist und sich nicht mehr auf dem Land befindet. Ähnlich wie in Windhoek, habe ich mich hier nicht 100% wohl gefühlt. Wer günstig und sicher von A nach B kommen möchte, kann die App Uber benutzen. Ich kannte die App schon von anderen Reisen, hatte sie aber vorher noch nie benutzt. Hier kann man sich günstig (günstiger als mit dem Taxifahrer zu verhandeln, der eh aufschlägt, weil man Tourist ist) ein Fahrzeug rufen. Per App wird vorher festgelegt wohin die Reise geht und alles wird auch aufgezeichnet (so von wegen Sicherheit). Das war wirklich eine gute Sache und wird auch von Einheimischen benutz.

Unser Rungang begann an der Longstreet. Die etwa 3 km lange Straße ist etwa 300 Jahre alt und geprägt durch eine Mischung aus niederländischer, britischer und kap-malaiischer Kultur. Das ergibt am Ende einen einzigartigen Mix aus verschiedenen Kulturen und eine ganz besondere Atmosphäre. Hier findet man neben zahlreichen Restaurants, Bars, Souvenirläden auch Antiquitätenläden und viktorianische Häuser mit diesen typischen schmiedeeisernen Balkonen. Hier sind wir eigentlich immer Abends auf der Suche nach einem Restaurant unterwegs gewesen. Die Straße sieht bei abendlicher Beleuchtung noch grandioser aus.

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Die Deutsch Lutherisch Evangelische Kirche am Anfang der Long St

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Hier gibt es zahlreiche dieser Balkone, die der Straße ein besonderen Flair verleihen

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Das Restaurant Mama Africa soll der gut sein – bei unserem Versuch war es leider voll.
Reservieren ist also empfehlenswert

Weiter ging es zum nahe gelegenen Company Garden. Dieser Park waren die früheren Gärten der niederländischen Ostindien-Kompanie. Damals baute van Riebeeck hier Gemüse und Obst an. Heute findet man hier exotische Pflanzen und um den Park herum gibt es div. historische Gebäude und Mussen zu entdecken.

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Herzlich Willkommen im Company Garden

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Im Park ist es sehr grün… 

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt … und es gibt einige tolle Pflanzen und gewaltige Bäume zu sehen

Natürlich durfte ein Stop am Greenmarket Square nicht fehlen. Das ist der wohl bekannteste Flohmarkt Kapstadts. Hier findet man allemöglichen Arten von Souvenirs und hier sollte man unbedingt handeln!

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Im Hintergrund die Kirche Cape Town City Mission

Ich wäre gern noch zum Castle of Good Hope weitergeschlendert – die ehemalige Festung von Kapstadt die van Riebeeck damals errichtet hat. Meine Begleiter haben sich auf dem Weg dorthin allerdings sehr unwohl gefühlt (wir wurden zwei mal unabhängig von einander von Security Leuten angesprochen, das wir aufpassen sollen, nicht beklaut zu werden)(Ich hab mich auch nicht so wirklich wohl gefühlt, aber ich wäre noch weiter gegangen, aber nicht alleine ;-) . Daher haben wir unsere kleine Erkundungstour hier abgebrochen und sind zur V & A Waterfront ausgewichen. Die Wege zwischen einzelnen Stationen sind immer so eine Sache – vielleicht waren wir auch zu empfindlich. Sollte ich wieder einmal in Kapstadt sein, werde ich eine Tour mit einem Hop-On Hop-Off Bus machen. Das habe ich leider zu spät gesehen, ist aber sicherlich eine tolle Möglichkeit in Kapstadt sicher von A nach B zu kommen (oder alternativ ein Uber rufen). Alleine umher zu wandern würde ich eher nicht empfehlen.

Die V & A Waterfront (Victoria & Alfred Waterfront) ist ein wenig der „sichere Hafen“ in Kapstadt. Das Hafenviertel mit einer restaurierten Werft ist relativ sicher und demenstprechend tummeln sich hier zahlreiche Touristen. Es gibt eine gewaltige Shoppingmall, Luxushotels und Restaurants en masse. Ansonsten gibt es auch div. Freizeit- und Unterhaltungsmöglichkeiten und Straßenmusikanten. Fischerboote starten von hier aus ihre Tour, denn der Seehafen ist noch als dieser genutzt.

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Willkommen an der Waterfront

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt In der Mall kann man shoppen, shoppen und shoppen!

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Ein hübsches Holzschiff liegt hier vor Anker

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt links die Mall mit Blick gerade aus auf den Signal Hill

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Die Waterfront befindet sich (wie sich schon erahnen lässt) direkt am Meer – mit Blick auf das Kapstadt-Stadion (rechts)

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Außerdem befindets ich hier der V & A Foodmarket – wo es unzählige Fressalien zu kaufen gibt. 

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt An kleinen Ständen gibt es von lokalen Produkten, Eis, Crepes, Smoothies, Gebäck und vielem mehr,
alles was das Foodie-Herz begert.

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Der Blick auf den Tafelberg

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Der kleine Zipfel links oben ist der Lionshead!

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Ein altes Schiff… und Coffee!

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Ich könnte mir vorstellen, dass es sich hier nicht schlecht leben lässt

Auf dem Rückweg waren wir wieder etwas mutiger und sind zurück gelaufen. Diese Ecke fand ich wieder recht angenehm zum herum laufen.

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Mit der Fan Bridge über die Buitengracht St

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Entlang zwischen den Hochhäusern Kapstadts

Als letztes ging es für uns in das Viertel Bo-Kaap, das besonders für seine bunt gestrichenen (man könnte sagen bonbonfarbenen) Häuser bekannt ist. Dieses Viertel ist eines der ältesten und ursprünglichsten Viertel von Kapstadt. Hier leben fast du 90% Kap-Muslime – viele von ihnen wurden ursprünglich als Sklaven aus Indien, Malaysien und Sri Lanka hier her verschleppt. Die bunten Farben in diesem Viertel stehen für die wiedergewonnene Freiheit der Sklaven und als Zeichen gegen das Schwarz-Weiß denken.

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt die berühmten bunten Häuschen aus dem Bo-Kaap Viertel

Übernachtet im Once in Capetown

Übernachtet haben wir im Once in Capetown* Hostel im Herzen der Innenstadt. Ich in einem Mehrbettzimmer. Die Zimmer waren alle sauber und die Betten gemütlich. Besonders gemocht habe ich, das am Kopf des Bettes ein Fach war, wo man Sachen rein tun und abschließen konnte. Ein leichtes Frühstück war mitinbegriffen. Es gibt hier auch ein Restaurant (EG) und eine Bar (1 OG), die dafür sorgen, dass es in diesem Hostel nie langweilig wird – und das man nicht zu früh einschläft (Ohrstöpsel liegen aber schon bereit) oder gar zu lange schläft. Party um 8 Uhr morgens? Kein Problem! Ansonsten werden hier auch einige (kostenlose) Freizeitbeschäftigungen angeboten. Wer kein Problem mit lauterer Musik hat (die aber nach 12 Uhr auch ausgeschaltet wurde) kann hier beruhigt die Nacht verbringen.

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Ein 4-Bett Frauen Zimmer. Gemütlich und sauber

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Ein Bett und ein Fach für Krempel – mehr brauche ich nicht

Reisebericht Süd Afrika Kapstadt Das Restaurant im EG und der Eingangsbereich

Fazit: Kapstadt ist eine super schöne und aufregende Stadt. Wenn auch nicht ganz einfach. Ich hoffe aber, dass ich irgendwann nochmal ein paar Tage hier verbringen kann um das Verpasste aufzuarbeiten.

Townships & Sicherheit

Ich habe an der ein oder anderen Stelle ja schonmal ein paar Worte zu der Sicherheit verloren. Ich finde das Thema nicht ganz einfach. Die Sicherheit in Südafrika hat einen eher schlechten Ruf – vorallem in den großen Städten wie Kapstadt, Johannesburg und Durban – und natürlich kann man sie nicht mit Deutschland (wobei es da natürlich auch so ganz spezielle Pflaster gibt) vergleichen, allerdings ist es hier in Kapstadt nicht ganz so schlimm, wie man immer hört. Kapstadt hat in den vergangenen Jahren sehr viel Geld in die Sicherheitslage investiert und konnte die Stadt so sicherer machen. Trotzdem ist man immer noch in Afrika und man sollte nicht unvorsichtig sein. Meistens ist man als Tourist eher von Taschendiebstählen betroffen (was ja auch schon schlimm genug ist, aber das kann einem ja praktisch überall auf der Welt passieren). Man sollte sich an ein paar Regeln halten, wie: aufmerksam sein, auf die Taschen aufpassen, keine teuren Wertgegenstände zur Schau tragen, verlassene Gebiete vermeiden, eher nicht alleine unterwegs auf Erkundungstour gehen (auch tagsüber) und natürlich nach der Dämmerung sich nur noch auf den Hauptstraßen aufhalten.  Ich hab mich nicht ganz wohl in Kapstadt gefühlt und meine Spiegelreflexkamera auch nicht unterwegs mit dabei gehabt. Wir sind aber auch (gefühlt) direkt in so eine Ecke spaziert, die nicht so gemütlich aussah und waren dann vermutlich etwas „verstört“. Es kommt wohl auch sehr stark auf die Gegend an, in der man sich aufhält. An der Waterfront und der Longstreet habe ich mich jetzt nicht unwohl gefühlt.

Der Großteil der Kriminalität findet aber in den sogenannten Townships (südafrikanischen Slums) statt. Diese Townships sind teilweise so groß wie kleine oder mittelgroße Städte und dort wohnen überwiegend schwarze, farbige und indische Menschen – meistens in Holz- und Wellblechhütten. Auch nachdem sich die Lage in Kapstadt deutlich verbessert hat, lebt die Mehrheit der Einwohner noch nach in Einkommen getrennten Stadtviertel. Es entwickelten sich im Laufe der Jahre auch bessere Ecken in den Townships, wo die Häuser teilweise auch aus Stein sind und die Menschen ein vernünftiges Leben führen können, aber die Armut ist trotzdem nicht zu übersehen. Viele Menschen sind nach wie vor arbeitslos und erhalten keine Unterstützung vom Staat. Die Armut ist teilweise so hoch und manche Menschen perspektivlos, dass auch für ein paar Rand schon gemordet wird. Die Anwohner der wohlhabenderen Stadtteile in Kapstadt (die teilweise nur durch eine Autobahn von den Townships getrennt sind) verbarrikadieren ihre Häuser mit Stacheldraht, Stahltoren, Kameras und privatem Sicherheitsdienst. Bei der Wahl der Unterkunft sollte man dies berücksichtigen. Ansonsten kann man sich in der Innenstadt/den touristischen Vierteln relativ sicher bewegen.

Wer mehr über die Townships erfahren möchte, kann eine geführte Township Tour buchen (niemals einfach drauf los spazieren oder mit dem Taxi auf eigene Faust dort hin fahren) und sich das ganze vor Ort ansehen

Siehe auch:
Teil 12 meines Afrika Reiseberichts: Südafrika: Über die Grenze am Orange River & die Cederberge
Teil 14 meines Afrika Reiseberichts: Zum Kap der Guten Hoffnung [Südafrika] 
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten

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