Der Süden Afrikas – 12 – Südafrika: Über die Grenze am Orange River & die Cederberge

Als nächstes sollte uns unsere Tour nach Südafrika bringen. Auf unserem Weg nach Kapstadt fuhren wir entlang des Orange Rivers und der Cederberge. Dort genossen wir leckere Weine aus Südafrika….

Von Hobas nach Südafrika

Heute sollten wir also Südafrika erreichen. Das letzte Land auf unserer Liste. Da wir wieder eine Grenze überqueren mussten, stand uns ein eher kurzer Tag bevor. Mit 185km war die Fahrt mehr als übersichtlich.

Reisebericht Afrika Namibia Orange River & Cederberge Eine kleine Ortschaft am Wegesrand

Zeitig erreichten wir die Grenze und ohne Probleme oder Verzögerungen werden wir durch gewunken. Das war einfach. Willkommen in Südafrika!

Zeit für ein paar Fakten:

  • Hauptstadt: Kapstadt
  • Sprache: elf amtliche Landessprachen, u.a. Englisch und Afrikaans
  • Einwohner: 54.002.000
  • Währung: Rand (ZAR)
  • Strom: 220/230 V, 50 Hz; Adapter ist notwendig (Typ D und M) (ich bin aber auf der komplette Reise mit meinem Typ M Adapter für Südafrika weitergekommen)
  • Trinkgeld: üblich, wenn man mit dem Service zufrieden war, 10-15% (evtl. ist Trinkgeld auch schon im Betrag enthalten, das ist dann auf der Rechnung vermerkt)
  • Zeitumstellung: UTC+2 / keine Zeitumstellung zu Deutschland (Winterzeit + 1 Std)
  • Beste Reisezeit: ganzjährig, Kapregion September – Mai

Reisebericht Südafrika

Über Südafrika

Südafrika – wie der Name schon verrät – das südlichste Land auf dem Kontinent. Mit seinen vielen unterschiedlichen Ethnischen Herkünften wird es auch die Regenbogennation genannt und es ist die „Kornkammer“ der benachbarten Länder. Ein einzigartiges Land mit großartigen Metropolen wie Kapstadt, aber auch atemberaubenden Landschaften mit Stränden, Bergen und wunderschöner Natur. Nennenswert ist auch der leckere Wein, der aus einigen Regionen in Südafrika kommt. Im Sommer (November – April) wird es sehr heiß und es kann viel Regnen. Von Mai bis Oktober sind die Temperaturen sehr angenehm, aber es kann auch relativ kühl werden. Das Wetter hängt in Südafrika auch stark von der jeweils besuchten Region ab.

Visum & Einreise

Als Deutscher benötigt man kein Visum für die Einreise nach Südafrika. Eine Besuchergenehmigung von bis zu 90 Tagen bekommt man kostenfrei bei Einreise erteilt. Wie immer direkt den Stempel und die Gültigkeitsdauer der Einreiseerlaubnis kontrollieren. 

Gut zu wissen in Südafrika

In Südafrika zahlt man mit südafrikanische Rand – die man normal an Bankautomaten abheben kann. Während der südafrikanischen Ferien (z.B. Dezember/Januar) reisen die Einheimischen auch gern – dann könnten Lodges etc. schon gut besucht. Südafrika gehört zu den Ländern mit einem sehr guten Trinkwasser: in den wichtigsten Orten und den meisten Nationalparks wird das Wasser gereinigt und kann bedenkenlos getrunken werden. 

Am Orange River

Genächtigt haben wir in dieser Nacht im Fiddlers Creek Rest Camp, am Ufer des Orange River, nicht weit entfernt von der Grenze. Der Orange River, auch bekannt unter dem Namen Gariep, ist (nach dem Sambesi) der zweit längste Fluss Afrikas. Er fließt von Lesotho nach Südafrika – hier im Westen an der Grenze zu Namibia entlang – und mündet in den Atlantischen Ozean. Der Fluss transportiert schon immer größere Mengen von Sand aus dem Landesinneren bis an die Küste. Durch den Benguelastrom und dem Küstenwind wird der Sand zurück an die namibische Küste gespült – womit der Fluss seinen Beitrag bei der Dünenbildung in der Namib Wüste leistet. Daher trägt er auch den Spitznamen „Vater der Namib“.

Die Landschaft hat sich mit der Grenzüberquerung schlagartig geändert. Dem Sand und den trockenen Steppen sind grünen Feldern, bunte Blumen und saftige Bäume gewichen. Ich hatte mir (die Westküste) Südafrika(s) nicht so unfassbar grün vorgestellt!  Am Orange River kann man gemütliche Kajak Touren machen, aber ausnahmsweise bevorzuge ich es, die Füße hoch zu legen und einfach nur die Aussicht zu genießen. 

Reisebericht Afrika Namibia Orange River & Cederberge Der Campingplatz war schön grün! Zur Abwechslung keine sandigen Flächen

Reisebericht Afrika Namibia Orange River & Cederberge Die Bar ist mit lautem Krimskrams und Nummernschildern geschmückt

Reisebericht Afrika Namibia Orange River & Cederberge Sehr gemütlich und man entdeckt immer wieder was neues

Reisebericht Afrika Namibia Orange River & Cederberge Eine Tour mit dem Kajak ist bestimmt sehr schön… 

Reisebericht Afrika Namibia Orange River & Cederberge … aber ich wollte einfach nur am Flussufer sitzen und die Füße hoch legen

Reisebericht Afrika Namibia Orange River & Cederberge Blumen, Gras und Gebüsch – ich bin immer noch überrascht wie grün es plötzlich geworden ist

Ein wenig Geschichte

1652 sollte der holländische Seefahrer van Riebeeck am Kap der guten Hoffnung eine permanente Station für die Indien Reisenden errichten, denn die südafrikanische Küste ist bereits zu einer wichtigen Zwischenstation für die Reisenden nach Indien geworden. Zunächst bestand aber kein weiteres Interesse, weiter ins Landesinnere vorzudringen. Einige Jahre später sollte sich diese Station langsam selbst versorgen und es wurde nach Ausreisewilligen gesucht. So stieg der Bedarf an Fläche, was zu einem Konflikt mit den Einheimischen führte, welche immer weiter ins Inland abgedrängt wurden. Die Schwarzen und Weißen, die sich vermischen werden „Coloureds“ genannt. Die Anzahl der Europäer, die nach Südafrika kommen wächst stetig – zunächst nur politisch Verbannte aus den holländischen Kolonien, später zahlreiche in Frankreich verfolgte Hugenotten. Es entsteht ein wildes Völkergemisch. Anfang des 18. Jhd gab es dann einen Einwanderungsstopp, da das Land als zu dicht besiedelt galt. Es werden aber mehr Sklaven importiert. In 1795 übernehmen die Engländer die niederländischen Stützpunkte und gliedert sie als Kolonie des britischen Empires ein.

Es werden Regeln eingeführt wie: das Sklaventransport auf britischen Schiffen verboten ist, aber auch das Ureinwohner zu britischen Untertanen werden. 1828 wird über die Magna Charta der Hottentotten eine Gleichstellung der Eingeborenen gegenüber den Weißen erlassen. 1833 wird die Sklaverei verboten und abgeschafft. Die Buren (europäischstämmige Einwohner Südafrikas/Namibias) fühlen sich ihrer Existenzgrundlage beraubt und wandern zu tausenden nach Norden aus.  Es folgen noch einige Jahre mit div. Spannungen zwischen den Buren, den Briten, Indern (die zahlreich einreisten, da die Arbeitsbedingungen in ihrer Heimat schlechter waren), Ureinwohnern und Ausländern, die vom Goldrausch getrieben einreisen. 1899 kommt es sogar zum Krieg zwischen den Briten und den Buren, die 3 Jahre später auch kapitulieren müssen. 1909 verhandelte man um eine Vereinigung der Kolonien, wo den eher konservativen (und rassistischen) Buren Eingeständnisse gemacht werden, wie das allen nicht-Weißen das Wahlrecht aberkannt wird und alle Farbigen in extra ausgewiesenen Gebieten abgeschoben werden. Während der Weltkriege verschärfen sich diese Gesetze nochmal. Erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs lockert sich die Situation aufgrund von internationalem Druck. Abgeschafft wurden diese Gesetze allerdings erst in 1994.

Die Cederberge

Am nächsten Tag ging es weiter nach Süden. Dabei fuhren wir an den Cederbergen vorbei, ein Gebirgszug der überwiegend aus Sandstein besteht und zu der Gebirgsformations des Kap-Faltengürtels gehört. Sie sind bekannt für ihre atemberaubenden Felsformationen, seine vielfältige Vegetation mit bunten Blüten, aber auch Höhlen mit historischen Felszeichnungen und natürlich die Rooibospflanze – aus denen der Rooibostee gewonnen wird -, die weltweit fast nur hier in diesen Bergen angebaut wird. Benannt wurde das Gebirge nach den ehemals zahlreich vorhandenen Zedernbäumen, die aber leider heute kaum noch zu finden sind. Die Region ist ein beliebtes Wanderziel und sicherlich lohnt es sich hier einen Tag mehr einzuplanen.

Reisebericht Afrika Namibia Orange River & Cederberge Die Cederberge sind auf der unserer langen Fahrt von 430km eine schöne Aussicht

Reisebericht Afrika Namibia Orange River & Cederberge Mit – ich nehme mal an – Rooisbosfeldern. Der Tee ist ein Nationalgetränk in Südafrika

Übernachtet haben wir im Highlanders Campsite and Lodge. Ein sehr gemütlicher Campingplatz mit einer Bar, die einen nicht zu übersehenen mediterranen Flair hat. Am Abend haben wir das Buffet genossen, was wirklich sehr lecker war. Ansonsten haben wir uns zwischendurch an der großartige Landschaft erfreut.

Reisebericht Afrika Namibia Orange River & Cederberge Es gibt schlimmere Orte, wo man zelten könnte :-)

Reisebericht Afrika Namibia Orange River & Cederberge Die Bar ist gemütlich offen und natürlich mit Pool

Abends gibt es für uns eine Weinverkostung. Die Weine der Cederberge sind die bekanntesten Weine aus Südafrika. Wir haben 6 verschiedene Weine probiert und sie waren alle klasse! (Ich bin aber auch ein Weinliebhaber ;-) Besonders gut hat mir der African Rooibos Wein gefallen (dritter von links), der ein wenig an einen Portwein erinnert. Davon habe ich mir auch eine Flasche eingepackt und ich freue mich schon, ihn gemütlich auf meinem Balkon zu trinken.

Reisebericht Afrika Namibia Orange River & Cederberge lecker, lecker Wein

Reisebericht Afrika Namibia Orange River & Cederberge Jede Menge Webervögel und ihre Nester

Reisebericht Afrika Namibia Orange River & Cederberge

Reisebericht Afrika Namibia Orange River & Cederberge

Reisebericht Afrika Namibia Orange River & Cederberge

Reisebericht Afrika Namibia Orange River & Cederberge Etwas unscharf – die Cederberge am frühen Morgen

Reisebericht Afrika Namibia Orange River & Cederberge

Siehe auch:
Teil 11 meines Afrika Reiseberichts: Namib Wüste & Fischfluss-Canyon [Namibia]
Teil 13 meines Afrika Reiseberichts: Kapstadt [Südafrika]
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten

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