Der Süden Afrikas – 09 – Swakopmund [Namibia]

Heute sollten wir die Küstenstadt Swakopmund erreichen. In der westlichen Stadt ist der deutsche Kolonialstil nicht zu übersehen. Hier stehen putzige Strandhäuschen neben Fachwerkhäusern.

Auf nach Swakopmund

Von der Spitzkoppe hatten wir ca 160km bis nach Swakopmund zu bewältigen. Die Straßen wurden besser und wir befanden uns wieder in etwas belebterer Umgebung. Mit Swakopmund hatten wir dann auch die Küste Namibias erreicht.  Das Städtchen ist mit ca 45.000 Einwohnern deutlich kleiner als die Haupstadt Windhoek. Sie liegt zwischen Atlantik und der Wüste Namib und ist nach dem Fluss Swakop benannt. Während der Kolonialzeit war sie der wichtigste Hafen für Einwanderer aus Deutschland. Heute sind wohl nur noch etwa 5% der Einwohner deutscher Abstammung, aber trotzdem kann man den Einfluss nicht übersehen. Viele Schilder sind auf deutsch, es gibt deutsche Straßennamen und natürlich die Fachwerkhäuser. Nicht umsonst gilt Swakopmund als die „deutscheste“ Stadt Namibias. Die Einwohner nennen ihre Stadt auch gern das südlichstes Nordseebad.

Übernachtet haben wir in der Amanpuri Travellers Lodge, wo wir wieder eine keine Zelt-Pause hatten und uns auf ein Bett freuen durften. Die Lodge war sehr einfach, aber sauber und schön.

Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund Angekommen in Swakopmund – mit seinen breiten Straßen

Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund klein und schlicht, aber gemütlich!

Sightseeing in Swakopmund

Natürlich sind wir direkt los gezogen um die Stadt zu erkunden. Wie auch in Windhoek gibt es hier nicht all zuviel zu sehen, aber Swakopmund hat mir schon deutlich besser gefallen als die Hauptstadt. Die Gebäude sind einfach hübscher und gemütlicher und die Atmosphäre ist deutlich angenehmer. 

Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund Mit den breiten Straßen und den großen Autos hat Swakopmund fast was amerikanisches

Unser Rundgang begann am Hohenzollernhaus. Es ist eines der Wahrzeichen der Stadt und wurde 1904-1906 im Neobarock Stil errichtet. Zunächst diente es als Hotel, was lange Zeit unter Verdacht stand ein heimlich geführtes Bordell zu sein. Seit 1972 ist es ein Nationales Denkmal. Derzeit befinden sich dort Eigentumswohnungen.

Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund

Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund 2002 wurden 14 Straßennamen von deutsch in afrikanisch umbenannt – trotzdem gibt es noch ein paar Überbleibsel 

Natürlich sind wir auch direkt ans Meer! Ich liebe das Meer und Städte am Meer. Nicht zu übersehen ist die Old Jetty – die alte Landungsbrücke von 1902. Die 325m lange Holzbrücke ist ein weiteres Wahrzeichen der Stadt. Am Ende des Stegs befindet sich ein Restaurant.

Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund Lange war die Old Jetty wegen Baufälligkeit gesperrt – dann wurde sie aufwändig renoviert

Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund Der Blick von der Landungsbrücke auf die Stadt und den Strand

Wir gönnen uns einen längeren Spaziergang am Strand entlang. Das Klima ist hier – auch im afrikanischen Sommer – dank des kalten Benguelastroms sehr mild und das Wasser sehr kalt. Wir lassen es uns aber trotzdem nicht nehmen zumindest unsere Füße in das Meer zu tauchen. Läuft man weiter am Strand entlang, dauert es nicht lange bis man das Ende der Stadt erreicht. Hier hat man einen schönen Blick auf die Umgebung: rechts das Meer und links die Wüste. 

Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund

Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund Der Strand hat hier eine sehr schöne Farbe

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Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund Vögelchen am Wasser

Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund Swakopmund – wo die Wüste das Meer küsst

Zurück in der Stadt laufen wir den Strand entlang weiter nach Norden. Am Strand gibt es lauter putzige kleine Häuser – einige auch mit Fachwerk. Wie schön muss es sein, wenn man hier wohnen darf. Auffällig ist, dass der Strand recht leer ist. In Deutschland würden sich hier wohl die Stände und Cafes aneinander reihen. 

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Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund Am und um den Strand herum tummeln sich unglaublich viele der Perlhühner – sie sind überall!

Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund die Mole – eine 1899 bis 1903 errichtete Ufermauer. Ein schöner Platz um am Strand zu sitzen und auf das Meer zu schauen…

Noch ein weiteres Wahrzeichen der Stadt ist der Leuchtturm. Er wurde 1902 errichtet und war zunächst nur 11m hoch. 8 Jahre später wurde er auf 21m erhöht. Er befindet sich heute noch in Betrieb. Davor befindet sich das ehemaligen Kaiserlichen Zollamt, das heute ein Museum ist. Es wurde 1951 vom Zahnarzt Dr. Weber gegründet und ist das größte privat geführte Museum Namibias. Hier findet man allerlei zum Tehma Plfanzen, Mineralien, sowie Fundstücke ausder Urzeit und Frühgeschichte.

Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund Der Block von der Mole aus auf die Stadt

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Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund Neben dem Leuchtturm befindet sich das Marine Denkmal, das an die deutschen Soldaten erinnern soll, die während der Herero-Kriege gefallen sind

Das Alte Amtsgericht war ursprünglich eine Privatschule von 1906. Als ihr die finanziellen Mittel ausgingen wurde das Gebäude zum Amtsgericht. Es gilt als eines der schönsten Gebäude der Stadt. Heute befinden sich hier die Büros der Stadtverwaltung.

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Ein paar meter weiter befindet sich der historische Bahnhof. Er war einer der ersten Bahnhöfe Namibias und wurde 1901 errichtet. Heute befindet sich in dem großen Gebäude ein Luxushotel.

Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund Sieht gut aus – übersteigt nur vermutlich mein Budget ;-)

Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund Ein schönes Gebäude aus der Kolonialzeit mit Palmen

Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund Ein bisschen Fachwerk in der Wasserfall Straße

Am Ende der Straßen sehen wir die Kirche und das Pfarrhaus der Deutschen Lutherischen Gemeinde. Die Kirche wurde mit Hilfe eines Architekten aus Bayern und einem Bauunternehmen aus Hamburg errichtet. Die Fenster stammen aus Bremen. Sie wurde 1912 geweiht.

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Der gelb-weiße Turm gehört zum Woermannhaus – eines der ältesten Häuser der Stadt. Das Gebäude wurde 1894 im Fachwerk-Stil für einen Spediteur aus Hamburg errichtet. Der Damaraturm diente damals als Aussichtspunkt für einlaufende Schiffe, aber auch als Flaggenmast und Wasserturm. Heute befindet sich in dem Gebäude eine Bibliothek und die Touristeninformation.

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Als letztes schlendern wir noch über die Einkaufspassage Sam Nujoma Avenue. Auf der ehemalige Kaiser-Wilhelm-Straße befinden sich unzählige Geschäfte die zum shoppen einladen.

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Unterwegs auf dem Wasser in der Walvis Bay

 An unserem freien Tag haben wir uns für eine Tour zur  Walfischbucht oder auch Walvis Bay mit einer kleinen Bootsrundfahrt entschieden. Die Walfischbucht ist eine Gemeinde, südlich von Swakopmund. Zu Ihr gehört einer der bedeutendsten Seehafen Namibias. Den Namen verdankt die Bucht dem reichen Wal- und Fischvorkommen und wurde von den Briten gegründet. Schnell wurde die Bucht aufgrund ihrer günstigen Position zur größten Siedlung ihrer Zeit.

Gebucht hatten wir eine Robben und Delphin Tour für 750 NAD. Wir wurden von unserem Hostel abgeholt. Das Wetter war heute nicht so ganz auf unserer Seite, denn das Meer war in dichten Nebel eingehüllt. Auch wenn ich ein großer Nebel-Fan bin, ist das weniger geeignet um Tiere zu beobachten. Wir haben einige Flamingos gesehen, aber auch Robben und Pelikane. Delphine waren am Ende dann auch noch dabei. Insgesamt hat mir die Tour aber nicht so gut gefallen, da die Fahrt sehr überlaufen mit asiatischen Touristen war, die sich ohne Rücksicht auf Verluste immer in die erste Reihe drängeln mussten um Fotos zu machen und die Crew effekthascherisch die Tiere z.T. aufs Boot gezogen haben, so lange mit Futter beworfen haben, bis sie gekommen sind und dann penetrant angefasst oder sogar an ihnen herum gezerrt hat. Mit fehlte hier ein wenig der Respekt den Tieren gegenüber. Daher kann ich die Tour nicht empfehlen. Vom Walvis Bay werden auch Kayak Touren angeboten – ich glaube, damit ist man besser bedient, wenn man sich aufs Wasser wagen möchte. 

Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund Ein paar Flamingos im Nebel

Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund Gar nicht so rosa – der muss wohl noch ein paar Krabben futtern ;-)

Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund Der Hafen im Nebel

Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund

Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund Futter für die Pelikane

Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund Diese Pelikane blieben im Wasser – gute Wahl Freunde

Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund nach einiger Zeit erreichen wir eine Sandbank wo es nur so von Robben wimmelt! Zu tausenden sammeln sie sich dort und machen Geräusche wie eine Herde Schafe!

Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund Schließlich lichtet sich langsam auch der Nebel und wir sehen sogar noch ein wenig was vom Hafen

Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund Ein einsames Fischerbötchen

Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund Der Hafen vom Walvis Bay

Wer etwas mehr Aktion braucht wird in Swakopmund fündig: von hier starten reichlich andere Touren zum Fallschirmspringen bei Sonnenuntergang, Squadfahren durch die Wüsten, ein Rundflug über die Skelettküste, Kayaking auf dem Meer oder Living Desert Touren.

Essen in Swakopmund

Wir hatten zwei Abende in Swakopmund und gönnten es uns auswärts zu essen. Empfehlen kann ich die Pizzaria Napolitana – die wirklich sehr leckere Pizza macht, aber auch Nudelgerichte oder verschiedenes Fleisch von einheimischen Tieren. 

Wirklich sehr lecker mit auch außergewöhnlicheren Sorten war auch die Lekker Eiscream in der Einkaufspassage Sam Nujoma Avenue. Hier bietet sich auf jeden Fall ein Stop an. Man kann das Eis zum mitnehmen kaufen und am Strand essen oder an einem gemütlichen Platz direkt neben der Eisdiele. 

So direkt am Meer kann man natürlich wunderbar Seafood in Swakopmund essen. Möchte man Fisch in Namibia essen, ist man hier an der richtigen Adresse. Sehr gut und etwas gehoben muss das The Tug direkt neben der Old Jetty sein. Leider war das Restaurant bei uns schon voll, daher zogen wir weiter zum Ocean Basket. 

Reisebericht Afrika Namibia Swakopmund Für mich gab es leckeres Fish & Chips im Ocean Basekt

Siehe auch:
Teil 8 meines Afrika Reiseberichts: die Spitzkoppe [Namibia]
Teil 10 meines Afrika Reiseberichts: Durch den Namib Naukluft Nationalpark [Namibia]
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten

 

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