Der Süden Afrikas – 08 – die Spitzkoppe [Namibia]

Es ging weiter Richtung Süden, zu dem Inselberg Spitzkoppe – eines der meist fotografiertesten Berge Namibias. Zurecht?

Ein Blick auf den Brandberg

Es ging etwa 230km nach Süden. Unser heutiges Ziel war der Inselberg Spitzkoppe, der aufgrund seiner markanten Form gern als das Matterhorn Namibias bezeichnet wird. Es gibt hier zwei Spitzkoppen: die große mit 1.728m und die kleine mit 1.580m. Seit 2011 ist der Inselberg ein Nationaldenkmal.

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe Unterwegs auf den staubigen Straßen von Afrika

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe Diese Schilder sind sehr effektiv – schon alleine weil die Touristen anhalten um Fotos zu machen :-)

Auf unserem Weg zu unserem eigentlichen Ziel können wir in weiter Ferne den Brandberg erkennen. An der höchsten Stelle ist er 2.573m hoch (Gipfel Königstein) und ist damit der höchste Berg Namibias. Benannt wurde er nach seiner „glühenden“ Farbe, wenn die Sonne vom Wester her auf ihn scheint. Die Damara in der Region nennen ihn Daureb/Daunas/Daures was „verbannter Berg“ bedeutet, da das Land um den Berg herum so kahl ist und abgebrannt wirkt.  Das Bergmassiv ist u.a. für seine Felsmalereien bekannt.

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe Der gewaltige Brandberg

Ein Besuch beim Matterhorn Namibias – die Spitzkoppe

Bei der Spitzkoppe angekommen haben wir unser Lager im im grandiosen Spitzkoppe Tented Camp aufgebaut. Das Gelände ist riesig und wir hatten einen schönen, abgelegenen Platz für uns. Ursprünglich war angekündigt, das wir hier kein fließend Wasser und nur Plumpsklos haben werden (was auch OK gewesen wäre), aber schließlich hatten wir ein kleines Container-Häuschen, mit Duschen und Toiletten mit Spülung. Am nächsten Morgen war das Wasser zwar leer, aber wirklich beschweren konnte ich mich nicht. Es war so unglaublich windig, das wir Angst hatten, das Zelt würde (mitsamt Inhalt) einfach davon fliegen. Dieses Camp ist ein beliebter Ort um unter freien Himmel zu übernachten, aber uns war es dann doch etwas zu windig und wir haben gekniffen. 

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe Angekommen bei der Spitzkoppe

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe Wie großartig! Zelten mitten im Nirgendwo

Eine Wanderung mit Felsmalereien

Wir haben vor Ort im Camp eine geführte Tour gebucht (55 NAD). Der Guide war zwar nicht besonders motiviert, hat uns aber trotzdem in einer schönen Runde durch die Landschaft geführt. Besonders großartig sind die markanten und teilweise kurios geformten Felsen und Steine, die man hier zu Hauf findet. Der Berg ist ein beliebter Ort für anspruchsvolle Kletterer, da die Besteigung nicht ganz einfach ist. Dieser kann allerdings auch nur im afrikanischen Winter bestiegen werden, da die Felsen im Sommer so aufgeheizt sind, dass es nahezu unmöglich ist, sie zu berühren. Seit man einen Wildzaun für die Dreharbeiten des Films 10.000 B.C. errichtet hat (und bisher nicht abgebaut hat), ist die Anzahl der Kletterer von etwa 80 auf rund 10 pro Jahr zurück gegangen, da viele Routen gesperrt sind.

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe Von der Seite sieht die Spitzkoppe dem Matterhorn ähnlicher als von vorne

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe Lauter tolle Felsen! Es macht Spaß auf ihnen herum zu krakseln um eine schöne Aussicht zu genießen

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe

Da es hier ein wenig häufiger regnet, hat man hier eine Vielzahl an verschiedener Vegetation. Besonders gefallen hat mir der afrikanische Butterbrotbaum. Er kann bis zu 2,5m hoch wachsen und die gelblich braune Borke ist halb durchscheinend. Man kann sie leicht abziehen und sie fühlt sich an wie Papier.

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe

Einen Stop machen wir bei den bekannten Felsmalereien. Das Gebiet – zu dem auch ein Höhlensystem gehört, wird Buschmann Paradies genannt. Vieles wurde hier leider schon durch Vandalismus zerstört, daher dürfen die Malereien auch nur noch mit einem Guide zusammen besichtigt werden. Sie werden auf etwa 4400 Jahre v. Chr. bis 100 Jahre n. Chr. geschätzt. Sie wurden 1917 entdeckt und sind seit 1954 ein Nationales Denkmal.

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe Hier kann man die Malereien schon erahnen

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe Wenn man direkt davor steht, sind sie dann nicht mehr zu übersehen

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe Das Gelände rund um die Spitzkoppe ist weitläufig und wunderbar zum herum wandern 

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe Durch den hohen Eisenanteil sind die Felen rot-orange gefärbt

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe Manche der Felsen sind etwas seltsamer geformt als andere

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe Die Aussicht von da oben muss großartig sein

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe Ein kleiner „See“ zwischen den Felsen

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe Eine staubige Angelegenheit

Ein grandioser Sonnenuntergang und ein unglaublicher Sternenhimmel

WIr kamen gerade noch rechtzeitig von der Tour zurück, um uns einen kleinen Felsen zu suchen, um den grandiosen Sonnenuntergang bewundern zu können. Diese sollen hier nämlich ganz besonders schön sein und wir waren begeistert. 

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe Die Sonne beginnt unterzugehen…

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe Wenn die Sonne unterzugehen beginnt werfen viele der Felsen lange Schatten

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe Da bleibt nur: zurück lehnen und genießen

Ebenfalls unglaublich schön, sind hier die Sternenhimmel. Im afrikanischen Winter sind die Nächte hier zwar recht kalt – aber der Himmel gleichzeitig auch sehr klar. Es ist ein vergnügen, hier in fast völliger Dunkelheit zu sitzen und in den Sternenhimmel zu blicken. Ich weiß nicht, ob ich die Milchstraße jemals so klar gesehen habe! Natürlich musste ich mich an meinen ersten (richtigen) Sternenhimmelfotografien versuchen und ich bin mehr als begeistert. Zwar haben wir nicht übermäßig viel Zeit bei der Spitzkoppe verbracht, aber für mich war diese staubigen Wüstenlandschaft ganz besonderer Ort. 

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe Ich weiß nicht was ich tue, aber das ist doch schonmal richtig genial, oder?

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe Etwas unscharf, etwas rauschig, aber es war soo schön!

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe Die Spitzkoppe hat sich dann noch mit einem grandiosen Sonnenaufgang von uns verabschiedet

Camping in Afrika

Camping ist im Süden Afrikas sehr beliebt unter den Reisenden – das hätte ich vorher gar nicht gedacht. Es vermittelt einem ein Gefühl Abenteuer, zusammen mit einer Prise Freiheit (und ist ganz nebenbei auch noch wirklich günstig!). Die Abende verbringt man gemütlich am Lagerfeuer (mit Marshmallows!), bewundert die großartigen Sonnenuntergänge und die traumhaften Sternenhimmel. Grandios! Die Campingplätze, auf denen wir waren, waren alle sehr einfach, aber völlig in Ordnung. Bis auf wenige Ausnahmen hatten wir immer warmes Wasser und Strom – nur einmal ist der Strom ausgefallen und zweimal musste ich eine kalte Dusche nehmen – allerdings sollte man immer damit rechnen, da weder Strom noch warmes Wasser immer gewährleistet sein kann. Manche Campingplätze waren kurioser als andere – z.B. hatten wir mal einen Platz, da hatten die Toiletten keine Türen, aber man konnte zumindest nicht direkt reingucken. Ein bisschen unangenehm, aber bei einer Nacht übersteht man das ohne Tragödien. Manche Campingplätze waren recht zentral und wir hatten einige andere Besucher, auf anderen Campingplätzen waren wir gefühlt völlig abgeschnitten vom Rest der Welt und alleine für uns.

Bis auf im Okavango-Delta haben wir immer in vorher reservierten Campingplätzen/Lodgen genächtigt. Meistens bekommt man einen bestimmen Platz zugewiesen, wo in der Nähe auch eine kleine Kochstelle mit Stromanschlüssen sind. Oft gibt es auch eine Bar oder ein Restaurant und manchmal auch einen kleinen Shop. Gefühlt gibt es in Afrika nur eine Zeltmarke, denn die Zelte sahen alle gleich aus. Beliebt sind aber auch die Dachzelte auf den Autos. Wer keine Lust auf Camping hat, kann meistens auch kleine Hütten oder Zimmer anmieten. Die meisten unserer Campingplätze waren eingezäunt, so mussten wir uns weniger Gedanken um wilde Tiere im Camp machen. Trotzdem können sich kleinere Tiere (wie Schakale) rein schmuggeln, die gerne irgendwelche herum liegenden Sachen (Essen, Schuhe, Socken) klauen. Also: besser nichts draußen liegen lassen! Ist der Campingplatz nicht eingezäunt, sollte man es vermeiden in der Nacht das Zelt zuverlassen. Ist es doch mal so dringend, sollte man vorher die Umgebung ordentlich ableuchten und nach wilden Tieren ausschau halten.

Reisebericht Afrika Namibia Spitzkoppe

Ich habe mich auf allen Campingplätzen sehr sicher gefühlt. Generell war die Atmosphäre auf „dem Land“ in Afrika viel angenehmer als in der Stadt. Ich hab mir eigentlich nie Sorgen um mein Gepäck gemacht und manchmal lagen die Wertsachen (bei abgelegenen und ruhigen Plätzen) auch unbeaufsichtigt im Zelt. Trotzdem sollte man hier nicht leichtsinnig sein, den ein Zelt bietet natürlich nicht viel Schutz vor Diebstahl. Übernachtet man mitten in einem Nationalpark sollte man aus Rücksicht zu seinem Umfeld ab Einbruch der Dunkelheit nicht mehr so viel Krach machen (Rücksicht auf sein Umfeld sollte man aber natürlich generell immer nehmen ;-) und ansonsten kann ich FlipFlops für die Duschen empfehlen, da man aus den Duschen meistens direkt in sandiges Gefilde stolpert. Und nasse, sandige Füße sind gar nicht so lustig.

Im Großen und Ganzen kann ich camping in Afrika nur empfehlen! Es war eine großartige Erfahrung!

Siehe auch:
Teil 6 meines Afrika Reiseberichts: auf ins Damaraland [Namibia]
Teil 9 meines Afrika Reiseberichts: Swakopmund [Namibia] (Coming Soon)
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten

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