Der Süden Afrikas – 06 – im Etosha Nationalpark [Namibia]

Ein weiteres Highlight auf unserer Reise sollte uns im Etosha Nationalpark erwartet: Ein Camp-eigenes Wasserloch mit grandiosen Besuchern und Safari auf eigene Faust! Werden wir endlich Löwen sehen..?

Zum Etosha Nationalpark

Wir trennten uns nur schweren Herzens von den beheizten Matratzen in Windhoek, aber ein weiteres Highlight der Reise stand uns bevor: der Etosha Nationalpark. 470km mussten wir von der Hauptstadt Namibias bis zum bedeutendsten Schutzgebiet des Landes bewältigen, welcher 1964 gegründet wurde. Der Nationalpark liegt im Norden des Landes, sein Name (Etosha) bedeutet „großer weißer Platz“ in Oshivambo und bezieht sich auf die Salzpfanne des Nationalparks. Diese Salzpfanne kann man sogar aus dem Weltraum aus sehen, denn sie ist die größte der Welt. Gegründet wurde der Park um die Wilderei zu reduzieren, die den Wildbestand fast ausgerottet hatte. Seit 1880 gab es dort keine Elefanten mehr und selbst die Antilopenherden, die es früher hier zu zehntausenden gab, waren verschwunden.

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Seit der Park eingezäunt wurde, konnten die Tiere bei Trockenheit nicht weiter Richtung Norden ziehen. Daher wurden die künstlichen Wasserlöcher angelegt.

Heute ist der Park komplett umzäunt, aber glücklicherweise hat der Nationalpark geholfen und zahlreiche Tiere sind zurück gekehrt. Besucher können mit dem eigenen Fahrzeug auf Safari gehen, was ihn zu einen der zugänglichsten Reservate im südlichen Afrika macht – man darf aus Sicherheitsgründen nur nicht aussteigen. Die Tore des Parks werden pünktlich geschlossen – wer unpünktlich ist, darf mit größeren Strafgebühren rechnen (Öffnung und Schließung richtet sich nach Sonnenauf- und untergang).

Wir erreichen den Park und werden direkt von dem Begrüßungskomitee an einem Wasserloch empfangen. Zebras und Antilopen haben wir zwar schon zuhauf gesehen, aber es wird trotzdem nicht langweilig. Es gesellen sich noch ein Strauß und andere Tiere dazu. Es fängt schon gut an! Ob wir wohl endlich unsere langersehnten Löwen sehen würden? Wir waren sehr gespannt und dies war auch unsere letzte Gelegenheit auf dieser Reise!

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Ein Strauß, eine Antilope und ein Zebra – dem kann man nichts mehr hinzufügen

Übernachtung im Okaukuejo Camp Camp

Zwei Nächte sollten wir im Okaukuejo Camp verbringen. Das Camp war ursprünglich ein Militäraußenposten, der 1901 gegründet wurde. Neben unterschiedlichen Unterkünften (camping, aber eben auch kleine Hütten oder Zimmer), gibt es auch einen kleinen Shop, eine Tankstelle, ein Restaurant und natürlich ein Pool. Ein wirklich sehr schönes Camp – uns hat es hier gut gefallen!

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Der großartige Aussichtsturm wurde 1963 errichtet und ist frei zugänglich

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Von oben hat man eine grandiose Aussicht!

Das grandioseste an dieser Unterkunft ist allerdings das hauseigene Wasserloch. Wir hatten gerade so unsere Zelte aufgebaut, als irgendjemand meinte, es gibt Elefanten am Wasserloch. Natürlich sind wir sofort hingeeilt und es war unglaublich. Eine Herde Elefanten tummelten sich am Wasserloch – es kamen noch Giraffen und Zebras dazu. Und im Hintergrund ging nebenbei die Sonne unter und wir hatten eine absolut traumhafte Sicht auf dieses tolle Spektakel! 

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Zuerst kommen nur ein paar wenige Elefanten, doch es werden mehr und mehr

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Die Elefanten stürzen sich auf das Wasserloch und wirbeln dabei eine menge Sand auf

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Das Wasserloch ist wirklich grandios – wir sitzen bequem auf Bänken und können die großartigen Tiere in freier Wildbahn beobachten

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Es gab sogar mehrere ganz junge Elefanten!

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Einfach nur perfekt

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Bei manchen kommt es aber auch zu Streitereien…

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark … andere trinken und genießen einfach nur…

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark …bei anderen geht es heiß her

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark dieser kleine Kollege hat sich einfach angeschlichen und wurde in unserem Elefanten-Wahn fast übersehen

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark ein erfrischendes Bad am Abend …

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark … und danach erstmal direkt wieder „Sonnenschutz“ auftragen – der Staub schützt die Haut der Elefanten vor der Sonne

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Zebras, Giraffen, Elefanten – ich konnte nicht aufhören Fotos zu machen!

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Das Wasserloch ist rund um die Uhr aktiv

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Nachts konnten wir Giraffen beim trinken zu sehen (sieht ja immer ein bisschen albern aus), wir konnten auch ein paar Nashörner sehen

Unterwegs auf Safari 

Für den nächsten Tag hatten wir zwei Safaris geplant: am Vormittag einmal, dann für ein kurzes Mittagessen zurück ins Camp und Nachmittags wieder. Nachts werden auch Nacht-Safaris angeboten, die ich gerne gemacht hätte, allerdings war sie bei uns bereits ausgebucht. Die Nacht haben wir sehr gut verbracht, obwohl es sehr kalt und stürmisch war. Sollte man Nachts seltsame Geräusche hören, muss man sich erstmal keine Sorgen machen. Zwar liegt unser Camp mitten im Nationalpark – also umgeben von wilden Tieren – aber da es eingezäunt ist, kommen keine wilden Tiere hinein. Mit einer Ausnahme: Schakale. Die streifen im Dunkeln durch das Camp und hoffen, irgendetwas zu finden, was sie fressen können. Wer seine Schuhe, Socken oder sein Essen noch behalten möchte, sollte die Sachen lieber nicht draußen liegen lassen ;-)

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Ein Morgen im Etosha Nationalpark

Natürlich wird morgens erstmal das Wasserloch gecheckt. Irgendwelchen coolen Gäste? Der Morgen war sehr ruhig, also konnten wir auf Safari gehen. Wir sind keine 10 Minuten unterwegs, als wir sie endlich sehen: unsere lang erhofften Löwen! Sie sitzen einfach so, neben der Straße im Gras und beobachten den Morgen. Wahnsinn! Und es geht weiter. An einem Wasserloch sehen wir noch Hyänen, Schakale, Adler, Gnus und und und…. 

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Einfach so, sitzen sie da ganz gemütlich herum

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Der Salzverkrustete Boden sieht ja fast aus wie Schnee/Eis :)

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Hyänen – wie schon in König der Löwen, immer zu dritt

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark links: Ein Riesentrappe – der größte fliegende Vogel in Namibia

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Ein Spießbock – das Tier steht für Zähigkeit und Bedürfnislosigkeit und ist daher das Wappentier Namibias

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Eine Safari erfordert viel Geduld und Aufmerksamkeit – wo sind die Tiere?

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark

Manchmal bekommt man die Tiere auf einem Silbertablett serviert, manchmal bedeutet Safari auch jede menge Geduld. Plötzlich sehen wir am Horizont – weit entfernt – einige Löwen. Sogar männliche. Der Zoom der Kamera versagte hier, also warteten wir ab was passieren würde. Nach einiger Zeit setzt sich eine der Löwinnen plötzlich in Bewegung und läuft auf uns zu. Ganz gemächlich spaziert sie an uns vorbei. Wir können unser Glück nicht fassen, als sie keine 2m an uns vorbei läuft und dabei bemerken wir, dass sie auch noch schwanger ist! Wie einmalig!

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Wie positionieren uns in der nähe einen Wasserlochs und hoffen auf Bespaßung

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Die Löwin kommt näher und näher…

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark … und läuft dann ganz nah an uns vorbei

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Sie würdigt uns nur eines schiefen Seitenblickes

Gebannt beobachten wir, was passieren wird. Die Löwin versteckt sich – scheinbar befindet sie sich auf der Jagd – hinter ein paar Büschen. Hin und wieder guckt der Kopf raus. Sonst passiert erstmal nichts. Gleichzeitig setzen sich weitere Löwen von dem Hügel in Bewegung und wollen scheinbar auch jagen. Wir sind hin und her gerissen, auf welche Seite wir gucken sollen um ja nichts zu verpassen. Wir warten eine gefühlte Ewigkeit und dann nähert sich eine Antilope unserer ersten Löwin. Sie springt plötzlich aus ihrem Versteck, aber die Antilope kann entkommen. Auch die Löwinnen auf der anderen Seite kriegen ihren Versuch und jagen ein paar Zebras hinterher, aber auch diese können entkommen. Es ist super spannend ständig hin und her zu gucken und alles im Blick zu behalten. Da merkt man, wie lange besondere Tiersichtungen dauern können. Schließlich scheitern alle Angriffsversuche (für diesen Blog Bericht kamen keine Tiere zu schaden!) und wir ziehen uns für eine verspätete Mittagspause zurück ins Camp. Diese Safari war aber einfach einmalig. Man bekommt nicht so oft die Chance Löwen beim Jagen zu beobachten und dann auch noch in Stereo. 

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark links: Die Löwin guckt aus ihrem Versteck und wartet; rechts: eine Antilope nähert sich und die Löwin greift an

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Weitere Löwinnen versuchen sich an den Zebras – aber sie sind zu schnell

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Aber irgendwie scheinen die Löwinnen auch nicht besonders motiviert zu sein

Inzwischen ist es richtig stürmisch. Wir können unser Essen draußen gar nicht essen, weil überall Sand ist. Ich versuche eine meiner Hosen zu waschen – sie trocknet auch unglaublich schnell, aber sie hat danach einen unübersehbaren Grauton. Hier in der Region ist es wohl häufiger etwas stürmischer, aber das ist wohl trotzdem etwas heftiger. Natürlich statten wir auch dem Wasserloch noch einen Besuch ab und es gibt regen betrieb: Gnus, Antilopen, Zebras und Vögel. Wir beobachten das Szenario noch etwas, bevor es zum zweiten Game Drive (Game steht für Wildtiere und Game Drive dann für eine Pirschfahrt/Safari) geht.

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Keine Löwen weit und breit – hier kann man in Ruhe trinken

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Ist das nicht großartig?

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Wir kriegen besuch von diesem kleinen Kerlchen

Unsere Nachmittags-Safari rief und wir waren schon sehr gespannt, was wir noch sehen würden. Wir steuerten immer die Wasserlöcher an, weil dort natürlich mehr los war. Wir entdecken Strauße, Zebras, Giraffen und natürlich Antilopen. Wir sehen sogar noch eine weitere kurze Löwenjagd, aber auch diesmal musste niemand verletzt werden. Bei unserer zweiten Runde sehen wir noch einige Tiere und können dann zufrieden in unser Camp zurück kehren – dieser Tag hat sich wirklich gelohnt!

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark 3 Strauße rennen durch die Savanne

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Ein Löwe versucht sein Glück am Wasserloch …

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark … rennende Giraffen sehen schon seltsam aus :-)

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Der Löwe zieht unmotiviert ab, aber die Giraffe ist noch misstrauisch 

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Mehrere Kapfüchse tummelten sich direkt vor unserer Nase

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark An einem Wasserloch können wir ein paar Zebras genauer beobachten

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Hier gibt es auch mal Auseinandersetzungen

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Die meisten chillen aber einfach direkt im Wasserloch

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Dieser Elefant mochte uns nicht und wollte uns angreifen – da hilft nur noch Gas geben und abhauen :)

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Einige Perlhühner – diese haben wir sehr oft gesehen und ich find sie einfach nur knuffig

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Unser Game Drive endet mit einem Elefanten, der die Straße blockiert und wegen dem wir fast zu spät zurück ins Camp gekommen wären

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Ein weiterer Sonnenuntergang am Wasserloch – heute ist aber nicht so viel los, da hatten wir am Vortag wohl Glück gehabt

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Nachts sehen wir wieder Nashörner – diesmal sogar mit Nachwuchs

The Big Five

Damit endeten unsere 1 1/2 Tage im Etosha Nationalpark. Wir haben letztendlich unsere Löwen gesehen – sogar ganze 12 Stück, was wirklich nicht selbstverständlich ist! Von den Big Five hatten wir dann auf unserer gesamten Reise leider nur 4 gesehen – aber so ist es mit der Safari, es ist ein Glücksspiel.  Die berühmten Big Five – das hört man immer wieder, aber was steckt dahinter? Damit werden fünf Tiere in Afrika bezeichnet, die besonders schwer und gefährlich zu jagen sind. Schnell wird hier der Jäger (Mensch) zum gejagten. Dabei handelt es sich um Elefanten, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard. Heute werden diese Tiere im Eotsha Nationalpark nur noch auf touristischen Safaris „gejadt“. Den Leopard konnten wir leider nicht entdecken – da muss ich wohl nochmal nach Afrika zurück kommen…

Es gibt btw. auch die Small Five (Nashornkäfer, Ameisenlöwe, Büffelweber, Spitzmaus, Leopardenschildkröte) und die Ugly Five (Marabu, Warzenschwein, Geier, Gnu und Hyäne) – diese haben wir aber nicht explizit „gejadgt“

Reisebericht Afrika Namibia Etosha Nationalpark Meine Big Four :-)

Siehe auch:
Teil 4 meines Afrika Reiseberichts: nach Namibia: in Windhoek 
Teil 6 meines Afrika Reiseberichts: auf ins Damaraland [Namibia]
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten

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