Der Süden Afrikas – 01 – Angekommen in Simbabwe: Victoria Falls

Ich bin kein Freund von zu heißen Temperaturen – so kam es, dass ich im Sommer vor der tropischen Hitzewelle in Deutschland floh und zwar nach Afrika! Ja, das klingt absurd, aber da in Afrika gerade Winter war, war es dort meistens sehr angenehm. Meine Reise begann bei den Victoria Falls…

Mein großer Urlaub dieses Jahr sollte mich in den Süden Afrikas bringen. Afrika war der letzte noch nicht von mir bereiste Kontinent – aber das war natürlich nicht der Hauptgrund für meine Reise. Ich wollte auf Safari gehen, durch Savannen wandern und die Schönheit dieser Länder entdecken. Die Route sollte mich über Simbabwe nach Botswana, von Namibia nach Südafrika bringen – eine ordentliche Strecke für 3 Wochen. Und dabei wollte ich so nah wie möglich an der Natur sein: Übernachtet wurde bis auf ein paar Ausnahmen im Zelt! Camping in Afrika – ein ganz besonderes Abenteuer, welches in Simbabwe beginnen sollte…

Zeit für ein paar Fakten:

  • Hauptstadt: Harare
  • Sprache: Englisch, Setswana
  • Einwohner: 13.061.239
  • Währung: US-Dollar (Simbabwe-Dollar)
  • Strom: 220/230 V, 50 Hz; Adapter ist notwendig (Typ D und G) (ich bin aber auf der komplette Reise mit meinem Typ M Adaper für Südafrika weitergekommen)
  • Trinkgeld: 10-15%
  • Zeitumstellung: UTC+2 / keine Zeitumstellung zu Deutschland (Winterzeit + 1 Std)
  • Beste Reisezeit: Mai bis September (Temperaturen sind sehr mild, Niederschlag wenig bis gar nicht vorhanden)

Reisebericht Simbabwe

Über Simbabwe

Simbabwe liegt umgeben von Sambia, Südafrika, Botswana und Mosambik in der tropischen Zone. Der viertlängsten Fluss Afrikas Sambesi fließt durch das Land und versorgt es mit Wasser, weswegen man ihn gern als Lebensader von Simbabwe bezeichnet, er gilt aber auch als schönster Fluss des Kontinents. Eigentlich müsste es, da Simbabwe in der tropischen Zone liegt, hier sehr warm sein, aber dadurch, dass es sich auf einem Hochland befindet, hat man im Durchschnitt eine angenehme Temperatur von 21 Grad. Die Jahreszeiten sind vertauscht zu unseren, so gilt der Oktober bis März als Frühling/Sommer mit Regenzeit und der April bis September als Herbst/Winter mit Trockenzeit. Im Sommer kann es auch mal 35°C warm werden mit Schwüle, während die Temperaturen im Winter auch auf 14°C fallen können.

Das Land hat für Besucher einiges zu bieten: Tierreiche Nationalparks, schöne Savannen, uralte afrikanische Kulturen wie die älteste Steinstadt im südlichen Afrika Groß-Simbabwe und natürlich die Viktoria-Fälle.

Reisebericht Afrika Simbabwe Victoria Falls Simbabwe – trotz des Flusses Sambesi ein trockenes Land

Visum & Einreise

Meine Anreise erfolgte mit einem Zwischenstopp in Johannesburg mit South African Airlines. Die Einreise selbst war problemlos: als Deutscher benötigt man ein Visum, dass man bei der Einreise erteilt bekommt. Mit 30 US-Dollar ist man dabei. Einige Wartezeit später, hatte ich einen Aufkleber im Reisepaß und ich war auch schon im Land. Ein Transfer brachte mich zu meiner Unterkunft. Gereist bin ich mit einer Reisegruppe in einem größeren Overland Truck, dementsprechend waren Route und Unterkünfte vorgegeben. Campingausrüstung wurde (abgesehen vom Schlafsack) zur Verfügung gestellt.

Was sollte man in Simbabwe nicht tun & gut zu wissen

Derzeit ist die Lage in Simbabwe ruhig, allerdings stehen Ende Juli 2018 Wahlen an, was zu Demonstrationen und unruhen führen kann (da war ich zum Glück schon wieder weg). Über die aktuelle Lage im Land darf nicht (ohne staatliche Akkreditierung) berichtet werden, das schließt für Ausländer auch das Sammeln jeglicher Informationen oder Gespräche zu diesem Thema mit der Bevölkerung ein.

Ansonsten ist die Versorgung mit Strom und Trinkwasser nicht überall im Land gesichert. Auch ist die Versorgung mit Bargeld recht problematisch. Während einer Hyperinflation 2009 explodierte die Währung und der Simbabwe-Dollar war praktisch nichts mehr wert. Vor Ort ist es als Ausländer eigentlich unmöglich Geld zu erhalten und auch Kreditkarten werden nur in den sehr touristischen Gegenden angenommen. Das Land hat inzwischen sogenannte Bond Notes/Bond Coins eingeführt, die eine Ergänzung zu dem US-Dollar sein soll. Ein Rückumtausch ist allerdings nicht möglich. Vor Ort versuchen engagierte Verkäufer diese Bond Notes an die Touristen zu bringen – teilweise mit wirklich lächerlich hohen Umrechungskursen. Als Tourist bringt man sich am einfachsten US-Dollars mit (und am besten in kleinen Scheinen, denn das Rückgeld kann man in der Einheimischen Währung bekommen und die kann man nirgends umtauschen – wobei ich immer US-Dollar gekriegt habe) – damit kommt man problemlos in Simbabwe, aber auch anderen Ecken (im südlichen) Afrikas über die Runden.

Reisebericht Afrika Simbabwe Victoria Falls Simbabwe – ein wildes Land

Angekommen im Shearwater Explorers Village

Von Simbabwe haben wir nur die Victoria Falls bereist. Die gleichnamige Ortschaft ist sehr übersichtlich und nicht weitere interessant. Man kann hier über Agenturen Touren buchen und es gibt einige Restaurants. Gecampt haben wir im Shearwater Explorers Village* – hier gibt es neben dem Campingplatz auch Zimmer, die angemietet werden können. Dazu ein Restaurant mit einer schönen Terasse und einem Pool – einer der schöneren Campingplätze mit ordentlichen Sanitärenanlagen auf unserer Reise. Touren können hier auch direkt über die Rezeption gebucht werden.

Reisebericht Afrika Simbabwe Victoria Falls ein kleiner, feiner Zeltplatz

Reisebericht Afrika Simbabwe Victoria Falls Die Terasse lädt zum chillen und entspannen ein

Ein wenig Geschichte

1980 erhielt Simbabwe die Unabhängigkeit von Großbritannien. Robert Mugabe, der von 1987 – 2017 das Land als Diktator regierte, vertrieb die weißen Farmer und verteilte deren Land unter der einheimischen Bevölkerung – was ihm natürlich zunächt unter diesen viel Sympathie einbrachte. Die Ernte schrumpfte dadurch aber, denn den einheimischen Bauern fehlte es an Erfahrung, aber auch an den Maschinen. So musste Getreide in das Land eingeführt werden, das vorher noch als Kornkammer Afrikas galt. Mugabe verbot zudem noch die freie Presse und verfolgte Kritiker und Mitglieder der Opposition. Außerdem kam es immer wieder zu gewaltsamen Ausschreitungen gegen die Bevölkerung, weswegen einige Simbabwer nach Südafrika auswanderten. Es folgten auch mehrere Dürreperioden, wodurch die Landwirtschaft weiter geschwächt wurde und das zuvor wirtschaftlich starke Land verarmte, obwohl es zu den rohstoffreichsten Länder Afrikas gehört. Die Platin- und Diamanten-Vorkommen gehören z.B. zu den größten der Welt.

Aufstände der Bevölkerung führten schließlich dazu, dass Mugabe Ende 2017 sein Amt niederlegen musste. Die Arbeitslosigkeit im Land liegt bei 90%. Die Armut trifft dabei aber überwiegend die Familien und Kindern, während die wenigen Einkünfte in die Taschen der Regierung wandert. Die Bevölkerung hofft nach dem Sturz auf eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage und der Zustände im Land. Die neue Regierung versprach, dass die Erträge besser verteilt werden sollen.

Die Victoria Falls

Die berühmten Victoria Falls liegen nicht weit von der Stadt Victoria Falls entfernt. Sie sind die größten Wasserfälle Afrikas, welche 1855 vom Europäer David Livingstone „entdeckt“ wurden und sie nach seiner Königin Queen Victoria nannte. Der Sambesi fließt an der Grenze zu Sambia entlang und stürzt die Victoria Fälle hinunter und das mal mehr oder weniger: In der Trockenzeit ist der Fluß ausgetrockneter und die Wasserfälle nicht so beeindruckend, während in der Regenzeit Millionen Liter Wasser in die Tiefe stürzen und sein Umfeld in feinen Nieselregen hüllt. „Mosi-oa-Tunya“ – bedeutet donnernder Rauch und ist der Name der Einheimischen für die Wasserfälle.

Reisebericht Afrika Simbabwe Victoria Falls so schön, so gewaltig, so beeindruckend

Wir sind von unserem Camp aus zu Fuß zu den Fällen gelaufen. Besichtigen kann man sie sowohl von Simbabwe, als auch von Sambia aus – wobei Simbabwe mehr Aussichtspunkte hat. Wer aber auch auf die Sambia Seite will, braucht für den Rückweg ein neues Visum für Simbabwe. Bei Einreise kann man hier aber direkt bei Einreise 2x ordern. 30 US-Dollar  kostet der Eintritt und dafür kann man sich auf dem Gelände frei bewegen und eine kleine Wanderung parallel der Falls machen und die unterschiedlichen Stationen besichten. Bei uns war es an den ersten Stationen noch recht trocken, aber umso weiter wir kamen, desto nasser wurde es. An den letzten Stationen kam soviel Wasser runter, das wir bis auf die Unterwäsche nass waren!

Reisebericht Afrika Simbabwe Victoria Falls zunächst zeigen sie sich nur recht schüchtern…

Reisebericht Afrika Simbabwe Victoria Falls … doch dann präsentieren sie ihre gewaltige Kraft

Wer nicht nass werden möchte (öhm, wer *weniger* nass werden möchte…), kann sich am Eingangsbereich einen Poncho leihen. Ich hatte nur eine Regenjacke und die war etwas überfordert – aber zum Glück war es bei uns warm und wir sind schnell getrocknet. Für die Elektronik hilft ein wasserfester Packsack (oder ähnliches).

Reisebericht Afrika Simbabwe Victoria Falls So viel Sprühnebel! Und dabei waren wir zur Trockenzeit da – ich möchte nicht wissen, wie es während der
Regenzeit hier runter kommt

Reisebericht Afrika Simbabwe Victoria Falls Dank der Wassermassen ist es hier um Umfeld schön grün!

Eine Statue des schottischen Missionars und Afrikaforschers David Livingstone. Er durchquerte im Dienste der Londoner Missionsgesellschaft u.a. von 1853 bis 1856 ganz Südafrika vom Sambesi bis Luanda (Angola) und Quelimane (Mosambik). Dabei solperte er auch über die Victoria Falls.

Reisebericht Afrika Simbabwe Victoria Falls Ein Denkmal für Herrn Livingstone, nach dem auch die Stadt nahe den Victoria Falls in Sambia benannt ist

Reisebericht Afrika Simbabwe Victoria Falls Die Falls sind so groß und gewaltig – ich war ganz sprachlos. Wirklich sehr sehenswert!

Reisebericht Afrika Simbabwe Victoria Falls Je nach Wind haben wir den Sprühnebel sogar in unserem Camp gespürt!

Reisebericht Afrika Simbabwe Victoria Falls kurz vor dem großen Fall…

Einen schönen kostenlosen Aussichtspunkt außerhalb der Victoria Falls auf die Victoria Falls Bridge gibt es vom Lookout Cafe, nur wenige gehminuten von der Stadt entfernt. Die Victoria Falls Bridge ist eine Eisenbahnbrücke, die Kapstadt (Südafrika) mit Lubumbashi (Demokratischen Republik Kongo) verbindet.

Reisebericht Afrika Simbabwe Victoria Falls ganz sieht man sie nicht – man kann sie auch zu Fuß erreichen, aber hier läuft man etwas länger

Reisebericht Afrika Simbabwe Victoria Falls ein gemütliches Cafe im Grünen

Reisebericht Afrika Simbabwe Victoria Falls hier tummelten sich bei uns auch viele kleine Affen: die Grüne Meerkatzen mit ihren ähm… leuchtend blauen …. :-)

Flussrundfahrt auf dem Sambesi 

Victoria Falls ist außerdem bekannt für seinen Abenteuertourismus: Bungee Jumping, River Rafting, Zip Line: alles kein Problem. Bermerkenswert muss auch die Aussicht auf die Falls vom Helikopter aus sein (hier legt man aber locker 150$ für ca 15 min hin!). Ich musste mein Budget etwas schon, und daher habe ich mich für den 40$ Sunset Cruise auf dem Sambesi entschieden. Mit einem Bus wird man in der Unterkunft abeholt und zu den Anlegeplätzen der Boote gebracht.

Reisebericht Afrika Simbabwe Victoria Falls an dem Tag war es recht bewölkt und die Sonne brach dramatisch durch die Wolkendecke

Reisebericht Afrika Simbabwe Victoria Falls Unser erster Elefant! Man, war ich aufgeregt :-)

Auf einem zweistöckigen Bötchen war man etwa für 3 Std unterwegs. Neben einem leichten Abendessen und kostenlosen Getränken, bekam man zu der tollen Aussicht auch einige Infos zu Land und Tieren. Und tatsächlich konnten wir neben dem Sonnenuntergang auch schon die ersten Tiersichtungen machen: Krokodile, Nilpferde, Elefanten und Giraffen! Wow, damit hatten wir noch überhaupt nicht gerechnet!

Reisebericht Afrika Simbabwe Victoria Falls Krokodile sonnen sich gemütlich am Flussufer und lassen den Voyeurismus der Touristen geduldig über sich ergehen

Reisebericht Afrika Simbabwe Victoria Falls Der Sonnenuntergang der Sunset Tour fiel eher mager aus, aber das machte die Tour nicht weniger interessant…
und es sollten noch so viele Sonnenuntergänge folgen…

Reisebericht Afrika Simbabwe Victoria Falls Ein Nilpferd steckt den Kopf aus dem Wasser – das sehe ich mir lieber aus sicherer Entfernung an! Sind sie
doch viel gefährlicher als Löwen oder Tiger…

Siehe auch:
Teil 2 meines Afrika Reiseberichts: Nach Botswana: im Chobe-Nationalpark
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten

 

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