Bodensee 3 – Konstanz und eine Untersee Bootsfahrt

Nach der ganzen Natur wurde es für mich an der Zeit, einer Stadt am Bodensee einen Besuch abzustatten und meine Wahl fiel auf Konstanz.

Die Stadt liegt im Osten des Untersees und ist die größte Stadt am Bodensee. Das Zentrum ist überschaubar und man kann eigentlich alles Sehenswerte zu Fuß erreichen. Je nachdem was man sich alles ansehen möchte, reicht ein Tag dafür aus. Insgesamt hat Konstanz auf mich auch einen sehr gemütlichen Eindruck hinterlassen. Man hat einen hübschen, kleinen Hafen, eine hübsche historische Altstadt und ein bisschen pep bringen die zahlreichen Studenten, Dank der großen Universität und Hochschule. 

Die Geschichte der Stadt hat vermutlich bereits Ende des 2. Jhd v. Chr. angefangen, als Kelten hier siedelten. Die Römer ließen aber nicht lange auf sich warten: das Gebiet wurde von Kaiser Augustus für das Römische Reich erobert. Damals wurde die Siedlung auch bereits befestigt. Seitdem hat sich viel getan, bis die Konstanz zu der Stadt geworden ist, die wir heute kennen. 

Reisebericht Bodensee Konstanz Reichenau

Konschdanz, Chostanze oder Constantiensis? Wie der Name genau entstanden ist, ist heute nicht ganz sicher bekannt. Um 160 n. Chr. wird hier eine Siedlung namens Drusomagus erwähnt. Außerdem gab es hier eine spätrömischen Festungsanlage namens Kastells Constantia. Dieser Name stammt wohl aus dem Jahre 525 und ist wohl die erste sichere überlieferte Erwähnung. 1286 war es Constantiensis, 1274 tatsächlich bereits Konstanz, was sich aber noch mal geändert hat. Bis 1353 hat es sich in Kostnitz weiterentwickelt. Spannend, wie sich die Sprache und Namen im Laufe der Jahrhunderte verändern. Heute wird die Stadt von den Einheimischen liebevoll „Konschdanz“ genannt. 

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauVon 1192–1548 war die Stadt eine freie Reichsstadt, zwischendrin gehörte Konstanz auch mal zu Österreich, bis es dann an das Großherzogtum Baden fiel

Konstanz am Hafen

Es ist noch früher Vormittag als ich den kleinen Hafen von Konstanz erreiche. Das Wetter ist noch etwas verschlafen und der Himmel wird von einer dicken Wolkenschicht bedeckt – aber ich muss gestehen, nach den Tagen mit der vielen Sonne, war das auch eine angenehme Abwechslung. Der Hafen liegt direkt am Zentrum der Stadt und ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in die Region und natürlich auch Bootsfahrten. 

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauNoch ein bisschen verschlafen: der Hafen von Konstanz

Reisebericht Bodensee Konstanz Reichenau

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauDas ist schon irgendwie idyllisch, oder?

Am Hafen befindet sich das Konzilgebäude. Das Gebäude hat 3 Stockwerke und ist ein massiver Steinbau von 1388. Es war damals fast 500 Jahre lang ein Warenlager für ortsansässige und reisende Händler. Während des Konstanzer Konzils fand hier 1417 die Versammlung der wahlberechtigten Kardinäle zur Wahl von Papst Martin V. statt. Das Konzil gilt als größter erhaltener mittelalterlicher Profanbau in Süddeutschland. Seit 1912 wird es als Restaurant, Kongresszentrum und Festsaal genutzt. 

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauDer Name des Gebäudes geht auf eine Austellung über die Papstwahl zurück, welche im Konziliumssaal ausgestellt wurde – so entstand im 19. Jhd der Name Conziliumsgebäude

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauDie Historische Hafenuhr, die heutzutage gern als Treffpunkt oder zur Orientierung genutzt wird, steht direkt neben dem Konzil

Nicht zu übersehen ist die Imperia, eine 9m hohe Figur aus Beton, die 1993 von dem Bildhauer Peter Lenk entworfen wurde. Sie soll satirisch an das Konzil von Konstanz (1414–1418) erinnern. Die dargestellte Kurtisane trägt einen tiefen Ausschnitt und zwei zwergenhafte Männlein – einer mit einer Krone und einem Reichsapfel, die andere mit einer päpstlichen Tiara – sitzen auf Ihren Händen. Die Bedeutung der zwei Figuren ist nicht ganz eindeutig, es könnte Machthabern zur Zeit des Konstanzer Konzils darstellen, oder aber auch die weltliche und die geistliche Macht repräsentieren. Wobei der Künstler selbst sagt, dass es nackte Gaukler sind, die sich die Insignien der Macht widerrechtlich aufgesetzt haben. So oder so: die Imperia ist schon Sightseeing-Fotografie für Fortgeschrittene, denn sie dreht sich mit Hilfe eines Rundtisches um sich selbst. Gleichzeitig wartet man also darauf, dass sich die Figur von vorne zeigt und einem keine Leute vor die Linse springen – das war gar nicht so einfach und ich habe mehrere Anläufe gebraucht.

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauDie Imperia dreht sich innerhalb von 4 Minuten um die eigene Achse

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Vor dem Konzil befindet sich noch das Zeppelin-Denkmal, welches dem Graf von Zeppelin gewidmet wurde. Er wurde in Konstanz geboren und gilt als Begründer des Starrluftschiffbaus. Er entwickelte Zeppeline, die zwischen 1909 – 1914 in der zivilen Luftfahrt eingesetzt wurden, aber auch später im Ersten Weltkrieg und in den 1920er bis 30er Jahren. Das Denkmal wurde am 8. Juli 1920 an Zeppelins Geburtstag eingeweiht. Direkt neben dran befindet sich auch der Stadtgarten. Er ist das grüne Herz der Stadt und lädt mit seinen tollen Blick auf den Bodensee zum Verweilen ein. Er ist nicht nur bei Touristen sehr beliebt, auch die Einwohner schätzen ihn als Erholungsort. Regelmäßig finden hier auch kulturellen Veranstaltungen statt. 

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauDas Zeppelin-Denkmal am Stadtgarten

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauDer Stadtgarten von Konstanz

Die Altstadt

In der Altstadt findet man die meisten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Ich lasse den Hafen hinter mir und in ein paar Minuten bin ich schon in der Altstadt. Mein erster Stop ist der Kaiserbrunnen auf dem Marktplatz. Der Brunnen stammt ursprünglich aus dem Jahr 1897, wurde aber in Anlehnung an das Konstanzer Konzil in den 90er Jahren um einige Figuren erweitert. Man findet hier u.a. einen dreiköpfigen Pfau mit drei Papstkronen, der die Spaltung der abendländischen Kirche symbolisiert, die historisch gesehen der Auslöser des Konstanzer Konzils war, da drei Päpste gleichzeitig Anspruch auf den Heiligen Stuhl erhoben. Insgesamt findet man hier wohl einige Anspielungen auf die Konstanzer Vergangenheit. 

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauDer Kaiserbrunnen mitten auf dem Markplatz

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauUm den Brunnen herum findet man einige hübsche Bronze Figuren

Nicht weit entfernt von dem Brunnen befindet sich das Rathaus. Dieses befindet sich in einem ehm. Zunfthaus der Leinweber aus dem 16. Jhd. Lange Zeit befand sich in dem Gebäude eine Kanzlei und heute befindet sich hier der Sitz des Oberbürgermeisters, sowie Teile der Stadtverwaltung. Das Interessante an diesem Gebäude ist aber die beeindruckende Fassade, die mit einer historistische Fresken gestaltet ist, die Szenen aus der Stadtgeschichte zeigt. Auch sehr hübsch ist der Innenhof, der im Renaissancestil dekoriert wurde. 

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauÜber den Fenstern des 1. Stocks befinden sich kleinen Medaillons mit Porträts von bekannten Persönlichkeiten aus Konstanz

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauDie Bilder am EG zeigen staatstragende Ereignisse

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauDer Innenhof ist auch einen Blick wert und kann während der Öffnungszeiten normal besichtigt werden

Gleich um die Ecke befindet sich der Obermarkt – hier befand sich im Mittelalter die Gerichtsstätte mit Pranger der Stadt. Hier fallen mir zwei interessante Gebäude aus: einmal das Hotel Barbarossa, indem Friedrich I. Barbarossa 1183 angeblich den Frieden für Konstanz verhandelt haben soll. Daneben befindet sich das Haus Zum Hohen Hafen, was ähnlich wie das Rathaus mit einer tollen Wandmalerei an der Fassade auffällt. Die Malerei wurde von dem damaligen Besitzer in Auftrag gegeben und es zeigt auch wieder Ereignisse aus der Geschichte Konstanzs. Insgesamt findet man in Konstanz einige Häuser, die eine kunstvoll bemalte Fassaden haben. 

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauLinks das Hotel Barbarossa und rechts das Haus Zum Hohen Hafen

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauHübsche Details 

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauEin weiteres Haus mit hübscher Fassade: Das Hotel Graf Zeppelin

Als nächstes wollte ich mir eine kleine Stärkung gönnen und hatte mir als Ziel eigentlich das Vogelhaus rausgesucht, da ich schon häufig gelesen hatte, das es dort echt gut sein soll. Leider waren alle Plätze belegt und ich bin schmollend woanders Frühstücken gegangen. Sehr schade: Eine oberschwäbische Teigspezialität ist die Seele – eine Art Baguette, was unterschiedlich belegt und überbacken wird. Die wollte ich hier in Konstanz probieren, aber leider habe ich keine gefunden. Menno, dabei hätte ich so gern mal eine Seele gegessen.

Als nächstes ging es zum Konstanzer Münster, der auch „Münster Unserer Lieben Frau“ genannt wird. Hier in Konstanz befand sich damals der Bischofssitz, der als Stützpunkt für die Christianisierung und politische Unterwerfung der Alamannen am westlichen Bodensee diente. Hier stand früher auch mal ein spätrömisches Kastell, auf dessen Ruinen die erste Kathedralkirche errichtet wurde. Der Münsterhügel ist mit zarten 6-7m über dem Wasserspiegel des Bodensees die höchste Erhebung im heutigen Konstanzer Stadtgebiet – das war wohl die richtige Stelle für eine Kirche. Der Bau wurde um 590 begonnen, die erste urkundliche Erwähnung stammt aber erst aus dem Jahr 780. 

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauDer Konstanzer Münster ist die größte romanische Kirche in Südwestdeutschlands

Im Jahre 1052 stürzte das Langhaus ohne erkenntlichen Grund plötzlich ein. Möglicherweise wegen einem Erdbeben, aber vielleicht war die Kirche auch einfach baufällig gewesen. Man begann 1054 mit einem Neubau, der 1089 eingeweiht werden konnte. Im 14.-16. Jhd kamen noch Türmen und Seitenkapellen hinzu und um 19. Jhd schließlich eine neugotische Turmspitze. Generell wurde sie nach der Reformation mehrfach umgebaut und renoviert. 

Reisebericht Bodensee Konstanz Reichenau

Im Inneren des Münsters gibt es noch Ausstattung aus den vergangenen Jahrhunderten zu sehen, wie z.B. Renaissance-Orgel aus dem frühen 16. Jhd, das spätmittelalterliche Treppenhaus des Thomaschor mit reiche Figurenschmuck, Wandmalereien verschiedener Epochen usw. Es gibt eine Krypta aus dem 9. und 10. Jhd, indem sich ein für die christlichen Welt einzigartiger Schatz befindet: vier Goldscheiben die sich an der Außenwand des Chores befinden. Im Kreuzgang befindet sich die Silvesterkapelle, in der man ein spätgotische Wandgemälde bewundern kann, aber auch ein Mauritius Rotunde – eine Nachbildung der Jerusalemer Grabeskirche, welcher ein bedeutsamer Punkt für mittelalterlicher Wallfahrten war. 

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauIm Inneren des Konstanzer Münster

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauEin Blick in die Krypta, mit einer der vier Goldscheiben

Nachdem die Kirche über 12 Jahrhunderte lang die Kathedrale der Bischöfe von Konstanz war, wurde sie – nachdem das Bistum 1821 aufgehoben wurde – zu einer katholische Pfarrkirche. Sie ist das höchste Gebäude der historischen Altstadt und prägt bis heute das Stadtbild. Immer wieder schwärmen die Leute von der tollen Aussicht von dem Münsterturm, den ich auch sehr gern gesehen hätte – derzeit ist er aber wegen Corona geschlossen. Generell wird die Kirche aber auch für Konzerte, Festivals und andere Events genutzt. 

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauDer Kreuzgang wo man div. Wappen bewundern kann

Durch das Viertel Niederburg

Nördlich des Münsters befindet sich das Viertel Niederburg. Es ist das älteste Viertel der Stadt und entstand im 7. Jhd durch die Ansiedlung des Bischofs und den daraus hier entstandenen Wohnungen für das bischöflichem Gefolge. Im 12.-14. Jhd sind dann noch hübsche Stadthäuser von wohlhabenden Bürgern dazu gekommen. Heute ist das Viertel für seine verwinkelten Gassen, Weinstuben und Restaurants bekannt. Wer sich nach etwas Ruhe sehnt, wird hier fündig werden. Es lohnt sich, hier einfach mal durch die Gassen bis an den Rhein zu schlendern.

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauHübsche Gassen mit bunten Häusern und viel Grün

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauWeinstuben prägen hier das Stadtbild

Ich erreiche den Rhein und vor mir baut sich der Rheintorturm auf. Inzwischen kommt auch immer mehr die Sonne raus und langsam wird es wieder etwas wärmer. Seit dem Mittelalter bis ins 19. Jhd hinein wurde die Stadt von einer Ringmauer mit über 20 Türmen und Toren umgeben. Davon ist heute leider nicht mehr viel zu sehen – neben ein paar Mauerresten sind noch 3 der damals über 20 Türmen übrig geblieben – richtig geraten, der Rheintorturm gehört dazu. Früher bildete er den einzigen Zugang vom Norden her in die Stadt und war ein wichtiger Zugang für die Konstanzer und den Fernhandel. Während heute die Alte Rheinbrücke eine Möglichkeit ist den Rhein zu überqueren, gab es von 1200 bis 1856 eine Holzbrücke, die direkt auf den Rheintorturm zulief. Heute wird das im Inneren befindete Turmstübchen als Treffpunkt genutzt.

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauDer Rheintorturm

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauDie Alte Rheinbrücke

Nicht weit vom Rheintorturm entfernt, befindet sich der nächste übriggebliebene Turm: der Pulverturm (der dritte im Bunde ist das Schnetztor, welches aber nicht auf meiner Route lag). Früher bildete er den Eckpunkt der inneren Stadtmauer. Er wurde auch Ziegelturm oder Judenturm genannt – letzteres entstand um 1250, als die Juden in der Stadt ihren Wehrbeitrag leisteten und dafür den Turm errichten ließen. 1420 änderte sich das, als alle männlichen Juden hier 40 Wochen lang eingesperrt wurden. Sie wurden solange festgehalten bis sie 20.000 Gulden Zwangsgeld gezahlt hatten – anschließend wurden sie der Stadt verwiesen. Der Konstanzer Konzil hatte damals Schulden angehäuft und so konnte der damalige Kaiser Sigismund sie leicht abbezahlen. Inzwischen wird er als Zunfthaus einer Narrenzunft genutzt.

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauLinks der Rheintorturm und rechts der Pulverturm

Damit war ich in Konstanz dann auch schon durch. Ich wollte die Stadt aber nochmal aus einer anderen Perspektive sehen und bin dafür nach Peterhausen-Ost auf die andere Rheinseite gefahren. In der Nähe der Bodensee-Therme gibt es einen schönen Platz, von dem man aus einen ganz hübschen Blick auf das Stadtbild mit dem Münster werfen kann. Hier gibt es auch einen kleinen Steinstrand, an dem kleine Steintürmchen aufgestapelt wurden. Ich kann mir vorstellen, dass es sich auch lohnt einen kleinen Spaziergang hier her zu machen, wenn man etwas mehr Zeit hat (ich war mit dem Auto unterwegs). Ihr findet den Spot mit der „Bootsteg“ Markierung auf meiner Karte. 

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauDer Münster und die Konstanzer Bucht

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauAuch ein schöner Platz mit einer schönen Aussicht auf den Bodensee

Reisebericht Bodensee Konstanz Reichenau

Eine Bootsfahrt ab Radolfzell am Bodensee

Als nächstes ging es nach Radolfzell, von wo ich eine Bootsfahrt starten wollte. Ich konnte ja schlecht am Bodensee gewesen sein, ohne einmal mit dem Boot gefahren zu sein, oder? Ab Radolfzell sollte meine Tour starten. Zugegeben, am Ende wurde es nur die normale Fahrt mit der Fähre von Radolfzell über Iznang und Mannenbach im Süden nach Reichenau und zurück nach Radolfzell. Mein eigentlicher Plan mit einer richtigen Rundfahrt musste leider ausfallen (vermutlich wegen Corona), also wurde das zu meinem Notfall-Plan.

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauDer kleine Hafen von Radolfzell

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauDas Konzertsegel von 1989 – hier finden regelmäßig Veranstaltungen wie Konzerte, aber auch Märkte statt

Radolfzell liegt am nordwestlichen Ufer des Untersees und ist die drittgrößte Stadt am Bodensee. Sie hat den längsten begehbaren Uferabschnitt am Bodensee und ist umgeben von weitgehend unberührte Natur. Funfact: Radolfzell ist die einzige Stadt, die den Zusatz „am Bodensee“ trägt. Sie soll eine sehr hübsche und geschichtsträchtige Altstadt haben, zu der ich es aber nicht mehr geschafft habe. 

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauEin idyllischer Fleck am Bodensee

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauDas Kunstwerk „El Nino“ befindet sich unweit vom Ufer und wird von vielen zur Messung des Wasserspiegels genutzt

Tatsächlich gesehen habe ich nur den Platz rund um die Hafenmole. Hier hat man die Möglichkeit gemütlich am Bodensee spazieren zu gehen, aber auch einige Lokalitäten laden zum Essen, snacken und verweilen ein. Eine schöne Ecke, auch wenn man nicht gerade auf ein Boot wartet. Die Fähre der Bodensee-Schiffsbetriebe ist auf dieser Route etwa 1 1/2 Std unterwegs und gekostet hat mich der Spaß ca 13 Euro. Als die Fähre ablegt, schnappe ich mir einen Sitzplatz auf dem oberen Deck, von wo man eine ganz gute Aussicht auf alles hat. Insgesamt eine schöne Runde, auch wenn es nur der normale Fährbetrieb ist und der Stops an den einzelnen Haltestellen natürlich schon etwas gedauert haben. Es ist eben keine richtige/reine Rundfahrt, aber besser als nichts und nach einem langen Tag mit viel laufen, kann man einfach mal die Füße ausruhen und den Untersee erkunden. 

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauWunderschöner Untersee

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauMannenbach-Salenstein mit Blick auf das Schloss Salenstein

Die Halbinsel Mettnau

Von Radolfzell ist es nicht mehr weit zur östlich liegenden Halbinsel Mettnau. Die etwa 3,5km lange und bis zu 800m breite Halbinsel ist ein Zufluchtsort für zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten, denn ein großer Teil der Halbinsel steht unter Naturschutz. Mettnau ist bekannt für seine unberührte Natur, aber auch für seine Medizinischen Reha-Einrichtungen. Seit 1926 gilt die Insel als ausgewiesene Naturschutzgebiet und gehört damit zu den ältesten Schutzgebiete Deutschlands. 

Der äußerste Zipfel der Halbinsel – die Mettnauspitze – wird in den Sommermonaten (der Zeitraum kann abweichen, aber i. d. R. zwischen April und August) für Spaziergänger gesperrt, damit für die seltenen hier lebenden Vögel eine störungsfreie Brut gewährleistet werden kann, denn hier befindet sich ein wichtiges Brutgebiet für Wasservögel in der Region. 

Mein Weg führt mich zunächst in die kleine Stadt am Scheffelschlösschen vorbei. Das kleine Schlösschen im Neo-Renaissance Stil war im Besitz des Dichters Joseph Victor von Scheffel, der hier seit 1876 die Sommer gemeinsam mit seiner Familie verbrachte. Nachdem er in den Adelsstand erhoben wurde, erwarb er das damals alte Rebgutpächterhaus und baute es zu einem Schloss aus. Seit 1928 befand sich im EG ein Scheffel-Museum. Seit 1966 ist das Schlösschen der Sitz der Kurbetriebsverwaltung mit einer kleinen Ausstellung im Hausflur, welche verschiedene Werke Scheffels zeigt. Das Kaminzimmer und einige Deckenmalereien sind noch original erhalten. 

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauDas Scheffelschlösschen

Bevor ich einen kleinen Abstecher in die Mettnauer Natur machen wollte, wollte ich aber noch eine kleine Stärkung zu mir nehmen. Im Standcafe Mettnau konnte ich noch einen Platz ergattern und für mich gab es Strudel zum Abendessen. Auch wenn der Strudel für mich nichts neues ist, gehört er hier am Bodensee zu den Spezialitäten und spoiler: er war hervorragend.

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauEin schöner Platz zum ausruhen und lecker essen

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauStrudel und Eis zum Abendessen – gesunde Ernährung kann ich

Gut gestärkt bin ich nochmal etwas herum gewandert. Mich hat es zum Mettnauturm gezogen im Nord-Osten der Halbinsel. Der 18m hohe Turm aus Holz ist derzeit gesperrt, aber von da oben muss man eine tolle Aussicht auf den Bodensee haben. Ich habe gelesen, dass man bei gutem Wetter sogar bis in die Schweiz mit dem Thurgauer Seerücken, die Schweizer Alpen und dem Säntis sehen kann. 

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauDie Aussicht vom Mettnauturm muss grandios sein – schade, dass er gesperrt war

Sehr schön ist bestimmt auch ein Spaziergang über den Life-Pfad, der als Lehrpfad über die Besonderheiten des Bodensees informiert. Ich habe es aber nicht mehr hier hin geschafft.

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauWanderwege inmitten von übbigen Wäldern

Reisebericht Bodensee Konstanz ReichenauEine fast unberührte Natur auf der Halbinsel Mettnau

Nach meinem Spaziergang trete ich schließlich den Rückweg in meine Unterkunft an. Der Rückweg stellte sich als erstaunlich turbulent heraus, da mein Navi ein wenig verwirrt zu sein scheint. Den ganzen Urlaub über hat er mich über die wildesten Pfade geschickt und auch wenn ich die Routen vorher gecheckt habe, hat er es trotzdem immer geschafft, mir noch eine kleine Überraschung mit einzubauen, wie z. B. mitten durch einen Reiterhof zu fahren. 

Siehe auch:
Teil 2 meines Bodensee Reiseberichts: Die Insel Mainau
Teil 4 meines Bodensee Reiseberichts: Eine Wanderung auf der Insel Reichenau (Coming Soon)
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten und Route
Hinweis: Alle genannten Unterkünften/Touren/Restaurants/etc. habe ich selbst gebucht und bezahlt. Dies sind lediglich Empfehlungen bzw. Erfahrungsberichte meinerseits und es erfolgte keine Zusammenarbeit mit einer Firma. Ich wurde für die Verlinkung/Werbung nicht bezahlt. Ich bin ein privater Blog und verdiene damit keinerlei Geld. Ich habe einfach nur Spaß am bloggen und reisen und teile dies mit der Welt :-)

Habt ihr noch Fragen? Schreibt mir gern - die Antwort kann aber evtl. ein bisschen dauern ;-) Seid mir nicht böse