Bodensee 2 – Die Insel Mainau

Der Ruf eilt ihr voraus: Die wunderschöne Blumeninsel Mainau wurde mir sehr häufig empfohlen und nicht ohne Grund gehört sie zu den schönsten Sehenswürdigkeiten am Bodensee! Also musste ich natürlich dorthin um sie mir anzusehen…

Die Insel Mainau

Ich hatte meine Reise an den Bodensee kaum gebucht und mich noch gar nicht so richtig damit befasst, was ich mir alles ansehen wollte, da kam es schon von allen Seiten: „Schau dir die Insel Mainau an!“ Also habe ich das getan: Die 45 Hektar große Insel liegt im Überlinger See und ist die drittgrößte Insel im Bodensee. Sie wird nicht ohne Grund die Blumeninsel genannt, denn hier findet man etwa eine Millionen Blumen und rund 5.000 verschiedene Blumensorten. Durch das angenehme und günstige Bodenseeklima wachsen auf der Insel neben heimischen auch mediterrane Pflanzen und sogar Palmen.

Reisebericht Bodensee MainauWunderschöne Blumen auf der Insel Mainau

Reisebericht Bodensee Mainau

Die Insel Mainau hat aber nicht nur Blumen zu bieten – neben einem historischen Schloss, einem botanischer Garten und div. anderen Park- und Gartenanlagen kommen auch Kinder nicht zu kurz: Es gibt einen Streichelzoo, das Kinderland „Wasserwelt“, ein Pfauengehege, und und und. Insgesamt beträgt der Umfang der Insel rund 3km und hier gibt es einiges zu entdecken. Ich werde aufgrund der großen Auswahl nicht auf alle sehenswerten Punkte eingehen und mich auf eine Auswahl beschränken.

Alles begann schon 1827 als der damalige ungarische Fürst Esterházy einen Schlosshof anlegte und neben einheimischen Pflanzen auch wertvolle und exotische für seinen Garten auswählte. 1853 wurde die Insel zum Sommersitz des Großherzogs Friedrich I. von Baden und er vergrößerte den Baumbestand und erschuf u. a. das Arboretum – er gilt als Begründer des Mainau Gartens. Seit 1974 befindet sich die Insel im Besitz einer gemeinnützigen Stiftung. Um Erbstreitigkeiten zu vermeiden und die Insel zu schützen, übergaben Graf Lennart und Gräfin Sonja Bernadotte, die die Insel Mainau 1932 übernommen hatten, sie an die Lennart-Bernadotte-Stiftung. Gemeinsam mit den historischen Gebäuden wurde die Insel auch unter Denkmalschutz gestellt. Die Stiftung verfolgt gemeinnützige Ziele wie die Förderung von Wissenschaften, die Landespflege, der Umwelt- und Denkmalschutz sowie die Heimatpflege.

Ein Besuch – Gut zu wissen!

Die Insel, die zum Stadtteil Litzelstetten der Stadt Konstanz gehört, kann sowohl vom Festland über eine Brücke, als auch vom Wasser aus mit der Fähre erreicht werden. Der Eintrittspreis ist mit 22 Euro p.P. erstmal nicht wirklich günstig, auf der anderen Seite kann man den ganzen Tag auf dieser Insel verbringen, ohne dass einem langweilig wird. Man sieht auch überall, wie viel Mühe sich das ganze Mainau-Team mit allem Drum und Dran gibt. Wer mit dem Auto anreist und Vorort parken möchte, muss noch 5 Euro fürs Parken einplanen. Für die Ausfahrt vom Parkplatz wird ein kleiner Chip benötigt, den man überall auf der Insel kaufen kann. Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist oder was wegschließen möchte, kann sich über die Fahrradständer und (kostenpflichtige) Schließfächer am Eingang freuen. Generell sind keine Fortbewegungsmittel (Fahrräder, Skates/Rollschuhe, Skateboards, Segways etc.) auf der Insel gestattet. Wer nicht so gut zu Fuß ist, muss aber nicht verzagen, denn es gibt auch einen Inselbus (fährt derzeit nicht, vermutlich wegen Corona).

Wer seinen Besuch vorab schon planen kann, kann das Ticket bereits online kaufen, das erspart einem längere Wartezeiten. Generell gilt hier wie bei allen größeren Attraktionen: Je früher man da ist, desto weniger wartet man. Einen Inselplan mit allen Stationen gibt es hier.

Reisebericht Bodensee MainauHübsche Aussichten auf der Insel Mainau

Zwischen Brücken und Baumalleen 

Pünktlich zum Öffnungsbeginn stehe ich am Eingang. Bis auf ein paar andere Besucher ist es noch schön ruhig. Das Wetter verspricht einen schönen Tag und ich bin schon sehr gespannt. Kurz darauf passiere ich den Einlass und bin drin. Die Brücke führt mich vom Eingang auf die Insel. Direkt am Anfang der Brücke steht das Schwedenkreuz und heißt den Mainau-Besucher willkommen. Einer Legende nach hat dieses Kreuz seinen heutigen Platz gefunden, nachdem die Schweden die Insel während des Dreißigjährigen Krieges besetzten. Nach Ende ihrer Regentschaft plünderten sie natürlich alles was nicht niet- und nagelfest war. Das Kreuz gehörte auch zu dieser Ausbeute, war dann allerdings schwerer als erwartet und wurde so an seinem heutigen Platz zurückgelassen.

Reisebericht Bodensee MainauGuten Morgen, Bodensee!

Reisebericht Bodensee MainauDas Schwedenkreuz und die Brücke, die mich auf die Insel Mainau führt

Reisebericht Bodensee MainauDiese Blumenfigur nimmt uns in Empfang 

Ich steuere meine erste Station an und mein Weg dorthin führt mich über die Metasequoia-Allee, benannt nach dem Urweltmammutbaum (auch bekannt als Chinesisches Rotholz). Dieser Baum gilt als lebendes Fossil. Entdeckt wurde der Metasequoia das erste mal im Jahre 1941 in einer unzugänglichen Bergregion in China und war zuvor nur durch Fossilienfunde bekannt. Die Insel Mainau bekam ihr erstes Exemplar rund 10 Jahre später aus einem Botanischen Garten in Richmond, Großbritannien. Damals hatte der Baum eine Größe von etwa 30cm. Über ein halbes Jahrhundert später ist es eindeutig: Der Metasequoia hat sich eingelebt, denn aus dem 30cm großen Bäumchen wurden 51 Bäume, die eindrucksvoll den Weg säumen.

Reisebericht Bodensee MainauDie beeindruckende Metasequoia-Allee

Zwischen Gärten und Schmetterlingen

Eine der Stationen, die ich direkt am Anfang ansteuerte, war das Schmetterlingshaus. Da dieses zu den Highlights der Insel gehört, ist es natürlich auch immer gut besucht, daher wollte ich direkt zur Öffnung dort sein um eine längere Warteschlange zu vermeiden. Die Pforten öffnen sich um 10 Uhr, also hatte ich noch etwas Zeit mir die anderen Stationen in der Nähe anzusehen.

In dieser Ecke der Insel gibt es noch verschiedene Gärten, wie z. B. der Garten für Alle. Dieser wurde 1989 von einem gemeinnützige Verein gegründet, der förder-bedürftigen Jugendlichen die Möglichkeit einer Ausbildungsvorbereitung gibt, um sie auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Es wird aber auch z. B. Schulklassen die Möglichkeit gegeben, hier außerschulische Aktivitäten im Grünen nachzugehen.

Reisebericht Bodensee MainauDer Garten für Alle

Reisebericht Bodensee Mainau

Reisebericht Bodensee MainauWunderschöne Blumen rund um das Schmetterlingshaus

Ein weiterer Garten hier ist der Saisonale Garten. Auf 5 etwa 100m² großen Gärten wird sich jedes Jahr einem bestimmten Motto gewidmet und dieses ist nur in dieser Saison zu sehen. Während es 2019 z. B. das Thema „Fremde Welten“ war, die die Interpretationen von Studenten der Landschaftsarchitektur zeigten, kann man dieses Jahr die imaginäre Insel Catan entdecken. Das erfolgreiche Spiel Catan feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum und aus diesem Anlass wurde hier ein überdimensionales und begehbares Spielfeld errichtet.

Reisebericht Bodensee MainauWenn man genau hinsieht, kann man auch die typische Wabenstruktur des Spiels erkennen

Da ich noch etwas Zeit hatte, bis das Schmetterlingshaus öffnen sollte, ging es für mich noch weiter zum Insektengarten. Hier wird rund um das Thema Bienen, ihre Bedeutung, Lebensweise, Geschichte, aber auch über die ihnen drohenden Gefahren informiert. 

Reisebericht Bodensee Mainau

Schon von weitem sind ist er zu sehen: Der Weinberg der Insel Mainau. Auf etwa 0,3 Hektar wachsen hier verschiedene Rebsorten – klassische Weinreben, aber auch interessante Neuzüchtungen. Auf einem kleinen Weinlehrpfad hat man die Möglichkeit allerlei Wissenswertes über den Weinbau und die Geschichte des Weines der Insel zu erfahren.

Reisebericht Bodensee MainauAuf der Insel Mainau findet man so Allerlei, z. B. auch einen Weinberg

Am Anfang des Weinlehrpfad steht der Schwedenturm, der von vielen Stellen der Insel aus gesehen werden kann und sich so mit der Zeit zum Wahrzeichen der Insel entwickelt hat. Er wurde im 16. Jhd errichtet und ist der letzte von ehm. 16 Wehrtürmen. Seinen Namen verdankt er der 2-jährigen Besetzungszeit der Schweden während des Dreißigjährigen Krieges.

Reisebericht Bodensee MainauDer Schwedenturm thront am Südwesthang über den Weinreben der Insel 

Nicht weit vom Schwedenturm befindet sich die Großherzog-Friedrich-Terrasse. Hier befindet sich mit 425m ü. NN die höchste Erhebung der Insel. Sie ist dem Parkgründer Großherzog Friedrich I. von Baden gewidmet und von Blumenbeeten umgeben. In der Mitte steht seine Büste, die an ihn erinnern soll. Hier befindet sich auch das historische Wasserreservoir. Es ist zwar inzwischen nicht mehr in Betrieb, aber von der Dachterrasse aus hat man einen sehr hübschen Blick auf den Arboretum, wo es für mich später noch hingehen sollte.

Reisebericht Bodensee MainauDie Büste des Großherzog Friedrich I. 

Jetzt sollte es aber endlich ins Schmetterlingshaus gehen! Es ist täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Aufgrund von Corona wird die Besucheranzahl derzeit reduziert und es kann daher zu längeren Wartezeiten kommen. Im Haus selbst herrscht Maskenpflicht und natürlich muss man auf den Mindestabstand zu anderen Besuchern achten. Das Schmetterlingshaus der Insel Mainau ist das zweitgrößte Deutschlands und bei einem Rundgang kann man neben exotische Blumen und Pflanzen natürlich auch zahlreiche Schmetterlinge entdecken: Insgesamt leben hier 700-1000 Falter aus etwa 120 verschiedenen Arten aus Mittel- und Südamerika, Asien und Afrika. Bei Temperaturen zwischen 25° und 30° und einer Luftfeuchtigkeit von etwa 90% fühlt man sich schon ein wenig in die Tropen versetzt.

Reisebericht Bodensee MainauSowohl Name, als auch Aussehen halten was sie versprechen: Schmetterlinge

Reisebericht Bodensee MainauNeben Schmetterlingen gibt es aber auch andere kleine Bewohner

Reisebericht Bodensee MainauAn vielen Punkten des Weges hängen Früchte, an denen man die Schmetterlinge ganz besonders gut beobachten kann

Übrigens vermehren sich hier etwa ein Drittel der Schmetterlingsarten auf natürliche Weise. Da die Anzahl der Nachkommen aber nicht immer ausreicht, bekommt das Schmetterlingshaus eine wöchentliche Lieferung von etwa 400 Puppen. Die heimischen Schmetterlinge werden aber auch nicht vergessen: Die Gartenanlage rund um das Schmetterlingshaus wurde als passender Lebensraum für die heimischen Schmetterlinge gestaltet.

Reisebericht Bodensee MainauHier hat man die Möglichkeit Bananenfalter und ihre tollen Flügelmuster mal etwas aus der Nähe zu betrachten

Reisebericht Bodensee MainauDer Glasflügler Greta Oto wird aufgrund seiner durchsichtigen Flügel auch häufig als „Waldgeist“ bezeichnet – ist unsere Natur nicht wunderbar?

Nebeneffekt von 90% Luftfeuchtigkeit: Die Linse meiner Kamera beschlägt ständig und während ich ein Fotomotiv nach dem anderen entdecke, bin ich unaufhörlich dabei die Linse mit einem Tuch abzuwischen. Irgendwann kapituliere ich schließlich und widme mich nur noch der schönen Umgebung und ihren zahlreichen kleinen Bewohnern. Das Schmetterlingshaus ist definitiv eines meiner Favoriten auf der Insel gewesen!

Reisebericht Bodensee MainauMeine Kamera beschlägt und schließlich gebe ich auf – enttäuscht muss ich allerdings nicht sein!

Zwischen Schlössern und mediterranen Terassen

Vom Schmetterlingshaus geht es für mich weiter Richtung Osten, vorbei an einem Bereich der z.T. für Besucher gesperrt ist. Ich erreiche das Torhaus, über den man in den Schlossbereich der Insel gelangt. Zu meiner rechten erblicke ich den Gärtnerturm am äußeren Rand des Schlossplatzes. Errichtet wurden die drei massiven Untergeschosse des Turms auf den Resten der ehm. mittelalterlichen Festungsanlage. Im Laufe des 19. Jhd kam dann noch der hellere, achteckige Aufbau und das Dach hinzu. Heute befindet sich hier neben einem Mainau-Souvenirshop eine wechselnde Ausstellung.

Reisebericht Bodensee MainauDer Gärtnerturm, umgeben von lauter grün

Reisebericht Bodensee Mainau

Von hier aus sind es nur noch wenige Meter zum Schloss Mainau. Das Schloss gilt als ein einzigartiges Beispiel des süddeutschen Barocks und wurde 1739 bis 1746 erbaut. Es wurde auf einem alten Burgstall der abgebrochenen Burg Mainau errichtet. Neben dem Gärtnerturm und der Schlosskirche gehört das Barockschloss zu den drei historischen Bauwerk auf der Insel. Es entstand als symmetrische Schlossanlage in Hufeisenform. Während sich die beiden Flügel dem Festland hin öffnen, wendet sich die breite Seite des Schlosses dem See zu. Auf dem Westgiebel kann man u. a. das Wappen des Hochmeisters Clemens August von Bayern (bei mir auf dem Foto nicht im Original zu sehen, da dieses wegen der Restaurierungsarbeiten durch ein Abbild des Wappens verdeckt wird) sehen, während die Ostseite mit ihrem Wappen an die Erbauer des Schlosses erinnert: Den Deutschen Orden. Die Insel Mainau befand sich zu dieser Zeit im Besitz des Deutschen Ordens, welche sie um 1271 als Schenkung erhalten hatte. Sie verwalteten die Insel über 500 Jahre lang bis 1806.

Inzwischen ist das Schloss der Wohnsitz der gräflichen Familie. Funfact: Man erkennt daran, ob die gräfliche Flagge auf dem Schlossdach gehisst ist oder nicht, ob die gräfliche Familie gerade anwesend ist. Bei mir waren sie es wohl nicht. Teile des Schlosses können besichtigt werden, wie z. B. der „Wappensaal“, in dem sich wechselnde Ausstellungen befinden, oder auch der „Weiße Saal“. Der ehm. Audienzsaal ist in Weiß und Gold gehalten und leider nur zu Konzerten oder anderen Veranstaltungen öffentlich zugänglich.

Reisebericht Bodensee MainauDas Schloss Mainau – das Herz der Insel – wird derzeit restauriert

Direkt neben dem Schloss befindet sich die Schlosskirche St. Marien. Der Bau begann sogar noch vor dem des Schlosses zwischen 1732 bis 1739. Nachdem sich die Insel von der Plünderei und Zerstörung des Dreißigjährigen Kriegs erholte, erhielt der Orden die Genehmigung für den Bau eines neuen Gotteshauses. Die Hauptausstattung der Kirche stammt von einem bedeutenden Barockbildhauer des Südwesten Deutschlands, Joseph Anton Feuchtmeyer. Die 150kg schwere Glocke stammt allerdings tatsächlich noch aus Vorkriegszeiten, da sie 1505 in Lindau gegossen wurde. Die Kirche ist der Gottesmutter Maria geweiht und ihrem Leben gewidmet, die die Schutzfrau des Deutschen Ordens ist. Ein reich verziertes Deckenfresko soll den Blick zum „himmlischen Bereich“ (Chorraum und Hochaltar) lenken, wo Szenarien aus Marias Leben dargestellt werden. Mit diesem Gotteshaus startete der Siegeszug des Barocks am Bodensee.

Reisebericht Bodensee MainauDirekt neben dem Schloss befindet sich die Kirche, die zunächst von außen recht unscheinbar aussieht…

Reisebericht Bodensee Mainau… aber von Innen jede Menge Barock bietet

Neben Schloss und Kirche befindet sich der prächtige italienische Rosengarten. Nach strengen geometrischen Angaben wurde die Anlage im 19. Jhd von Großherzog Friedrich I. von Baden in Auftrag gegeben. 1861 wurde der Grundstein gelegt. 1865 wurden 4 Marmorskulpturen, die die vier Jahreszeiten symbolisieren um den zentralen Springbrunnen errichtet. Die Pergola und der mediterrane Flair laden zum Flanieren und Verweilen ein. Natürlich kann man hier aber auch verschiedene Rosen besichtigen. Insbesondere zwischen Juni und August muss sich dem Besucher hier ein prächtiges Bild bieten: Rosenpyramiden, Beetrosen und rankende Kletterrosen erblühen in verschiedensten Farben und werden von Jahr zu Jahr auf neue Weise von den Mainau-Gärtnern gepflanzt. Insgesamt blühen in dem Garten 8.000 Beetrosen in 140 Sorten, 151 Kletterrosen in 73 Sorten und 181 Hochstammrosen in 141 Sorten. Hier findet sogar eine Wahl für die Rosenkönigin statt: Jedes Jahr im Sommer können die Besucher ihre Lieblingsrose zur allerschönsten wählen.

Reisebericht Bodensee MainauDer italienische Rosengarten in seiner ganzen Pracht

Reisebericht Bodensee MainauDie Marmorskulptur Herbst

Reisebericht Bodensee MainauDie Viktoria-Linde am Ende des Gartens, welche 1862 anlässlich der Geburt  Viktorias (spätere Königin von Schweden) gepflanzt wurde

Hier in der Ecke befindet sich auch das Palmenhaus. Ursprünglich wurde die aufwändige Glaskonstruktion errichtet um die exotischen Bäume im Winter zu schützen – inzwischen sind sie aber das ganze Jahr hier untergebracht. Hier leben 20 verschiedene Palmenarten – davon eine 15m hohe Kanarische Dattelpalme, die um 1888 gepflanzt wurde. Im Frühjahr findet hier auch immer eine Orchideenschau statt. Das Palmenhaus hat eine Höhe von 17,40m und eine Fläche von 1270 qm. Es wurde als Kalthaus konzipiert und hat daher eine Temperatur von 10-12° – die Temperatur kann aber bei Bedarf – für z. B. andere Veranstaltungen – dank einer Bodenheizung erhöht werden. 

Reisebericht Bodensee MainauPalmen im Palmenhaus

Als nächstes ging es für mich zu den Mediterran-Terrassen. Hier findet man eine prächtig bepflanzte Terrassenlandschaft, die einem mit der hübschen Bodenseelandschaft tatsächlich ein Gefühl von Mittelmeer gibt. Ein schöner Platz um einfach mal die Aussicht zu genießen. Hier befindet sich auch der Schwanenbrunnen (Brunnenarena). Die verspielten Schwäne waren ein Geburtstagsgeschenk zu Graf Bernadottes 70. Geburtstag.

Reisebericht Bodensee MainauAm Bodensee oder am Mittelmeer? 

Reisebericht Bodensee MainauDer Schwanenbrunnen in der Brunnenarena

Einen Großteil der Mainau Fläche nimmt das Arboretum für sich ein. Dabei handelt es sich um eine Parkanlage mit einer stattlichen Baumsammlung, die zu einem gemütlichen Spaziergang zwischen riesigen Mammutbäumen einlädt. Hier findet sich auch einer der ältesten Riesenmammutbäume Deutschlands, der 1853 als 70cm großes Bäumchen aus Kalifornien kam. Die Mammutbäumen sind aber nicht die einzigen besonderen Bewohner des Arboretum, hier findet man z. B. auch Atlas- und Libanon-Zedern, Metasequoien und Tulpenbäume. 

Eingerichtet wurde das Arboretum der Insel Mainau in 1864. Fast aus allen Kontinenten ließ der Großherzog Friedrich nach und nach Bäume in das Arboretum pflanzen. Im Gegensatz zu einem normalerweise üblichen Arboretum wurden die Bäume hier aus reinen Sammlerleidenschaft heraus gepflanzt und nicht aus wissenschaftlichem Interesse. Heute umfasst die Sammlung um die 250 Gehölzarten und –sorten. 

Reisebericht Bodensee MainauNeben all den großen und mächtigen Bäumen gibt es hier auch Bambus!

Am Rande des Arboretum befindet sich auch die Frühlingsstraße. Ab Februar kann man die ersten Frühjahrsblumen, wie z. B. Schneeglöckchen hier entdecken, gefolgt von Krokussen ab Ende März/Anfang April und zahlreichen Narzissen, Tulpen und weiteren farbenfrohen Blumen. An diesem Ort beginnt das Frühlingserwachen der Insel Mainau!

Das bunte Blumenmeer wächst aber nicht zufällig genau hier, – bereits im Herbst wird von den Mainau-Gärtnern eine große Anzahl an Blumen gepflanzt, die dann am Anfang des nächsten Jahres ihre Pracht entfaltet. Entstanden ist der Standort ursprünglich aus der Not heraus: 1956 setzte der Frost zu früh ein und alle Beete waren so tiefgefroren, dass die Blumenzwiebeln nicht gepflanzt werden konnten. Zufällig entdeckte man, dass die Wiesen unter den alten Bäumen der Frühlingsstraße nicht gefroren waren, denn das Falllaub schützte den Boden. So konnten doch noch alle Blumen rechtzeitig gepflanzt werden. 

Reisebericht Bodensee MainauDie Frühlingsstraße von ihrer „baumigen“ Seite 

Zwischen Blumenbeeten und dem Bodensee-Ufer

Von der Frühlingsallee käme man wieder zurück zum Schwedenturm, für mich geht es aber in die andere Richtung weiter und zwar zum Ufer. Der Weg zu dem tiefer gelegenen Uferbereich führte mich über die Italienische Blumen-Wassertreppe. Die Wassertreppe, die einem italienischen Renaissancegarten nachempfunden wurde, besteht aus einer Kaskade, die von echten Zypressen begleitet wird. 

Reisebericht Bodensee MainauEine üppig von Blumen und Bäumen geschmückte Wassertreppe

An der südöstlichen Spitze der Insel Mainau gibt es nochmal einige hübsche Blumen(beete) zu bewundern, z. B. am Ufergarten das Bodenseerelief. Hier sieht man eine hübsche geografische Darstellung des Bodensees mit Städten in Blumenform. Oder auch die Blumenuhr. Diese stammt ursprünglich von dem schwedische Botaniker Carl von Linné, der sie bereits 1745 entwickelt hat. Seit 2008 kann eine solche nun auch auf der Insel Mainau bewundert werden. Linné stellte fest, dass verschiedene Pflanzenarten zu verschiedene Zeiten ihre Blüten öffneten. So legte er ein rundes Blumenbeet an und unterteilte es mit einem Ziffernblatt. Linné pflanzte die entsprechenden Blumen-Vertreter an die vorgesehene Stelle, so dass die Blumen für die korrekte Uhrzeit in der Blumenuhr blühen. Man sagt, dass Linné so mit einem Blick auf seine Blumenuhr die Zeit auf 5 Minuten genau ablesen konnte. 

Reisebericht Bodensee MainauDer Bodensee als Blumenbeet

Reisebericht Bodensee MainauDie Blumenuhr nach Linné

Direkt am Ufer bot sich mir ein Anblick, der mich zunächst verwunderte. Hier standen Badewannen, gefüllt mit Wasser- und Sumpfpflanzen und im Hintergrund der wunderschöne Bodensee – ein extravaganter Wassergarten. In 19 Wannen findet man dem Jahresmotto „Blühende Wasser, schwimmende Gärten“ entsprechend Pflanzen aus verschiedenen Teilen der Welt: Wechselblättriges Zyperngras aus Madagaskar, Blumenrohr aus Indien, aber auch die heimische Seerose ist vertreten.

Reisebericht Bodensee MainauEine Wanne ist noch frei – wer möchte ein Bad nehmen?

Von hier ist es nicht mehr weit zum Hafen, welcher ein weiterer Eingang von der Seeseite aus ist. Die Aussicht auf den Bodensee und seine Landschaft ist von hier aus natürlich nochmal besonders schön. Wer noch eins draufsetzen möchte, stattet dem Dachgarten einen Besuch ab. Von hier aus hat man einen schicken Panorama-Ausblick auf den Bodensee. 

Reisebericht Bodensee MainauWillkommen auf der Insel Mainau von der anderen Seite

Wer eine kleine Stärkung braucht, wird hier auch fündig: Rund um den Hafeneingang tummeln sich verschiedene Restaurants, Kiosks und Imbiss-Buden. Für mich wird es auch Zeit, also mache ich eine kurze Pause im Biergarten am Hafen. Ich entscheide mich für einen leckeren Veggie-Burger mit Kartoffel Wedges. Das Essen auf der Insel Mainau ist generell nicht ganz günstig. Es gibt aber eine Auswahl an verschiedenen Lokalitäten – auch in verschiedenen Preisklassen. Wer trotzdem lieber ein Picknick veranstalten möchte, bringt sich einfach selber etwas mit – und wem das zu schwer zu tragen wird, leiht sich einfach kostenlos einen Bollerwagen aus.

Reisebericht Bodensee MainauUnd schon wieder ein unscharfes Food-Foto! Einmal mit Profis!

Zwischen Bauernhöfen und Blumenfiguren

Inzwischen habe ich fast alles gesehen und mache mich langsam wieder auf den Rückweg zum Eingang. Für den Rückweg habe ich mir aber auf der Südseite der Insel noch ein paar Spots übrig gelassen: Wie z. B. der Mainau-Bauernhof. Hier wohnen u. a. Alpakas, Hasen, Hühner, Ziegen, Ponys, Esel, Schafe und Katzen. Es gibt auch einen Streichelzoo, wo man den Ziegen noch eine extra Portion Streicheleinheiten zukommen lassen kann (derzeit wegen Corona geschlossen). Mit diesem Bauernhof möchte die Insel Mainau Begeisterung für die Tiere schaffen, die viele (gerade Stadt-) Kinder heute gar nicht mehr aus nächster Nähe kennen. Natürlich gibt es hier aber auch einen Garten, wo Nutzpflanzen wie Salat, Kräuter, Obst und Gemüse angebaut werden. 

Reisebericht Bodensee MainauPonys im Bauernhof

Meinen Besuch der Insel Mainau habe ich mit einem Stop bei den Blumenfiguren beendet. In der Nähe des Kräutergartens findet man einige sehr hübsche Vögel-Figuren. So. An dieser Stelle noch ein kurzes Fazit: Es gäbe an sich noch mehr zu schreiben und unzählige schöne Fotos musste ich aussortieren, da es sonst einfach den Rahmen gesprengt hätte (ich glaube, ich habe so schon zu viel geschrieben *hüstel*). Ich kann einen Besuch auf der Insel Mainau absolut empfehlen. Für jung und alt ist etwas dabei, sofern man ein wenig was mit Blumen und der Natur etc. anfangen kann. Auch Fotografen werden hier ihre reine Freude haben. Man sollte sich aber auf jeden Fall genügend Zeit einplanen (ca 4-5 Std. mind – je nachdem was man alles unternehmen möchte), denn es gibt hier einiges zu entdecken! Ich kann mich auch nur wiederholen, dass man unbedingt so früh wie möglich kommen sollte, denn bei mir hat sich die Insel schnell gefüllt und am Nachmittag war es bereits sehr voll! 

Reisebericht Bodensee MainauEine Blumenfigur der Insel Mainau

Reisebericht Bodensee MainauTschüß Mainau – es war schön hier!

Siehe auch:
Teil 1 meines Bodensee Reiseberichts: Ein Rheinfall und angekommen am Bodensee
Teil 3 meines Bodensee Reiseberichts: Konstanz & Reichenau + Untersee Bootsfahrt
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten und Route
Hinweis: Alle genannten Unterkünften/Touren/Restaurants/etc. habe ich selbst gebucht und bezahlt. Dies sind lediglich Empfehlungen bzw. Erfahrungsberichte meinerseits und es erfolgte keine Zusammenarbeit mit einer Firma. Ich wurde für die Verlinkung/Werbung nicht bezahlt. Ich bin ein privater Blog und verdiene damit keinerlei Geld. Ich habe einfach nur Spaß am bloggen und reisen und teile dies mit der Welt :-)

Habt ihr noch Fragen? Schreibt mir gern - die Antwort kann aber evtl. ein bisschen dauern ;-) Seid mir nicht böse