Besichtigung einer Tropfsteinhöhle und Steinau

Wir hatten super Wetter und das wollte ich ausnutzen. Also bin ich mal wieder los gezogen um mir etwas anzusehen. Mein Weg führte mich nach Steinau. Ein kleines Örtchen zwischen Hanau und Fulda.

Als erstes stand auf der Liste das Schloss Steinau mitten im historischen Kern der Stadt. Es ist eine der frühsten, größten und best erhaltenen Anlagen der Frührenaissance in Hessen und ist eine Mischung aus mittelalterlicher Burg und Festung.

Reisebericht Steinau

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Von der usprünglichen mittelalterlichen Anlage sind heute nur noch Teile der Ringmauer und des Bergfrieds und ein Turm erhalten.

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Die eigentliche Anlage entstand im 13 Jahrhundert. Graf Philipp II von Hanau-Münzenberg ließ sie 1525 dann umbauen. Sein Sohn Philipp III hat dann um 1542-1558 auch noch ein bisschen was getan. Sie wurde als Witwensitz genutzt.

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Im Jahre 1736 fiel diese Grafschaft dann an den Landgrafen von Kassel. Dadurch blieb sie von weiteren Umbauten eher verschont, da sie an Bedeutung verloren hatte.

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Den 41m hohen Turm – genannt Bergfried – kann man besteigen (1 €). Die Aussicht ist grandios und man hat dank der Treppen auch gleich eine Runde Sport gemacht. Der Turm wurde um 1300 erbaut und im 16 Jahrhundert erweitert.

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Das Schloss kann im Zuge einer Führung besichtigt werden (4 €), diese hat mich allerdings nicht so interessiert. Es gibt/gab eine Gebrüder Grimm und eine Puppen-Ausstellung. Von der Burg/Festung stelbst ist nicht so viel zu besichtigen, da manche Teile der Anlage auch privat bewohnt sind.

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Auf Anfrage an der Kasse gab es eine kleine spontane Führung. Es ging durch den Saalbau und durch die Hofstube (wo fotografieren nicht erlaubt war).

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Hier wurden/werden alte Zeichnungen aus der Ursprungszeit freigelegt, die einem einen kleinen Eindruck der damaligen Pracht vermitteln können.

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Es ging weiter durch die Hofküche.

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Um das Gebäude geht ein fünfeckiger Burggraben – genannt Hirschgraben.

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Das Schloss war erkundet. Jetzt war die Stadt selbst dran. Direkt beim Hauptausgang sieht man das Rathaus und dem Märchenbrunnen.

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Steinau nennt sich auch selbst Brüder-Grimm-Stadt, da diese einen Teil ihrer Jugend hier verbracht haben. Die Stadt liegt an der deutschen Märchenstraße und der deutschen Fachwerkstraße – weswegen sie noch den Zusatz „an der Straße“ hat. Sie hat einen historischen Stadtkern mit unzähligen kleinen Gässchen und Fachwerkhäusern.

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Ich bin ein wenig ziellos durch die Stadt geschlendet. Sehr putzig.

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Das Gebrüder Grimm Haus – ein Museum.

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Ich bin dann noch etwas an der Kinzig entlang spaziert und hab noch etwas das Stadtbild genossen.

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Die Reinhardskirche aus dem Jahre 1725-1731.

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Danach ging es zu der etwas außerhalb liegenden Tropfsteinhöhle – die Teufelshöhle.

Ich war für die Führung etwas früh dran, daher gönnte ich mir einen Spaziergang durch den nahe gelegenen Wald.

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Gefühlt war ich der einzige Mensch im Umkreis von mehreren Kilometern – das war sehr idyllisch und ruhig.

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Der Eingang. Eine Führung durch die Höhle dauert etwa 30 min und kostet 3,5 Euro. Leider war das Fotografieren in der Höhle nicht erlaubt, daher gibt es hier keine weiteren Bilder.

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Man kriegt einen sexy gelbem Helm und dann ist man ready. Da es in der Höhle dauerhaft um die 10 Grad kalt ist, kann man sich auf Wunsch auch eine Jacke ausleihen (0,50 €)

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So kann das aussehen :lol:

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Die Höhle ist etwa 2,5 Mio Jahre alt. Sie wurde 1584 entdeckt als eine Kuh rein stürzte. Die Bauern dachten, dass dies nur das Werk des Teufels sein konnte. Die Bevölkerung war damals sehr abgergläubig. Sie dachten, der Teufel würde darin leben und um ihn zu besänftigen warfen sie Steine, aber auch verendete Tiere hinein. Sie dachten, das Loch müsste sich dann füllen – da die Höhle aber so tief war, verteilte sich alles darin. Die Menschen dachten, der Teufel wäre so unersättlich, bekamen angst und so wurde die Gegend komplett gemieden.

Erst 1830 wurde der Versuch gestartet sie zu besichtigen. Mehrere junge Männer wollten – vermutlich als Mutprobe – die Höhle beklettern. Der erste Mann wagte den Versuch, verließ die Höhle aber kurz darauf wieder so verstört (vermutlich muss es dort wegen der vielen Leichen auch nicht besonders gut gerochen haben), das der nächste Versuch erst wieder 1898 gestartet wurde. Diesmal waren es 3 Männer mit Fackeln, Leitern und Seilen etc. bewaffnet, die das ganze etwas ernsthafter angingen. Danach wurde entschieden, die Höhle begehbar zu machen.

Heute ist die Höhle als Naturschutzgebiet deklariert und es sind 174m begehbar mit 3 Räumen – einer dieser Räume enthält Tropfsteine. Die Höhle befindet sich in einer ständigen Veränderung – man sagt, dass sie jedes Jahr anders aussieht. Man kann davon ausgehen, dass sie irgendwann nicht mehr vorhanden sein wird.

Die Führung ist kurz und knackig und informativ. Hat mir gut gefallen. Insgesamt ist Steinau und die Tropfstein-Höhle ein unterhaltstamer und interessanter Tagesausflug den man sich mal gönnen kann.