Barcelona 2 – durch die Ciutat Vella – die Altstadt

Selbstverständlich habe ich mir ausreichend Zeit genommen, die großartige Altstadt in Bacelona zu erkunden. Mit ihren vielen mittelalterlichen Gebäuden und beeindruckenden Kirchen kann man stundenlang durch die kleinen Gassen schlendern…

Sightseeing in Barcelona

Barcelona hat so viel schönes zum entdecken auf Lager, das ich es nicht geschafft habe (und auch nicht derart kürzen wollte), alles in einen Beitrag zu packen. Hier berichte ich über das Zentrum herum und die Altstadt. Alles über die Sagrada Familia, den Strandabschnitt und rund um den Hausberg Montjuïc findet ihr hier und hier ist mein Bericht über den Tagesauflug zum Kloster Montserrat (Coming Soon).

Reisebericht Barcelona

Die Altstadt und Umgebung

Die Altstadt ist das historische und politische Zentrum der Stadt. Die Ciutat Vella (katalanisch für Altstadt) erzählt einem die Stadtgeschichte aus vielen Epochen: Überreste der Stadtmauer der Römer von 133 v. Chr. neben Säulen eines alten Romanum Forums, Einflüsse der Herrschaft der Westgoten und Mauren und natürlich dem spanischen Bürgerkrieg, Kunst von Gaudi und Picasso. Alles findet man hier vereint. 

Hier gibt es natürlich unzählige alte und sehenswerte Gebäude – es ist fast unmöglich sie alle bei einem Wochenendtrip zu erkunden. Deswegen am besten einfach treiben lassen und die Atmosphäre genießen :-) Ich habe aber versucht die wesentlichen hier zu nennen:

Eines der Highlights der Altstadt ist natürlich La Catedral – eine gotische Kathedrale, die der Heiligen Eulalia geweiht. Die erste Kirche an dieser Stelle stammte noch aus dem 6. Jhd. Die Grundsteinlegung der heutige Kirche erfolgte in 1298 und der Bau dauerte bis 1448. Sie wurde aber später immer noch mal aumgebaut und erweitert. Die Kirche befindet sich am Platz Pla de la Seu, der 1421 erbaut wurde. Im Dezember findet hier ein schöner Weihanchtsmarkt statt.

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Einen besonderen Blick wert ist der Kreuzgang, wo man einen kleinen Garten entdecken kann, wo 13 Gänse leben! Sie symbolisieren das Alte der Märtyrerin Santa Eulàlia, die Schutzpatronin von Barcelona. Außerdem waren die Gänse eine super Alarmanlage gegen Diebe – denn sie können sehr laut werden. Das Dach der Kathedrale kann für 7 € bestiegen. Man hat von dort aus wohl eine tolle Sicht auf die Altstadt. 

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Um die Ecke befindet sich La Casa de l’Ardiaca, das Haus des Erzdiakon, dass sich neben den resten der römischen Stadtmauer befindet. Seit 1920 befindet es sich im Besitz des Stadtrates und es beherbergt das Geschichtsarchiv von Barcelona. Auf der Rückseite des Gebäudes befindet sich ein einzigartiger Briefkasten aus Marmor der drei Schwalben und eine Schildkröte zeigt. Im Inneren befindet sich ein Hof mit Palmen und der „Salon des les pinyes“ (Ananas-Salon). Der Eintritt ist frei.

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Reisebericht Barcelona rechts neben der Tür sehen wir den Briefkasten! Ein Werk des barcelonesischen Bildhauers Alfons Juyol

Reisebericht Barcelona Ein Denkmal am Plaça Garriga i Bachs

Der Plaça de Sant Felip Neri ist ein kleiner Platz im mittelalterlichen Barockstils, etwas abseits des Touristentroubels, den man über kleine, verwinkelte Gassen erreichen kann. Gegenüber von dem Platz befindet sich die Kirche San Filippo Neri, nach welcher der Platz benannt ist. Der achteckige Brunnen in der Mitte steht als Symbol für das Leben. Während des spanischen Bürgerkriegs wurde der Platz zweimal bombardiert – spuren dieses Angriffes können heute noch in den Wänden gesehen werden. 

Reisebericht Barcelona Die Spuren des Bombenangriffes sich nicht zu übersehen… 

Der Plaça del Rei („Königsplatz“) gehört zu den Wahrzeichen Barcelonas und ist Sitz des Grafen von Barcelonas und der Könige von Aragonien. Der Platz ist umringt von Bauten aus dem 13. – 16. Jhd, so bekam der Platz seine rechteckige Form. Im 14. Jhd fand hier immer ein Markt statt, der aber verlegt wurde, da hier Turniere statt finden sollten. Hier befindet sich auch das Historisches Museum der Stadt Barcelona. Hier findet man allerlei zu den Anfängen bis zur Gegenwart von Barcelona.

Reisebericht Barcelona Hier sehen wir den Eingang des Saló del Tinell – der historische Königssaal. Man kann diesen im Zuge eines Besuchs des Historisches Museum besichtigen.

Um die Ecke kommen wir auf den Plaça De Ramon Berenguer El Gran wo eine lebensgroße Bronze Statue von Ramon Berenguer III steht. Er war der Graf, der Barcelona von 1097 – 1131 regierte. Er wird auf seinem Pferd Danc dargestellt. 

Reisebericht Barcelona Im Hintergrund sieht man die mittelalterliche Mauer des Palau Reial.

Reisebericht Barcelona Das Palau Reial/ der Plaça del Rei macht von der anderen Rückseite aucheine schöne Figur

Reisebericht Barcelona Die Gassen vom Barri Gòtic mit Blick auf die Kathedrale

Das Gotische Viertel Barcelonas gehört zu den beliebtestens Sehenswürdigkeiten der Stadt – und das zu recht. Die kleinen engen und verwinkelten Gassen sind so schön und man findet immer wieder historische Kunstwerte, wie die Pont del Bisbe – die neugotische „Bischofsbrücke“. Sie verbindet die Gebäude Casa dels Canonges mit dem Palau de la Generalitat. Die Brücke wurde erst 1928 – später als die Gebäude – erbaut. Der Künstler Joan Rubió i Bellver wollte eine Reihe neuer Gebäude errichten, die in die Optik der vorhandenen gotischen Gebäude passen sollte, aber lediglich die Brücke wurde von der Regierung genehmigt. Man sagt, der Künstler habe aus Enttäuschung einen heimlichen Schädel mit einem Dolch auf der unterseite der Brücke eingearbeitet. Jeder, der diesen Schädel sieht, soll von einem bösen Fluch getroffen werden.

Reisebericht Barcelona Ich habe den bösen Fluch überlebt!

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Der Plaça de Sant Jaume ist das administrative Herz der Stadt, aber auch des umliegenden Kataloniens. Hier befindet sich der Palau de la Generalitat de Catalunya und das Rathaus. Der Platz wurde nach einer Kirche benannt, die früher an dieser Stelle stand. Der Stadtrat traf sich immer in der Vorhalle der Kirche, bis sie schließlich 1823 abgerissen wurde. Zu bestimmten Festtagen finden hier aufregende Spektakel statt, wie der Feuerlauf (feuerspeiende Drachen am Abend), der Bal de Gegants (Riesige Menschenfiguren) oder der Wettbewerbe im Bauen von Castells (menschliche Türme). Der Palau de la Generalitat kann immer Sonntags und am 23. April eines Jahres besichtigt werden.

Reisebericht Barcelona die Ajuntament – das Rathaus – und Sitz des Bürgermeisters

Der nächste Punkt auf meiner Liste war eigentlich die Basílica dels Sants Màrtirs Just i Pastor. An dieser Stelle soll bereits seit dem 4. Jhd eine Kirche stehen. Die heutige Kirche wurde im 14. Jhd errichtet. Für mich gab es aber nicht viel zu sehen, da die Kirche komplett wegen Bauarbeiten eingepackt war.

Reisebericht Barcelona Ich habe dann einfach den Brunnen mit den lustigen Gesichtern gegenüber fotografiert :-D
 

Der Palau Requesens ist ein mittelalterlicher Palast mit römischen Stadtmauern. Er gehört zu den größten mittelalterlichen Palästen Barcelonas, wo sich heute die Reial Acadèmia de les Bones Lletres befindet. Freitag- und Samstagabend kann man den Palast im Zuge einer Führung und einem mittelalterlichen katalanischen Essen besichtigen. Außerdem soll es dazu noch eine mittelalterlich Show geben. 

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Reisebericht Barcelona Die Hauptstraße Via Laietana trennt die Viertel La Ribera, El Born und Barric Gotic
 

Ich wage mich auf die andere Seite der Straße Via Laietana und betrachte den Palau de la Música Catalana – ein Konzertsaal. Von Innem muss es sehr spektakulär aussehen, aber auch von außen macht das Gebäude von 1908 schon etwas her. Das Gebäude wurde als Sitz der katalanischen Volkschors Orfeó Català errichtet und daher wurde die Akustik auf einen optimalen Klang für Chormusik ausgerichtet. Im Nachhinein wurde die Akustik angepasst, damit auch klassische Instrumentale-, Pop- oder Rockkonzerte auch dort stattfinden konnten. 

Reisebericht Barcelona Das Gebäude wurde zum Unesco Weltkulturerbe erklärt

Reisebericht Barcelona spektakuläre Figuren an der Außenseite

Markthallen gibt es in Barcelona mehrere. Die bekannteste ist wohl die La Boqueria – diese soll aber sehr überlaufen und z.T. auch schmutzig sein. Daher habe ich mir mal die alternativen angeguckt. Der Mercat de Sant Antoni gilt als eine sehr schöne Markthalle. Seit Ende 2017 wird hier allerdings gebaut und bei mir war sie leider geschlossen. Dann habe ich mir den Santa Caterina Market näher angesehen. Hier gibt es über Blumen und frischen Lebensmitteln auch Restaurants und Imbissbuden. Früher stand hier mal ein Kloster, nachdem der Markt benannt wurde.

Reisebericht Barcelona Das wellenförmige, farbenfrohe Dacht fällt sofort ins Auge

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Die nächste Kirche steht auf dem Programm: die Santa Maria del Mar. Sie wurde 1329 – 1383 erbaut und gilt als gutes Beispiel für die katalanische Gotik. Eine Legende besagt, dass der Apostel Jakobus an dieser Stelle gepredigt haben soll, worauf hin dort eine Kirche gebaut wurde. Die heilige Eulalia soll auch um 304 hier beigesetzt worden sein, bevor sie in La Catedral gebracht wurde. 

Reisebericht Barcelona Die Kirche ist so groß und die Gassen so eng – ich kriege sie fast nicht komplett aufs Bild

Reisebericht Barcelona Am ehesten kann man sie im Ganzen noch vom Plaça de Santa Maria betrachten – hier war früher mal ein Friedhof

Wer hier ist, sollte unbedingt in den Laden Casa Gispert gehen. Das Geschäft befindet sich direkt neben der Kirche und ist ein zauberhafter Laden mit Nüssen und Gewürzen. Die Nüsse werden hier noch selbstgeröstet. 

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Reisebericht Barcelona Probiert die frisch gerösteten Mandeln – die waren der Hammer!

Reisebericht Barcelona Das Leben von Barcelona

Ich komme zum Parc de la Ciutadella. Er wurde auf dem ehemaligen Gelände der Zitadelle erbaut. Die Zitadelle war eine Festung, die im 18. Jhd nach dem spanischen Erbfolgekrieg erbaut wurde, welche die die Stadt beherrschen sollte. Dafür wurden 1.200 Häuser und zwei Kloster abgerissen. Es wurde sogar ein Fluss umgeleitet und 4.500 Personen wurden – ohne Entschädigung – umgesiedelt. Dementsprechend war die Zitadelle bei der Bevölkerung verhasst und wurde zum Symbol der Zentralregierung durch Madrid. 1841 wurde der Abriss befohlen – sie wurde aber erst 1868 vollständig zerstört.

1870 begann man dann mit der Gestaltung des Parks. Er gehört zu den größten Parkanlagen Barcelonas und auf dem Gelände befindet sich ein Zoo. Auf dem kleinen See kann man Ruderboot fahren, es gibt viele Spazierwege mit vielen Bäumen und exotischen Pflanzen. 

Reisebericht Barcelona Die Cascada Monumental ist ein aufwändig gestalteter Brunnen mit vielen spektakulären Figuren

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Reisebericht Barcelona Blick auf das Castell dels Tres Dragons – das Gebäude wurde für die Weltausstellung 1888 entworfen

Reisebericht Barcelona So ein Kopf muss schwer sein!

Reisebericht Barcelona Das Arsenal ist eines der wenigen Gebäude, die von der Zitadelle übrig geblieben ist. Heute Sitz des katalanischen Parlaments

Folgt man der Promenade kommt man zum Arc de Triomf. Der Triumphbogen wurde anlässlich der Weltausstellung 1888 im neu-maurischen Stil errichtet. 

Reisebericht Barcelona Der Bogen ist mit dem Wappen Barcelonas und aller spanischen Provinzen geschmückt

Nicht weit entfernt vom Triumphbogen befindet sich der Parc de l’estació del Nord. Ein kleiner Park, der bei Hundebesitzern sehr beliebt ist. Auffallen tut er durch seine blau schimmernden Schlangenpyramiden.

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Ein Spaziergang durch die Gassen Carrer de l’Allada-Vermell lohnt sich. In der engen Gasse sieht man einen Balkon neben dem anderen, gefüllt mit Leben und großen Bäumen.

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In der ehemaligen Markthalle El Born Centre de Cultura i Memòria befindet sich eine archäologische Stätte und eine Dauerausstellung zu Barcelona im 17. Jhd. Nach dem Abriss der Zitadelle hatte man den Platz für eine nötige Markthalle – genannt Marcat del Born – und so wurde diese von 1874 – 1876 gebaut. Nachdem sie 100 Jahre in Benutzung war, beschloss man sie für Messen und unterschiedliche Events zu nutzen. Bei Umbauarbeiten fand man archäologische Reste und so entschied man sich für die heutige Nutzung. Der Eintritt ist frei. 

Reisebericht Barcelona Die ehemalige Markthalle von außen

Reisebericht Barcelona Im Inneren kann man gut die Gebäudereste und Straßen erkennen des ehemaligen Viertels Vilanova de Mar erkennen

Die Passeig de Picasso wurde zu einer verkehrsberuhigten Straße, als die Architekten Roser Amadó und Lluís Domènech sie während des Projekts „Kunst im öffentlichen Raum“ umgestalteten. Neben Platanen gibt es einen kleinen Wasserverlauf und einen Springbrunnen. 

Reisebericht Barcelona Hier steht auch ein wasserumspülter Glaswürfel, in dessen Inneren sich ein Plüschsofa, durchbohrt von Stahlkreuzen befindet – das kann nur Kunst sein

Flaniermeilen in Barcelona

In Barcelona findet man ein paar Flaniermeilen. Die bekanntesten sind aber wohl La Rambla und Passeig de Gràcia.

La Rambla ist eine 1,2km lange Promenade die sich vom Zentrum bis zum Hafen zieht. Im hispano-arabischen ist der Name „Rambla“ üblich für eine Straße, die gleichzeitig auch ein Flussbett ist. Wasser wird aber z.B. nur bei Schneeschmelze im Frühling oder bei starkem Regen transportiert und so kann sie die restliche Zeit als Straße genutzt werden. Daher besteht die Theorie, dass die Promenade mal ein (ausgetrocknetes) Flussbett war – eindeutige Beweise gibt es dafür aber nicht. Eine andere Theorie besagt aber, dass der Name sich pauschal auf breite, meistens von Bäumen flankierte Straßen bezieht und hier nie ein Fluss lang lief.

Im späten Mittelalter wurde eine Stadtmauer an dieser Stelle erbaut und war 400 Jahre lang eine Barriere zwischen dem Viertel El Raval und dem Rest der Stadt. In der zweiten Hälfte des 16. Jhd. begann man mit dem Abriss der Mauer und die Rambla wurde zu einer Promenade umgestaltet. Heute gibt es einige Stände – von Souvenirs, zu Blumengeschäfte und Imbissbuden. Das Essen ist hier allerdings etwas teuer und muss man besonders gut auf seine Sachen aufpassen. Taschendiebe sind hier gern aktiv!

Reisebericht Barcelona Im Februar ist hier zum Glück noch nicht so viel los

In einer der Seitengassen von La Rambla befindet sich das Palau Güell. Das Palau wurde von Gaudí entworfen und zwischen 1886 – 1890 erbaut. Von außen erinnert das Palau an einen venezianischen Palast und Gaudí verspielter Stil lässt sich eher nur erahnen. Von Innen soll das Gebäude aber ausgestattet sein mit kunsthandwerklichen Arbeiten, speziell angefertigen Möbelstücken die von Gaudí selbst entworfen wurden und aufwändigen Decken und Gewölben. Der Eintritt kostet 12 €.

Für den Bau seines Palaus wählte der Bauherr Güell damals einen sehr ungewöhnlichen Ort, denn es lag damals inmitten des Armenviertels El Raval. Da seine Eltern aber wenige Meter entfernt wohnten, wählte er bewusst diesen Ort. Es gab sogar einen oberiridischen Tunnel, der direkt zur Rückseite des Elternhauses führte. Das Palau wurde so gestaltet, dass man sogar mit der Kutsche bis ins Gebäude fahren konnte und so blieben Ihnen den Kontakt zu den armen Nachbarn größtenteils erspart…

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Weiter über La Rambla komme ich zum Plaça Reial. Der Eingang zum historische Platz ist von der Promenade kaum zu erkennen, aber dann öffnet er sich und man sieht hochgewachsene Palmen und einige hübsche historische Häuserfassaden – in der Mitte ein Springbrunnen. Der Platz wurde 1848 – 1859 erbaut und sollte eigentlich an eine Platzanlage Napoleons erinnern. Aufgrund seiner nicht allzugroßen Größe erinnert er aber eher ean eine italienische Piazza.

In den 1970er verkam der Platz immer weiter und wurde vermehrt zum Treffpunkt für den Drogenhandel. 1981 bis 1983 wurde er aber saniert und kontrolliert und so siedelten sich dort gut besuchte Restaurants, Cafes und Bars an. Heute ist der Plaça Reial ein Platz der zu den beliebtestens in Barcelona gehört.

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Reisebericht Barcelona Der Drei Grazien Brunnen in der Mitte des Plaça Reial

La Rambla wird von einigen hübschen historischen Bauten flankiert, wie z.B. das Gran Teatre del Liceu, das größte Opernhaus Barcelonas. Das Gebäude wurde 1847 eröffnet. Das Theater wurde nach zwei Bränden (1861 und 1994) mit Hilfe von Spenden renoviert, erweitert und nötige Verbesserungen wurden direkt umgesetzt. 1999 konne das neue Opernhaus seine Pforten öffnen und kann außerhalb von Konzertzeiten besichtigt werden.

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In einer weiteren Seitengasse befindet sich das Antic Hospital de la Santa Creu – ein ehemaliges Krankenhaus. Von 1401 – 1926 war es das allgemeine Krankenhaus von Barcelona. Hier wurde btw. Antoni Gaudí nach seinem Unfall eingeliefert, wo er dann auch starb. Heute befindet sich dort die katalanische Nationalbibliothek.

Reisebericht Barcelona Ein Meisterwerk der katalanischen Gotik

Reisebericht Barcelona Im Innenhof befinden sich die Gärten Rubió i Lluch – ein ruhiger Ort inmitten der hektischen Stadt

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Eine weitere Flaniermeile, oder eher ein Prachtboulevard, ist die Straße Passeig de Gràcia. Die 1,5km lange Straße gilt als bekannteste Barcelonas und entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jhd zu einer edlen Wohngebend, die bei wohlhabenden Familien sehr beliebt war. Luxuriöse Residenzen waren für viele zu Wohlstand gegekommenen Bürgerfamilien ein angemessenes Ausdrucksmittel. An der Prachtstraße befinden sich einige spektakuläre Gebäude und hübsch gestalte Straßenlaternen, daher lohnt sich ein Spaziergang.

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Das Casa Lleó Morera ist ein kunstvolles Eckhaus, dessen Umgestaltung von Francesca Morera in Auftrag gegeben wurde, nachdem sie das Gebäude von Ihrem Onkel geerbt hatte. Das Projekt wurde nach Ihrem Tot 1904 von Ihrem Sohn fortgeführt. Damals sorge es mit seinen auffälligen Formen für eine menge Aufruhr unter der Bevölkerung. 1943 wurde das Gebäude von der Familie verkauft. Seit Anfang 2014 kann man das Casa Lleó Morera im Zuge einer ca 1 stündigen Tour besichtigen (15 €).

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Das Casa Amatller von 1875 ist ein Wohngebäude in dem es auch Geschäfte gibt. Das Gebäude wurde 1898 von Antoni Amatller i Costa – ein kunstinteressierter Besitzer einer Schokoladenfabrik – gekauft. Da das Gebäude damals noch eher schlicht gehalten war, wurde es von 1898 bis 1900 umgebaut und bekam sein heutiges Aussehen. Nach seinem Tod gründete seine Tocher die Stiftung Fundació Institut Amatller d’Art Hispànic, die sich bis heute dem Erhalt des Hauses und der Erforschung der hispanischen Kunst widmet. Seit 2015 kann ein Teil des Gebäudes als Museumswohnung besichtigt werden. Außerdem hat die Stiftung hier ihren Sitz und es gibt noch ein Cafe, Juwelier und ein Museumsshop.

Reisebericht Barcelona Die Fassade wurde asymmetrisch gestaltet: jedes Stockwerk hat eine unterschiedliche Anzahl an Fenster

Das Casa Batlló wurde von 1904 – 1906 von Gaudí aufwändig umgebaut. Die Fassade zeigt die Legende des Heiligen Georg (Schutzpatron Kataloniens). Er kämpfte gegen einen Drachen: das Dach stellt die Schuppen und die Gallerie im EG das Maul des Drachen dar, das Kreuz seine Lanze. Heute befindet sich das Gebäude in Privatbesitzt und ist für die Öffentlichkeit geöffnet (Eintrittspreise ab 24,5 €) 

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Links sehen wir historische Verlagshaus Fundació Antoni Tàpies. Der 1861 gegründete Kunstverlag hatte div. Standorte in der Stadt und 1879 beschlossen sie, diese an einem Standort zu vereinen. So wurde das Gebäude geplant und errichtet. 1981 meldete der Verlag Konkurs an, 1984 wurde es von Antoni Tàpies gekauft, der eine passende Unterkunft für ein Museum suchte. Da inzwischen die angrenzenden Gebäude höher waren und das Gebäude so etwas erdrückt wirkte, wurde eine gigantische Drahtwolke auf dem Dach gestaltet, für welches das Gebäude heute bekannt ist. 

Reisebericht Barcelona Das rote Backsteinhaus ist von weitem gut zu erkennen
 

Das  wohl bekannteste Gebäude der Straße ist das Casa Milà. Es wurde 1906 – 1910 von Gaudí für die Milà-Familie errichtet. Zunächst war es unter der Bevölkerung von Barcelona nicht sehr beliebt. Es kam aufgrund der unregelmäßigen Fassade den Spottnamen „La Pedrera“ (Der Steinbruch). Heute befinden sich neben Büros auch noch Wohnungen in dem Gebäude. Teile sind für die Öffentlichkeit geöffnet und können besichtigt werden (ab 22 €). 

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Reisebericht Barcelona Das Casa Mila von der Seite bei Sonnenaufgang

Ihr habt es gleich geschafft. Das letzte Gebäude das ich euch zeige ist das Casa de les Punxes. 1905 wurde das an eine mittelalterliche Burg erinnernde Gebäude beauftragt. Bartomeu Terradas i Mont starb 1901 und hinterließ seiner Frau und seinen 3 Töchtern ein Erbe – woraus das Casa gebaut werden konnte. Heute ist es in Privatbesitz und beherbergt einige Büros. Außerdem kann es im Zuge einer Führung besichtigt werden.

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Reisebericht BarcelonaEine schöne Fassade, zahlreiche Türme und viele verspielte Details – Ein Hingucker

 

Essen in Barcelona

Ich muss gestehen, in Barcelona habe ich nicht so viel spektakuläres gegessen.
Sandwichs von Straßenverkäufern sollte man eher meiden. Ich habe gelesen, dass diese oft keine Lizenz haben und die Hygiene Zustände nicht unbedingt die besten sind.

Eigentlich muss man in Barcelona auch mal Fuet und Jamón Ibérico de Bellota probieren. Das ist luftgetrocknete Hartwurst und ich wollte diese in einem Supermarkt kaufen und als Mitbringsel mit nach Hause bringen, aber ich habe dort keine gefunden (war natürlich auch wieder auf den letzten Drücker…). Pech gehabt.

Natürlich kommt man um Tapas in Barcelona nicht herum. Wenn man nicht alleine unterwegs ist, kann man super mehrere Sachen bestellen und sich dann durch probieren. Ich war in der Tapas Bar Kserol und habe mich dort für eine Tortilla de Patatas entschieden – man könnte sagen Omlette mit Bratkartoffeln in einer Art „Kuchenform“. Mega lecker! Ich hätte hier gern noch leckeren katalanischen Sangria probiert, aber leider werden diese meistens Karaffenweise frisch zubereitet und das war mir dann doch etwas zu viel. Für mich gab es dann eine Art Weinschorle – auch sehr lecker.

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Natürlich habe ich auch etwas genascht: In Barcelona darf eine Crema Catalana nicht fehlen – so etwas wie Crème Brûlée (ohne Foto) und auch wahnsinnig lecker. Selbstverständlich habe ich mir auch Churros besorgt (oder auch Xurros amb Xocolata). Falls noch unbekannt: fritierte Teigsticks, die meistens mit flüssiger Schokolade verkauft werden, in die man die Sticks dann tunken kann. Hier kann ich den Laden Xurreria Trèbol empfehlen – es gibt die leckeren Sticks hier in verschiedenen Variationen (auch gefüllt!) und am Wochenende hat der Laden für 24 Std. geöffnet! Nom!

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Fazit Barcelona

Barcelona ist eine grandiose Stadt die mir sehr gut gefallen hat. Eine gemütliche (Barcelona ist zwar groß, aber trotzdem hat sie sich für mich nicht so angefühlt), mediterrane Stadt am Meer mit unglaublich viel Kultur, Geschichte, Flair und leckerem Essen. Ich freue mich auch immer total, wenn ich (vorab) etwas über die Geschichte einer Stadt lese und man dann vor Ort so viele Einflüsse davon wieder entdecken kann – und hier gibt es einiges zu entdecken. Ganz klar, eine Empfehlung von mir für ein verlängertes Wochenende!

Siehe auch:
Teil 1 meines Barcelona Reiseberichts:  Unterwegs in der katalonischen Hauptstadt
Teil 3 meines Barcelona Reiseberichts:  Tagestour zum Kloster Montserrat
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten

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