Barcelona 1 – Unterwegs in der katalonischen Hauptstadt

Als es im Februar in Deutschland noch ganz kalt war, habe ich mir die Hauptstadt Kataloniens angesehen: Barcelona! Bei angenehmen Temperaturen und viel Sonnenschein habe ich die zweitgrößte Stadt des Landes erkundet und die mediterrane Atmosphäre genossen…

In Barcelona kann man einen einzigartigen Mix aus spannender Kultur, leckerem Essen und Strand direkt am Mittelmeer – umgeben von Bergen – genießen. Es gibt großartige Fotomotive, wie die unzähligen historischen Bauwerke für die Barcelona bekannt ist, die entdeckt werden wollen, großartige Grünanlagen oder Hafen zum schlendern, aber auch Shoppingbegeisterte kommen auf den Flaniermeilen auf ihre Kosten! Am besten lässt man sich durch die impulsiven Stadt treiben und saugt den besonderen Flair auf.

Reisebericht Barcelona Der Hafen mit einigen tollen Gebäuden im Hintergrund

Zeit für ein paar Fakten:

  • Hauptstadt von: Spanien / Katalonien
  • Sprache: spanisch & katalanisch
  • Einwohner: 1.620.809 (stand Jan. 2017)
  • Währung: Euro
  • Strom: Typ F, es wird kein Adapter benötigt
  • Trinkgeld: ca 5 % (im Restaurant nicht beim Bezahlen aufrunden, sondern etwas Kleingeld diskret auf dem Tisch liegen lassen)
  • Zeitumstellung: Keine Zeitumstellung zu Deutschland
  • Beste Reisezeit:  zwischen Ende April und Anfang Juni

Spaniens Flagge Kataloniens Flagge

Anreise von Frankfurt 

Mit dem Flieger bin ich in ca 2 1/2 Std. von Frankfurt nach Barcelona El-Prat gereist. Von hier aus hat man mehrere Möglichkeiten in die Stadt zu gelangen: Für mich war es am praktischsten und günstigsten mit dem Zug zu fahren. Ich habe mir zunächst eine T10 Karte am Automaten gezogen. Für 10,30 € ist man mit dieser Karte zu 10 Fahrten mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln innerhalb Barcelonas berechtigt. Sie ist 3 Monate gültig und man darf pro Fahrt bis zu 75 min in eine Richtung fahren (inkl. umsteigen). 

Für mich ging es dann an den RENFE-Bahnsteig, von wo aus der Zug R2 bis Passeig de Gràcia fährt. Natürlich hält der Zug noch an anderen Haltestellen, allerdings gibt es da nicht so viel Auswahl wie wenn man die Metro oder den Bus nimmt. Alternativ kann man den Aerobus für 5,90 € pro Fahrt oder die Metro Linie L9 für 4,50 € pro Fahrt nehmen (für diese Fahrten gilt die T10 Karte leider nicht). 

Sightseeing in Barcelona

Barcelona hat so viel schönes zum entdecken auf Lager, das ich es nicht geschafft habe (und auch nicht derart kürzen wollte), alles in einen Beitrag zu packen. Hier berichte ich über die Sagrada Familia, den Strandabschnitt und alles rund um den Hausberg Montjuïc. Alles um das Zentrum herum und die Altstadt findet ihr hier (Coming Soon) und hier ist mein Bericht über den Tagesauflug zum Kloster Montserrat (Coming Soon) .

Die Sagrada Família und Umgebung

Woran man in Barcelona nicht vorbei kommt, ist natürlich die Basílica i Temple Expiatori de la Sagrada Família, kurz: die Sagrada Família – das vermutlich beeindruckenste Gebäude Barcelonas. Die berühmte römisch-katholische Basilika, die 1882 begonnen wurde, von Antoni Gaudí mit entworfen wurde und bis heute unvollendet ist. Aktuell ist die Fertigstellung für 2026 geplant – der 100. Todestaug von Gaudí. Seit 2005 gehört sie zum Weltkulturerbes. Natürlich werden verschiedene Architekturstile miteinander vermischt, wenn ein Gebäude über so einen langen Zeitraum hinweg gebaut wird – so findet man hier Elemente der Neugotik, des Modernisme und der Moderne.

Während des spanischen Bürgerkriegs wurden teile der Basilika und baupläne zerstört. Die Landesregierung nahm die Entwürfe an sich und verwahrte sie bis zum Kriegsende. Dann fanden sich Architekten und Mitarbeiter zusammen um die Kirche und die Modelle anhand von Fotos und Erinnerungen wieder zu rekontruieren. Finanziert wird der Bau wie es von anfang an geplant war ausschließlich über Spenden und inzwischen auch Eintrittsgelder.

Reisebericht Barcelona Einmal in echt – und einmal bearbeitet :) Trotz Baustelle ist die Kirche ein beeindruckendes Bauwerk

Wer ist Antoni Gaudí?

Wenn man in Barcelona unterwegs ist, kommt man um diesen Namen nicht drum herum. Gaudí war ein katalanischer Architekt und ein Vertreter der katalanischen Bewegung des Modernisme, der Barcelona auf ganz besondere Weise geprägt hat. Viele seiner Werke sind heute bekannte Wahrzeichen der Stadt. Er hob sich schon während seiner Studienzeit als hervorragender und kreativer Zeichner von den anderen Schülern ab. Nach dem Ende seines Studiums folgten großartige Werke wie: Palau Güell, Sagrada Família, Park Güell, Casa Batlló, Casa Milà usw.

Im Juni 1926 wurde Gaudí auf dem Weg zur Sagrada Baustelle von einer Straßenbahn erfasst und starb ein paar Tage später im Krankenhaus.

Ich weiss nicht, ob wir ihm den Titel eines Verrückten oder eines Genies gegeben haben, die Zeit wird es zeigen.“ – Direktor Elies Rogent bei Gaudís Studiumabschluss.

Der Haupteingang befindet sich derzeit an der Nordostseite – die sogenannte Geburtsfassade. Diese hat Gaudí zu seinem Lebenswerk gemacht und er zeigt hier die Geburt von Jesu und Teile seines Lebens. Die Verzierung der Fassade ist so detailliert, dass man ewig die vielen Statuen und Skulpturen betrachten könne und immer noch etwas neues entdecken würde. 

Reisebericht Barcelona Die 3 Protale symbolisieren Glaube, Liebe und Hoffnung.

Eintritt in die Sagrada Familia

Der Besuch der Basilika ist nicht gerade günstig – ich hab es aber so gesehen, dass man sich an der Fertigstellung dieses großartigen Bauwerks beteiligt. Generell macht es Sinn, sich die Tickets bereits vorab zu kaufen um nicht an langen Warteschlangen Zeit zu verlieren – denn natürlich ist die Sagrada Familia ein wahrer Touristenmagnet. Dabei muss man allerdings vorab die Zeit festlegen, wann man die Kirche besuchen möchte (z.B. 9:00 – 9:15 Uhr, oder 9:15- 9:30 Uhr). Man kann so lange bleiben wie man möchte, aber zu der Einlasszeit sollte man pünktlich sein. Für 29 € kriegt man das Komplettpaket mit Einlass in die Kirche, einem interessanten AudioGuide (auch auf deutsch) und den Besuch einer der Türme. Ohne AudioGuide und Türme ist es natürlich günstiger – ohne Schnickschnack ist man schon mit 15 € dabei. Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man die Basilika so früh wie möglich besichtigen – ich war direkt um 9 Uhr da und eine der ersten die die Kirche betreten durften und es war so viel schöner, als später mit den Massen! (Und die Massen kamen, obwohl ich im Februar da war).

Reisebericht Barcelona Dieses mit Efeu und Blütenblätter verzierte Tor wurde vom japanischen Bildhauer Etsuro Sotoo entworfen

Reisebericht Barcelona

Reisebericht Barcelona Eine Szene aus Jesus leben: seine Arbeit als Zimmermann

Reisebericht Barcelona „Sanctus Sanctus Sanctus“ – diese Worte sollen an die Demut Jesu bei seinem Einzug nach Jerusalems am Palmsonntag, seinem Tod und seiner Auferstehung erinnern

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Reisebericht Barcelona Die Formen der Türme sollen an den Krummstab eines Bischofs erinnern

Das Innere der Basilika ist ganz besonders. Die höchste Stelle ist 75m hoch und der Innenraum ist seit 2010 fertig gestellt. Gaudí war ein kränkliches Kind und man sagt, dass er viel Zeit damit verbracht hat, die Natur zu beobachten. Daher haben viele seiner Entwürfe einen naturgeprägten Architekturstil, z.B. sollen die steinernen Säulen im Innenraum  durch die Verzweigungen an Bäume mit Ästen erinnern. Im Gewölbe unterhal der Kirche liegt die Krypta. Gaudí hatte das Gewölbe soweit vergrößert, dass Licht und Luft von oben hineinkommen konnte. Bei Krypta denkt man vielleicht an eine kleine Kapelle, aber mit 120m² ist es fast schon eine kleine Kirche! Hier wurde Gaudí bestattet.

Reisebericht Barcelona Früh da zu sein ist nicht nur toll in der Warteschlange – man hat durch die farbigen Fenster ein absolut grandioses Licht, wenn die ersten Sonnenstrahlen auf die Basilika fallen

Reisebericht Barcelona Es gibt außerdem ein angedeutetes Blätterdach

Reisebericht Barcelona Ein Baldachin mit dem Jesuskreuz im Altarraum

Reisebericht Barcelona Links: grandiose Farbspiele, Rechts: eine Tür mit eine menge Inschriften

Geplant sind insgesamt 18 Türme, 12 davon werden den Aposteln und 4 werden den Evangelisten und die übrigen zwei werden Maria und Jesus gewidmet. Zwei davon können derzeit besichtigt werden. Über einen Aufzug wird man hoch gefahren. Von der Aussicht selbst war ich etwas enttäuscht – natürlich ist die Aussicht über die Stadt schön, aber man hat nur einen relativ kleinen, vergitterten Bereich. Wenn jemand beim Eintritt Geld sparen möchte, empfehle ich die Türme weg zu lassen. Eine tolle Aussicht über Barcelona gibt es an so vielen anderen Stellen auch. Runter geht es dann über eine steile Wendeltreppe.

Reisebericht Barcelona Der höchste Turm der Basilika soll 172,5m hoch werden, was ihn aktuell zum höchsten Kirchturm der Welt machen würde. Die Höhe wurde aber trotzdem so gewählt, dass sie keinen der umliegendenn Berge überragt. Das Werk des Menschen soll nicht höher werden als Gottes Werk. 

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Auf der Rückseite befindet sich die Passionsfassade. Sie stellt das Gegenteil der Geburtsfassade auf der Vordereseite dar. Man hat hier klare Strukturen und keine detaillierten Verziehrungen. Hier begann der Bildhauer Josep Maria Subirachs 1986 mit seiner Arbeit. Die Statue Jesu wurde so angebracht, dass sie dem Betrachter von unten direkt ins Auge fällt.

Reisebericht Barcelona Besonders auffällig sind die 6 schrägen Säulen, die die Fassade stützen.

Nicht weit entfernt von der Basilika steht das La Monumental – eine ehemalige Stierkampf-Arena, die 1914 eröffnet wurde. Sie war die letzte Arena, in der im September 2011 noch ein Corridas (rituelle Tötung eines Stieres vor Zuschauern) abgehalten wurde. Stierkämpfe sind zum Glück inzwischen verboten. Die ehemalige Arena soll nun ein Ort für Musikveranstaltungen und Zirkusvorstellungen sein – für was sie auch schon in der Vergangenheit genutzt wurde: hier haben schon die Beatles, die Rolling Stones und Bob Marley gespielt!

Reisebericht Barcelona Das große, beeindruckende Gebäude in den frühen Morgenstunden

Der Plaça de les Glòries Catalanes (ohne Foto) gehört zu den wichtigsten Verkehrspunkte der Stadt – um den Platz herum befindet sich ein doppelstöckiger vierspuriger Kreisel. Nahe des Platzes und nicht zu übersehen ist der Torre Glòries („Glories Turm“, früher mal Torre Agbar) – ein 32-stöckiger Bürokomplex, der mit seinen 142m zu den höchsten Gebäuden Kataloniens gehört und das jüngste Wahrzeichen der Stadt ist. Die schillernde Fassade des Gebäudes erinnert an die Haut eines Reptils: es wurden 40 verschiedene Lackfarben benutzt, die je nach Tageslicht ihre Farbe verändern.

Reisebericht Barcelona Bei der Planung wurde darauf geachtet, dass der Turm nicht höher wird als die fertige Sagrada Familia.

Reisebericht Barcelona Hier der Torre Agbar mit dem Design Museum Museu de Design de Barcelona im Vordergrund

Reisebericht Barcelona Hier wurden 59.619 transparenten und teilweise durchscheinenden Glasplatten verbaut!

Am Meer entlang

Egal zu welcher Jahreszeit man in Barcelona ist – man muss an den Strand! Der Platja del Bogatell gehört zu den beliebtestens Stränden von Barcelonas. Während es hier im Sommer wohl richtig, richtig voll wird, war es im Februar angenehm leer und ich konnte meinen Strandspaziergang genießen.

Reisebericht Barcelona Sonne, Meer und Ruhe – perfekt!

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Nicht direkt am Meer, aber auch nicht weit davon entfernt, befindet sich der Cementerio de Pueblo Nuevo. Ich habe ihn beim vorbei laufen entdeckt und fand ihn ganz hübsch. Er ist der „Alte Friedhof“ Barcelonas. Als er 1775 errichtet wurde (um die Massen an Gräber unter bringen zu können), befand er sich noch außerhalb der Stadt und ist der erste Friedhof Barcelonas. Er ist Teil der 2004 ins Leben gerufene „Friedhofsroute“, die diesem Kulturerbe mehr Aufmerksamkeit schenken soll.

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Der Hafen Port Olimpic wurde 1992 zu den Olympischen Spielen erbaut. Mit seinen 740 Docks ist der Jachthafen gar nicht so klein und kann sich schon sehen lassen. Der Hafen, der umgeben ist von Stränden sorgt mit seinen vielen Bars, Restaurants, Diskotheken und einem Kasino für ein reges Nachtleben (man könnte auch sagen Partymeile..). Es gibt auch viele Geschäfte, die zum shoppen einladen.

Reisebericht Barcelona Hier reiht sich ein Schiff neben dem anderen

Dieser glänzende Stahlfisch hat eine Länge von 56m und eine Höhe von 35m und wurde zusammen mit dem Port Olimpic 1992 errichtet. Die Skulptur, die über der Strandpromenade zu schweben scheint, ist zum Symbol der ehemaligen Olypmischen Spiele in Barcelona geworden.

Reisebericht Barcelona Die Sonne spiegelt sich auf den Schuppen des Fisches

Reisebericht Barcelona Auf der anderen Seite des Port Olimpic geht es mit dem Strand weiter. Hier der Strandabschnitt mit Blick auf La Barceloneta

Nicht weit davon entfernt befindet sich das Viertel la Barceloneta – eine kleine Halbinsel, die sich direkt am Meer/Strand befindet. Den Ursprung nahm dieses Viertel als 1714 eine Festung dort gebaut werden soll, wo sich heute der Parc de la Ciutadella befindet. Die Stadt sollte damit vor Überfällen geschützt werden, da sie während des Spanischen Erbfolgekrieg immer wieder angegriffen wurde. Die Menschen, die dort lebten, mussten umgesiedelt werden und zwar in Baracken im heutigen Barceloneta. 1749 wurden die Baracken durch Steinhäuser ersetzt, die dann immer höher gebaut wurden. Dort lebten inzwischen hauptsächlich Fischer und Fabrikarbeiter – der Großteil der ärmeren Bevölkerung Barcelonas – und so wurde es zum Fischerviertel.

Die Olympischen Spiele brachten dem Viertel mit den langen, engen Straßen große Veränderungen. Es wurde fleißig renoviert, aufgehübscht und Strandpromenaden wurden errichtet. Wo früher ein armes Viertel mit hoher Kriminalität war, ist heute ein touristisch erschlossenes modernes Viertel, das zu langen Spaziergängen am Hafen oder Strand oder zwischen den schmalen Gassen einlädt.  

Reisebericht Barcelona Händler versuchen ihr Zeug an den Mann zu bringen…

Reisebericht Barcelona Das Antiga estació de metro de Correus – eine Postfilialie in einem wunderschönen, alten Gebäude

Die Straße Ronda Litoral, die parallel zum Meer verläuft lohnt sich für einen Spaziergang. Für mich ging es von La Barceloneta Richtung Süden weiter. Moll de la Fusta – die ehemaligen alten Docks einer damaligen Holzdeponie wurden auch im Zuge der Olypmischen Spiele erneuert – heute eine elegante Promenade mit Palmen. Wenn das Wetter gut ist, tummeln sich hier zahlreiche Menschen und nicht selten gibt es kulturelle Veranstaltungen.

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Reisebericht Barcelona Die roten Ziehbrücken gehören zu den Wahrzeichen der Stadt.

Rambla de Mar ist eine aus Holz und Metall erbaute Brücke am Jachthafen von Barcelona. Sie ist eine Verlängerung der Flaniermeile La Rambla (hier dazu mehr)(Coming Soon) und verbindet die Promenade mit dem Hafen. Hier kann man gemütlich einen Kaffee trinken oder auf einer Bank sitzen und ein Eis essen, während man die Geschäftigkeiten Barcelonas an sich vorbei ziehen lässt oder die Möwen beobachtet. Hier gibt es neben Restaurants und einem Einkaufszentrum auch das Aquarium Barcelona zu sehen.

Reisebericht Barcelona Schöner Fleck – aber es ist einiges los

Reisebericht Barcelona Segelschiffe gibt es hier auch

Von weitem ist es schon zu sehen: das Kolumbus Denkmal. Wie der Name schon verrät, wurde das 60m hohe Denkmal Christoph Kolumbus gewidmet und anlässlich der Weltausstellung 1888 errichtet. Seit 2013 ist die Aussichtsplattform auch wieder für die Öffentlichkeit geöffnet und kann für 8 € bestiegen werden. Kolumbus wurde nach seiner Rückkehr aus Amerika in Barcelona empfangen und für seine Entdeckung gefeiert.

Reisebericht Barcelona Kolumbus zeigt in Richtung seiner Abreise. In der anderen Hand hält er seine Seekarte mit seiner Route

Reisebericht Barcelona Die Figuren am Sockel stellen berühmte Persönlichkeiten dar, die in Verbindung mit der Entdeckungsreise des Kolumbus stehen

Reisebericht Barcelona Die großen Ringe, die man hier vor dem Hausberg Montjuïc sehen kann, befinden sich auf dem Plaça de les Drassanes und sollen an die Olympischen Spiele erinnern

Auf dem Hausberg Montjuïc 

Ich beginne mit dem Aufstieg des Montjuïc – der 173m hohe Berg gehört (neben dem Tibidabo) zu den beiden Hausbergen Barcelonas. Hier wurde sowohl die Weltausstellung 1929, als auch die Olypmischen Spiele ausgetragen. Man kann ihn zu Fuß besteigen oder die Hafenseilbahn vom Hafen aus nehmen, die direkt zur Festung fährt. Ich gehe zu Fuß und komme zunächst am Plaça de l’Armada vorbei. Hier steht ein größeres Hotel und man kann durch einen ganz hübschen Garten schlendern.

Reisebericht Barcelona Eine kleine Verschnaufspause auf dem Weg nach oben

Ich mache einen weiteren Stop am Jardins del Mirador – er gehört auch zu den Gärten von Mirador del Alcalde („Die Aussicht des Bürgermeisters“). Die Gärten wurden 1969 vom damaligen Bürgermeister entworfen. Hier beginnt der Übergang zwischen der militärischen Festung und dem städtischen Leben einfacher Bürger – ein Zeichen der Höflichkeit, da die Festung auch dazu diente, die Bewohner zu überwachen. Lange Zeit wurden die Gärten aber nicht besonders gepflegt – erst seit 2009 sind sie wieder in ihrer alten Pracht zu bewundern.

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Reisebericht Barcelona Vom Berg aus hat man eine tolle Sicht auf die Steg Rambla de Mar

Als nächstes erreichte ich mein eigentliches Ziel: das Castell de Montjuïc. Die Festung, die zum Schutz des Hafens, aber auch der Stadt erbaut wurde. Dabei sollte sie die Stadt aber nicht nur beschützen, sondern auch beherrschen – im 19. Jhd wurde die Stadt unter Fremdherrschaft der Festung sogar beschossen. Errichtet wurde die erste Festung an dieser Stelle um 1640, als der damalige Vizekönig ermordet wurde. Innerhalb von 30 Tagen hatte man aus Stein und Lehm eine viereckige mittelalterliche Festung errichtet. 1694 wurden die Mauern verstärkt und es wurde ein Schloss aus der Festung. 1751 wurde die Festung zerstört um eine neue, größere (so wie man sie heute kennt) zu errichten. Bis 1960 war das Castell ein Militärgefängnis. Danach wurde es der Stadt übergeben. 1992, zu den Olypmischen Spielen, wurde es aufgehübscht und für die Öffentlichkeit geöffnet und gilt heute als Kulturstätte.

Wer den Berg nicht aus eigener Kraft erklimmen möchte, kann auch die Hafenseilbahn nehmen. Sie fährt vom alten Hafen aus direkt zur Festung.

Reisebericht Barcelona Der Eingang mit Blick auf den ehemaligen Zwinger

Reisebericht Barcelona Für 5 € kann man das Castell besichtigen und in die Geschichte der ehem. Festung eintauchen

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Reisebericht Barcelona die ehemaligen Geschütztürme und eine tolle Sicht auf den (Industrie) Hafen

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Mein Weg führte mich am Estadi Olímpic – dem Olympiastadion – vorbei. Dabei handelt es sich um ein Fußballstadion mit Leichtathletikanlage. Hier wurden 1992 die Olympischen Sommerspiele abgehalten. Erbaut wurde das Stadion für die Weltausstellung 1929 und war bereits 1936 für die Olympischen Spiele vorgesehen – da hat es aber nicht geklappt. Das Stadion wird auch gerne als Veranstaltungsort für Musikversanstaltungen genutzt.

Reisebericht Barcelona In dieser Ecke findet man auch ein paar Denkmäler zum Thema Olympischen Spiele

Reisebericht Barcelona Ein kurzer Blick ins Stadion kann nicht schaden

Ich erreiche das Museu Nacional d’Art de Catalunya (auch kurz MNAC). Es wurde 1929 zur Weltausstellung eröffnet, als die Sammlung des Museu d’Art Modern und das Museu d’Art de Catalunya zusammengelegt wurden und gehört zu den bedeutendsten Museen der Stadt. Ich muss gestehen, ich habe mich weniger für das Innere interessiert, als mehr für das Äußere: das Palau Nacional im Renaissance-Stil mit seinen Treppen thront über dem Plaça Espanya A und macht schon was her!

Reisebericht Barcelona

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Am Ende der Straße sehen wir den Plaça Espanya A – einer der wichtigsten Plätze Barcelonas. Auch er wurde anlässlich der Weltausstellung 1929 errichtet.  Ursprünglich stand hier mal die Festung Ciutadella von 1715, die abgerissen wurde. Es gibt dort einen sehr hübschen Brunnen in der Mitte, der u.a. von Josep Maria Jujol – einem Mitarbeiter von Antoni Gaudí – entworfen wurde. Davor sehen wir die 47m hohen Torres Venecianes – sie markieren den Eingang zum Ausstellungsviertel. Ursprünglich war im östlichen Turm eine Sirene für Notfälle – diese wurde später dann entfernt. Außerdem konnten die Türme früher mal bestiegen werden, aber heutzutage sind sie i.d.R. immer geschlossen. Oben rechts sehen wir das La Nova Esquerra De L’Eixample – eine ehemalige Stierkampfarena von 1900, die zu einem Einkaufszentrum umgebaut wurde. Hinter den weißen Säulen befindet sich der Brunnen Font Màgica de Montjuïc – der seinen Namen aufgrund des Wechselspiels von Wasser, Licht und Musik erhalten hat. Bei mir hat er gerade geschlafen, aber gerade Abends soll er ein spektakulärer Anblick sein.

Reisebericht Barcelona Die Aussicht auf die Torres Venecianes und den Plaça Espanya A ist vom Museum aus nicht schlecht. 

Hier sehen wir die Skulptur „Donna i Ocell“ (Frau und Vogel) des Künstlers Joan Miró, die sich im Parc de Joan Miro befindet. Der 1983 eröffnete Park gehört zu den ersten größeren errichteten Parks der Stadt. Man kann den Park in zwei Teile teilen – während der westliche Teil sehr modern ist, gibt es im östlichen Teil Palmen, Eukalyptus- und Pinienbäumen. Hier treffen sich Hundebesitzer zum spazieren, gehen, ältere Menschen spielen eine Runde Boule. Ein Ort der Gelassenheit.

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Eine kleine Wanderung außerhalb des Stadtzentrums

Etwas außerhalb des Stadtzentrums gibt es noch den Park Güell – dieser verrückte Park wurde von Gaudí mit viel Liebe für skurrile Gebäude mit fantasievollen Einzelheiten und knalligen Farben entworfen. Es gibt einen Bereich den man kostenfrei betreten kann. Wer alles sehen will, zahlt 8,5 € Eintritt (die Ticketanzahl pro Tag ist limitiert, also am Besten zeitig da sein). Mir hat der öffentliche Bereich gereicht – auch hier kann man die tollen Pflanzen und Vögel und auch ein Teil der Gebäude bewundern.

Ursprünglich sollte hier mal eine Wohnanlage für Aristokraten errichtet werden. Daraus wurde aber nichts, daher wurde Antoni Gaudí beauftragt, hier einen Park zu errichten. Der Park wurde 1926 für die Öffentlichkeit geöffnet und die Leute waren sofort begeistert.

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Reisebericht Barcelona Überall sind putzige kleine Papageien!

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Reisebericht Barcelona Die Aussicht auf die Stadt ist grandios!

Wer noch Lust hat etwas wandern zu gehen, kann die nicht all zulange Strecke bis zum Bunkers del Carmel spazieren gehen (für die nicht ganz so motivierten fährt hier aber auch ein Bus) – Hier steht ein ehemaliger Bunker mit Luftabwehrgeschütze aus dem Zweiten Weltkrieg, von wo aus man wohl die beste Sicht auf die ganze Stadt hat – und das auch noch fernab vom Massentourismus! Der Bunker ist heute ein beliebter Treffpunkt für (Einheimische) junge Leute, die die grandiose Sicht genießen wollen – insbesondere zum Sonnenuntergang.

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Reisebericht Barcelona Vom Bunker aus hat man auch eine tolle Sicht auf die andere Seite der Stadt

Reisebericht Barcelona Ein schöner Fleck für ein bisschen verweilen

Reisebericht Barcelona Tolle Aussicht! Rechts: der Bunker; Mitte: der Hausberg Montjuïc

Reisebericht Barcelona Ein Meer aus Häusern

Hier erwähnt sein sollte auch der etwas außerhalb liegende Freizeitpark Tibidabo, der Parc del Laberint d’Horta (ein Park mit einem Labyrinth) und das Museu Monestir de Pedralbes (ein königliches Kloster). „Da oben“ gibt es aber noch mehr zu entdecken. Da der Freizeitpark im Februar noch geschlossen ist, habe ich diese Ecke ausgelassen.

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Meine Unterkunft in Barcelona

Für Barcelona habe ich wieder ein Apartment über AirBnB gebucht und ich kann die Unterkunft grundsätzlich jedem für ein paar Tage in Barcelona empfehlen. Der Vermieter war super nett und ich durfte am letzten Tag auch noch länger im Apartment bleiben (mein Flug ging recht spät und nach mir hatte keiner das Zimmer gebucht). Im Vorfeld habe ich eine ausführliche Beschreibung bekommen, wie ich die Unterkunft am besten erreichen kann. Eingerichtet ist die Wohnung mit allem Nötigen was man brauche könnte. Es gibt leider kein richtiges Fenster, von daher ist es mit Tageslicht hier eher etwas mau, aber wer will auch schon in der Bude hocken, wenn er eine Stadt erkunden kann? :) In der unmittelbaren Umgebung gibt es eine Restaurants und Supermärkte. Zur Sagrada Kirche läuft man keine 10 Minuten und in die Altstadt ca eine halben Stunde.

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Siehe auch:
Teil 2 meines Barcelona Reiseberichts: Durch die Ciutat Vella – die Altstadt
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten