Athen 3 – Ein Tag in Piräus

Auf meiner Liste stand noch Piräus, der historischer Hafen von Athen. Hier schlendere ich bei bestem Wetter an der Küste entlang vorbei an Buchten, kleinen griechischen Kapellen, Fischrestaurants und großartigen Ausblicken…

Von Athen nach Piräus

Ich hatte noch etwas freie Zeit in Athen übrig und daher wollte ich mir noch Piräus ansehen. Piräus ist eine eigenständige Stadt, gilt aber als historischer Hafen von Athen. Die Stadt befindet sich auf einer Halbinsel, die vom Meer umgeben ist. Der zentrale Hafen ist mit 18,7 Mio Passagieren jährlich der größte Passagierhafen Europas und der drittgrößte der Welt. Der Name Piräus lässt sich von „Peiraieus“ und „peraieús“ ableiten, was Fährmann bzw. „hinüberbringen“ bedeutet, was sich wohl auf die Fährdienste zwischen Piräus und Phaleron bedeutet.

Erreicht werden kann der Hafen bequem über die Athener U-Bahn M1. Dort angekommen muss man sich erstmal aus dem Bahnhof frei kämpfen, denn am Ausgang erwarteten einen erstmal penetrante Verkäufer, die einem unbedingt Zigaretten verkaufen wollen. Das war etwas seltsam. Auch wirkt der Bereich um den Bahnhof herum etwas ungemütlich. Hat man das aber erstmal überwunden, hat Piräus einige wunderschöne Buchten und Häfen zu bieten.

Der zentrale Hafe Platía Karaiskáki befindet sich nicht weit entfernt vom Bahnhof – hier warten die großen Kreuzfahrtschiffe auf ihre Passagiere, mit denen man u.a. die Ägäischen Inseln und Kreta per Schiff erreichen kann. 

Reisebericht Athen Piräus 

An der Küste entlang – die kleine Bucht Limanaki

Ich hatte mit eine Tageskarte für die öffentlichen gekauft und eine kleine „Hop-on, Hop-off“ Rundfahrt mit dem Bus 904 gemacht, da dieser ganz praktisch am der Küste entlang fährt. Die Starthaltestelle findet ihr am Hafen in der Straße Aristidou. Ich steige ein und es geht los. Mir fällt es aber direkt auf: hat man den zentralen Hafen erstmal verlassen, ist Piräus weniger touristisch, z.B. werden griechische Texte/Schilder nicht nochmal zusätzlich in lateinische Schrift übersetzt. Zunächst fährt der Bus einige Station durch die Stadt, bis ich an der Haltestelle „Limanaki“ aussteige. Hier entdecke ich eine hübsche kleine Bucht, neben einer Promenade, die entlang der Küste verläuft.

Reisebericht Athen Piräus tiefblaues Meer an der Küste – im Hintergrund Berge: wunderschön!

Reisebericht Athen Piräus Von hier aus kann man auch einen Blick auf den Industriehafen werfen

Reisebericht Athen Piräus

Reisebericht Athen Piräus Gemütlich finden es hier nicht nur die Katzen

Reisebericht Athen Piräus

Reisebericht Athen Piräus Entlang der Promenade gibt es gemütliche Cafes und Restaurants die zum verweilen einladen

Die wunderschöne Sfakaki Bucht

Ich laufe die 500m zu meinem nächsten Stop: die Sfakaki Bucht (Natürlich kann man auch mit dem Bus fahren, aber das warten würde länger dauern, als das laufen und entlang der Promenade ist es wirklich schön)

Reisebericht Athen Piräus Eine großartige Sicht auf die gegenüberliegende Insel Egina

Hier gibt es gleich drei Sachen zu erwähnen: Rechts sieht man die Überreste der ehemaligen Festungsmauer, auch Lange Mauern genannt. In der Antike war die Festungsmauer über 5km lang und verband die Stadt Athen mit dem Hafen um einen sicheren Verkehrsweg zu gewährleisten. Direkt daneben befindet sich eine kleine, putzige Kapelle, die ein tolles Fotomotiv abgibt. 

Nicht zu übersehen ist außerdem das Denkmal des unbekannten Seemanns: ein 15m langes Zementkreuz von 1969 als Erinnerung an verschollene griechische Seeleute. Ursprünglich standen hier noch 5 Messingmöwen, die für die 5 Kontinente standen. Diese gingen allerdings in den 1980er Jahren verloren.

Reisebericht Athen Piräus

Reisebericht Athen Piräus Hier ist es bestimmt auch abends sehr schön, wenn man in einem Cafe sitzt und bei nächtlicher Beleuchtung das Meer beobachtet

Reisebericht Athen Piräus Ist das nicht sehr griechisch?

Weiter zum Yachthafen Pasalimani

Hier steige ich auch wieder in den Bus 904 ein bis zur Haltestelle zum privaten Yachthafen. Ich sitze auf der rechten Seite und der Bus fährt die ganze Zeit an der Küste entlang – eine wirklich sehr schöne Strecke. Hier ist es etwas geschäftiger: kleine Schiffe, größere Schiffe und Yachten, die sich aneinander Reihen, viele Besucher und zahlreiche Cafes und Restaurants. 

Reisebericht Athen Piräus

Reisebericht Athen Piräus

Ich gönne mir im Bouboulina Cafe ein leckeres Stück Ravani Kuchen – ein traditioneller Kuchen mit mastique Geschmack. Dazu gibt es massig Sirup, Sahne und Kräcker. Die Griechen machen mich fertig :-)

Reisebericht Athen Piräus da fällt man direkt in ein Diabetisches Koma

Reisebericht Athen Piräus Von dem Cafe aus habe ich auch eine grandiose Aussicht auf den gegenüberliegende Stadtteil Palaio Faliro

Mikrolimano – der „kleine Hafen“

Von hier aus geht es zu  meinem letzten Punkt auf der Liste. Hierfür weiche ich auf den Oberleitungsbus aus, der mich bis zur Station Skalakia bringt. Hier befinde ich mich auf einem kleinen Berg am Rand des Castella Viertels. Unter mir liegt der kleine private Hafen Mikrolimano, den ich schnell über ein paar Treppen abwärts erreiche. Hierbei handelt es sich um einen exklusiven Hafen, der von Edelrestaurants und Lounges gesäumt ist, dich sich direkt am Wasser befinden.

Reisebericht Athen Piräus großartige Aussichten vom Hügel aus

Reisebericht Athen Piräus Zwischen zwei Restaurants finde ich einen schmalen Spalt und so kann ich auch einen Blick auf das Wasser werfen

Reisebericht Athen Piräus

Ich folge der Straße Akti Dilaveri, die neben einem kleinen Fluss entlang läuft, auf dem sich auch noch einige kleine Boote befinden. Es weiter nach Norden und bald habe ich die Metrostation Faliro erreicht. Von hier aus geht es zurück nach Athen.

Reisebericht Athen Piräus Die Kirche Ekklisia Panagia Mirtidiotissa

Reisebericht Athen Piräus Ein letzter Blick auf Piräus

Fazit: Piräus ist ein schönes Ziel für Strand/Hafen- und Griechenlandliebhaber. Es ist ohne großen Aufwand und Kosten erreichbar. Von hier aus starten auch div. Inseltouren. Wenn man also die Zeit hat, kann man Piräus einen Besuch abstatten. Bestimmt gibt es hier auch noch weitere tolle Ecken, die erkundet werden möchten.  

Siehe auch:
Teil 2 meines Athen Reiseberichts: Die Erkundung der Akropolis
Teil 4 meines Athen Reiseberichts: Tagesausflug nach Delphi
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten