Athen 1 – Unterwegs in Athen

Mich hat es im Februar für 4 Tage in die griechische Hauptstadt Athen verschlagen. Die Metropole stand schon so lange auf meiner Liste und endlich hat es geklappt. Im Februar ist es nicht nur schön ruhig, das Wetter ist auch noch sehr angenehm!

Ich wollte im Februar auf reisen gehen. Ich musste nicht lange überlegen: Athen sollte es werden. Im Sommer ist es dort (für mich) viel zu warm und zu voll. So klang Athen für mich im Februar äußerst attraktiv – es war auch noch günstig! Und es hat mir dort richtig gut gefallen: Kultur, archäologische Stätten (ich war schon immer begeistert gewesen von der griechischen Mythologie/Geschichte), leckeres Essen, freundliche Leute und eine traumhafte Landschaft zwischen Bergen und dem Meer!

Zeit für ein paar Fakten:

  • Hauptstadt von: Griechenland
  • Sprache: griechisch
  • Einwohner: 664.046
  • Währung: Euro
  • Strom: Steckdosen C+F, es wird kein Adapter benötigt
  • Zeitumstellung: +1 Std zu Deutschland
  • Beste Reisezeit: Frühjahr und Herbst

Reisebericht Athen

Anreise von Frankfurt 

Mit dem Flugzeug ist man in rund 3 Std. am internationen Flughafen von Athen. Von dort aus hat man mehrere Möglichkeiten in die Stadt zu kommen. Am günstigsten ist es mit dem Bus für einfach 6 €. Der Bus ist interessant für Leute mit einer Unterkunft nahe dem Syntagma Square oder dem Altstadtviertel Plaka. Ein bisschen teurer ist die Fahrt mit der Metro mit 10 € pro Fahrt (blaue Linie, M3). Es gibt natürlich noch irgendwelche Vergünstigung in Form von zeitlich begrenzte Hin- und Rückkombitickets und City Pässe.

Reisebericht Athen Schöne Aussichten schon vom Flugzeug aus

Sightseeing in Athen

In Athen gibt es richtig, richtig viel zu sehen! Ich hab mein bestes getan, so viel wie möglich zu besuchen und die Stadt zu erkunden. Für eine bessere Übersicht habe ich das ganze in die einzelnen Viertel unterteilt. Wer die Akropolis vermisst: hier habe ich einen exta Eintrag zu der großartigen antiken Stadtfestung Athens verfasst.

Exarchia & das Marktviertel

Mein Weg führt mich zuerst in das Viertel Exarchia. Es gilt als Studentenviertel und Szenetreffpunkt der alternativen Szene. Das Viertel entstand 1880-1890 und wurde nach einem Lebensmittelhändler dort benannt. Es wird geprägt durch Cafes, Tavernen, Kneipen und mit Graffiti bemalte Hauswänden. Neben einem regen Nachtleben ist es auch bekannt für seine Drogenhandel Probleme. Da 1673 von hier der Aufstand gegen die Herrschaft der Militärjunta ausging, welcher Blutig beendet wurde und auch andere Demonstrationen hier ihren Anfang fanden, gilt das Viertel auch als Zentrum von anarchistischen Autonomen. 2008 wurde hier der 15 Jahre alte Alexandros-Andreas Grigoropoulos durch einen Polizisten erschossen, was zu großen Unruhen im ganzen Land führte.

Reisebericht Athen Kaputte und beschmierte Häuser gibt es hier zahlreiche – ich muss gestehen, ich mag es

Reisebericht Athen Sehr grün ist es hier außerdem

Im Norden befindet sich der kleine Park Athena Parthenos. Hier kann man im grünen gemütlich Spazieren gehen und die historischen Denkmäler, kleine Kirchen und Statuen suchen, die auf den Park verteilt sind. 

Reisebericht Athen Ein gemütlicher Park für einen netten Spaziergang

Reisebericht Athen Hier und da gibt es Skultpuren und Denkmäler

Hier finden wir das Archäologisches Museum Athen, welches sich vor allem der griechischen Antike gewidmet hat. Mit seinen 11.000 ausgestellten Objekten aus allen Regionen Griechenlands gilt es als wichtigste Sammlung von Fundstücken aus dieser Zeit und als meistbesuchtes Museum Athens. Bereits 1854 plante man ein Archäologisches Museum und es wurden jährlich 10.000 Drachmen dafür aus dem Haushalt zur Seite gelegt. Nach einer großzügigen Spende von 200.000 Drachmen konnte das Gebäude 1874 errichtet und eingeweiht werden.

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Der Omonia-Platz ist der Eckpunkt des Handesldreieicks Athens. Hier befindet sich die Metro Station Omonia und die Straßen Stadiou und Panepistimiou beginnen. Bis 2000 war er ein bedeutenderer Treffpunkt für die Bewohner Athens, aber inzwischen hat der Syntagma-Platz an Bedeutung übernommen. Viele Gebäude um den Platz herum stehen leer und werden illegal bewohnt. Die Kriminalität ist relativ hoch – wobei er tagsüber als sicher gilt. Die Metro Station hier war die erste Station mit Rolltreppe in ganz Griechenland.

Reisebericht Athen Viel zu sehen gibt es hier aber nicht

Der Weg führt mich weiter ins Marktviertel der Stadt. HIer geht es tagsüber betriebsam zu. Märkte reihen sich aneinander: Fischmarkt, Obstmarkt und Fleischmarkt, daneben Kioske und Lokale. Hier findet man sie alle.

Reisebericht Athen An der Außenseite der Markthalle Kentriki Agora wird auch mit Gewürzen, Nüssen und Käse gehandelt

Hier sehen wir das Athener Rathaus am Kotzia Platz. Früher war die Stadtverwaltung auf mehrere Gebäude in der Stadt verteilt gewesen. Der Bau des Rathaus musste immer wieder verschoben werden, aber schließlich nahm die Stadt eine Hypothek bei der Nationalbank auf um den Bau 1872 finanzieren zu können. Nachdem die Stadtverwaltung 1983 in ein anderes Gebäude verlegt wurde, beschloss der Bürgermeister Miltiadis Evert 1987 wieder dieses Gebäude als Rathaus.

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Die Markthalle in der Kentriki Agora wird mit Fleisch und Fisch gehandelt. – die Halle wurde aus dem Nachlass des Kaviarhändlers Varvakeios gestiftet und 1879 – 1880 erbaut. Hier findet man Fleisch frisch geschlachtet, aber auch z.B. Kuhköpfe oder Leber und Nieren direkt zum mitnehmen. Wer sich das ansehen möchte, kann hier mal durch spazieren. Gerade als Frau alleine wird man hier aber richtig viel Aufmerksamkeit bekommen ;-) Wer sich nicht unbedingt Fleisch ansehen möchte, kann auch gegenüber über den Gemüsemarkt schlendern.

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Das Zentrum

Da ich ein Fan von schönen Gebäuden bin, kam ich natürlich an der Athener Triologie nicht vorbei. Hierbei handelt es sich um 3 öffentliche Gebäude an der Metro Haltestellte Panepistimiou. Die Gebäude wurden durch private Spenden finanziert und dabei handelt es sich um die Universität, die Akademie und die Nationalbibliothek. Sie wurden im stil der griechischen antike errichtet.

Die Universität wurde von 1839 – 1842 errichtet. Sie war das erste Projekt das begonnen wurde und der dänische Architekt Theophil Hansen wurde dafür beauftragt. Er studierte mit seinem älteren Bruder Antike in Athen, was schon ungewöhnlich war, denn die meisten gingen dafür nach Rom. Sie ist die älteste Universität der neuzeitlichen des östlichen Mittelmeerraumes. In den ersten Jahren waren dort 28 Professoren angestellt, wovon ein Viertel deutsche Gelehrte waren. 1960 ist die Universität auf den neuen Campus Ilissia umgezogen – dieses Hauptgebäude wird aber trotzdem noch genutzt.

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Reisebericht Athen Die Statue des griechischen Gelehrten Adamantios Korais. Er gilt als Reformator der griechischen Literatur

Die Akademie wurde 1856 errichtet. Diese wurde ebenfalls von Hansen entworfen, der aber nach Wien gezogen war. Daher schickte er seinen Mitarbeiter Ernst Ziller der den Bau vor Ort übernahm. Bereits 1824 bemühte man sich um die Gründung einer Akademie, die aber erst 1926 tatsächlich erst offiziell gegründet werden konnte.  Sie enthält drei Sektionen: Wissenschaften, Literatur und Bildenden Künste und Ethik- und Politikwissenschaften.

Reisebericht Athen Das Gebäude wurde mit vielen Statuen geschmückt

Reisebericht Athen links: Die Athena-Statue, in der Mitte: Sokrates

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Reisebericht Athen Der Spruch „Eulen nach Athen tragen“ stammt aus der 2400 Jahre alten Komödie „Die Vögel“. Die Eule ist die Schutzgöttin der Stadt Athen und steht für Weisheit

Reisebericht Athen Hohe Säulen und beeindruckende Kunstwerke

Die Nationalbibliothek ist das letzte Gebäude das von 1885 – 1891 entstand. Sie wurde ebenfalls von Hansen und Ziller errichtet. Bereits 1824 forderte Jacob Mayer eine zentrale Nationalbibliothek, die zunächst provisorisch in einem Waisenhaus der Insel Aegina untergebracht war. Ende 1830 hatte man 1018 Bücher gesammelt, die 1834 nach Athen umgezogen. 1834 wurde die Institution gegründet (zu diesem Zeitpunkt hatte man 1995 Bücher gesammelt, 1842 bereits 15.000!). Heute befindet sich die Nationalbibliothek im Gebäude des Kulturzentrums in Paleo Faliro.

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Reisebericht Athen Im Vordergrund sehen wir die Statue des bedeutenden griechischen Bildhauers Georgios Bonanos von Panayis Vagliano, einem Mäzen der Bibliothek

Natürlich habe ich auch den Syntagma Platz besucht. Der Platz wurde 1837 angelegt und ursprünglich war er von vielen Kaffeehäusern umgeben, die ihre Tische auf den Platz stellten. Während der griechischen Finanzkrise wurden hier häufig Demonstrationen abgehalten und es fanden Krawalle statt, die dem Platz Berühmtheit einbrachten.

Reisebericht Athen Zu Fasching fanden hier div. Veranstaltungen: hier tanzen Männer behangen mit Glocken :-)

Direkt am Syntagma-Platz befindet sich der Sitz des griechischen Parlaments im alten königlichen Schloss. Es wurde 1836 bis 1842  von dem Deutschen Architekten Friedrich von Gärtner errichtet. Das Schloss wurde durch einen Brand 1909 stark beschädigt und der König zog in den Präsidentenpalast. 1935 – nachdem die Monarchie abgeschafft wurde – zog das Parlament in das Gebäude.

Vor dem Gebäude befindet sich das Grabmal des unbekannten Soldaten. Das Denkmal wurde am 25. März 1923 eingeweiht für gefallene Soldaten, die man nicht identifizieren konnte – der Tag der griechischen Unabhängigkeit. An den Seiten befindet sich Auszüge aus der Grabrede des Perikles. Das Grabmal wird durch Evzonen in traditioneller Tracht bewacht.

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Zu jeder Stunde findet ein Wachwechsel statt. Jeden Sonntag um 11 Uhr findet die große Wachablösung der Evzonen untermalt von der Militärkapelle statt – die ehemalige königliche Garde – in Form einer großen Parade statt. Die traditioneller Tracht wird Fustanella genannt. Sie wurde von den griechischen Revolutionären getragen, die 1821 – 1830 im Unabhängigkeitskrieg gegen die Türken kämpften. Der weiße Rock hat 400 Falten, die für die Jahre der türkischen Herrschaft steht. Wer das Glück hat Sonntags hier sein zu können und es sehen möchte, sollte zeitig kommen um noch einen guten Platz ergattern zu können.

Reisebericht Athen Die Wachablösung vor dem Grabmal des unbekannten Soldaten

Reisebericht Athen Ich finde ja, sie sehen in ihren Röckchen nicht wirklich bedrohlich aus :-)

Wenn man in die U-Bahn Station des Syntagma Platzes geht, sieht man eine kleine Archäologische Ausstellung. Die Fundamente von Antiken Gebäuden wurde während des Baus der U-Bahn in den 1990er Jahren entdeckt. Zwar ist dies in Athen keine Seltenheit, trotzdem entschlossen sich die Planer auf die Fundstücke rücksicht zu nehmen und diese zu integrieren.

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Reisebericht Athen Ein Teil der Fundamente ist gut sichtbar hinter einer großen Glasfront in Sicherheit gebracht worden

Auf meinem Weg zum nächsten Ziel komme ich an der Kapnikarea-Kirche vorbei. Diese süße kleine Kreuzkuppelkirche ist aus dem 11. Jhd. und wurde auf den Grundmauern eines antiken Tempels errichtet. 1834 sollte die Kirche eigentlich abgerissen werden, aber aber Ludwig von Bayern konnte seinen Sohn Otto (der damalige König Griechenlands) überzeugen, dass die Kirche kunsthistorisch sehr bedeutsam ist.

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Hier sehen wir die Kathedrale Mariä Verkündigung – der Sitz des orthodoxen Erzbischofs in Athen. Nach der griechischen Unabhängigkeit wollte die orthodoxe Kirche ebenfalls unabhängig sein und es wurde der Bau einer neuen Kathedrale geplant und der Grundstein wurde 1842 gelegt. 

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Als nächstes geht es weiter durch den Nationalgarten – ein öffentlicher Garten direkt hinter dem Parlamentsgebäude. Der ehemalige Schlossgarten wird ehrenamtlich von einem Verein Namens „Neon“ gepflegt. Er wurde von 1838 – 1840 von Königin Amalie in Auftrag gegeben.  Bei den arbeiten fand man eine antike Wasserleitung, die für den Garten genutzt wurde. Seit 1923 ist der Park für die Öffentlichkeit geöffnet und auf dem Gelände findet man ein kleines botanisches Museum, ein Cafe, eine Kinderbibliothek und ein kleiner Tiergarten.

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Reisebericht Athen Im Garten sind einige hübsche Figuren verteilt

Direkt hinter dem Nationalgarten befindet sich das Zappeion – ein Multifunktionsgebäude, u.a. für Tagungen, Kongresse und Messen. 1896 wurde es als Wettkampfsstätte für die Olympischen Spiele genutzt. 1940 diente es aber auch als Lazarett und 1944 als Kazerne. 1979 wurde hier der Beitritt Griechenlands zur Europäischen Gemeinschaft unterzeichnet. Evangelos Zappas – Gründer der Olympien (Vorgänger der Olympischen Spiele) – vermachte bei seinem Tod 1865 einen großen Teil seines Vermögens für den Bau einer geeigneten Stätte für die Olympien. Im Januar 1874 fand die Grundsteinlegung statt. Das Gebäude wurde 1888 fertig gestellt.

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Nicht weit davon entfernt befindets ich das Olympieion – auch Tempel des Olympischen Zeus genannt. Der etwa im 6. Jhd v. Chr. begonnene Tempel war einst der größte im antiken Griechenland. Der Bau begann wohl unter den Tyrannis des Peisistratos – als diese allerdings gestürzt wurden, blieb der Bau unvollendet. Baumaterial wurde anderweitig verwendet – was sehr ungewöhnlich war für diese Zeit. Vermutlich wurde der Tempel eher als Denkmal an die Tyrannenherrschaft gesehen und nicht als Tempel für Zeus. Der Tempel wurde erst 131/132 n. Chr. unter der Kaiser Hadrian nach dem ursprünglichen Plan vollendet. Man geht davon aus, dass der Tempel durch ein Erdbeben im Mittelalter zerstört wurde – genauere Informationen gibt es aber dazu nicht. Die Ruinen wruden dann als Steinbruch genutzt.

Eintritt: 6 €, Im Kombiticket für 30 € enthalten, 5 Tage gültig (Im Winter ½ Eintrittspreise). Wer keinen Eintritt hierfür bezahlen möchte, hat eine gute kostenlose Sicht vom Hadrianstor aus!

Reisebericht Athen Ein beeindruckendes Bauwerk – auch wenn nicht mehr viel übrig ist

Reisebericht Athen Eine gefallene Säule…

Reisebericht Athen Im Hintergrund mit der Akropolis

Direkt nebendran befindet sich das Hadrianstor. Früher war es der Eingang zum Olympieion und zu Ehren Hadrians und seinem Besich in Athen im Jahr 132 errichtet worden. Hadrian hat neue Viertel in Athen errichten lassen und die Stadt deutlich vergrößert.

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Das Viertel Kolonaki mit dem Lofos Likavitou

Mein Weg führt mich auch in das Viertel Kolonaki – ein wohlhabendes, elegantes Viertel in Athen und Treffpunkt der „Schickeria“. Hier findet man jede Menge Mode- und Juweliergeschäfte, Boutiquen etlicher Haute Couture Labels, Galerien, aber auch Bars und Cafes. Lange galt das Viertel als Wohnviertel für Literaten, Künstlern und Studenten. Heute ist es das teuerste Wohnviertel im Zentrum.

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Ich streife das Viertel nur, denn mit shoppen habe ich nicht viel am Hut. Mein eigentliches Ziel ist der Lykabettus-Hügel: eine 277m hohe Erhebung mitten in der Stadt der über eine Treppe oder eine Seilbahn (Station Odós Aristíppou) erreicht werden kann. Ich gönne mir den anstrengenden Aufstieg über die Treppen und komme bei den locker 30° (im Februar!) und strahlendem Sonnenschein ordentlich ins schwitzen. Oben angekommen habe ich aber eine grandiose Aussicht auf die ganze Stadt! Eine Legende besagt, dass Athene diesen Berg nach Athen gebracht hat, als Schutzwall für die Akropolis.

Reisebericht Athen Es geht bergauf! Athen ist aber im Allgemeinen recht hügelig

Reisebericht Athen eine Großartige Sicht auf die Akropolis und den Hafen von Piräus

Oben angekommen erkunde ich die Aussichtsterrasse mit der kleinen Sankt-Georgs-Kapelle. Außerdem gibt es noch ein gehobenes Restaurant.

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Reisebericht Athen Athen ist wirklich riesig! Ein Meer aus Dächern!

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Reisebericht Athen Der kleine Wald um den Wanderweg herum wurde zwischen 1908-1918 vom Verein der Waldfreunde aufgeforstet.

Ich steige auf demselben Weg wieder hinunter und besuche die Ausgrabungsstätte Lykeion. In der Antike war hier ein dem Apollon Lykeios geweihter Hein, dessen Standort zufälligerweise bei Bauarbeiten entdeckt wurde. Es war auch ein Gymnasion für geistige und körperliche Übungen. (Eintritt: 4 €, Im Kombiticket für 30 € enthalten, 5 Tage gültig (Im Winter ½ Eintrittspreise)).

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Nicht weit entfernt davon befindet sich das Kriegsmuseum, welches historische Waffensammlungen beherbergt. Es gibt 10 Ausstellungsräumen, die Waffen von der Steinzeit bis zum zweiten Weltkrieg ausstellt.

Reisebericht Athen Vor dem Museum präsentieren sich schon das ein oder andere…  

Wer sich für sakrale christliche Kunst interessiert kann ein Blick in das Byzantinisches und Christliches Museum werfen. Das Museum, dass sich seit 1930 in der Villa Ilissia befindet, bietet Ausstellungen von spätrömischer Kunst bis Mitbringseln christlicher Flüchtlinge aus Kleinasien.

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Plaka & Anafiotika – die Altstadt von Athen

Plaka – auch wenn jeder es besucht und es vermutlich im Sommer auch richtig voll ist: man kommt um die Altstadt Athens nicht herum! In dem ältesten Stadtteil Athens stehen die Grundmauern vieler Häuser vermutlich noch auf antiken Fassaden. Seit dem frühen 19. Jhd ist dieses Viertel als Tavernenviertel bei allen Schichten gleich beliebt. Heute ist es zwar mehr zu einem Touristenviertel mit Souvenirläden geworden, aber es macht trotzdem Spaß durch die Straßen zu schlendern und den Charme dieses Viertels zu genießen. Woher der Name kommt weiß man nicht genau, aber evtl. lässt er sich von „pliak Athena“ (altes Athen) ableiten.

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Reisebericht Athen Hier sehe wir Toms Hütte – er ist Friedensaktivist und er bemalt seine Mauern mit witzigen Karikaturen und tagesaktuellen Parolen. 

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Direkt gegenüber der Akropolis befindet sich der kleine Hügel Areopag. Er ist mit seinen 115m schnell bestiegen und man hat nochmal eine schöne Sicht auf die Akropolis und weitere archäologische Stätten in der Umgebung. Ursprünglich tagte hier der oberste Rat in der Antike. Einer Legende nach starb der Bote, der nach der Schlacht bei Marathon den ganzen Weg bis nach Athen gelaufen ist um den Sieg zu verkünden auf dem Gipfel dieses Hügels. Heute muss das oberste Gericht Griechenlands aber nicht mehr auf dem Hügel tagen – dafür gibt es jetzt den Justizpalast.

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Es ging weiter zur Römischen Agora. Dies war ein Platz – ein zentraler Markt- und Versammlungsort aus der Römischenherrschaftszeit (19-11 v. Chr.). Man hat hier einige alte Säulen, einen achteckiger Turm am Ende aus dem 2. Jhd. und man kann die Überreste eines Marktgebäudes und öffentlicher Latrinen bewundern. In einem Gebäude gibt es ein kleines Museum. Während der türkischen Zeit wurde der Platz mit Häusern überbaut, aber während des 19. Und 20. Jhd wurden diese Häuser wieder abgerissen und die Ruinen wieder freigelegt.

Eintritt: 6 €, Im Kombiticket für 30 € enthalten, 5 Tage gültig (Im Winter ½ Eintrittspreise). Wer das Kombiticket nicht hat, kann aber das meiste auch sehr gut von draußen sehen.

Reisebericht Athen Der Turm im Hintergrund wurde der Turm der Winde genannt und diente ursprünglich als Uhr und Wetterwarte

Reisebericht Athen In den Säulengängen waren einst Geschäfte

Es ging noch zur zweiten Agora – die Griechische Agora. Ein weiterer Versammlungsplatz für Heeres-, Gerichts- und Volksversammlungen der freien Bürger. Zuvor muss dieser Platz schon als Friedhof genutzt worden sein, denn man fand hier zahlreiche Gräber aus der Bronzezeit. Später dann als Wohnstätte. Scheinbar muss aber der Bevölkerungsrückgang so stark zurück gegangen sein, dass die verlassenen Häuser als Steinbrüche verwendet wurden. Ab 600 v.Chr. begann man dann die Agora als öffentlichen Platz zu nutzen. Später wurden die Versammlungen dann auf die Pnyx verlegt.

(Eintritt: 6 €, Im Kombiticket für 30 € enthalten, 5 Tage gültig (Im Winter ½ Eintrittspreise)).

Reisebericht Athen Vom Gelände aus hat man eine schöne Sicht auf die Akropolis

Reisebericht Athen Künststücke auf dem Gelände der Agora

Auf dem Gelände findet man noch die Stoa des Attalos – eine riesige rekonstruierte Wandelhalle. Ursprünglich stand hier schon ein Gebäude aus dem 2. Jhd v. Chr., welche aber in 267 zerstört wurde. Die Rekonstruktion wurde 1952 – 1956 wieder errichtet. Heute befindet sich im Inneren ein Museum mit ausgestellten Funden von Ausgrabungen auf diesem Gelände.

Reisebericht Athen Sehr beeindruckend, die vielen Säulen

Reisebericht Athen Antike Kunststücke im Museum

Ebenfalls auf dem Gelände befindet sich der Tempel des Hephaisteion. Der 449 v. Chr. errichtete Tempel gehört zu den besterhaltenen Griechenlands. Lange glaubte man, dass die Gebeine des Helden Theseus hier begraben liegen, weswegen der Tempel auch unter dem Namen Theseion/ Theseum bekannt ist. In der Region befanden sich damals viele Handwerker, die Metall verarbeitet haben – daher wurde er auch Hephaistos, dem Gott der Metallkünstler/Kunstschmiede – geweiht.

Reisebericht Athen Ein Blick auf den Tempel vom Gelände aus

Reisebericht Athen Der Tempel ist so groß, ich kriege ihn vom Nahen fast gar nicht komplett aufs Bild

Die Hadriansbibliothek war in der Antike eine große Bibliothek, die nach seinem Stifter, dem römischen Kaiser Hadrian benannt war. Hier fanden in der 3 Stöckigen Bibliothek früher mal 20.000 Schriftrollen platz. Heute ist von dem Gebäude nur noch die Westfassade erhalten. Hadrian war ein kunstbegeisterter Mensch, der Athen mehrere Gebäude spendete. Die archäologischen Ausgrabungsarbeiten auf diesem Gelände laufen noch bis heute.

Eintritt: 4 €, Im Kombiticket für 30 € enthalten, 5 Tage gültig (Im Winter ½ Eintrittspreise). Diese archäologische Stätte fand ich von allen am unspektakulärsten. Durch das Kombiticket musste ich nichts extra zahlen. Wer dafür kein Geld bezahlen möchte, kann die Anlage auch sehr schön von außen sehen.

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Wer gerne ausgiebig (Souvenirs) shoppen möchte ist rund um die Hadriansbibliothek ganz gut aufgehoben. Hier gibt es zahlreiche kleine Stände. Shops ziehen sich durch die ganze Pandrossou Straße und gehen dann – wenn man links abbiegt – in endlose Cafes und Restaurants über.

Reisebericht Athen Souvenirs, Nippes und anderes – soweit das Auge reicht

Direkt neben Plaka befindet sich das kleine Stadtviertel Anafiotika – direkt im Nordosthang der Akropolis. Entstanden ist es überwiegend durch die Bauhandwerker aus dem 19. Jhd die von der Insel Anafi nach Athen kamen. Das kann man an dem Stil gut erkennen, denn es ist im Stil eines Inseldorfs gebaut worden, mit weißen Terassendachhäuschen, ummauerten Gärten und marmorgepflasterten kleinen Wegen. Die Bauern und Steinmetze machten sich damals ein Gesetz zu nutzen, das besagte, man darf hier auch ohne Baugenehmigung bauen, wenn am ersten Bautag schon das Dach steht – dementsprechend klein sind die Hütten geworden. Da es nie eine Baugenehmigung gab, wurde das Viertel geduldet. Die Behörden starten auch immer wieder Versuche die Siedlung abreißen zu lassen, aber bisher erfolglos. Zu sehr schätzen die Athener ihr kleines Viertel als historisches Stadtviertel.

Reisebericht Athen Das Lysikratesmonument aus dem Jahr 334 v. Chr

Reisebericht Athen Die Treppengasse Odos Mnisikleous – gesäumt von Musiklokalen. Hier ist auch schon mittags einiges los!

Reisebericht Athen Oben gibt es einen grandiosen Aussichtspunkt von wo man eine sagenhafte Sicht auf die Stadt!

Reisebericht Athen Abwärts geht es dann wieder über eine absolut putzige gerade mal 1m breite Gasse zwischen kleinen Wohnhäusern

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Thisio, Gazi & Monastiraki 

Während sich das Viertel Thisio in den letzten Jahren zum Jugendtreff entwickelt hat, findet man im Viertel Gazi das Nightlife Zentrum – hier gibt es Bars, Cafes und Discotheken. Wer keine Lust auf feiern hat, ist im Flohmarktviertel Monastiraki vielleicht besser aufgehoben. Hier gibt es lauter Geschäfte mit Trödelware, kleine Werkstätten und zahllose Straßenstände.

Das Kerameikos ist zwar auch ein Stadtteil von Athen, aber wir reden hier von der Ausgrabungsstätte: der bedeutendste antike Friedhofs Athen. Der Name leitet sich von Kermaik ab, denn hier gab es in der Antike jede menge Töpferwerkstätten. Ursprünglich lag der Friedhof außerhalb der Stadtmauern. Man kann über das Gelände stiefeln und sich einige hübsche Statuen ansehen. Viele Funde um das 3. Jhd herum kann man aber auch in dem kleinen Museum am Eingang bewundern. (Eintritt: 8 €, Im Kombiticket für 30 € enthalten, 5 Tage gültig (Im Winter ½ Eintrittspreise)).

Reisebericht Athen Im Hintergrund sieht man die Ekklisia Agia Triada

Reisebericht Athen Als ich hier war, hat es ziemlich fies geregnet! Es gibt nicht nur Sonne in Griechenland

Reisebericht Athen Zahlreiche Fundstücke im Museum

Reisebericht Athen Der Wahrzeichen des antiken Friedhofs: der Stier von einem Grab von 350 v. Chr.

Die autofreie Persephone Straße kann man gemütlich entlang schlendern. Während man auf der einen Seite Musikclubs aneinanderreihen findet man auf der anderen Seite Imbissstände und Fast Food Restaurants.

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Hier sehen wir das Technopolis – ein Museum über die Gasproduktion. Ursprünglich war das mal eine Gasanstalt die 1857 gegründet wurde. Seit 1984 steht die Anlage still. In den 1990er Jahren hat die Stadt das Gelände gekauft und zu einem Veranstaltungsort umgebaut – dabei aber die alte Anlage erhalten. Der Eintritt ist wohl frei – gelegentlich scheinen hier auch Musikveranstaltungen statt zu finden.

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In der Füßgängerzone Apostolou Pavlou war bei mir nicht allzuviel los, denn es hatte gerade geregnet. Aber ansonsten tummeln sich hier Künstler und Händler an ihren Straßenständen mit Zuckerwatte und Luftballons.

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Folgt man weiter der Straße findet man zu seiner rechten einen Hügel – den Sanctuary Of Zeus. Oben thront die Kirche Agia Marina, die 1922 erbaut wurde.

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Mein Weg führt mich weiter zum Filopappou Hügel. Bzw. zunächst zur Sternwarte auf dem Nymphenhügel. Die Vorführungen des Doridis-Teleskops im Kuppelbau mussten eingestellt werden – sie verloren gegen den Smog der Stadt.

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Reisebericht Athen Von hier aus hat man aber auch ohne Teleskop einen schönen Blick auf die Stadt und natürlich die Akropolis

Ein Stück weiter kommen wir zur Pnyx. Hier fanden ab dem 6. Jhd v. Chr. die Volksversammlungen in Athen statt. Sie gilt als Wiege der Demokratie. Zunächst saßen die Leute auf dem Boden, dann schaffte man Holzbänke für 5.000 Menschen. Die Sitzgelegenheiten mussten später auf für 13.500 Menschen erweitert werden. Um 330 v. Chr. wurde der Platz aufgegeben, als die Versammlungen ins Dionysostheater verlegt wurden. 

Man findet hier in der Umgebung einige antiken Denkmäler und auch die Kirche Agios Dimitrios Loumbardiaris, die bei Familienfeiern und Taufen sehr beliebt ist.

Reisebericht Athen die Rednertribüne ist noch klar zu erkennen

Reisebericht Athen Von dem Hügel aus kann man über die Stadt hinaus bis zum Meer sehen

Ich erreiche den 147m hohe Philopappushügel, der mit der Pnyx eine Hügelkette bildet. Er war in der Antike als Musenhügel bekannt, denn die Griechen glaubten damals, dass hier die Musen lebten. Auf der Spitze des Hügels befindet sich das weithin sichtbare 12m hohe Philopapposmonument. Das zwischen 114 – 119 n Chr. errichte Denkmal wurde zu Ehren des Gaius Iulius Antiochus Epiphanes Philopappus aufgestellt. Er war ein syrischen Prinz und Wohltäter der Stadt der ins Exil gegangen war.

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Reisebericht Athen Von hier aus hat man eine grandiose Sicht auf die Akropolis – auch bei etwas stürmischerem Wetter!

Hier fing es dann richtig an zu regnen. Auf dem Weg zurück in das Zentrum stolperte ich über das Gefängnis des Sokrates. Man sagt, hier musste Sokrates nach seiner Verurteilung die letzten Stunde bis zu seinem Tod verbringen. Aber der genaue Standort ist nicht eindeutig geklärt. Ein weiterer möglicher Standort könnte das Gefängnis an der Fußgängerzone Apostolou-Pavlou-Straße in der Nähe von Thission sein.

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Hilfe?! Griechische Schriftzeichen?

Griechenland gehört ja zu den Ländern die nicht die lateinische Schriftart nutzen, sondern das griechische Alphabet, dass auf der phönizischen Schrift basiert. Diese Schrift gilt als die erstes Alphabetschrift von der die lateinische, kyrillische und koptische Schrift abstammt. Davon muss man sich aber nicht abschrecken lassen: die meisten Schilder in Athen gibt es sowohl in griechischer, als auch in lateinischer Schrift und viele Restaurants haben auch Karten auf englisch.

Ich hab für meinen Besuch ein wenig die Schriftzeichen gelernt. Schnell hat man die drin und plötzlich kann man die Schrift ganz einfach entziffern. Diese Seite fand ich dazu sehr hilfreich.

Meine Unterkunft in Athen

Übernachtet habe ich in Athen in einem kleinen AirBnB Apartment. Ich kann das Apartment jedem ans Herz legen der für ein paar Tage nach Athen will. Die Lage ist nicht ganz zentral, aber es gibt Anbindungen an die öffentlichen Verkehrsmittel und in ca einen halben Stunde ist man auch zu Fuß mitten im Zentrum angekommen. Es ist günstig und total gemütlich eingerichtet. In der Bude findet man wirklich alles, was man während des Aufenthalts brauchen könnte. Obendrein ist die Gastgeberin super nett, aufmerksam und hat mich mit Gastgeschenken und Leckereien begrüßt!

Reisebericht Athen Das Schlafzimmer mit einem kleinen Balkon

Reisebericht Athen Der Eingangsbereich und Durchgang zu Küche und Bad

Siehe auch:
Teil 2 meines Athen Reiseberichts: Die Erkundung der Akropolis
Übersichtskarte mit allen genannten Punkten

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